Pantanal und Bonito
Ein Ausflug in die Natur im Herzen Brasiliens
Wenn man an Natur und Abenteuer in Südamerika denkt, dann wahrscheinlich zuerst an das Amazonas-Gebiet. Es gibt aber noch eine andere Region, die man besuchen sollte und die noch etwas unbekannter ist: die weitläufige Moorlandschaft des Pantanal nahe der Grenze zwischen Brasilien, Bolivien und Paraguay.
Da es weniger touristisch ist, ist es auch etwas schwieriger zu erreichen. Charlie hatte eine Pauschalreise über 6 Tage mit 3 Übernachtungen im Pantanal und 2 Übernachtungen in Bonito gebucht. Sie wurde am Morgen in Campo Grande abgeholt und kam nach 5-stündiger Fahrt an der Pantanal Jungle Lodge an.

Pantanal Jungle Lodge
Es ist ein kleines Hotel mit privaten Zimmern und auch budget-freundlicheren Schlafsälen. Es liegt etwas abgelegen und direkt am Fluss Miranda. Es kann passieren, dass man frühmorgens aufsteht und über Capybara stolpert. Die sind gerne auf der Wiese vor der Lodge, sowie auch verschiedene Arten an Vögeln. Direkt nach Ankunft lag auch ein Kaiman am Ufer und nach dem Frühstück am ersten Morgen saß ein Paar Hyazintharas auf dem Dach eines alten Bootes.

Der Aufenthalt in der Lodge beinhaltete viele Aktivitäten und auch drei Mahlzeiten pro Tag. Als erstes nach Ankunft wurden Piranhas geangelt. Die wurden dann zum Abendessen serviert. Zunächst aber genoss Charlie einen wunderschönen Sonnenuntergang über dem Miranda.

Fluss-Safari
Früh am Morgen am ersten Tag machte die Gruppe einen Boots-Ausflug, um nach Tieren Ausschau zu halten. Sie sahen noch viel mehr Vögel, Kaimane, Brüllaffen und Capybara. Der beste Moment für Charlie was als ein Tukan vorbeiflog und sie war noch viel begeisterter als es ihr gelang, ihn mit der Kamera einzufangen.
Mit dem Boot fuhren sie den Miranda hinauf und bogen dann in den Roten Fluss, bis ihnen die Wildnis den Weg versperrte. Sie drehten um und fuhren in die andere Richtung weiter. Sie hielten an einem Strand und sahen die Spuren eines Jaguars im Sand. Die Wildkatze selbst sahen sie aber nicht.

Safari zu Land
Auch der zweite Morgen begann mit einer Safari. Dieses Mal war es an Land. In einem riesigen Jeep ging es eine Stunde lang über unebene Straßen. Das erste Tier, das sie sahen, beantwortete auch eine Frage, die Charlie seit ihrer Anreise hatte. Auf dem Weg in den Pantanal sah sie Zeichen für Wildwechsel am Straßenrand und sie fragte sich, ob die einfach nur aus anderen Ländern importiert worden waren, oder ob es in der Gegend tatsächlich Hirsche gab. Sie dachte, dass es diese Tiere nur auf der Nordhalbkugel gäbe. Das erste Tier, das ihnen auf der Safari begegnete, war tatsächlich ein Reh und kurz darauf folgte ein Hirsch.
Sie sahen noch weitere am Wegrand und auch eine Gruppe Kaimane in einer riesigen Pfütze. Nach ungefähr einer Stunde stellten sie den Jeep ab und liefen in den Dschungel hinein. Das gefährlichste dort waren die Mücken. Sie sahen wieder Pfotenabdrücke im sandigen Boden, aber keine Jaguare. Hoch oben in den Bäumen saßen wieder Brüllaffen.

Den Fluss hinunter treiben
Der Nachmittags-Ausflug am ersten Tag in der Pantanal Jungle Lodge hieß einfach nur „treiben lassen“. Charlie wusste nicht, was das bedeutete. Sie wusste nur, dass es Schwimmen beinhaltete. Alle sollten ihre Schwimmsachen mitbringen. Sie fuhren den Miranda hinauf, genau so wie schon für die Fluss-Safari. Nach ungefähr 15 Minuten hielt das Boot an und der Guide sagte allen, dass es losging. Moment mal? Es ging in diesem Fluss schwimmen? Der gleiche Fluss, in dem Piranhas und Alligatoren sind? Ja, so war es. Sie bekamen riesige Schaumstoff-Nudeln, um besser schweben zu können. Mit der Strömung ließen sie sich zur Lodge zurücktreiben. Die Alligatoren machten sie nervös, aber Charlie genoss es trotzdem in vollen Zügen, sich einfach treiben zu lassen. Das letzte Stück war eine kleine Herausforderung, denn sie mussten quer zur Strömung ans Ufer schwimmen. Zudem saß einer der Kaimane auf der Wiese vor der Lodge und der hatte Charlie direkt in die Augen geschaut, bevor er ins Wasser kam. Charlie drehte sich zum Guide um, der auf dem Boot war, und berichtete, was sie gerade gesehen hatte. Er versicherte sie erneut, dass es kein Problem sei. Okay. Das wird jetzt mal in der Kategorie der Dinge verbucht, die man der Mama nicht erzählt. Charlie schaffte es in einem Stück zurück ans Ufer.

Reitausflug
Für den zweiten Nachmittag in der Lodge war ein Reitausflug vorgesehen. Erneut ging es über unebene Wege für ungefähr eine Stunde bis zur Ranch. Dort ging der Ausritt los. Am aufregendsten war für Charlie wieder die Vielfalt der wilden Tiere. Hyazintharas flogen vorbei und sie schaffte es, davon ein Video zu machen.

Auf dem Rückweg zur Lodge sahen sie einen weiteren wunderschönen Sonnenuntergang. Sie hatten jeden Tag das Glück, dass der bewölkte Himmel sich genau am Abend am Horizont aufklarte und die schönsten Töne aus pink, orange und rot hervorbrachte. Am Tag zuvor waren sie zum Sonnenuntergang mit dem Boot hinausgefahren, um es noch besser sehen zu können.
Am letzten Morgen hätte Charlie einen Kanu-Ausflug machen können, aber ihr wurde auch eine weitere Fluss-Safari angeboten. Dieses Mal ging es in die andere Richtung auf dem Fluss. Sie hatte die Hoffnung noch nicht aufgegeben, einen Jaguar zu sehen und vom Boot aus würde es einfacher sein, Fotos zu machen als aus dem Kanu. Sie schloss sich der Fluss-Safari ein weiteres Mal an. Der Jaguar zeigte sich nicht.
Bonito
Von der Pantanal Jungle Lodge waren es ungefähr 3 Stunden Fahrt bis in den Ort Bonito. Auf dem Ortsschild steht “die Hauptstadt des Ökotourismus” und das ist eine sehr gute Beschreibung. Der Ort selbst ist nicht außergewöhnlich und erinnerte Charlie sehr an andere Orte in ländlichen Gegenden in Brasilien. Es gibt aber eine sehr lange Liste an möglichen Ausflügen in die Region um Bonito, z.B. zu Höhlen, Wasserfällen, tropischen Flüssen, Schluchten und Wäldern. Charlie war im Bonito HI Hostel untergebracht und war von der Auswahl an Ausflügen für den nächsten Tag überwältigt. Sie entschied sich für einen Schnorchelausflug im Fluss und für eine Schlucht, in der viele Rote Aras zu sehen sind.
Schnorcheln im Rio da Prata
Vom Hostel in Bonito aus waren es ungefähr 45 Minuten zum Eingang der Öko-Ranch Rio da Prata. Nach dem Check-in wurde alles erklärt und alle bekamen einen Neoprenanzug. Dann machten sie sich auf zum Fluss. Sie liefen durch Felder und Gewächshäuser und erfuhren Einiges über den nachhaltigen Anbau auf der Farm. Dann stiegen sie in einen Jeep und fuhren zwischen Kühen und Wiesen durch die Felder. Nach einer kurzen Fahrt liefen sie zu Fuß in den Dschungel, bis sie den Fluss Olho d’Agua erreichten. Die verschiedenen Arten an Fischen waren im kristallklaren Wasser gut zu sehen. Um die Natur nicht zu sehr zu stören, übten sie zunächst, wie sie sich durch den Fluss bewegen konnten, ohne dabei etwas zu zerstören. Der Fluss selbst half dabei sehr, da sie sich hauptsächlich treiben lassen konnten bis sie den größeren Fluss, den Rio da Prata, erreichten. Dort stand auch ein Boot bereit, das alle zum Endpunkt der Tour brachte. Charlie entschied sich für das Boot, da der Fluss dort viel tiefer war und man Unterwasser nicht mehr viel sehen konnte. Von der Oberfläche sah dieser Teil viel hübscher aus. Es war ein tolles Abenteuer in der Natur, das von einem köstlichen Mittagessen auf der Ranch vervollständigt wurde.

Der Ausflug zu den Aras wurde leider abgesagt und Charlie verbrachte den Nachmittag in einer Hängematte auf der Ranch bis der Transfer zurück zum Hotel kam. Sie hätte gerne noch mehr von der Gegend gesehen, aber sie hatte nur einen Tag in Bonito. Zurück im Hostel versuchte sie für den nächsten Morgen noch eine Tour zu organisieren, aber es gab leider keine verfügbaren Ausflüge mehr, bei denen sie rechtzeitig für ihren Transfer nach Campo Grande um 12 Uhr zurückgewesen wäre. Wenn ihr euch Bonito anschaut, dann plant auf jeden Fall mehr als einen Tag ein!
