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Surffilm: La Ola Sin Fronteras (2019)

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La Ola Sin Fronteras movie poster

Surffilm: La Ola Sin Fronteras (2019)

Wellen kennen keine Grenzen

>Als Surfer wissen wir, dass es keine Rolle spielt, wo wir herkommen, welche Sprache wir sprechen oder wie wir unsere Tage verbringen, wenn wir nicht im Wasser sind. Die Liebe zum Meer und den Wellen macht alles andere bedeutungslos. Darum geht es in La Ola Sin Fronteras.

Der Film dokumentiert wie zwei Brüder einen abgelegenen Teil der Welt erkunden auf der Suche nach den besten Wellen. Die politische Situation erschwert dies, hält sie aber nicht zurück. Trotz einiger Steine, die ihnen in den Weg gelegt werden, schließen sie neue Freundschaften, surfen Wellen, die sie nur mit Pinguinen und Delphinen teilen, und entdecken traumhafte Landschaften.

La Ola Sin Fronteras ist kein typischer Surffilm, sondern eine Dokumentation über Joaquin und Julian Azulay, zwei Brüder aus Argentinien, die die Falklandinseln, eine wenig bekanntes Archipel aus mehr als 700 Inseln, erkunden und dabei politische Hürden nehmen, um die besten Wellen zu surfen.

Der politische Hintergrund

Eines müssen wir direkt klarstellen: Der Film La Ola Sin Fronteras ist in keinster Weise eine politische Stellungnahme. Es ist vielmehr eine Surfabenteuer, bei dem einige Hürden genommen werden mussten, die politischer Natur sind.

Was es Julian und Joaquin schwer macht, ist die Tatsache, dass sie Argentinier sind. Jegliche Annäherung an die Falklandinseln wird als politischer Eingriff verstanden. Dies geht auf das Jahr 1982 zurück, als Argentinien und Großbritannien sich über die Falklandinseln im Krieg befanden. Der Film beginnt mit Text, der diesen historischen Kontext erklärt. Dies ist wichtig, um zu verstehen, warum die Reise für die Brüder schwierig war. Obwohl sie nach dem Krieg geboren wurden und fast 40 Jahre vergangen sind, ist es noch immer ein sensibles Thema über Grenzen, die eher in den Köpfen existieren als auf der Landkarte.

“[…] Y Argentina perdió la guerra y, bueno, desde entonces están las islas bajo la soberanía de Gran Bretana. Pero, hay un conflicto en la sociedad latente aká. Entonces es un tema muy delicado en nuestra sociedad, el tema de las islas y para allá también. Genera muchas inquietudes, de manera de como nos iban a recibir, como nos iban a tartar. Uno escucha los peores de las cosas. No? Nos dimos cuenta de yendo con respeto recibimos lo mismo. Y poco a poco, poniendo generar una relación de más cercanía y ideal. Lo que querríamos generar que es un poco más ideal entre las Islas y Argentina. Y nuestro medio como fue el medio de otras personas el rugby y otro fue la natación y nuestro es el surf.”

(Deutsche Übersetzung: […] Und Argentinien verlor den Krieg. Seitdem gehören die Inseln zu Großbritannien. Aber es gibt einen unterschwelligen Konflikt in der Gesellschaft. Es ist von daher ein sensibles Thema in unserer Gesellschaft, das Thema der Inseln hier und dort. Es ist sehr beunruhigend, da wir nicht wussten, wie man uns begrüßen, wie man uns behandeln würde. Man hört ja die schlimmsten Geschichten, nicht? Wir bemerkten, dass, wenn wir ihnen mit Respekt begegnen, behandelt man uns genauso. Stück für Stück bauten wir Beziehungen auf. Wir möchten, dass es ein bisschen besser wird zwischen den Inseln und Argentinien. Und unser Medium, wie andere Rugby oder Schwimmen nutzen, ist Surfen.“) – Julian Azulay im Interview mit Sancho Rodriguez, https://lockdownsurffilmfestival.com/, 12.04.2020

Die Wellen sind, was wirklich zählt

Bevor sie ihre Reise auf die Falklandinseln antraten, hatten Joaquin und Julian Kontakt zu zwei Brüdern, die auf den Inseln leben und die einzigen Surfer dort sind. Über die geteilte Leidenschaft zu dem Wassersport bauten sie eine Beziehung auf. Als sie aber erfuhren, dass Julian und Joaquin aus Argentinien waren, brach der Kontakt ab. Im Film wird dieser Nachrichtenaustausch zu Beginn gezeigt. Sie wollten nicht in politische Angelegenheiten gezogen werden. Trotz dieses Rückschlags entschieden sich die Brüder auf die Falklandinseln zu reisen. Sie hofften, mit den Surfern vor Ort persönlich sprechen zu können und beim Surfen Grenzen zu überwinden. Obwohl sie nicht wussten, wo genau die beiden lebten, waren sie sicher, dass sie sich im Wasser begegnen würden.

Auf Erkundungstour auf den Falklandinseln

Joaquin und Julian verbrachten insgesamt 50 Tage auf den Falklandinseln und haben zu Fuß, im Geländewagen, Flugzeug und Segelboot mehr erkundet als die Einheimischen. Sie trafen Landwirte und lernten über das Leben auf den Inseln, das von Landwirtschaft sowie den Spuren geprägt ist, die der Krieg hinterlassen hat.

Der Film zeigt wunderschöne Landschaften, weite grüne Felder und schroffe Küsten. Man sieht die Brüder bei Wind und Wetter in abgelegenen Gegenden und man sieht sie perfekte Barrels in eiskaltem Wasser surfen. Da sind keine anderen Surfer, nur verschiedene Pinguinarten, Delfine, Wale und Vögel. Die Filmaufnahmen, die Mensch und Tier zeigen, wie sie sich perfekte Wellen teilen, ist beeindruckend.

Wenn man diese Bilder sieht, könnte man meinen, dass es einfach gewesen sei, mit der Kamera herumzulaufen und diese einmaligen Momente festzuhalten, aber das war es nicht. Besondere Genehmigungen waren nötig, um sicherzustellen, dass nichts Politisches passiert.

Steine im Weg

Abgesehen von Politik erschwerten noch drei weitere Umstände den Weg zu den Surfspots:

  • Seltene Tierarten und Umweltschutz
  • Hochexplosive Landminen
  • Land in Privatbesitz

Einige Teile der Falklandinseln stehen unter Naturschutz, vor allem während der Brutzeit der Pinguine und können nicht betreten werden. Die Brüder respektieren dies und brachten es in den Film La Ola Sin Fronteras.

Die Wunden des Krieges sind noch immer sichtbar. Bestimmte Teile der Inseln sind unzugänglich wegen der Landminen. Im Film kommen Einheimische zu Wort, deren Job es ist, diese Minen zu entfernen, aber es ist keine leichte Aufgabe. Sie besuchen ebenfalls einen Friedhof und Orte der Erinnerung.

Die meisten Teile der Inseln sind in Privatbesitz und es ist nicht leicht, mit den Leuten Kontakt aufzunehmen. Für alles braucht man eine Genehmigung.

Die zwischenmenschliche Seite

Sobald die Einheimischen merkten, dass die Brüder sich respektvoll verhielten und ernsthaftes Interesse zeigten an allem, außer Politik, wurden sie herzlich empfangen. Sie bekamen Hilfe bei der Suche nach Unterkünften, zelteten auf Bauernhöfen und es wurde ihnen gezeigt, wie man sicher zur Küste und den Wellen gelangt. Sie bekamen sogar Interviews, die im Film gezeigt werden. Aus dem Film kann man einiges lernen.

Es wird deutlich, dass es nicht um Politik geht, sondern um das Zwischenmenschliche. Die Umarmung mit Sonia, einer der Gastgeberinnen, ist ebenso bedeutsam wie das Treffen mit den beiden einheimischen Surfern in den Wellen. Sie erreichten diese Vereinigung durch Sport, durch ihre Liebe fürs Surfen.

“If we put issues on a human level, we are all the same and have no differences. The differences are social constructs…” (Gauchos Del Mar)

(deutsche Übersetzung: Wenn wir Probleme menschlich betrachten, sind wir alle gleich ohne Unterschiede. Unterschiede sind soziale Konstrukte…)

Über die Produzenten

Joaquin und Julian Azulay, die Gauchos Del Mar, sind zwei Brüder aus Buenos Aires. Ihr erstes großes Projekt war die Umsetzung ihres Kindheitstraums, von Kalifornien nach Argentinien zurückzureisen. Sie hatten gar keinen Film vorgesehen, aber die Aufnahmen ihres ersten großen Abenteuers, die mit dem Handy gemacht worden waren, wurden durch Zufall vom Filmprojekt. Seitdem dokumentieren sie all ihre Reisen, Expeditionen und Surfabenteuer in Filmen.

In ihrem zweiten Film Tierra de Patagones erkundeten sie die argentinische Küste zu Fuß mit dem Surfboard auf dem Rücken.

La Ola Sin Fronteras ist ihr 4. Surfabenteuerfilm nach Peninsula Mitre. Der nächste ist eine Doku über ihre Reisen auf dem afrikanischen Kontinent.

All ihre Filme haben zwei Dinge gemein: Es sind Surfabenteuer in Teilen der Welt, die bisher nur wenig erkundet sind, und sie enthalten eine Botschaft sowie die Folgen des Falklandkonfliktes in La Ola Sin Fronteras. Es geht um mehr als Surfen.

Fill your suitcase with memories, adventures and stories.

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