Winterabende in Corralejo
Charlies Neujahrsreise nach Fuerteventura
Da Charlie zuvor bereits viele Male im besten Surfcamp auf den Kanaren, dem Billabong Surfcamp in Corralejo, gewesen war, könnte man denken, dass es da nichts mehr zu erleben gäbe. Aber man könnte gar nicht falscher liegen. Es gab immer wieder etwas Neues zu erleben, vor allem wenn man von großartigen Menschen umgeben ist, die das Ganze einzigartig machen.
Darf ich bitten?
Am Sonntagabend, direkt nach Charlies Ausflug nach Lanzarote, waren sie durch Zufall bei einer Salsastunde im Kiwi gelandet. So erfuhren Charlie und Christian dann auch von einem weiteren Kurs, der am Dienstag in der Bar nebenan, La Playa, stattfinden würde. So schnell war der Dienstagabend verplant. Dieses Mal gaben Sie ihr Bestes, um rechtzeitig dort zu sein. Es sollte um 9 losgehen und sie gingen das Ganze sehr nordeuropäisch an. Punkt 9 betraten Charlie und Christian das La Playa, nur um festzustellen, dass sie die Einzigen waren. Charlie hatte nichts über die Salsastunde online finden können und war sich nicht ganz sicher, ob sie überhaupt am richtigen Ort waren. Sie fragte an der Bar nach. Sie waren am richtigen Ort, nur war die Startzeit mehr ein Richtwert als eine Startzeit – 21 Uhr kanarischer Zeit.
Sie gönnten sich ein Bier und nahmen an einem der Tische vor der Bar Platz. Dann tauchte die Tanzlehrerin Suzi auf sowie ein paar weitere bekannte und unbekannte Gesichter. Um 9.30 ging es mit Aufwärmübungen los. Sie lernten den Grundschritt und ein paar Hintergrundinformationen zu Salsa, Bachata und Merengue, bevor sie in Paaren zusammenfanden, um es richtig zu lernen. Naja, „richtig” ist vielleicht etwas übertrieben, aber was sie da auf der Tanzfläche veranstalteten war zumindest als Salsa und Bachata erkennbar. Charlie hatte von früheren Kursen bereits etwas Tanzerfahrung, für Christian war es das erste Mal. Beide hatten aber von Suzi genug gelernt, um die Nacht zu genießen und auf der Tanzfläche Spaß zu haben, bevor sie um Mitternacht in ihre Betten fielen.
Live-Musik im Camp
Während ihrer früheren Aufenthalte im Billabong Surfcamp hatte Charlie mitbekommen, dass der Surflehrer Fede eine Leidenschaft für Musik hatte und an einem Album arbeitete. Auf dem Weg zum Surfspot hatten sie einige seiner Songs im Van gehört und Charlie hat sich auch angeschaut, was ilex_sounds online so machten. Sie hatte sie nur nie live gehört. Das sollte sich nun bald ändern. Wie so oft, muss man einfach nur fragen. Nach der Surfstunde an jenem Tag ließ Charlie es einfach mal so fallen, dass sie ihn gerne mal spielen und singen hören würde. Daraus wurde schnell eine Verabredung für 18 Uhr im Camp mit Gitarre und Verstärker. Charlie stellte sicher, dass die anderen im Camp, von denen gar nicht mehr viele da waren, auch Bescheid wussten und sie organisierten einen kleinen Aperitivo.
Die meisten waren ein paar Tage nach Silvester abgereist und es waren lediglich Charlie und Christian in den Gruppenzimmern übrig. In den Wohnungen nebenan und oben drüber waren drei Italiener, Angelo, Fabio und Alessandro, drei Deutsche, Verena, Dirk und Daniel und zwei Russinnen, Paulina und Eugenia. Da sie in separaten Wohnungen waren, sah man sich kaum und es passierte wenig in Gemeinschaft im Camp. Charlie hatte diesen Ort nie zuvor so ruhig erlebt. Aber auch das sollte sich ändern.

Kanarische Zeit
Charlie war ein bisschen spät dran, da ihr Yoga-Kurs am Strand an diesem Nachmittag etwas länger ging und sie war erst 18.30 Uhr zurück im Camp. Ihre deutsche Denkweise hatte sie in Stress versetzt und sie dachte, dass sie viel zu spät sei. Natürlich war es mal wieder eine Zeitangabe nach kanarischer Zeit. Fede und sein Musiker-Freund Faco waren gerade erst im Camp angekommen und die drei Italiener waren auf dem Weg zum Supermarkt, um noch ein paar Bier und Snacks zu holen.
Der Eingang zum Haus verwandelte sich zur Bühne, auf dem Tisch waren so viele Snacks, dass man es fast als Buffet hätte bezeichnen können und sie machten es sich auf dem Boden gemütlich. Charlie war von dem spanischen Rock, den Fede und Faco hervorbrachten, beeindruckt. Sie spielten ein paar Songs, die sie bereits fürs Album aufgenommen hatten und improvisierten auch ein bisschen.

Später am Abend, als das Bier sein Übriges getan hatte, griff auch Charlie zur Gitarre und spielte ein bisschen. Es war wieder einer dieser großartigen Momente, im dem man fühlt, dass man von liebenswerten Menschen umgeben ist, unter Palmen sitzt, mit der Gitarre in der Hand und fühlt die Stimme in der Brust vibrieren.
Die anderen nahmen anschließend ein Taxi nach Lajares, um eine weitere Jam-Session zu sehen, aber Charlie war zu müde, und vielleicht auch ein bisschen zu betrunken, um noch irgendwo hinzufahren und ging schlafen. Als sie die anderen am nächsten Morgen am Van leiden sah, war sie froh, dass sie sich für Schlaf an Stelle von mehr Bier entschieden hatte.
Carbonara, Musik und Gin
Am nächsten Tag hatte Charlie noch eine weitere Yoga-Stunde am Strand und war von Dirk, Daniel und Verena anschließend zum Essen eingeladen worden. Sie hatten eine Ferienwohnung im Surfhaus mit eigener Küche und wollten Carbonara machen. Charlie gefiel der Gedanke und Dirk stellte sich als guter Koch heraus!
Einer der Surflehrer, Chris, sollte an diesem Abend live auf dem Marktplatz in Corralejo mit seiner Band spielen und sie hatten beschlossen, sich das anzuschauen. Die anderen hatten ihn bereits in der Woche zuvor spielen sehen, aber Charlie noch nicht. Nach dem Essen ging es los und sie hatten Glück, einen Tisch im The Gin Corner zu ergattern. Sie saßen ganz vorne mit Blick auf die Bühne.
Als Charlie gerade dabei war, die Band zu filmen, kamen Angelo und Fabio aus dem Camp vorbei. Sie würden nur schnell etwas essen gehen und sich den anderen dann auf einen Drink anschließen. Fast so als hätten sie das geplant, kamen auch Paulina und Eugenia plötzlich vorbei und die ganze Gruppe war wieder bei Live-Musik zusammen. Ein wenig später kamen noch zwei weitere bekannte Gesichter hinzu: Reuben und Yves hatten ein paar Tage zuvor eine Surfstunde mit den anderen gehabt, übernachteten aber nicht im Camp. Aber sie erkannten sich alle sofort wieder und genossen gemeinsam einen Gin-Tonic.

Um das Publikum auch in der Pause bei Laune zu halten, betrat eine Gruppe Breakdancer die Tanzfläche und zeigte eine hervorragende Show. Für Charlie war es eine gute Gelegenheit, sich an eine paar Tanz-Fotos zu versuchen.

p>Gegen Mitternacht war das Spektakel vorüber und sie kehrten ins Camp zurück.
Der letzte Tag
Es war ein großer Zufall, aber sie alle würden Fuerteventura am gleichen Tag verlassen. Das machte den nächsten Abend für alle zum Letzten auf der Insel. Letzte Nächte im Camp sind immer unterhaltsam und Charlie erinnert sich noch gut an die Karaoke-Nacht mit den Österreichern und die anschließende Party auf der Dachterrasse. Dieses Mal waren sich alle einige, dass es zum Tapas Oscar gehen sollte – dem besten Tapas-Restaurant in der Stadt! Sie waren 12 Leute und Charlie hatte ein paar Hürden zu überwinden, als sie telefonisch versuchte, auf Spanisch einen Tisch zu reservieren. Aber es gelang und auch die Italiener waren dieses Mal pünktlich, naja, fast.
Es war Vollmond-Nacht und sie genossen einen traumhaften Ausblick zur Isla de Lobos und der Super-Ebbe in Corralejo auf dem Weg zum Restaurant.
Nach dem Essen war noch ein Bar übrig, in die sie noch gehen mussten und die am Vorabend empfohlen worden war. Sie heißt Los Monos Sabios und befindet sich direkt gegenüber des Tapas Oscar. Es ist eine nette, kleine Bar mit einer guten Auswahl an Cocktails. Ein paar aus der Gruppe fuhren wieder nach Lajares, um Chris, den Surflehrer, und seine Band noch einmal spielen zu hören. Da Charlie am nächsten Morgen früh losmusste, verabschiedeten sich alle und schlüpften in ihre Betten gegen 1 Uhr morgens.

Abschied wird nie leichter
Charlie nahm am nächsten Morgen um 7.30 Uhr den Bus zum Flughafen. Da die Surfbedingungen an diesem Tag in der Frühe am besten waren, waren die anderen im Camp bereits auf und Charlie konnte sich von Christian und Michele (er war erst am Vortag angekommen) verabschieden.
Abschied wird nie leichter, egal wie viel Übung man darin hat. Charlie muss damit umgehen jedes Mal, wenn sie in Corralejo in den Bus Nummer 6 nach Puerto del Rosario steigt. Mit dem Taschentuch in der Hand lässt sie dann die Erinnerungen noch einmal Revue passieren und genießt einen letzten Blick auf das Meer entlang der Küste Fuerteventuras.