Pasta und ein Handpan-Konzert
Musik im Surfhostel
Nach einem Monat im Surfhostel in Conil hatte Charlie endlich das Arbeitspensum unter Kontrolle. Das Leben als digitaler Nomade ist nicht immer einfach, vor allem, wenn man arbeiten muss, während die anderen surfen. Dieser Freitag war für Charlie relativ ruhig.
Wie immer war sie als erste im Hostel wach und arbeitete vom Gemeinschaftsraum. Die anderen gesellten sich nach und nach zum Frühstück dazu. Frankie wollte gegen 9 Uhr zur Surfschule in El Palmar fahren und Charlie wollte mit, um surfen zu gehen. Flavio, der am Tag zuvor angekommen war, hatte um 10 eine Surfstunde und auch Sabina schloss sich an und kam im Van mit.
Alles still im Surf-Dorf
In El Palmar war es an diesem Morgen sehr ruhig. Es schien, als hätte die Saison offiziell am 1. November geendet und überall in Europa machte sich eine zweite Welle des Coronavirus breit. Es hieß wieder überall Lockdown. In Spanien stellte jede Region ihre eigenen Regeln auf und die einzige Einschränkung zu diesem Zeitpunkt war, dass man zwischen 23 Uhr und 6 Uhr nicht auf der Straße sein durfte. Viele Flüge wurden gestrichen, auch Charlies. Von daher kamen auch keine neuen Touristen. El Palmar erinnerte an eine Geisterstadt, aber Charlie gefiel das irgendwie. Es war sehr ruhig im Ort und es war nur ein Surfer im Wasser. Sie hatten den gesamten Ozean für sich allein!
Nach dem Surfen entschieden Sie sich, den Rest das Tages in El Palmar zu verbringen. Charlie hatte den Laptop dabei und erledigte ihre Arbeit im Canibal Royal, der Bar neben der Take Surfschule. Unter der Woche war sie immer geschlossen und ein guter Ort zum Arbeiten. Sabina und Flavio gingen auf einen Kaffee zu A-Frame, das einzige Café, das an diesem Tag geöffnet war.
Etwas später gesellten sie sich wieder zu Charlie. Sabina hatte Kaffee und Kuchen mitgebracht und während sie es sich schmecken ließen, brachte Frankie Flavio zurück ins Hostel in Conil. Charlie und Sabina schmiedeten Pläne für den Abend. Flavio war beruflich Musiker und beherrschte die Handpan sehr gut. Er hatte ein kleines Konzert im Hostel angeboten, Charlie und Sabina wollten für alle kochen. Als die Siesta vorbei und der Supermarkt wieder offen war, gingen sie Lebensmittel kaufen. Es sollte ein große Schüssel Nudeln mit einer Sauce aus Gemüse und Chorizo werden. Lecker!
Surfen in der Abenddämmerung
Sie kamen zur Surfschule zurück als Frankie gerade abschließen wollte. Es war kurz vor 18 Uhr. Sie hatten noch eine halbe Stunde bis zum Sonnenuntergang und die Bedingungen waren gut. Charlie und Frankie schlüpften schnell in ihre Neoprenanzüge und gingen ins Wasser. Charlie konnte ihre Kontaklinsen nicht finden und beschloss, es ohne sie zu versuchen. Surfen an sich funktionierte, da sie noch Kontraste erkennen konnten, aber es war gefährlich, denn sie konnte die anderen Surfer nicht sehen. Es war eine interessante Erfahrung, vor allem auf dem Rückweg. Durch die Strömung war sie etwas abgedriftet. Sie wusste ungefähr, wo sie war, aber sie konnte den richtigen Ausgang vom Strand nur schwer finden. Es war interessant zu bemerken, was man dennoch erkannte und welche Anhaltspunkte man nutzen konnte. Das weiße Haus, in dem sich der Nomad Markt befand, war perfekt, da es auch gut angestrahlt wurde. Von dort aus konnte Charlie die Flaggen der Take Surfschule ausfindig machen und fand so den Weg. Sabina war total aufgeregt, denn sie hatte sich Sorgen gemacht. Das ist das gute an Surf-Freundschaften: Man achtet immer aufeinander.

Hostelnächte
Gegen 19.30 Uhr waren sie im Hostel zurück und Charlie gönnte sich eine warme Dusche bevor sie begannen zu kochen. Bei einem Bier aus der Hostelbar kochten sie sich durch Gemüse, Chorizo und Nudeln. Jeder, der im Take Hostel war, gesellte sich an diesem Abend dazu und als sie mit dem Essen fertig waren, holte Flavio das Instrument heraus und das Konzert begann. Die Musik erinnert an das Geräusch einer Meditationsschale und versetzte alle in einen schläfrigen, aber glücklichen Zustand.
Charlie fiel um 23 Uhr ins Bett. Sie war völlig erschöpft, aber zufrieden. Sie hatte einen schönen Tag am Strand verbracht in perfektem Einklang von Surfen, Kaffee, Arbeiten, guter Gesellschaft und Musik. So mochte sie das Dasein als digitaler Nomade!