Ein Tag in der Stadt
Zwei Orte wollte Charlie gerne während ihres Aufenthalts im Surfhostel in Conil sehen: Vejer de la Frontera und Cádiz. Sie war ein paar Wochen zuvor mit den Mädels in Vejer, kurz nachdem Marta das Auto geliehen hatte. Jetzt plante sie einen Ausflug nach Cádiz. Mit TGcomes gab es täglich mehrere Busverbindungen für 5€. Samstag um 9.30 Uhr sollte es losgehen! Die Wettervorhersage allerdings kündigte für Freitag einen Sturm an und am Samstag sollte es den ganzen Tag regnen. Wollte sie wirklich im Regen eine Stadt besichtigen?
Regnet es denn nun, oder nicht?
Wie so häufig am Meer war die Wettervorhersage nicht sehr zuverlässig. Der Sturm hatte während der Nacht getobt. Charlie änderte ihre Pläne und fuhr am Samstagmorgen mit Frankie zur Surfschule in El Palmar. Surfen ging im Regen, aber auf eine Stadtbesichtigung verzichtete Charlie unter diesen Umständen lieber. Wie sich herausstellte, waren die Bedingungen an diesem Tag nicht zum Surfen geeignet, aber es war herrliches Wetter. Der Plan war ja gut aufgegangen. Nun war es auch zu spät, einen Bus zurück nach Conil und dann nach Cádiz zu nehmen.
Genau in diesem Augenblick erhielt Charlie eine Nachricht von Sabina, die gerade zum Frühstück in ihr Lieblingscafé in Conil aufbrach. Sie fragte Charlie, wie die Surfbedingungen in El Palmar seien. Als sie hörte, dass es nicht gut war, bot sie an, Charlie abzuholen. Sie hatte das Auto, was Marta gemietet hatte, weil Marta an diesem Tag arbeiten musste. Sabina holte Charlie ab und sie fuhren zum Hostel zurück, wo sie Noah und Flavio trafen. Gemeinsam fuhren sie nach Cádiz!
Auf Entdeckungstour in Cádiz
Von Conil de la Frontera waren es 40 Minuten mit dem Auto bis nach Cádiz. Auf dem Weg dorthin genossen sie wunderschöne Ausblicke. Zuerst ging es durch die Berge und dann über eine lange Straße mit Meer auf beiden Seiten. Sie führte in die Stadt, die auf einer Insel liegt. Es erinnerte Charlie an Florida, wo die Straßen scheinbar übers Wasser führen. Als sie nach Cádiz hineinfuhren, erinnerten die hohen Gebäude und die Palmen, die die Straße umrahmten, an Charlies Ausflug durch Los Angeles zwei Jahre zuvor.down.
Cádiz ist eine der ältesten Städte Spaniens und spielte als Hafenstadt eine wichtige Rolle in der Geschichte der Stadt. Einige der Gebäude erinnern an die Kolonialzeit und zeigen den architektonischen Stil, den man in der neuen Welt häufig sieht. Man erkennt auch Spuren der Araber, die in Spanien waren. Teile der Kathedrale erinnern an diese Zeit, aber der Einfluss ist weniger auffällig als in Granada.
Sie parkten am Strand und liefen die Promenade entlang, die auch zu einer Radtour oder zum Surfskaten einlädt. Sie sahen auch Leute auf Inline Skates und natürlich waren Surfer im Wasser. In einem Restaurant direkt am Strand legten sie eine Kaffeepause ein, bevor sie durch die Stadt schlenderten. Sie waren völlig überrascht davon, wie ernst der Kellner die Corona-Hygiene-Maßnahmen nahm. Er stellte sicher, dass jeder die Maske richtig trug, verteilte Händedesinfektion und desinfizierte Tisch und Stühle bevor sie sich setzten.
Historische Altstadt
Sie liefen durch das Stadttor, was zugleich auch an die Verfassung von 1812 erinnert. Sie kamen an alten und modernen Gebäuden vorbei, sahen ein antikes, römisches Theater und die Kathedrale von Cádiz. Auf der anderen Seite der Kathedrale fanden sie einen Platz mit vielen Restaurants und weiteren historischen Gebäuden. Auf dem Platz wurde an diesem Samstagnachmittag Livemusik gespielt.
Noah hatte ein wenig Hunger und sie entschieden sich für Tapas. In den Restaurants am Platz fanden sie keinen freien Platz und gingen in eine der Seitenstraßen. Sie sahen, wie Gäste an einem der Tische gerade bezahlten. Die Kellnerin bat sie, in 10 Minuten wiederzukommen. Der Tisch würde dann fertig sein.
Sie schlenderten weiter durch die engen Gassen und kamen zu einer Bäckerei. Sabina wollte gern eine traditionelle Süßigkeit der Region probieren. Sie gingen hinein und Charlie bat den Verkäufer um eine Empfehlung. Sie nahmen Tanguillos de Càdiz (ein kleiner, runder Kuchen mit Mandeln), einen Turrón de Cádiz (ein Kuchen, der mit Marzipan gefüllt ist) und Imperial de Almendra (ein weiterer Kuchen mit Mandeln). Außerdem nahmen sie noch ein Mantecado, was zwar nicht original aus der Gegend ist, aber von Flavio empfohlen worden war. Sein Vater war Spanier und er wusste sehr viel über spanische Kultur. Mantecado ist ein kleiner Kuchen, den man vor dem Essen kneten muss. Alles zusammen kam in eine Tüte und sollte später als Dessert genascht werden. Jetzt war es Zeit für Tapas.
Als ob sie sich nicht schon mit Thunfisch, Kartoffeln, Manchego-Käse und Oliven die Bäuche vollgestopft hatten, musste es auf dem Weg zurück zum Auto noch ein Eis sein. Sie saßen an der Promenade am Meer, wo die Sonne bald untergehen würde. Sie sahen und hörten, wie die Wellen gegen die Mauer schlugen, die die Stadt beschützte. So ging ein schöner Tag zu Ende.
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