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Surfen in Australien

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Surf-Trip in Down Under

Australien stand schon länger auf der Liste von Charlies Traumzielen. Die Entfernung und die vielen Stunden Zeitverschiebung machten das aber etwas schwieriger. Als Nomadcruise dann eine Pazifik-Überquerung von Seattle nach Sydney ankündigte, war das ein eindeutiges Zeichen. Charlie würde diese Kreuzfahrt mitmachen, nach und nach die Zeitverschiebung erweitern und ohne Jetlag in Australien ankommen. Sie hatte vor, drei Wochen dortzubleiben, denn in diesem Jahr wollte sie für die Vorweihnachtszeit wieder in London sein. Drei Wochen im November waren ein guter Zeitraum und auch die Jahreszeit war perfekt; dort unten war Frühling.

Surfer at Bondi Beach in Sydney

Routenplanung für Australien

Ein Trip an der Küste entlang war etwas recherche-intensiv, vor allem, weil Charlie nicht Auto fahren konnte und auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen war. Zudem wollte sie nicht fliegen, um beim Gepäck etwas mehr Spielraum zu haben. Nach all der Recherche kam die folgende Route heraus: Sie würde vom Bondi Beach in Sydney zur National Surfing Reserve Crescent Head reisen, dann weiter nach Byron Bay und zur Gold Coast und anschließend nach Brisbane. Sie hatte eine Konferenz in Melbourne und würde aus diesem Grund keine Zeit haben, sich die Surfspots nördlich von Brisbane, Sunshine Coast und Noosa, anzusehen. Auch über die Surfszene bei Melbourne hatte Charlie Gutes gehört.

Surftrip in Australien

Bondi Beach

Charlie hatte sich ein Airbnb direkt am Bondi Beach gebucht. Vom Hafen, wo das Kreuzfahrtschiff angelegt hatte, brauchte man mit dem Bus nur 45 Minuten und die Wohnung war wortwörtlich nur über die Straße vom Strand. Für Surffotographie war das perfekt und Charlie machte auch ein paar tolle Aufnahmen. Die Wellen waren einfach super. Am südlichen Ende vom Bondi sah man Barrels und der Norden war ideal für Anfänger und Fortgeschrittene. Charlie surfte an der Sandbank in der Mitte des Strandes. Die Ausrüstung, also Surfboard und Neoprenanzug, lieh sie sich in der Surfschule „Let’s go Surfing”. Dort werden auch Stunden für Anfänger und Fortgeschrittene angeboten.

Am Bondi Beach sind auch Toiletten, Duschen und Trinkwasserbrunnen. Charlie sah sogar ein Gemeinschafts-Surfboard, das man sich einfach nehmen kann, solange man es wieder neben den Duschen am nördlichen Bondi abstellt. Man muss auch wissen, dass am Nordstrand keine harten Surfboards erlaubt sind. Charlie gefiel die eindeutige Unterteilung des Strandes, sodass jeder Spaß haben kann: Der Nordstrand von Bondi ist für alle, die surfen lernen, der Bereich für Schwimmer ist deutlich durch Flaggen gekennzeichnet. Der Südstrand von Bondi ist für erfahrene Surfer, und alle anderen können die Mitte nutzen.

Bondi Beach

Crescent Head

Der nächste Stopp auf Charlies Surf-Road-Trip in Australien war Crescent Head. Die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln war etwas umständlich, denn Charlie würde 7 Stunden mit dem Bus in einen Ort namens Kempsey fahren müssen, dort übernachten und am nächsten Morgen mit einem anderen Bus weiter. Das war es Charlie wert, denn Crescent Head ist National Surfing Reserve und sollte somit gute Surfbedingungen haben. Sie war vor allem dankbar, dass man überhaupt mit öffentlichen Verkehrsmitteln dahinkam. Die wirklich guten Surfspots sind oft nur mit dem Auto zu erreichen.

Crescent Head

Die meisten Touristen in Crescent Head kommen auch mit Auto oder Wohnmobil und direkt am Strand ist ein Caravan-Park. Charlie hatte ein Airbnb, das nur 5 Minuten vom Strand entfernt war. In Crescent Head war nichts weit. Supermarkt, Cafés und Restaurants waren ganz nah und Charlie war beeindruckt, wie freundlich und gesprächig die Einheimischen waren. Leider waren die Wellen an jenen Tagen nicht gut und starker Wind zerwehte alles, was eine Welle hätte sein können. Durch die Freundlichkeit der Einheimischen und die Wanderwege an der Küste konnte Charlie den Aufenthalt trotzdem genießen.

Crescent Head

Byron Bay

Charlies nächster Halt in Australien war ein weiterer berühmter Surfspot: Byron Bay. Sie kam spät am Abend an als es schon dunkel war und obwohl fast alles schon geschlossen war, erkannte sie sofort, dass sie in einem Touristen-Ort war. An der Hauptstraße reihte sich eine Boutique an die andere und dazwischen waren Cafés und Restaurants. Es war ein Samstag und sie hörte auch, dass irgendwo eine Party im Gange war. Das Surf-Hostel, das sie gebucht hatte, The Surf House, konnte sie schnell finden. Es war hübsch eingerichtet, sauber und die Küche war viel größer als in anderen Hostels, in denen sie bisher so war. Hier musste sie sich um Platz im Kühlschrank keine Sorgen machen. Zudem war es super, dass in diesem Hostel auch das Personal sich mit Surfen auskannte, und Gästen standen Surfboards sogar kostenlos zu Verfügung.

Byron Bay

Die Vorhersage sah gar nicht so toll aus. Charlie sah aber trotzdem mal nach, wie die Wellen waren. Die kostenlosen Surfboards waren in diesem Fall überflüssig. Anstatt von Wellen, gab es in Byron Bay nur Wind. Der Barkeeper im Hostel hatte noch einen anderen Spot auf der anderen Seite der Landzunge und des Leuchtturms empfohlen. Je nach Windrichtung, könnten die Bedingungen dort besser sein. Er hatte Recht! Tallows (so heißt der Spot, der Strand ist Tallow Beach) bot eine kleine Longboard-Welle. Vom Zentrum aus waren es bis dorthin 30 Minuten zu Fuß und am Strand konnte man sich keine Surfboards ausleihen. Somit konnte Charlie dort nicht selbst surfen, sie machte aber ein paar tolle Bilder von Cross-Steps und Hang-Fives. Tallow Beach ist auch eine gute Option, wenn man einfach nur Strand möchte und weniger Menschen.

Tallow Beach at Byron Bay

Neben Surfen eignet sich Byron Bay auch hervorragend für einen Einkaufsbummel, egal ob Souvenirs oder ein neues Outfit im Surfer-Look. Es gibt auch viele Cafés und Restaurants, wo man den Tag verbringen kann. Man sollte aber bedenken, dass die meisten Cafés um 14 Uhr schließen.

Wenn ihr die Gegend noch weiter erkunden möchtet, dann empfiehlt Charlie einen Spaziergang zum Leuchtturm (am besten bei Sonnenaufgang) oder einen Ausflug in den Regenwald, wo man nachts Glühwürmchen sehen und unter Wasserfällen schwimmen kann. Der Weg zum Leuchtturm am Kap Byron ist ein Rundwanderweg und bietet herrliche Ausblicke zu beiden Seiten der Küste. Eventuell sieht man sogar Delfine und Koalas. Charlie sah sie am Surfspot The Pass in den Eukalyptus-Bäumen. Zudem kommt man am östlichsten Punkt des australischen Festlandes vorbei. Am Leuchtturm sind auch ein Café und ein Museum und am besten beginnt man die Route von Süden her und geht zu Wategos Bay und The Pass auf dem Rückweg. Auf dieser Seite sind nämlich viele Stufen und die sind angenehmer abwärts als hinauf.

Longboarder at Tallow Beach

Weitere beliebte Ausflüge in Byron Bay sind Kajak-Touren, um Delfine zu sehen, und Schnorcheln am Julian Rocks. Nach Byron Bay kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Für Charlie war es eine Zugfahrt nach Casino und von dort aus dann ein Bus. Sie hatte das als ein Ticket über die Zuggesellschaft gebucht.

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Byron Bay

Surfers Paradise (Gold Coast)

Die Behauptung, Charlie sei in der Stadt Gold Coast gewesen, wäre übertrieben. Sie hat nur einen kleinen Teil davon namens Surfers Paradise gesehen. Dieser Spot ist am besten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und es gibt viele Unterkünfte. Es ist ein langer Strand mit vielen Surfspots und man findet ohne große Umstände Surfschulen und -verleih. Die Strandpromenade lädt zum Spaziergang ein und es gibt viele Geschäfte, Cafés und Restaurants. Diese Strand-Stadt ist nicht nur für die weltbesten Surfspots bekannt, die einige der berühmtesten Surfer der Welt hervorgebracht haben (z.B. Stephanie Gilmore, Mark “Occhi” Ochiluppo und Mick Fanning), sondern auch für Wolkenkratzer und die höchsten Gebäude in Australien. Als erstes dachte Charlie, dass sie sich so Dubai vorstellt, nur eben ohne surfen.

Surfers Paradise

Neben den Beachbreaks in Surfers Paradise gibt es in der Nähe auch noch weitere bekannte Pointbreaks wie Snapper Rocks, Kirra and Burleigh Heads. Charlie hatte aber nur zwei Tage in Gold Coast und musste auch arbeiten. Sie hatte keine Zeit, sich die anderen Surfspots anzusehen. Wenn ihr Stadtleben und Surfen am Gleichen Ort wollt, dann ist Surfers Paradise euer Paradies. Charlies Vorstellung vom Paradies beinhaltet aber keine Wolkenkratzer und keine Hotels und Ferienwohnungen.

Surfers Paradise

Sunshine Coast und Noosa Heads

Charlies Zeit in Australien war begrenzt und für einen Aufenthalt an der Sunshine Coast reichte es leider nicht. Sie hatte aber zwei Tage in Brisbane eingeplant und als sie ein paar Tage vor ihrer Ankunft nach Aktivitäten in der Stadt suchte, tauchte da ein Tagesausflug zur Sunshine Coast und nach Noosa Heads auf. Das war die Gelegenheit, diese Surfspots auch noch zu sehen.

Die Strände der Sunshine Coast waren nicht Teil der Tour, sondern das Hinterland. Die Gruppe fuhr durch die Glasshouse Mountains, sah ein Stück Regenwald, einen Markt mit ungefähr 300 Ständen (Eumundi) und das Künstlerdorf Montville. Der letzte Halt war in Noosa und das war der eigentliche Grund, warum Charlie diese Tour mitmachte.

Der Guide hatte es ihnen angeboten, im Zentrum auszusteigen und dort den Hauptstrand von Noosa und die Geschäfte zu durchstöbern oder am Eingang zum Noosa Nationalpark herausgelassen zu werden. Von dort aus waren es dann 20 Minuten zu Fuß an der Küste entlang in den Ort zurück, wo er sie alle wieder abholen würde.  Charlie hatte schon einen Blick auf die Karte und die Surf-Vorhersage geworfen. Der Nationalpark war definitiv die bessere Option. Insgesamt hatten sie zwei Stunden Zeit in Noosa und der Guide hatte erwähnt, dass man auch in den Nationalpark gehen könnte, solange alle auf die Uhrzeit achten. Charlie hatte gar nicht über den Nationalpark nachgedacht. Sie wollte einfach nur den Surfspot sehen.

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Surfing at Noosa Heads

Als sie aus dem Van ausstieg, waren zwei Surfer gerade aus dem Wasser gekommen. Ihre Longboards lagen im Gras und einer von beiden holte die Gitarre heraus, um etwas zu musizieren. Genau in dem Moment sah Charlie einen Longboarder auf einer langen Welle in dem Fenster, das die Bäume formten, vorbeigleiten. Sie war am richtigen Ort. Sie lief über ein paar Felsen und Steine zum Ufer, um einen besseren Blick zu haben. Es war definitiv der richtige Ort. Schon die ersten Bilder, die sie schoss, zeigten talentierte Longboarder, die Cross-Steps und Hang-Tens machten.

Charlie dachte schon, dass sie das perfekte Bild des Tages zu schnell hatte, als in der Ferne ein weiterer Surfer auftauchte. Seine Welle schien sogar noch länger zu sein. Da beschloss Charlie, nun doch in den Nationalpark hineinzulaufen, um zu sehen, ob da noch mehr Surfer waren. Ungefähr 10 Minuten später kam sie an einen Aussichtspunkt und sah von dort aus die nächste Bucht mit einem Pointbreak und noch viel mehr Surfern im Wasser. Sie dachte nur, dass dieser Ort die Bezeichnung “Surfers Paradise“ so viel mehr verdient hätte als jener Ort an der Gold Coast. Sie wünschte, sie hätte mehr Zeit in Noosa gehabt und wird bestimmt nochmal wiederkommen, um selbst ein Stück dieser großartigen rechtsseitigen Wellen zu genießen.

Surfing at Noosa Heads

Phillip Island

Ungefähr eine Stunde südlich von Melbourne ist eine Insel, die zum beliebten Ziel für Touristen geworden ist. Allerdings war Surfen nicht der Grund dafür, sondern die Pinguine, die jeden Abend an den Strand kommen. Wenn man über die Brücke auf die Insel fährt, sind Pinguine aber nicht das Erste, was man sieht, sondern eine Welle. An der ersten Straßenecke ist ein Surfshop mit einer Welle davor, die ein perfektes Barrel formt.

Nicht weit von dort ist Cape Woolamai mit einem Surfstrand. Es ist einer der vielen Strände der Insel, die als National Surfing Reserve anerkannt sind.

Ein Stück weiter an der Südküste von Phillip Island entlang ist ein Ort namens „Surf Beach“ und dort ist der Spot „Surfies Point“. Der beliebteste Spot aber ist noch ein Stück weiter an der Küste entlang: Smith’s Beach. Auch dieser Strand ist National Surfing Reserve. Dann ist da auch noch Penguin Parade, der Strand, an dem die kleinen Pinguine jeden Tag nach Sonnenuntergang entlangwatscheln – ebenfalls National Surfing Reserve.

Um die Landzunge herum und noch ein Stück weiter an der Küste entlang ist eine weitere Bucht, die eher gen Westen als Süden zeigt und geschützter ist:  Cat Bay und Shelly Beach. Dieser Spot ist am besten geeignet für Anfänger und Charlie hörte auch, dass dies der Strand sei, wo man als Einheimischer im Kindesalter surfen lernt.

Wenn man auf Phillip Island surfen und auch etwas mehr von der Insel sehen möchte, sollte man sich ein Auto mieten. Von Melbourne aus kommt man mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf die Insel (man muss allerdings im Voraus buchen), aber auf der Insel kommt nur selten ein Bus und auch Taxen sind schwer zu bekommen.

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Torquay

Auf der anderen Seite der Bucht Port Phillip ist der Ort Torquay. Er ist für Surfen bekannt und noch einfacher zu erreichen als Phillip Island. Von Melbourne aus kann man den Pendler-Zug nach Geelong nehmen und von dort aus einen Bus, der einmal pro Stunde fährt. Torquay ist für Surfstrände bekannt, darunter einer ganz besonders: Bells Beach. Es war einer der ersten Surfstrände in Australien und ist der Ort mit der längsten Tradition eines Surfwettbewerbs. Es begann als kleine Veranstaltung in den 1950ern und ist mittlerweile von der Championship Tour gar nicht mehr wegzudenken. Jedes Jahr über Ostern surfen die besten Surfer der Welt um die Trophäe, eine Glocke.

Am Bells Beach kann man keine Surfboards ausleihen und der Spot ist nur für erfahrene Surfer. Wenn man es sich nur mal ansehen möchte, kann man von Torquay aus ein Uber nehmen. Genau das machte Charlie. Nachdem sie Fotos von den Surfern im Wasser gemacht hatte, lief sie den Küstenwanderweg entlang nach Torquay zurück. Es dauerte etwas mehr als eine Stunde und war ein gemütlicher Spaziergang.

Surfing at Bells Beach

Es gibt noch weitere Surfstrände, die näher am Ort sind und es gibt auch einige Surfschulen und -verleihs. Die Wellen dort sind besser für Anfänger und Fortgeschrittene.

Sunrise surf session at Torquay Beach

In Torquay befindet sich zudem das Australian National Surfing Museum, das erzählt, wie Surfen nach Australien kam und zeigt eine große Bandbreite an Surfboards verschiedener Generationen. Wenn ihr mehr über Bells Beach und dessen Geschichte erfahren wollt, dann seid ihr in diesem Museum richtig.

Australian National Surfing Museum in Torquay

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