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Gran Canaria

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Miniatur-Kontinent im Atlantik

Gran Canaria ist die drittgrößte Insel der Kanaren nur wenige hundert Kilometer vor der Küste Afrikas im Atlantischen Ozean. Politisch und sprachlich gesehen gehört der Archipel zu Spanien. Kulturell gesehen haben die Inseln ihren ganz eigenen Charme.

Gran Canaria hat fast 900.000 Einwohner und eine Fläche von 1560 km2. Man hört oft, dass es ein Miniatur-Kontinent sei und diese Beschreibung passt sehr gut. Betrachtet man Gran Canaria aus der Vogelperspektive, erinnert es an das Rad eines Fahrrads: In der Mitte ist eine Erhebung und hunderte von Tälern, die zum Meer hinführen formen die Speichen.

Gran Canaria hat ein reiches Erbe indigener Kulturen, die bis 1483 als die Spanische Krone die Insel übernahm, dort lebten. Die Fortaleza Ansite ist die beste Zeugin der prä-kolumbianischen Zeit. Diese antike Festung bietet beeindruckende Ausblicke über die umliegenden Täler und zeigt außerdem, wie die indigenen Ureinwohner lebten.

Sorrueda Valley in Gran Canaria
El Confital near Las Palmas in Gran Canaria
Fortaleza Ansite in Gran Canaria
Fortaleza Ansite in Gran Canaria

Wüste und tropischer Regenwald

Das Bild des Miniatur-Kontinents ist für Gran Canaria zutreffend, da es eine Vielfalt and Natur und verschiedene Mikroklimata zu bieten hat. Der Süden der Insel ist heiß und erinnert durch die gigantischen Sanddünen an die Sahara. Die Dünen von Maspalomas sind ein Touristenmagnet und von Hotels und Resorts umgeben.

Im Zentrum der Insel sieht man Vulkane und Berglandschaften. Der höchste Punkt ist der Pico de las Nieves in 1949m Höhe. Vom Gipfel aus kann man den Teide auf der Nachbarinsel Teneriffa sehen.

Hunderte an Tälern und Schluchten verleihen der Insel Struktur und machen Gran Canaria zum Paradies für Wanderer und Bergsteiger. Die roten Felsen im Sorrueda-Tal erinnern an weit entferne Orte in der amerikanischen Sierra Nevada und die vereinzelten Palmen-Oasen erwecken Träume an die Tage, als die gesamte Insel von Palmen bedeckt war (bevor die Spanier kamen).

Der Norden Gran Canarias ist von Wäldern und grünen Hügeln überzogen. Es regnet im nördlichen Teil recht häufig, wodurch diese Landschaft zum Paradies für Naturliebhaber wird. Es ist einer der wenigen Orte in Makaronesien, wo der antike Lauri-Silva-Wald noch erhalten ist. Ein Besuch im Barranco Azuaje, eines der vielen Täler, versetzt in eine Landschaft, die an den Regenwald erinnert.

Durch die vielfältige Natur findet man in Gran Canaria auch verschiedene Früchte, die auf natürliche Weise dort wachsen. Fast überall auf der Insel sieht man Bananenblätter und es gibt Mango-, Papaya und Orangenbäume sowie Olivenhaine und die einzige Kaffeeplantage in Europa. Sie befindet sich nahe der Stadt Agaete, die für natürliche Pools bekannt ist, auf der Finca Laja. Zuckerplantagen sind wichtige für ein ganz besonderes Produkt der Kanaren, den Honigrum. Wie dieser hergestellt wird, kann man sich in der Arehucas-Destillerie ansehen.

Surfen in Gran Canaria

Seit den 1970ern ist Gran Canaria vor allem für all-inclusive-Urlaub, Cocktails und Strände bekannt. In den vergangenen Jahren sind auch Öko-und Sport-Tourismus immer beliebter geworden. Neben Wanderern und Bergsteigern zieht die Insel auch Taucher und Surfer an.

City surf breaks: La Cicer, Muellitos, La Barra-Las Canteras

Charlie war in der Hauptstadt Las Palmas im Norden der Insel, wo der Strand Las Canteras für jedes Niveau gute Surfbedingungen bietet. Am westlichen Ende des Strandes ist ein Beachbreak, der sich ein ganzes Stück den Strand entlangzieht, La Cicer und La Barra-Las Canteras. Hier sind sehr zuverlässige Breaks und für jedes Niveau geeignet. Für Anfänger gibt es zu jeder Zeit viel Weißwasser zum Surfen.

Die Wellen dort können recht steil sein und brechen häufig als Close-outs. Charlie surfte dort am liebsten nach Ebbe, hin zur Flut.

Ganz am westlichen Ende von Las Canteras ist der Wellenbrecher mit Los Muellitos, ein Pointbreak, der eine schöne linksläufige Welle bietet, die größer ist, als man vom Strand aus denken könnte und perfekt für Longboarder ist. Charlie surfte hier am liebsten als sie in Las Palmas war. Am besten ist es dort ein bis zwei Stunden vor Ebbe. Bei Flut ist es mitunter schwierig, ins Wasser zu kommen, da es dort viele Felsen gibt. Charlie sah auch ein paar Longboarder, die zum Ende des Wellenbrechers gelaufen sind und von dort direkt von den Felsen ins Wasser gesprungen sind, um bei Flut schneller zum Line-up zu kommen.

Hinter dem Wellenbrecher und dem Auditorium ist noch ein weiterer Surfbreak, El Lloret. Charlie surfte dort allerdings nicht und kann nicht viel darüber sagen.

El Confital

Ganz im Nordosten von Las Canteras am Fuße der Halbinsel La Isleta ist eine sehr beliebte, rechtsläufige Welle, El Confital. Man kann sie nur bei Flut und mit einem nordöstlichen Swell surfen, am besten mit Nord- oder Nordwest-Wind. Diese Welle ist nur für erfahrene Surfer, denn es ist recht flaches Wasser über dem Riff, das Tubes erschafft.

Charlie hatte bei ihrem zweiten Aufenthalt in Las Palmas Glück, dass El Confital Wellen hatte. Ihr Foto-Spaziergang von La Isleta zum El Confital und weiter die Küste entlang war ihr schönster Ausflug.

Im Norden Gran Canarias: Von Boca Barranco bis Bañaderos

p>An der Nordküste von Gran Canaria von Las Palmas bis Playa Boca Barranco gibt es ungefähr 15 Surfspots. Nicht alle sind auf der Karte verzeichnet, man sieht aber deutliche Zeichen an der Straße entlang. Nicht alle sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen und man kann dort auch keine Surfboards ausleihen.

Charlie begann ihren Foto-Ausflug am Playa Boca Barranco, ungefähr 30 Minuten zu Fuß von Gáldar. Dort waren nur zwei Surfer im Wasser vor dem Dorf. Charlie lief am Spot La Guancha vorbei bis zu El Frontón, einem beliebten Spot für Surfer und Bodyboarder. Es gibt dort nicht viele Parkmöglichkeiten, also stellt euch besser darauf ein, dass ihr ein Stück laufen müsst.

Der nächste Spot, den Charlie sehen wollte, ist etwas weiter weg bei San Felipe. Dort war an diesem Tag niemand im Wasser und Charlie blieb an einem Aussichtspunkt oberhalb des Ortes an der Autobahn, um den Ort und die Wellen von oben zu sehen.

Von dort aus war der nächste Halt im Dorf Moya und Charlie lief von dort aus weiter die Küste entlang bis El Pagador und El Altillo. Man kann nicht direkt am Wasser entlang laufen, aber an der Straße hinter den Häusern. Zwischen den Häusern gibt es kleine Gassen, von wo aus man das Wasser sehen kann.

An diesem Tag waren nicht viele Surfer im Wasser. Charlie sah ein paar als sie in El Altillo ankam. Sie alle schienen von dort zu sein und wussten genau, wo sie zwischen den Häusern entlang mussten, um über die Felsen ins Wasser zu kommen.

Weitere 20 Minuten an der Küste entlang in Richtung Las Palmas ist das Dorf San Andrés. Charlie beobachtet dort Surfer am Strand Los Enanos. Dieser Spot ist am besten zur Ebbe.

Auf dem Rückweg nach Las Palmas kam Charlie am Spot Quintanilla vorbei, wo an dem Tag keine Wellen waren. Sie hielt aber an einer Longboard-Welle in der nähe des Ortes Puertillo am Playa Los Charcos.

Die Ostküste: Playa de la Laja

Wenn die Wellen an der Nordküste zu groß werden, dann ist Playa de la Laja eine gute Alternative. Es ist ein Beachbreak an der Ostküste, ungefähr 20 Minuten von Las Palmas. Man kommt dort auch mit dem Bus hin, kann aber kein Surfboard ausleihen.

Auch im Süden von Gran Canaria sind Surfspots, aber Charlie war nicht dort. Der Norden scheint bei Surfern viel beliebter zu sein.

Surfschulen in Gran Canaria

In Gran Canaria sind die Surfcamps und -schulen vor allem in Las Palmas am Strand von Las Canteras. Charlie hat an der Nordküste keine weiteren gesehen. Die Surfer, die sie bei Los Enanos sah, hatten schon mehr Erfahrung und kamen mit ihren eigenen Surfboards und Autos. Es gibt dort auch keinen Surfshop oder -verleih.

Die Surfcamps in Las Palmas sind mit anderen wie dem Billabong Surfcamp in Fuerteventura nicht zu vergleichen. Es ist alles sehr städtisch und auch die Unterkünfte sind modifizierte Mehrfamilienhäuser. Einige haben Dachterrassen, aber es gibt kaum Freiflächen. Bei Las Canteras sind viele Bars, Restaurants und Cafés für Surfer, die gern unter Leute gehen.

Dream Sea Surf

Alle Surfschulen in Las Palmas haben spezielle Angebote für diejenigen, die etwas länger im Ort sind. Charlie hatte ein Monatspaket für 100 € in der Dream Sea Surfschool, das 3 Surfstunden pro Woche beinhaltete. Der Surflehrer ist Giuseppe. Er hat viel Erfahrung und ist ein großartiger Surflehrer. Charlie konnte ihr Surfen während des 1-monatigen Aufenthalts sehr verbessern, auch wenn sie es häufig als Herausforderung empfand. Was Charlie an der Surfschule am meisten gefiel, war das Zusammengehörigkeitsgefühl. Zu der Schule gehört kein Surfcamp. Dadurch sind es automatisch weniger Touristen in den Kursen und eher Surfer, die etwas länger in der Stadt sind, oder dort leben. Charlie sah im Laufe des Monats immer wieder die gleichen Leute und es fühlte sich ein bisschen wie eine kleine Surffamilie an.

Dream Sea Surf School in Las Palmas in Gran Canaria
Dream Sea Surf School in Las Palmas in Gran Canaria
Dream Sea Surf School in Las Palmas in Gran Canaria

Die Surfschule ist in einer Seitenstraße in der Nähe vom Strand Las Canteras und nicht sofort sichtbar. Sie ist in einem Surfshop, der sehr schön eingerichtet ist. Man möchte sich direkt auf die Ledercouch setzen und durch eines der vielen Surfbücher blättern. An der Straße ist eine kleine Kaffeebar – der perfekte Ort, um nach dem Surfen den Tag ausklingen zu lassen.

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