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Portugiesisch Lernen in Rio de Janeiro

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Portugiesisch Lernen in Rio de Janeiro

Als digitaler Nomade tiefer in die Kultur eintauchen

Bisher war Charlie als digitaler Nomade nur in Ländern, von denen sie die Sprache bereits konnte. Nur Portugal war immer etwas schwierig. Durch ihre Spanischkenntnisse verstand sie fast alles. Wenn sie antworten wollte, war das aber immer nur auf Spanisch möglich. Es war nicht mal ein Portunhol. Das wollte sie ändern!

Charlie wusste, dass das Portugiesische in Portugal und Brasilien sehr verschieden waren, aber dennoch kann man sich in beiden Ländern damit verständigen. Sie wollte auch Brasilien schon seit geraumer Zeit besuchen und vor allem den Karneval erleben. Sie verband beide Ziele miteinander und buchte einen zweiwöchigen Sprachkurs im Caminhos Language Centre in Rio de Janeiro.

Warum sollte man die Sprache eines Landes lernen?

In erster Linie ist es ein Zeichen von Respekt, die Sprache des Gastlandes zu lernen, vor allem, wenn man als digitaler Nomade länger bleiben möchte. Zudem öffnet es Türen, von denen man nicht einmal geahnt hat, dass sie existieren. Charlie erinnert sich gut an eine Tour auf einer Kaffeeplantage in Monteverde in Costa Rica. Sie hatte sich der spanischsprachigen Gruppe angeschlossen, weil die wesentlich kleiner war. Am Ende war diese Tour viel länger als die englischsprachige, der Guide fügte den Ausführungen sehr viele Details zu, Charlie schloss neue Freundschaften und sie machten auf dem Rückweg noch einen Umweg, um den Sonnenuntergang zu sehen. Wenn man die Landessprache spricht, sind die Einheimischen wesentlich offener und plaudern aus dem Nähkästchen. Die Chancen, ein paar Geheimtipps zu bekommen, erhöhen sich exponentiell.

Außerdem werden viele Dinge wesentlich einfacher, wenn man die Landessprache spricht. Zum Beispiel, wenn man mal zum Frisör muss. Da macht es sich gut, wenn man beschreiben kann, was man möchte. Es könnte auch passieren, dass man auf der Straße jemanden nach dem Weg fragen muss. Das ist viel einfacher, wenn man deren Sprache spricht.

Sprache ist ein Tor zur Kultur. Wenn man sie beherrscht, kann man die Kultur und Mentalität eines Landes viel besser verstehen.

Sprachkurse im Ausland

Charlie hat bereits früh in ihrem Leben, Sprachkurse im Ausland besucht. Das sind für gewöhnlich Schulen für Ausländer, wo man die Sprache eines Landes von Muttersprachlern lernen kann. Das ist wichtig, denn die Motivation ist oft eine andere, als wenn man die Sprache von jemandem lernt, der sie selbst nur aus zweiter Hand gelernt hat.

In diesen Schulen finden die Kurse meist am Vormittag statt; nachmittags kann man am Aktivitäten-Programm teilnehmen. (Auf diese Weise kam Charlie auch zum Surfen. Es war eine der Nachmittagsaktivitäten an einer Sprachschule auf Teneriffa.)

Wenn man bereits Vorkenntnisse in der Sprache hat, kann man einen Einstufungstest machen, um in den richtigen Kurs zu kommen. Die Gruppen sind meistens klein und die Lehrer schaffen eine gute Atmosphäre mit viel Spaß beim Lernen. (Charlie erinnert sich an eine Stunde auf Sizilien, in der die Schüler ein Lied hörten und bei bestimmten Worten aufstehen mussten. Natürlich kamen die ausgewählten Worte sehr häufig vor. Diese sportliche Aktivität im Klassenzimmer brachte alle zum Lachen.)

Das Sprachprogramm, das am häufigsten genutzt wird, sind 20 Gruppenstunden pro Woche, jeweils von 9 bis 13 Uhr. Man kann auch Privatstunden nehmen oder Spezialkurse am Nachmittag besuchen. (Charlie machte vor ein paar Jahren zum Beispiel einen Französischkurs in Montreal und hatte am Nachmittag Stunden, die eher auf geschäftlichen Nutzen ausgelegt waren, um sie auf ein Praktikum vorzubereiten.)

Man kann diese Programme mit oder ohne Unterkunft buchen. Die angebotenen Unterkünfte reichen von kleinen Wohnungen über Hotelzimmer, Wohngemeinschaften mit anderen Sprachschülern bis hin zu Gastfamilien. Für ihren Aufenthalt in Brasilien hatte sich Charlie für eine Gastfamilie entschieden. Sie wollte das Rund-Um-Paket an Kultur und Sprache.

So tief, wie man in die Kultur nur eintauchen kann

Das Ziel hatte sie erreicht. Nach nur wenigen Tagen begann Charlie zu sprechen. Es war jetzt eher ein Portunhol. Grammatik und Vokabular waren noch immer sehr Spanisch, aber sie konnte sich bereits mit den Einheimischen unterhalten. In einer Yogastunde zum Beispiel musste sie sich noch sehr konzentrieren, aber sie verstand alles, was die Lehrerin sagte. Gespräche an der Supermarktkasse oder im Uber waren auch kein Problem. Ihr Portugiesisch war bei Weitem nicht perfekt, aber ausreichend, um im Land zurechtzukommen.

Was Charlie an Rio als Reiseziel für digitale Nomaden besonders gefiel, war, wie leicht man sich unter die Einheimischen mischen konnte. Es heißt, dass der Strand der demokratischste Ort ist, und das stimmt. Dort treffen sich zum Caipirinha in der Sonne einfach alle. Charlie fiel auch schnell auf, dass dort etwas anders ist als an anderen Orten, an denen sie war. Man findet nicht so einfach Yogastunden auf Englisch. Wenn man mitmachen möchte, sollte man besser Portugiesisch lernen!

Die Sprachschule Caminhos Language Centre trug außerdem zur Integration und zum kulturellen Austausch bei. Das Aktivitätenprogramm stand für jeden offen und vor allem beim Beachvolleyball waren viele Leute dabei, die nicht zur Schule gehörten. Die meisten von ihnen waren Einheimische. Einer davon war zum Beispiel ein Strandverkäufer. Er parkte seinen kleinen Imbisswagen neben dem Volleyballfeld. Während der Spiele wurde auch viel auf Portugiesisch gebrüllt. Das Zurückbrüllen musste sie aber noch lernen.

Caminhos ermöglichte es den Schülern auch, im Karnevalsumzug im Sambodrom mit einer Sambaschule mitzulaufen. Obwohl sie nur an einer der geführten Touren, einem Rundgang in einer Favela, teilnehmen konnte, wurde ihr schnell klar, dass es darum ging, die Stadt richtig kennenzulernen. Sie stiegen nicht in einen Bus und fuhren durch die Favela als wäre sie ein Zoo. Sie nahmen die öffentlichen Verkehrsmittel, aßen in einem Restaurant in der Favela und spendeten Geld für ein soziales Projekt.

Auch die Einheimischen haben etwas davon

Caminhos ist mehr als nur eine Privatschule und ein Unternehmen, sondern auch ein gemeinnütziges Projekt. Mais Caminhos ist ein Programm, das mit Freiwilligen arbeitet, die Kindern aus benachteiligten Schichten Englisch und andere lebenswichtige Fertigkeiten, z.B. Heimwerken und Gartenarbeit, beibringen. Charlie lernte beim Volleyball eine der Freiwilligen kennen. Sie war Deutsche und hatte 6 Monate in Rio verbracht. Sie sprach fließend Portugiesisch und kannte auch jeden auf dem Volleyballfeld. Darunter waren auch ein paar 18-jährige Jungs aus dem Programm. Sie hatten ihren Englischkurs und die Schule abgeschlossen und waren noch immer bei den Aktivitäten von Caminhos dabei.

Das Projekt Mais Caminhos begann mit einem Waisenhaus, das 2012 geschlossen wurde. Um die Kinder weiterhin zu unterstützen, wurde das Programm mit den Freiwilligen ins Leben gerufen. Die finanziellen Mittel für das Projekt stammen aus den wirtschaftlichen Aktivitäten der Schule für internationale Sprachschüler. Man kann auch Geld für das Projekt spenden.

Lernrundgänge in Rio de Janeiro

Außer Caminhos gibt es auch noch Talk Away. Die Gründerin, Fernanda, bietet Stadtrundgänge an, die sie mit Portugiesisch-Lernen verbindet. Je nachdem, wie gut man die Sprache schon beherrscht, spricht sie Portugiesisch mit den Teilnehmern und ermutigt sie, das auch zu tun.

Charlie machte einen Rundgang mit ihr in Santa Teresa. Sie lasen auch die Texte von Graffiti laut, um an ihrer Aussprache zu arbeiten und gönnten sich einen Snack in einem Restaurant. Fernanda hatte auch ein Gedicht ausgedruckt, das Charlie laut vorlas und das sie gemeinsam analysierten. Sie hörten auch traditionelle brasilianische Musik. Charlie entdeckte Talk Away erst an ihrem letzten Tag in Rio. Beim nächsten Mal würde sie noch weitere solcher Rundgänge machen.

Neue Möglichkeiten für digital Nomaden

Was Caminhos in Rio bietet, ist genau das, was Charlie sich von einem Programm für digitale Nomaden wünscht: Einheimische und Reisende treffen, in die Kultur eintauchen, die Sprache lernen und die Möglichkeit, auch etwas zurückzugeben.

Schon bevor sie aus Rio abgereist ist, plante sie, wiederzukommen und etwas länger zu bleiben. Sie würde weiterhin Portugiesisch lernen und natürlich auch an den Aktivitäten teilnehmen. Bis dahin lernt sie weiterhin online mit Caminhos.

 


Bilder wurden mit KI erstellt.

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