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El Paredón

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El Paredón

Surfen in Guatemala

Nach drei Wochen an einem Ort voller kolonialer Architektur, Wanderungen auf Vulkane, und einer endlosen Anzahl an Cafés in Antigua war es für Charlie an der Zeit, sich die Küste anzuschauen und zu sehen, was Guatemala für Surfer zu bieten hatte.

Anreise nach El Paredón

Von Antigua aus gibt es täglich mehrere Shuttles nach El Paredón. Die Fahrt dauerte ungefähr drei Stunden. Obwohl Charlie von dem Shuttle-Anbieter über kurvige Straßen gewarnt worden war, war es doch nicht annähernd so kurvig wie die Fahrt zum Lago de Atitlán. Zwischen Puerto San José und El Paredón war es eine holprige Piste, aber ansonsten war es eine gemütliche Fahrt.

Der erste Eindruck von El Paredón

Charlie kam am späten Nachmittag in El Paredón an und was sie sah, war ganz anders als erwartet. Die Straße nach El Paredón war geteert und in gutem Zustand, allerdings waren an der gleichen Straße auch eine Reihe an Häusern, die verlassen aussahen. Abgesehen von ein paar Baustellen, deutete nichts auf einen lebendigen Touristen-Ort hin. Es schien, als würden wirtschaftliche Schwierigkeiten auf hoffnungsvolles Investment in Tourismus treffen.

Der Bus musste rückwärts in ein paar Seitenstraßen einlenken, um Gäste zu ihrer Unterkunft zu bringen. Diese Straßen waren nicht geteert und bestanden vor allem aus Sand.

Charlie kam in ihrem Hotel, Zoah Surf Hotel, an, stellte ihr Gepäck ab und lief die zwei Minuten hinunter zum Strand, um den Sonnenuntergang zu sehen. Sie sah ein paar Surfer im Wasser und weitere Baustellen in Strandnähe.

Im Laufe der nächsten Tage bemerkte Charlie, dass viele der Gebäude, die zunächst verlassen wirkten, gar nicht verlassen waren. Sie hatten einfach nur begrenzte Öffnungszeiten und würden nur zu diesen Zeiten zum Leben erwachen.

Unter Einheimischen

Als Charlie durch den Ort lief, merkte sie auch schnell, dass es einer dieser seltenen Orte war, wo die Einheimischen in der gleichen Gegend wohnen, wo auch die Touristenunterkünfte sind. (Das hatte sie bisher nur in Tortuguero gesehen.) Man kam an einem Hotel vorbei und sah an der nächsten Straßenecke ein Wohnhaus. Hühner liefen frei herum und die Wäsche hing zum Trocknen draußen. Ein Surfbrett lieh sich Charlie in einem Privathaus, wo die Boards über einem Holzgestänge unter dem Dach hingen und im Vorraum Waschmaschinen liefen. Die Familie bot auch einen Wäscheservice an und verkaufte Kokosnüsse. Der Großvater schwatzte gemütlich im Türrahmen und eine jüngere Frau kümmerte sich gerade um die Wäsche. Um den Surfverleih kümmerte sich ein Jugendlicher. Es war ein Familienbetrieb im wahrsten Sinne des Wortes und man sah, dass sie alle Möglichkeiten, Geld zu verdienen, ausschöpften.

Surfverleih in El Paredón

Charlie brauchte eine Weile, um dieses Haus zu finden. Informationen zum Surfverleih in El Paredón gab es im Internet kaum und ihr wurde ein Geschäfte namens Ocean empfohlen. Das hatte sie bereits am Strand gesehen. Allerdings hatten die gerade geschlossen. Charlie lief weiter am Strand entlang und fragte überall, wo ein Schild „Surfverleih“ hing. Allerdings wurden überall nur 2-Stunden-Verleihs angeboten und Charlie wollte ein Surfbrett für die ganze Woche, um immer surfen zu können, wann sie wollte. Sie hatte schon fast aufgegeben, als sie am Wäsche-Kokosnuss-Surfshop vorbeikam. Scheinbar sind dies und Ocean die einzigen Surfverleihs im Ort, wo man für mehr als zwei Stunden ausleihen kann.

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Surfen in El Paredon

Bevor Charlie nach El Paredón fuhr wurde sie von den Einheimischen in Antigua gewarnt, dass die Wellen dort kräftig seien. Das war nicht gelogen. El Paredón ist kein einfacher Surfspot. Es ist ein Beachbreak und die Wellen sind schnell und röhrenförmig. Man hat gute Chancen, ein Barrel zu surfen. Am besten surft man in El Paredón bei Flut, es gibt aber zu jedem Punkt der Gezeiten gute Wellen. Bei Ebbe wird es allerdings sehr flach und die Strömung ist stark. Wenn man nicht aufpasst, ist man ans südliche Ende von El Paredón gedriftet, bevor man überhaupt im Lineup ankommt. Charlie sah einige Surfer aus dem Wasser kommen, um wieder gen Norden zu laufen und dort wieder ins Wasser zu gehen. Sie spürte diese Strömung auch deutlich, als sie herauspaddelte.

Erfahrene Surfer sah man zu jeder Zeit im Wasser und man konnte ein paar tolle Barrels und Airs sehen. Anfängerstunden finden bei Ebbe statt, wenn man im Weißwasser stehen kann. Bei Flut ist das nicht möglich.

Es war nie zu voll im Wasser und alle waren freundlich und geschwätzig. Es war eine gute Stimmung.

Angesicht der zahlreichen Baustellen aber könnte sich das ändern, wenn El Paredón als Surfreiseziel bekannter wird.

Schildkröten-Schlüpfen und andere Aktivitäten in El Paredón

Es ist ein Dorf am Strand und Surfen ist das Einzige, was Touristen nach El Paredón bringt. Es gibt auch Stand-Up-Paddle- und Schildkrötentouren zum nahegelegenen Mündungsgebiet sowie auch Kochkurse.

Eines aber sollte man mitmachen, wenn man in El Paredón ist: die Freilassung der Schildkrötenbabys. Charlie hatte in Costa Rica bereits gesehen, wie Schildkröten schlüpfen und sie konnte sich nicht vorstellen, dass es hier anders wäre. Das war es aber. Fast 300 Baby-Schildkröten fanden an diesem Morgen ihren Weg ins Meer.

Die Situation ist in Guatemala etwas anders als in anderen Ländern in Mittelamerika. Schildkröten-Nester sind nicht geschützt und die Eier werden sogar als Delikatesse angeboten. Es gibt nur eine Bedingung: ein gewisser Anteil an Schildkröten-Eiern muss zu einer Brutstation gebracht werden. Der Rest kann je nach Belieben verwendet werden. Den Wilderern geht es vor allem um Geld. Aus diesem Grund bieten die Brutstationen an, die Eier zu kaufen. (Deshalb brauchen sie Geldspenden.) Die Eier kommen dann in Nester, bis die Babys schlüpfen. Es ist jeden Morgen eine Überraschung, zu sehen, wie viele über Nacht geschlüpft sind. Die Helfer in der Brutstation sammeln die Schildkröten ein, tragen sie in einem Eimer zum Strand und führen sie ins Meer. Das passiert jeden Morgen bei Sonnenaufgang in El Paredón. Als Charlie dabei war, waren es 285 Baby-Schildkröten. Einige Besucher waren bereits zum zweiten Mal da, weil es am Vortag nur 11 waren.

Es war ein magischer Moment, zu sehen, wie diese winzigen Kreaturen am Strand hinabliefen während im Hintergrund die Sonne aufging.

Die Brutstation gehört zu Driftwood und der Treffpunkt ist jeden Morgen um 5.30 Uhr vor dem Hostel. Die ganze Gruppe läuft dann zur Brutstation. Es ist eine kostenlose Tour, aber Spenden werden gern gesehen.

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Unterkunft in El Paredón

Driftwood ist auch das Hostel mit dem besten Marketing in El Paredón. Überall in Antigua sah man deren Sticker und Infos zum Hostel fand man schnell online. Allerdings ist es ein Party-Hostel und Charlie wusste, dass sie während ihres Aufenthaltes auch arbeiten musste.

In El Paredón gibt es auch ein paar Boutique-Hotels und Charlie entschied sich für eines davon, Zoah. Es war ein Gruppe kleiner Bungalows, jeder mit eigener Terrasse und Hängematte. Das Hotel verfügt über einen Pool und ein Restaurant mit Meerblick.

Charlie hatte auch Swell in Betracht gezogen, aber deren Kommunikation war lückenhaft, als sie versuchte, mehr über die Shuttles zu erfahren. Sie war aber im Restaurant und es sah nach einem hübschen Ort aus.

Es gibt noch ein paar weitere Hostels in El Paredón und sie schienen alle echte Surf-Vibes zu haben und auch die Party im Gepäck.

Charlie gefiel besonders an Zoah, dass es von Einheimischen geleitet wird. Sie unterstützt diese Art der Unterkunft gerne. Die Hostels in El Paredón werden alle von Freiwilligen geleitet und es arbeiten nur wenig Einheimische dort. Die meisten von ihnen stellen Manager für ein paar Monate ein, die dann an einen anderen Teil der Welt weiterziehen. Wer weiß, wer tatsächlich die Profite einsackt?

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Yoga in El Paredón

Wo Santa Teresa ein Über-Angebot an Yoga hatte, ist in El Paredón noch viel Platz nach oben. Es werden regelmäßig Kurse im Swell und im Cocori angeboten. Um die Uhrzeiten zu erfahren, fragt ihr am besten direkt vor Ort. Im Cocori war Charlie etwas enttäuscht und es schien, als sei die Yoga-Lehrerin auch eine Freiwillige mit viel Yoga-Erfahrung, aber keiner tatsächlichen Yoga-Ausbildung. Die Posen wurden nicht richtig eingeleitet und die Abfolge war eine Garantie für Verletzungen. Außerdem fand die Stunde in einem Teil der Bar statt. Der Ausblick aufs Meer war super, aber es roch nach verschüttetem Bier.

Charlie kam an Green Belly Surf Lodge vorbei und sah ein Zeichen „Yoga“ draußen. Das Schild war etwas veraltet, aber die Yoga-Lehrerin Francesca, bot Stunden auf Anfrage an. Diese Stunden waren sehr gut und es war eine schöne Atmosphäre. Charlie verbrachte auch nach dem Yoga noch Zeit mit den Mädels im Green Belly Lodge. Die gleiche Yoga-Lehrerin gab auch Stunden im Swell. Auch da war Charlie sehr zufrieden.

Wenn man in El Paredón Infos zu Yoga-Stunden sucht, läuft man am besten einfach durch den Ort und fragt. Auch die Yoga-Lehrer scheinen regelmäßig zu wechseln. Am besten macht man einfach eine Stunde mit und bildet sich eine eigene Meinung.

El Paredón für digitale Nomaden

Es ist nicht leicht für digital Nomaden, einen Ort zu finden, der sowohl authentisch ist und zugleich laptop-freundlich. El Paredón ist definitiv authentisch (zumindest im Jahr 2025 als dieser Artikel geschrieben wurde), allerdings machte die Qualität der Internetverbindung es hin und wieder schwierig, Arbeit zu erledigen.

Das beste Internet und eine Coworking-Atmosphäre war im Coffeeshop Surfista. Dort sind auch Steckdosen und es gibt großartigen Kaffee sowie Frühstück und Mittagessen. Charlie verbrachte dort recht viel Zeit während ihrer Woche in El Paredón.

Die Alternative war Saya, ein Kleiner Platz mit ein paar Cafés und Restaurants. Der Kaffee und das Essen dort sind super, allerdings haben sie nur begrenzte Öffnungszeiten. Es ist ein schönes Plätzchen und das W-Lan ist gut. Es gibt aber keine Steckdosen.

Direkt um die Ecke von Saya ist Hotel Pacifico. Dort fand Charlie Steckdosen und auch gutes W-Lan. Die niedrigen Tische und Sofas sind eher wie eine Lounge, aber es ist eine gute Möglichkeit, wenn man den Laptop aufladen muss. Man kann dort auch Mittag essen.

Charlie arbeitete auch vom Cocori aus, aber es gibt keine Steckdosen und könnte auch laut sein. Das W-Lan war okay und was diesen Ort so schön macht ist der Meerblick. Es ist direkt am Strand.

Charlie hatte ein Hotel gebucht und kein Hostel, weil sie die Möglichkeit wollte, von ihrem Zimmer aus zu arbeiten. Allerdings reichte das W-Lan im Zoah nicht bis zu ihrem Zimmer. Im Restaurant war das Internet gut, die Verbindung war aber zwischendurch immer mal weg.

Das Restaurant im Swell sah zunächst nach einer guten Option aus, allerdings geben sie das W-Lan-Passwort nur an Hotelgäste. Geld darf man im Restaurant aber gerne da lassen. Zumindest war der Kuchen lecker und der Kaffee gut.

Wenn ihr als digitaler Nomade nach El Paredón reist, besorgt euch besser ein gutes Datenpaket.

Abschließende Gedanken zu El Paredón

Es gibt ein paar kleine Geschäfte, wo man das Nötigste bekommt, aber erwartet keine großen Shopping-Möglichkeiten. Zudem braucht ihr in El Paredón Bargeld. Im Super24 ist auch ein Geldautomat.

In El Paredón hatte Charlie mehr Mückenstiche als sonst wo in der Welt! Die Sandmücken sind sehr aggressive und so auch die normalen Mücken. Bringt euch ein gutes Mückenspray mit!

Alles, was Charlie erlebt hat, kann sich schnell ändern. Die vielen Baustellen sind ein eindeutiges Zeichen dafür. Charlie hofft nur, dass El Paredón trotz des wachsenden Tourismus seine Authentizität bewahren kann.

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