Stand up Paddeln und Karaoke in Corralejo
What‘SUP?
Wie jeden Morgen, war Charlie als erste wach und frühstückte in aller Ruhe an einem der Picknick-Tische vorm Haus. Der Himmel war an diesem Morgen zu Wolken-verhangen, um den Sonnenaufgang zu sehen. Am Tag zuvor hatte Charlie sich ihre Kamera geschnappt und Surfer in der Ferne am Rocky Point beobachtet und vor der aufgehenden Sonne fotografiert. Am heutigen Morgen war die Kulisse nicht so einladend, um Bilder zu machen, aber wenigstens war an diesem Morgen Kaffee da.
Während sie den Wellen und einigem Vögel-Gezwitscher lauschte, ließ sie den vorherigen Tag noch einmal Revue passieren und machte sich Notizen, um euch später alles genau berichten zu können. Als sie beim heutigen Tag angelangt war, schrieb Sie folgendes nieder:
Montag, 25. Februar
- Leanne reist heute ab 🙁
Doch es sollte anders kommen…
Ursprünglich wollte ja auch Charlie nur bis Montagabend bleiben – es sollte nur ein verlängertes Wochenende sein. Doch durch einige Veränderungen an der Arbeit, konnte Charlie plötzlich ein paar mehr Urlaubstage einschieben und hatte nochmal umdisponiert und blieb bis Mittwoch.
Leanne war von ihren Flugplänen auch nicht begeistert: Sie wurde am Abend nach Barcelona fliegen, dort in der Nacht sechs Stunden auf dem Flughafen verbringen, am Morgen nach London zu fliegen und dann am Nachmittag weiter nach Hause nach Dublin. Ja, das ist wirklich so umständlich, wie es klingt. Im Grunde wollte Leanne ihre Reise auch noch gar nicht beenden. Außerdem gab es für Ende der Woche auch günstige Direktflüge… So entschloss sie sich kurzerhand noch ein paar Tage zu bleiben. Grace und Charlie waren darüber sehr froh; das Dreiergespann blieb noch eine Weile erhalten.
Endlich Stand Up Paddling (SUP) auf Fuerteventura
Nun konnten die drei auch noch nachholen, was sie am Tag zuvor nicht konnten: mit den SUP-Boards raus aufs Meer paddeln. Da Charlie das schon einmal gemacht hatte, erklärte sie sich bereits, das schmalste Brett zu nehmen, was schnell zum nassen Abenteuer wurde. Zum ersten Mal gelang an diesem Tag die Kommunikation mit Simone – dem verrückten Italiener, der so gut wie kein Englisch konnte. Per Handzeichen gab Grace ihm vom Wasser aus zu verstehen, dass er doch bitte ein paar Fotos von den Mädels machen möge, was er auch sofort in die Tat umsetzte. Vielleicht sollten sie jetzt immer per Handzeichen aus 50m Entfernung mit ihm kommunizieren – das scheint besser zu klappen als gebrochenes Englisch. Die Mädels paddelten raus bis zu den Bojen, die den Badebereich vom offenen Meer abgrenzen und sicherten die Boards dort. Einfach traumhaft, wie man so mitten auf dem Meer auf einem Surfbrett in der Sonne liegen kann. Die leichten Bewegungen des Wassers hatten auch irgendwie einen erholsamen Effekt. Das einzige, was den Mädels in diesem Moment fehlte, war eine Cocktailbar – Ob sie wohl Simone das auch aus der Ferne zu verstehen geben konnten?

Ein typischer letzter Abend
Zudem war es auch der letzte Abend auf Fuerteventura für die drei Österreicher – Daniel, Patrick und Matthias würden am nächsten Morgen abreisen. Wie es sich für einen letzten Abend gehörte, musste dieser noch einmal so richtig ausgekostet werden. Eigentlich sollte es Fisch geben, aber das Restaurant, dass Ann empfohlen hatte, hatte ausgerechnet an diesem Tag Ruhetag. Also ging es die Hauptstraße entlang zu dem Viertel in Corralejo, wo die meisten Restaurants sind, in der Hoffnung möglichst schnell eines zu finden, dass Platz für ungefähr 10 Leute hatte und für jeden Geschmack etwas bot. Dies war am Ende erstaunlich einfach und sie fanden sofort ein geeignetes Lokal. So richtig gemütlich wurde der Abend als der Kellner anstatt jedem ein Schnäpschen zu servieren, mal kurzerhand die Flasche Ron Miel auf den Tisch stellte. Das ließen sich Charlie und Grace nicht zweimal sagen…ihr könnt euch vorstellen, wie es weiterging.
Buena Onda – garantiert eine gute Welle
Einen Ort muss man auf jeden Fall aufsuchen, wenn man zum Surfen in Corralejo ist: die Buena Onda. Es ist eine kleine Bar in einer der Seitenstraßen, die für Surfer perfekt ist. Zusätzlich zu einem guten Angebot an Getränken kann man hier den Profis beim Surfen zuschauen. Wo in anderen Bars und Kneipen Fußball läuft, gibt es hier Surf-Wettbewerbe aus Hawaii, Australien und anderen Orten, wo die ganz großen Wellen brechen.
Auf dem Weg dahin beobachtete die Gruppe ein älteres Pärchen, das gerade Fotos machte. Der Herr hatte es sich auf einer Bank gemütlich gemacht, während sie noch die richtigen Kamera-Einstellungen suchte, um ihn in Szene zu setzen. Daniel war da gerne behilflich und setzte sich mal schnell neben den Herren und lächelte ebenfalls in die Kamera, als sie den Auslöser drückte. Schockiert wurde er von beiden angesehen, als sich die Gruppe lachend davon machte. Charlie würde sich diesen Schnappschuss gerne einmal ansehen. Entsetzte Gesichter und ein lachender Daniel machen sicher ein gutes Motiv. Auf jeden Fall mochte Charlie diesen Foto-Scherz mehr als den, den der Kellner sich zuvor erlaubt hatte. Zwischen den Fotos, die er von der Gruppe beim Essen gemacht hatte, fand sich auch ein Selfie von ihm – nicht unbedingt ein Bild, das man haben muss, aber trotzdem eine schöne Erinnerung.
TIn der Buena Onda ging es dann erstmal weiter mit einer (oder vielleicht auch mehreren) Cañas (ein kleines Bier). Neben den typischen Gesprächsthemen, die so aufkommen, wenn man sich gerade erst kennen lernt (Wo bist du her? Was machst du beruflich? Wie oft warst du schon surfen?), dauerte es nicht lange, bis die schmutzigen Witze auf den Tisch kamen. Plötzlich lernten alle eine ganz neue Seite von Patrick kennen.
Die Stars von Morgen?
Auch Daniel zeigte sich an diesem Abend von einer etwas anderen Seite: Ich sage nur „Hero“ von Enrique Iglesias. Und ja, es handelt sich dabei um das, was ihr sicher schon vermutet: Karaoke. Zunächst waren alle etwas überrascht, weil das Flicks relativ leer war und niemand am Mikrofon stand, aber es brauchte scheinbar nur jemanden, der den Anfang machte. Nachdem Daniel alle mit dem Enrique-Klassiker beeindruckt hatte (Er kann tatsächlich singen!) trauten sich auch weitere Sänger auf die Bühne. Naja, eigentlich war es mehr eine kleine Erhöhung neben dem DJ-Pult aber wenn man schonmal seine Rockstar-Fantasien ausleben darf, kann man auch von Bühne sprechen.
Um das Gruppengefühl zu stärken, durfte auch ein gemeinsam geträllertes Lied nicht fehlen und was könnte da naheliegender sein als „Last Christmas“? Ja, ihr habt richtig gelesen, es handelte sich um ein Weihnachtslied im Februar. Aber zumindest ist es eines dieser Lieder, dessen Text jeder aus dem FF kann. Somit fanden sich Patrick, Daniel, Leanne, Grace und Charlie also auf der Bühne wieder und sangen gemeinsam den Wham-Klassiker. Die verwunderten Gesichter der anderen Gäste im Flicks störten sie dabei überhaupt nicht. Die Hemmschwelle war nun auf jeden Fall überwunden und auch die anderen trauten sich nun ans Mikro: Andreas präsentierte einen alten Beatles-Klassiker und Grace verzauberte alle mit Ihrer Version von Amy Winehouse’s „Valerie“. Auch Grace konnte singen!
Nach noch einer weiteren Jarra (ein großes Bier), traute sich dann auch Charlie auf die Bühne mit dem 90er-Hit What’s Up. Es zahlte sich aus, dass sie in den Wochen zuvor die Stimme trainiert hatte, wenn auch im privaten Rahmen. Die anderen in der Gruppe waren sichtlich beeindruckt und Charlie wurde herzlich in den Arm genommen, als sie die Bühne wieder verließ. Sie wusste nun, dass sie auf dem richtigen Weg war und die Gesangsstunden sich bezahlt machten. Charlie will das ja gar nicht in irgendeiner Weise professionell machen, aber das Singen machte ihr großen Spaß und natürlich ist es ein noch besseres Gefühl, wenn man merkt, dass auch die Zuhörer begeistert sind.
Niemand hat in dieser Nacht auf die Uhr geschaut aber, wenn man sich die Uhrzeit die die Kamera für bestimmte Fotos ausmacht, war es wohl so gegen eins, als die Gruppe sich zum Surfcamp zurück machte.

Die Nacht ausklingen lassen
Charlie war ja bereits zum dritten Mal im Billabong Surfcamp in Corralejo, dem für sie besten Surfcamp auf den Kanaran, doch die Dachterrasse hatte sie bisher noch nicht entdeckt. Sie war ja immer im Gemeinschaftszimmer und die Terrasse war über den Ferienwohnungen, von der die Österreicher eine für sich gemietet hatten. Die Party konnte nun weiter gehen, ausreichend Vorräte an Tropical waren auch noch im Kühlschrank. Auch Lieder wie „Knowing me, knowing you“ von ABBA und „Infinity“ schafften es auf diese Weise ins Erinnerungsalbum jener Nacht.
Was Charlie an diesen Reisen, und insbesonders an diesem Surfcamp in Fuerteventura, so mochte, waren die internationalen Kontakte und, was man dabei lernte über andere Kulturen und Sprachen. Die Kultur, die sie in dieser Nacht kennenlernte, war jedoch eine Überraschung: Sie machte Bekanntschaft mit den feinsten Klängen österreichischen Rocks. Sie hatte ja bereits viel mit Österreichern gearbeitet und auf Malta gelebt, dass sie mit einigen sprachlichen Eigenheiten bereits vertraut war, aber von „Bilderbuch“ hatte sie zuvor noch nicht gehört.
Gegen 4 Uhr in der Frühe fiel Charlie dann völlig erschöpft ins Bett.
Wenn ihr wissen möchtet, wie Grace und Charlie die Party an nächsten Morgen im Surf-Van fortsetzten, lest hier über den nächsten Tag im Camp.