Baía Formosa
Tagesausflug in die Heimatstadt eine Surf-Weltmeisters
Charlie verbrachte einen ganzen Monat in Pipa und die Wellen dort waren spitzenmäßig. Es gab keinen Grund, zum Surfen irgendwo anders hinzufahren, außer… wenn es sich um einen weltberühmten Spot handelt, der zudem der Heimatort eines Weltmeisters ist. Baía Formosa, oder kurz BF, ist eine perfekte rechtsseitiges Welle, mit Barrel natürlich, und man surft direkt neben der Statue von keinem geringeren als Italo Ferreira.
Anreise nach Baía Formosa (BF)
Baía Formosa, oder wie die Einheimischen sagen “BF”, liegt eine Stunde südlich von Pipa und es gibt zwei verschiedene Strecken. Man braucht für beide ungefähr die gleiche Zeit, aber es sind zwei völlig verschiedene Erlebnisse. Die einfache, und man könnte fast schon sagen “langweilige” Strecke führt durch Tibau do Sul und über die Autobahn. Alles gemütlich.
Die Strecke mit Ausblicken ist aufregender. Sie führt an traumhaften Stränden vorbei und beinhaltet auch die Überquerung eines Flusses und einer Menge Schlaglöcher. Ja, die Straße ist nicht gut, aber, wenn euer Auto es aushalten kann, lohnt sich ein gewisses Maß an Ungemütlichkeit.
Man fährt an der Küste entlang nach Barra do Cunhaú und kommt an einem wunderschönen Strand vorbei, der beliebt für Kitesurfen ist. Dann überquert man den Fluss auf einer etwas anderen Art von Auto-Fähre, wenn man es überhaupt so nennen kann. Es ist eher ein Floß, das jeweils ein Auto transportieren kann und von Hand betrieben wird. Der Kapitän stößt das Floß mit einem langen Stock vom Boden ab und setzt so auf die andere Seite über. Dieser Service kostet 20 BRL. Die Auffahrt aufs Floß kann sich schwierig gestalten, denn der Boden ist sehr sandig. Das kleine Auto, dass sich Charlie und ihr Bekannter für den Tag ausgeliehen hatten, blieb fast im Sand stecken. Das sollte man bedenken, bevor man sich für diese Route entscheidet. Um dorthin zukommen, folgt man einfach dem Schild mit der Aufschrift „Balsa“.
Auch für den größeren Fluss nicht weit von dort gibt es bei Flut eine Auto-Fähre. Dort passen bis zu vier Autos drauf. Charlie und ihr Bekannter entschieden sich aber für die Straße weiter von der Küste entfernt. Sie wollten es nicht riskieren, noch einmal im Sand stecken zu bleiben.
Insgesamt dauert die Fahrt von Pipa nach BF ungefähr 1,5 Stunden.
Surfen in BF
Schon wenn man in den Ort Baía Formosa hineinfährt, sieht man sofort, dass es sich um einen Surf-Ort handelt. Das Ortsschild lässt keine Zweifel. Der Ort war größer als Charlie erwartet hatte und alle Straßen sind rechtwinklig angeordnet. Den Weg zum Strand findet man leicht.
Es gibt zwei Surfstrände, Praia da Cacimba und Praia do Porto. Charlie und ihr Bekannter fuhren direkt zu dem Strand, an dem die Statue von Italo Ferreira ist, Praia da Cacimba. Die Wellen waren hervorragend an jenem Tag. Sie zogen sich schnell um und gesellten sich zu den anderen Surfern im Wasser. Es ist eine schnelle Welle, die nicht einfach zu kriegen ist. Wenn man sie aber erst einmal hat, ist es ein langer rechtsseitiger Ritt zum Strand. Man muss allerdings auf die Felsen im Wasser achten, wenn man umdreht und wieder hinauspaddelt. Wenn man nicht so viel paddeln will, kann man auch am Strand entlanglaufen und in der Nähe der Italo-Statue zwischen den Felsen ins Wasser laufen.
BF-Vibes
Nach der Surfsession fuhren sie am Hafen entlang ins Stadtzentrum, um Mittagessen zu gehen. Das war an jenem Sonntagnachmittag überraschend schwierig. Die meisten Restaurants waren geschlossen. Sie fanden schließlich eins.
Nach dem Mittagessen fuhren sie zum Strand zurück. Charlies Bekannter hatte mit den Einheimischen im Wasser geschwatzt und sie planten, am Strand zu grillen. Es war ein perfekter Sonntagnachmittag am Strand. Sie hatten den perfekten Blick auf die Wellen. Hin und wieder ging mal jemand ins Wasser, um ein paar Wellen zu surfen, sie spielten Musik und blieben bis zum Sonnenuntergang. Der Grill war sehr klein und zu jeder Zeit sehr voll beladen.
Das Einzige, was Charlie an diesem Tag bereute, war, dass sie ihre Kamera nicht mitgenommen hatte, um ein paar vernünftige Fotos von den Surfern zu machen.