Donnerstags gibt’s Tapas in Las Palmas de Gran Canaria
Ruta del Pincho
Es war einmal zu einer Zeit, als man in Las Palmas donnerstags Tapas essen ging. Die Leute gingen in der Altstadt Vegueta von einer Bar zur nächsten und hatten überall ein Getränk und eine Tapa (auch „pincho“ genannt). Es war nicht teuer. Charlie wollte das auch machen!
Im Internet war nicht viel darüber zu finden. Also gingen Tom, Álvaro und Charlie an einem Donnerstagabend nach Vegueta und fanden ihre eigene Ruta del Pincho. Sie nahmen ein Taxi direkt vor dem Haus, dem Coliving in Las Palmas, und fuhren in die Altstadt. Charlie fragte den Fahrer, ob er eine Empfehlung hätte, wo sie die Route anfangen sollten. Seine Antwort kam etwas überraschend: Die Ruta del Pincho sei nur für junge Leute und er fühlte sich für so etwas zu alt. Er deutete aber auf die Straße, in die sie gehen sollten, als er sie vor den Markthallen in Vegueta absetzte.
Fisch ja, Tapas nein?
Für kanarische Verhältnisse waren sie um 20 Uhr recht früh dran, aber die Restaurants waren offen. Sie warfen einen Blick auf die Speisekarte im ersten Restaurant. Dort gab es keine Tapas.
Sie fragten den Kellner im nächsten Restaurant, aber er sagte, dass es dort nur normale Gerichte gab und an diesem Abend sowieso alles reserviert war. Er empfahl die Bar nebenan: Manuela Jimena Bar ist eine Gin-Bar, wo auch Fisch serviert wird. Sie hatten Glück, dass sie sich an der Bar hinsetzen durften, denn auch hier waren alle Tische reserviert. Die Kellnerin gab sich wirklich Mühe, den drei ausgehungerten, Tapas-suchenden zu helfen.
Auf der Speisekarte waren keine Tapas, aber sie bekamen eine Empfehlung, was sie bestellen und miteinander teilen konnten. So probierte Charlie cazón, eine Hai-Art. Charlie würde das eigentlich nicht bestellen, aber auch das gehört dazu, wenn man fremde Kulturen kennenlernt. Es schmeckte wie Calamari, war nur etwas weicher. Es war lecker. Sie aßen ihre Tapa und als sie ausgetrunken hatten, ging es weiter zum nächsten Lokal. Genau in diesem Moment kamen auch die Gäste, die die Plätze an der Bar reserviert hatten. Charlie und die anderen hätten jetzt sowieso gehen müssen.
Empanadas ja, Tapas nein?
Entlang ihrer eigenen Ruta del Pincho kamen sie an einer Bar mit dem Namen Restaurante El Vasco de Vegueta vorbei, die nach einer Tapas-Bar aussah, aber völlig leer war. Sie gingen nicht hinein und liefen weiter die Straße entlang. Sie kamen am Guiniguada-Theater vorbei und setzten sich in einer Bar namens Tasca la Picadita. Auf der Speisekarte standen Gerichte, die gut als Tapa geeignet wären, aber nur als Hauptgericht serviert wurden. Es gab aber eine separate Speisekarte mit Empanadas. Wenn ihr jetzt überrascht seid, liegt ihr richtig. Empanadas kommen aus Argentinien, nicht aus Spanien. Es sind gefüllte Blätterteigtaschen. Charlie bestellte eine Empanada mit Thunfisch und Muscheln. Es war sehr lecker!
Als sie die Empanadas aufgegessen und ihr Bier ausgetrunken hatten, war es Zeit, weiterzuziehen.

Quiche ja, Tapas nein?
Sie liefen weiter die Straße hinauf und bogen an der Calle Obispo Codina ab. Direkt auf der Ecke war eine Bar namens Cerveceria y Picoteco Te Lo Dije Perez. Das schien ein guter Ort für Tapas an einem Donnerstagabend zu sein. Leider hatten auch viele andere Leute diese Idee und es war völlig überfüllt. Es war kein einziger Platz frei, nicht einmal an der Bar. Tom, Álvaro und Charlie hatten keine andere Wahl, als ihre Ruta de Pinchos noch weiter auszudehnen. Sie liefen in Richtung Kathedrale und erkannten die Bar wieder, in der sie zu Toms Geburtstag zwei Wochen zuvor Cocktails hatten. Tapas gab es dort auch nicht!
Sie bogen in eine Seitenstraße ab. Am Ende der Straße sahen sie La Vegueta de Colón. Würden sie hier ihre Tapas finden?
Ihr habt richtig geraten! Auch hier gab es keine Tapas! Der Kellner war sehr nett (so wie in allen anderen Bars auch), aber er war offensichtlich nicht Spanisch. Die Art, auf die er Spanisch sprach, war doch sehr italienisch! Erneut wurden ihnen Empanadas angeboten. Er stellte eine Platte mit vier verschiedenen Teigtaschen zusammen, die jeweils in drei Stücke geteilt waren. Es waren eher kleine Quiches als Empanadas, aber auch sehr köstlich!
Eine erfolgreiche Ruta del Pincho in Las Palmas
Letzten Endes hatten sie die “offizielle” Ruta del Pincho nicht gefunden, aber sie hatten ihren eigenen Tapas-Donnerstag in Vegueta daraus gemacht. Zugegeben, es waren keine echten Tapas, aber jegliches Gericht, das man miteinander teilen kann, ist doch irgendwie auch Tapa. Oder etwa nicht?