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Zwei Geburtstage und ein Abschied

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Sunset over the sea at El Palmar

Zwei Geburtstage und ein Abschied

Abende mit Surfern

Die Woche begann mit Martas Geburtstag am Montag. Sowie auch Charlie war Marta für eine Weile im Surf Hostel in Conil. Der ursprüngliche Plan war ein Picknick mit den Mädels am späten Nachmittag am Strand in El Palmar. Irgendwie wurde aus dem Picknick eine Strandparty, zu der einfach alle kamen.

Es war bereits Ende November und am Abend wurde es doch recht kühl. Darauf waren die Mädels nicht vorbereitet. Schließlich sollte es ja nur ein Picknick am Nachmittag sein. Der weiße Ritter, der sie in dieser Nacht alle vorm Erfrieren rettete, hieß Kevin. Die Mädels hatten ihn vorher noch nie gesehen und sie wussten auch nicht, wer ihn zur Party gebracht hatte, aber er hatte einen riesigen Vorrat an Pullovern im Van, die er an alle, denen kalt war, verteilte.

Pullover zurück bitte

Am Morgen nach der spontanen Strandparty hatten sie alle mit einem leichten Kater zu kämpfen. Charlie musste arbeiten und war wie immer als erste im Hostel auf. Sabina kam herein und trug noch immer stolz den Pullover, der drei Nummern zu groß war. Charlie fragte sich, wie sie die wohl an den Besitzer zurückbringen würden. Kevin wollte sie sicher wiederhaben, aber sie wussten nicht, wo Kevin überhaupt hergekommen war. Als Frankie zum Frühstück hereinkam, brachte sie Licht ins Dunkel. Ihr Freund Juan hatte ihr bereits geschrieben und die Rückgabe der Pullover erwähnt.

Nach dem Mittag fuhren die Mädels nach El Palmar. Es war fast schon Tradition, für Kaffee und Kuchen zu A-Frame zu gehen, wenn sie nichts anderes zu tun hatten (es gab die ganze Woche keine Wellen und sie konnten nicht surfen). Charlie war ganz verrückt nach dem Käsekuchen!

Als erster tauchte Juan auf, Frankies Freund, und er trug einen hübschen Pullover. Kurz darauf kam ein Typ auf einem Surfskate die Straße entlang. Es war Kevin. Wenn er einen Pullover angehabt hätte, hätten sie ihn wahrscheinlich früher erkannt. Aber er trug eine Jacke, die sich ziemlich schnell als Eigentum einer anderen Person herausstelle. Ale, die bei A-Frame arbeitete, kam aus dem Geschäft heraus und sagte: „Ist das meine Jacke?“ Nun hatte Kevin zumindest ein paar Schichten an Pullovern, die er nach Rückgabe der Jacke tragen konnte. Er setzte sich auf einen Kaffee bei A-Frame zu den Mädels, dann gehen Sie zu Homies zum Skaten und auf ein Bier.

Tschüß, Noah

An jenem Dienstag war es ein kurzer Abend. Die Mädels waren nach der Strandparty noch etwas angeschlagen. Am Mittwoch sah das Ganze schon ganz anders aus. Es war Noah’s letzter Tag, bevor sie am Donnerstag wieder nach Hause fliegen würde. Sie verdiente eine ordentliche Abschiedsparty. Ein paar Tage später war zudem ihr Geburtstag und sie vereinten beide Anlässe in einer großen Party im Hostel.

Marta wollte eine polnische Spezialität kochen. Sie hatte Glück, dass noch ein paar Helfer auftauchten. Es waren ein paar Polinnen, die sie beim Yoga in El Palmar kennengelernt hatten. Sie kamen auch ins Hostel in dieser Nacht und zeigten allen, die nicht aus Polen waren, wie man Piroggen formte. Ein wenig Improvisation war gefragt, aber wer braucht schon ein Nudelholz, wenn man den Teig auch mit einer Weinflasche ausrollen konnte?

Sie räumten Tische und Stühle im Gemeinschaftsraum beiseite und mit der Hilfe von YouTube verwandelte es sich in eine Tanzfläche/Karaoke-Bühne. Als ob die Piroggen nicht genug gewesen wären, gehörte auch ein Geburtstagskuchen dazu. Sie hatten für Noah einen Rüblikuchen und Kerzen besorgt anlässlich des anstehenden Geburtstages.

Der Gesang und Tanz wurde von Zeit zu Zeit für Raucherpausen unterbrochen. Ein Sturm tobte und es regnete stark. Sie mussten sich alle unter dem kleinen Vordach zusammenquetschen, um nicht nass zu werden. In dieser Sardinenbüchsenartigen Situation war es für Sabina unmöglich, den Türöffner, der per Fingerabdruck funktionierte, zu erreichen. Jemand anderes musste seinen Finger zur Verfügung stellen. Man könnte es mit den Worten von Sabina sagen: Jemand anderes musste sie fingern. Alles weitere, was in jener Nacht passierte, überlässt Charlie eurer Fantasie.

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