Von den Kanaren auf die Halbinsel
Überfahrt auf hoher See von Teneriffa nach Huelva
Charlie hatte ein paar Wochen auf den Kanarischen Inseln verbracht. Zuerst war sie über Silvester im Billabong Surfcamp in Fuerteventura, dann hatte sie einen Monat als digitaler Nomade in Las Palmas de Gran Canaria verbracht und sie beendete den Trip in einem Surfcamp in Teneriffa. Von einer Insel zur nächsten gelangte sie mit der Fähre. Das kostete das gleiche wie ein Flug und wenn man die Anreise zum Flughafen und die Wartezeit mit einbezog, dauerte es auch genauso lange.
Als sie nach Fährverbindungen suchte, bot ihr die Suchmaschine auch eine Fährüberfahrt nach Cádiz an. Sie hätte nicht mal gedacht, dass man mit der Fähre von den Kanaren nach Spanien fahren konnte. Der Gedanke gefiel ihr. Sie wollte sowieso Ende Februar nach Portugal, also warum nicht die Fähre nehmen und dann weiter an der Südküste entlang reisen? Es hatte einen großen Vorteil: Es würde keine Gepäckbegrenzungen geben. Auf die Fähre konnte man so viel mitnehmen, wie man tragen konnte. Das Gewicht spielte keine Rolle.
Vom Surfcamp zur Fähre auf Teneriffa
Auf Teneriffa war Charlie im Blackstone Surfcamp im Süden der Insel. Die Fähre würde vom Hafen in Santa Cruz im Norden Teneriffas abfahren. Vom Camp aus nahm Charlie den Bus. Die Haltestelle war nur 5 Minuten die Straße herunter. An einem Busbahnhof in der Nähe des Playa de las Américas musste sie umsteigen und von dort aus ging es direkt zum Busbahnhof in Santa Cruz de Tenerife. Das Ticket für den ersten Bus kostete 2,20€ und für den zweiten Bus 9.45€. Das schien ein teurer Linienbus zu sein, aber es waren immerhin ungefähr 60 km bis Santa Cruz und der Bus fuhr auch über die Autobahn und hielt unterwegs kaum an. In beiden Bussen konnte sie ihr Gepäck problemlos unten im Bus verstauen. In Santa Cruz hätte sie einen anderen Bus zum Hafen nehmen können, aber ein Taxi war doch etwas weniger umständlich und sie konnte so auch sicher gehen, dass sie zum richtigen Fährterminal kommen würde. Der Hafen in Santa Cruz de Tenerife ist mit dem in Gran Canaria vergleichbar und es gibt ein separates Terminal für die Fähren nach Spanien. Man sollte also wissen, wo man hin muss, sonst könnte es kompliziert werden. Insgesamt war Charlie ungefähr 2,5 Stunden vom Camp zur Fähre unterwegs.
Check-in an der Fähre
Charlie war schon 2 Stunden vor Abfahrt an der Fähre und es waren schon andere Leute da, die warteten. Es gab kein Häuschen oder Warteraum. Man stand einfach draußen am Kai direkt neben den Autos, die auch auf die Fähre wollten. Charlie sprach eine Frau an, die eine dieser leuchtendgelben Westen trug und „Fred Olsen“ auf dem Rücken stehen hatte. Das war die Schiffsgesellschaft. Sie fragte, ob sie hier am richtigen Ort sei und zeigte der Frau ihr Ticket. Sie war richtig! Die Frau holte ein kleines Gerät aus der Tasche, fragte Charlie nach ihrem Reisepass und checkte sie ein. Das war ganz einfach!
Die Fähre kam eine Stunde vor der Abfahrt an. Dann wurden alle Passagiere ohne Auto auf die Fähre gebracht. Die Stewardess half Charlie sogar mit ihrem Koffer, weil sie so viel Gepäck hatte. Das war sehr nett! Charlie war beeindruckt.
Auf der Fähre war eine Rezeption wie in einem Hotel. Charlie zeigte ihre Buchungsbestätigung und bekam einen kleinen Zettel mit der Nummer ihrer Kabine und einem QR-Code für die Tür. Charlie hatte eine „Inside Cabine“ gebucht und sie war sicher, dass das bedeutete, dass sie kein Fenster haben würde. Zu ihrer Überraschung aber war dort ein Fenster. In der Kabine waren zwei Betten, ein Schreibtisch, ein Fernseher und ein Bad. Charlie hatte keine großen Erwartungen und hatte sich schon auf das Schlimmste eingestellt. Was sie nun sah, erschien recht luxuriös!
Es gibt auch die Option, die Fähre ohne Kabine zu buchen, aber Charlie hatte keine Lust, 37 Stunden in einem Sitz zu verbringen. Die Reise begann an einem Sonntagabend und es würde zwei Nächte und einen Tag dauern. Charlie war sehr froh, ein richtiges Bett zu haben und sie schlief sehr gut. Sie kam an einem Dienstagmorgen in Huelva an.
Verpflegung auf der Fähre
Charlie hatte vor Abfahrt kaum Informationen zur Überfahrt. Sie hatte versucht, herauszufinden, ob es auf der Fähre Essen gäbe, denn sie war unsicher, ob sie etwas mitbringen sollte. Sie fand heraus, dass es auf allen Fred-Olsen-Fähren eine Bar oder Cafeteria gab. Charlies Buchungsbestätigung besagte: “Mahlzeiten: Nicht nötig” und während des Buchungsvorgangs gab es keine Möglichkeit, Mahlzeiten hinzuzufügen.
Sie war erneut überrascht, als sie in ihrer Kabine las, dass es Frühstück, Mittag- und Abendessen gab. An der Wand in ihrer Kabine standen die Uhrzeiten für jede Mahlzeit. Das kam gut gelegen! Zu jeder Mahlzeit gab es ein Buffet mit drei Gängen. Zur ersten Mahlzeit hatte Charlie bereits ihre EC-Karte in der Hand, um zu bezahlen, als sie erfuhr, dass die Mahlzeiten im Preis der Kabine inbegriffen waren. Charlie war ein weiteres Mal positiv überrascht. Nur für Getränke musste man separat bezahlen. Das Essen war zudem köstlich! Das Restaurant sah ein bisschen wie eine Schulkantine aus, aber das Essen war zehnmal besser! Am meisten mochte Charlie die BBQ-Rippchen.
Seekrank
Charlie weiß, dass sie ein hohes Risiko hat, seekrank zu werden. Aus diesem Grund hatte sie Tabletten gegen Übelkeit dabei. Trotzdem hatte sie doch Schwierigkeiten und verbrachte die meiste Zeit mit ihrem Laptop im Bett. In einer horizontalen Position war das Schaukeln des Bootes erträglicher. Von ihrer Kabine aus ließ es sich gut arbeiten. Nur für die Wlan-Verbindung musste sie separat bezahlen. Es kostete 9,95€ pro Gerät. Die Verbindung war ausreichend, um ein paar E-Mails zu beantworten, aber man musste manchmal doch geduldig sein.
Am Nachmittag holte sich Charlie einen Kaffee und setzte sich draußen aufs Sonnendeck. Die Sonne schien und es war trotz des starken Windes recht warm. Charlie fühlte sich jetzt auch nicht mehr seekrank. Gegen Abend jedoch wurden der Wind und die Wellen stärker und die Fähre schaukelte stark. Charlie ging in ihre Kabine zurück, um sich etwas hinzulegen. Dieses Mal musste sie an die Decke schauen, da sich alles um sie herum bewegte. Sie stand auf, als zum Abendessen ausgerufen wurde, aber sie brachte kaum einen Bissen herunter. Jedes Mal, wenn sie den Kopf neigte, um Nudeln in ihren Mund zu führen, wurde ihr schwindlig. Sie ließ ihr Essen stehen und ging ins Bett zurück. Am Morgen würden sie an der Küste Spaniens anlegen.
Ankunft in Huelva
Genau bei Sonnenaufgang legte die Fähre am Hafen von Huelva an. Es hatte etwas Magisches und es war ein schöner Willkommensgruß in Spanien. Die Passagiere ohne Auto wurden von der Fähre begleitet und Charlie konnte keinen Taxistand sehen. Sie hatte sich vorher angeschaut, wie man in die Stadt käme, und es gab keinen öffentlichen Nahverkehr. Der Hafen war relativ weit von der Stadt entfernt. Die anderen Passagiere liefen direkt zu einem Reisebus, der dort an der Seite wartete. Es sah wie eine organisierte Reise aus und Charlie fragte nach. Das war scheinbar der offizielle Transfer für Passagiere ohne Auto ins Zentrum von Huelva. Das war eine weitere schöne Überraschung für Charlie.