Costa Rica: Pura Vida hautnah erleben
Charlie hatte dieses Reiseziel schon lange ins Auge gefasst und endlich war die Zeit gekommen: Sie reiste nach Costa Rica. Sie wollte Faultiere und Affen sehen, den tropischen Regenwald erkunden und natürlich auch surfen!
Die besten Wellen in Costa Rica
Jeder hat eine andere Vorstellung von “die besten“. Vielleicht sagen wir besser: “die besten Wellen für ein bestimmtes Niveau“. Und nicht zu vergessen: der Surfstil, den man bevorzugt. Kurz und gut:
- Wenn ihr eine schnelle, steile Welle wollt, um Barrels und Aerials zu trainieren: Santa Teresa
- Wenn ihr Anfänger freundliche Wellen sucht: Sámara, Tamarindo, Jacó
- Wenn ihr eine Longboard-Welle wollt: Osa-Halbinsel (Pan Dulce), Strände nördlich von Pavones
- Wenn ihr die zweitlängste, linksseitige Welle wollt: Pavones
- Wenn ihr etwas anspruchsvollere Wellen wollt: Uvita, Dominical
- Wenn ihr einen Ort wollt, wo man Long- und Shortboard-Wellen nah beieinander findet: Osa-Halbinsel (Pan Dulce für Longboarding, Matapalo für Shortboards)
Tamarindo
Seit The Endless Summer ist Tamarindo für Surfen bekannt und wurde zu einem Touristen-Hotspot. Die Wellen sind für Anfänger geeignet und man findet ohne Probleme Surfschulen und -verleih.
Weiter nördlich von Tamarindo gibt es andere traumhafte Strände, die einen Besuch wert sind, aber nicht zum Surfen geeignet sind: Brasilito, Flamingo und Playa del Coco.
Nosara
Unweit der Stadt Nosara ist Playa Guiones, ein Strand mit guten Bedingungen für fortgeschrittenere Surfer. Der Ort liegt nicht direkt am Strand und hat etwas von Luxus-Reiseziel.
Sámara
Die Kleinstadt Sámara ist in mehrfacher Hinsicht empfehlenswert: Sie liegt direkt am Strand und alles ist fußläufig erreichbar, man findet die besten Wellen für Anfänger in Costa Rica und der Ort hat noch etwas Authentisches, sodass man sich auch unter die Einheimischen mischen kann. Zudem ist es gut für digitale Nomaden und längere Aufenthalte. Was die Unterkunft angeht, war dieser Ort am Budget freundlichsten, als Charlie in Costa Rica war.
Es ist ein Beachbreak, der nur bei Flut gute Wellen produziert und man kann direkt am Strand ein Brett ausleihen.

Santa Teresa
Es war der beste Ort für Surffotografie, da die Einheimischen im Wasser Einiges zu sehen bieten: Santa Teresa ist der Ort für Barrels und Aerial Surfing. Wenn man selbst surfen will, sollte man sich seines Könnens bewusst sein, denn die Wellen dort sind schnell und steil. Zudem sind auch ganz schön viele Leute im Wasser. Man sollte wissen, dass die Wellen immer größer sind als die Vorhersage anzeigt.
Der Ort wird zunehmend touristischer und auch teurer. Die Einheimischen leben in den meisten Fällen außerhalb von Santa Teresa.
Ganz in der Nähe sind die Strände Playa Hermosa, Playa Carmen und Malpaís, wo die Wellen etwas besser geeignet sind, wenn man noch lernt. Alle Spots in und um Santa Teresa sind Beachbreaks.
Jacó
So wie auch Sámara liegt Jacó in einer Bucht und die Wellen sind etwas kleiner als an anderen Orten an der Pazifikküste. Der Ort ist sehr touristisch und man findet auch leicht Surfstunden und -verleih am Strand.
Dominical
Wenn Charlie eine Entscheidung treffen müsste, die nur auf Atmosphäre beruht, dann würde sie auf Dominical fallen. Es ist ein Dorf direkt am Strand mit hervorragenden Wellen, einem Markt an jedem Freitag und einigen Restaurants. Egal, wo in Dominical man ist, man ist nie weiter als 20 Minuten vom Strand entfernt.
Die Wellen in Dominical waren mitunter groß und schnell und sind häuptsächlich für erfahrenere Surfer geeignet.
Fährt man mit dem Auto fünf Minuten weiter südlich, kommt man zu Dominicalito, wo die Wellen besser für Anfänger geeignet sind.
Uvita
Der nächste Beachbreak von Uvita aus ist Playa Hermosa. Mit dem Auto braucht man ungefähr 10 Minuten und man kann direkt am Strand ein Surfbrett ausleihen. Am besten sind die Bedingungen bei Flut. Charlie surfte dort ein paar Mal während des Envision Festivals, was in Strandnähe stattfand. Die Wellen dort sind für Surfer jeden Niveaus geeignet.
Pavones
Die zweitlängste, linksseitige Welle der Welt ist in Pavones. Schon das zu sehen, ist unglaublich! Wenn ihr also einen langen Ritt wollt, dann solltet ihr dorthin. Diese Gegend in Costa Rica ist aber etwas abgelegen und nicht für Tourismus ausgebaut. Das macht es noch viel schöner, aber auch schwieriger, was die Anreise betrifft. Nördlich von Pavones findet man weitere kleine Buchten, wo die Wellen besser für Anfänger und vor allem bei Longboardern beliebt sind.
Osa-Halbinsel
Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht, in der Pavones liegt, befindet sich die Osa-Halbinsel mit dem Corcovado Nationalpark. Am südlichen Ende der Halbinsel sind verschiedene Surfspots für verschiedene Niveaus. Matapalo ist vor allem für erfahrene Surfer. Direkt nebenan liegt ein Pointbreak, der eine lange, rechtsseitige Welle produziert, die perfekt für Longboarding geeignet ist: Pan Dulce. Es gibt eine Surfschule am Strand, Pollo’s, und man sollte ihn besser vorher kontaktieren, wenn man Surfstunden oder ein Brett ausleihen möchte.
Die Möglichkeiten zur Unterkunft sind in dieser Gegend recht begrenzt und man braucht ein Auto, um hinzukommen. Das wiederum bedeutet auch, dass dort wesentlich weniger Leute sind als anderswo. Zudem waren die anderen Surfer im Lineup immer freundlich und geschwätzig.

Karibik-Küste
Man kann auch an der Karibikküste in Costa Rica surfen. In Puerto Viejo gibt es einen Beachbreak. Allerdings ist es keine Anfängerwelle. Sie baut sich steil auf und ist schwer vorhersehbar. Ein Surfboard kann man direkt am Strand ausleihen.
Es gibt einen weiteren Surfspot, einen Pointbreak, in Punta Uva, der aber nur unter bestimmten Bedingungen Wellen bietet. Wenn alles stimmt, hat man dort eine schöne Longboard-Welle. Am Punta Uva kann man kein Surfboard ausleihen. Man muss es in Puerto Viejo holen und entweder mit dem Auto fahren oder ein Taxi nehmen.
Pura Vida zum Ausdruck gebracht
“Pura Vida” ist in Costa Rica eine Lebensweise und man hört den Ausdruck überall. Man benutzt es als Begrüßung, zum Abschied, als Lebenslust und auch, wenn man keine Lust hat, mit dem Gegenüber zu reden. Man hört es wirklich überall.
Ein weiteres geläufiges Wort ist “mae”, was soviel bedeutet wie “Kumpel” oder „Freund“. Wo man in Spanien “de nada” sagt, sagen die Ticos „con gusto“ oder sogar „con mucho gusto“. Charlie fiel sofort auf, dass die Costa-Ricaner viel deutlicher sprechen und leichter zu verstehen sind als die Spanier.
Yoga in Costa Rica
Es ist mittlerweile auf für Yoga ein Hotspot und man muss nicht lange suchen, um ein Yoga Retreat in Costa Rica zu finden. Alle Orte, an denen Charlie war, boten mehr Yoga-Stunden als sie im Leben mitmachen könnte. Viele Hotels und Hostels haben ein eigenes Yoga-Shala, die nicht selten von Dschungel umgeben sind.
Die Yoga-Stunden von der besten Qualität waren in Uvita, Dominical und Sámara. Das größte Angebot an Yoga-Stunden war in Santa Teresa. Man muss allerdings gut auswählen, da nicht alle Yoga-Lehrer dort eine Ausbildung wie Charlie sie hatte durchlaufen haben. Wenn ihr in Santa Teresa seid, schaut nach Stunden mit Mey Criscione. Ihre Stunden sind von guter Qualität, in Englisch und Spanisch, und es kommen auch Einheimische, die regelmäßig teilnehmen. Alle anderen Yoga-Stunden in Santa Teresa wurden hauptsächlich von Touristen unterschiedlichen Levels besucht. Wenn ihr länger dort seid, möchtet ihr vielleicht eine Gruppe an Yogis, in der man sich kennenlernt.
In Dominical empfiehlt Charlie Rockstar Yoga. Die Stunden sind von guter Qualität und das Shala ist wie ein Baumhaus.
In Uvita solltet ihr die Stunden bei Awake (und auch deren andere Veranstaltungen) mitnehmen und in Sámara die Stunden in der Tico Adventure Lodge.
Die Küche in Costa Rica
Es gibt ein sehr beliebtes Gericht, das man überall in Costa Rica bekommt: Casado. Es besteht aus Reis und Bohnen, einer Eiweiß-Beilage (z.B. Fleisch, Fisch oder Ei) und verschiedenen Gemüsesorten, je nachdem, was der Koch gerade entscheidet.
Auch zum Frühstück gibt es in Costa Rica ein sehr ähnliches Gericht: Gallo Pinto. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass Reis, Bohnen und Gemüse vermischt sind, wohingegen sie beim Casado nebeneinander auf den Teller kommen. Der Grund, warum Reis und Bohnen in Costa Rica so beliebt sind, liegt darin, dass Familien oft bis zu 15 Kinder haben. Reis und Bohnen sind oft das Einzige, was man sich leisten kann und nahrhaft ist. Charlie muss jedoch zugeben, dass sie nach einigen Wochen in Costa Rica erstmal keinen Reis und keine Bohnen mehr wollte.
An der riesigen Auswahl an Obst in Costa Rica kann man sich nicht satt essen. Am häufigsten findet man Bananen und Platanen auf dem Teller. Sie werden in verschiedenen Zubereitungsweisen in vielen Gerichten verwendet. Bei Patacones zum Beispiel werden sie zerdrückt, wie ein Kartoffelpuffer geformt, und frittiert.
Am Straßenrand sieht man häufig die sogenannte “Pipa fria”, eine frische Kokosnuss mit einem Loch, durch das ein Strohhalm gesteckt wird. So kann man das Kokoswasser trinken.
Die landestypischen Restaurants heißen in Costa Rica „Soda“ oder „Choza“. Von außen sehen sie oft nicht besonders aus, aber dort findet man die besten Gerichte und es ist alles authentisch. Wenn man das echte Costa Rica auf dem Teller haben möchte, sollte man dort essen.
Faultiere und Kaffee
Costa Rica ist für gewisse Dinge bekannt: Jeder Besucher möchte ein Faultier sehen und Kaffee ist nicht nur ein landwirtschaftliches Erzeugnis, sondern eines der Nationalsymbole, auf die ein jeder Tico stolz ist. Charlie lernte das bei einer Kaffee-Tour in Monteverde.
Weitere Symbole der Nation sind der Baum von Guanacaste und die Orchidee Guaria Morada neben vielen anderen.
Man sieht auch überall in Costa Rica riesige Gemälde an Hauswänden. Sie sind an Privathäusern wie auch Geschäften und für gewöhnlich sehr gut erhalten. Charlie hat nicht eines gesehen, das in schlechtem Zustand war.
Zwei Jahreszeiten
Im gesamten Regenwald gibt es nur zwei Jahreszeiten: Trockenzeit und Regenzeit. Letztere beginnt Mitte April und dauert bis November. Die beiden Jahreszeiten und die dauerhaft hohen Temperaturen sowie die Luftfeuchtigkeit sind notwendig, damit der Regenwald wachsen kann. Als Charlie in La Fortuna war, lernte sie, dass die Vegetation um den Vulkan El Arenal sich in 60 Jahren so entwickeln konnte wie ein Wald in der nördlichen Hemisphäre in 200 Jahren.
Währung und Zahlungsmittel
Die offizielle Währung in Costa Rica ist der Colón, US-Dollar werden aber auch überall genommen und in den meisten Fällen sogar bevorzugt, da diese Währung stabiler ist. Man kann auch meistens mit Karte zahlen, aber es kommt darauf an, wo genau man ist.
Telefonieren und Internetzugang
Ob ihr eure Sim-Karte aus der Heimat nutzen könnt und zu welchem Preis, hängt davon ab, was genau ihr für einen Vertrag habt. Es ist aber sehr wahrscheinlich, dass ihr keinen Internetzugang habt oder nur zu einem sehr hohen Preis. Wenn ihr so wie Charlie herumreist, kann es mitunter wichtig sein, Zugang zu Google Maps und zu Bustickets in Apps zu haben. In Costa Rica gibt es zwei Anbieter: Liberty und Claro. Charlie wurde eine Sim-Karte von Liberty empfohlen, die sie im ersten Supermarkt bekam. Wenn man die Karte hat, muss man den Kundendienst anrufen, um sie zu aktivieren. Die Nummer steht auf der Karte. Falls ihr nicht Spanisch sprecht, könnt ihr euch sicher an der Rezeption helfen lassen. Sobald die Karte aktiviert ist, kann man sie im Internet oder in einem Geschäft aufladen und ist sofort online.
Karibik oder Pazifik-Seite Costa Ricas?
Betrachtet man Natur und Landschaften, sind die beiden Seiten Costa Ricas nicht sehr verschieden. Die Kultur allerdings ist schon sehr unterschiedlich. Die karibische Seite erinnert sehr an Jamaica und man sieht sogar die Farben dieser Flagge. Man sieht Streetfood-Wagen an der Straße und man kann sich auch die Haare flechten lassen. Zudem hört man Reggae und Calypso.
Insgesamt scheint die Karibik-Küste besser für Tourismus ausgelegt zu sein. Die Einheimischen sprechen automatisch Englisch wohingegen sie auf der Pazifik-Seite zumindest einen Versuch, Spanisch zu sprechen, zulassen.
Wenn ihr euch für die Fauna Costa Ricas interessiert und Fotos von Faultieren und Affen machen möchtet, dann ist die Karibik-Seite besser. Die Tiere dort sind mehr an Menschen gewöhnt und man hat bessere Chancen, sie in Foto-Nähe zu erwischen. Man muss allerdings im Hinterkopf behalten, dass es verboten ist, Fotos von wilden Tieren mit Menschen zu machen. Wenn ihr einen Ort sucht, der für Touristen zugänglich ist, eine gute Infrastruktur hat, aber in Bezug auf die Natur authentischer ist, dann solltet ihr euch Golfito an der Pazifikküste anschauen. Dort sieht man auch sehr viele Tiere, aber nicht so leicht wie an der Karibik-Seite.
Wenn ihr surfen wollt, dann ist die Pazifik-Seite zuverlässiger. Man findet dort häufiger einen Surfverleih und die Wellen sind besser. Man kann aber auch an der Karibik-Seite surfen.
Digitale Nomaden in Costa Rica
Backpackers sieht man in Costa Rica recht häufig und auch digitale Nomaden treten immer öfter ans Tageslicht. Costa Rica ist das sicherste Land in Mittelamerika und zieht Laptop-Arbeitende an. Abgesehen von der Gegend um Pavones im Süden fand Charlie überall recht schnell ein Café oder einen Coworking Space mit guter Internetverbindung. Das Wlan-Password wird einem förmlich hinterhergeworfen. Man braucht nicht einmal zu fragen.
Man findet auch in jedem Ort eine Wäscherei, wo man die schmutzige Wäsche abgibt, sie wird gewogen, man bezahlt und man holt sie später gewaschen wieder ab. Charlie hat überall schnell eine Wäscherei gefunden und bekam ihre Sachen auch immer am gleichen Tag zurück.