Los Angeles
Wie man Touristenfallen vermeidet und das echte Kalifornien erlebt
Als Charlie vor einigen Jahren zum ersten Mal in Los Angeles war, war sie enttäuscht. Seien wir mal ganz ehrlich hier. Sie kam am frühen Morgen mit dem Amtrak-Zug aus Palm Springs an, schloss ihr Gepäck in der Nähe der Union Station ein und begann ihren Besuch mit einer Hop-oh-hop-off-Tour am Hollywood Boulevard. Zuerst bemerkte sie gar nicht, dass sie tatsächlich am Hollywood Boulevard war, bis sie das Straßenzeichen entdeckte. Der berühmte Walk of Fame ist zwischen Hunderten von Touristen und einigen Obdachlosen kaum sichtbar. Charlie kehrte Ende 2024 erneut nach L.A. zurück und der Hollywood Boulevard ist auch weiterhin an erste Stelle ihre Liste der größten Touristenfallen.
Wie sieht man die schöne Seite von Los Angeles?
Wenn ihr euch L.A. ansehen wollt, dann solltet ihr das nicht für Hollywood machen, sondern für die Atmosphäre und die Umgebung. Wandert zum Hollywood-Zeichen, um die Stadt aus der Vogelperspektive zu sehen, fahrt an die Küste und genießt den Lifestyle und das Strandleben! Wenn ihr unbedingt den Hollywood Boulevard und die Innenstadt sehen wollt, dann macht am besten auch eine Hop-on-hop-off-Tour. Dabei seht ihr dann auch gleich Beverley Hills und den berühmten Rodeo Drive, sowie den Sunset Strip und die Paramount Studios.
Hollywood Sign und Griffith Observatory
Als Charlie das erste Mal in L.A. war, wandte sich alles zum Besseren, als sie zum Hollywood-Zeichen wanderte und vor Ort Bekanntschaften machen. Aber fangen wir ganz von vorn an.
Das Hollywood-Zeichen, das ursprünglich erbaut wurde, um Grundstücke in der Gegend namens Hollywood zu verkaufen, steht wie nichts anderes für Los Angeles und ist eines der beliebtesten Ausflugsziele. Charlie hatte eine geführte Wanderung am frühen Morgen gebucht. Sie konnten nicht direkt ans Zeichen gehen, da ein Zaun darum ist. Stattdessen wanderten sie den Weg dahinter entlang zu einem Aussichtspunkt oberhalb des Zeichens. Von dort aus hatte man nicht nur einen guten Blick auf das Zeichen, sondern auf die gesamte Stadt. Wenn ihr schonmal gehört habt, dass L.A. riesig sei, dann könnt ihr davon ausgehen, dass es noch viel größer ist als ihr denkt.
Nach der Wanderung hatte Charlie keinen Empfang auf ihrem Handy und sie konnte somit kein Uber oder Lyft bestellen. Einer der Tourguides nahm sie mit dem Auto ein Stück mit zu einem Café, wo W-Lan verfügbar war. Als sie dort ankam, beschloss sie erstmal etwas zu essen, bevor es weiterging. Sie gönnte sich Eierkuchen und begann, sich mit der Frau, die neben ihr an der Theke saß, zu unterhalten. Sie erwähnte, wie enttäuscht sie von L.A. war. Wie sich herausstellte, lebte Sarah ganz in der Nähe, arbeitete in der Filmbranche und beschloss, Charlies Eindruck von der Stadt zu ändern. Sie bot an, sie herumzufahren und ihr die schönen Ecken zu zeigen. So sollte es geschehen! Sarah fuhr Charlie durch die Hollywood Hills, deutete auf die Häuser hin, in denen Promis wohnten, wo Richard Gere und Julia Roberts einige Schlüsselszenen aus Pretty Woman filmten, und zeigte ihr schließlich die herrlichen Ausblicke vom Griffith Observatory.
Vielleicht trefft ihr in L.A. keine Sarah, aber ihr könnt all das auch auf eigene Faust erkunden oder als Teil einer geführten Tour.
Surfen in Los Angeles
Wenn Charlie von Strandleben spricht, dann natürlich auch von Surfen! Es ist auch kein Geheimnis, dass Los Angeles ein Hotspot für Surfer ist.
Santa Monica und Venice
Am naheliegendsten sind Santa Monica und Venice. An beiden Orten gibt es zahlreiche Möglichkeiten für eine Unterkunft, von günstigen Hostels bis hin zu teuren Hotels und es ist auch nicht schwer, einen Shop zu finden, wo man sich ein Surfbrett ausleihen kann, falls man kein eigenes dabei hat.
Eines möchte Charlie aber auch nicht verschweigen: Venice kam ihr nicht sicher vor und mehrere Leute, mit denen sie gesprochen hat, bestätigten diesen Eindruck. Santa Monica (mit einem separaten Polizeirevier) erschien ihr wesentlich sicherer und insgesamt auch sauberer. Beide Orte haben ihren jeweils eigenen Charme und sind einen Besuch wert, nur vielleicht nicht nach Einbruch der Dunkelheit.
Manhattan und Hermosa Beach
Charlie war in einem Hostel wesentlich weiter südlich von Venice am Hermosa Beach. In diesen Strandorten hat man den Eindruck, gar nicht mehr in L.A. zu sein. Sie sind viel sauberer und sicherer als das Stadtzentrum und stehen für den Lebensstil, für den Südkalifornien bekannt ist. Am Hermosa Beach findet man am Pier den Surfers Walk of Fame, die Wellen dort allerdings waren oft Close-Outs und bauten sich steil im flachen Wasser auf. Für Anfänger ist dieser Spot nicht zu empfehlen!
Etwas weiter nördlich am Manhattan Beach sahen die Wellen viel freundlicher aus und waren auch länger. Wenn ihr in der Gegend seid, solltet ihr euch Manhattan Beach ansehen. Zwischen Hermosa und Manhattan findet man mehrere Surfshops, wo man sich Brett und Neoprenanzug ausleihen kann. Dort findet man auch kleine Geschäfte, Restaurants und Cafés.
Radtour entlang der Strände von Los Angeles
Neben Surfverleih gibt es auch unzählige Möglichkeiten, sich an den Stränden in L.A. ein Fahrrad auszuleihen. Charlie lieh sich eins am Hermosa Beach und radelte bis nach Venice. Der Fahrradweg führt am Strand entlang und man sieht sogar die Flugzeuge, die LAX anfliegen. Überall am Radweg sind zudem Toiletten und Wasserspender.
Wenn man an der Marina del Rey ist, führt der Radweg ein Stück landeinwärts und um den Hafen herum. Von diesem Moment an, muss man auch auf den Straßenverkehr achten und die Route bietet nicht mehr so schöne Ausblicke, bis man in Venice ankommt. Charlie hatte es völlig unterschätzt, wie weit es von Hermosa bis Venice ist. Wenn sie das gewusst hätte, hätte sie sich ein e-Bike ausgeliehen. Erst am Ende des Tages, als sie im Hostel zurück war, wurde ihr bewusst, warum sie so erschöpft war. Sie war an diesem Tag fast 40 Kilometer geradelt.
Weiter südlich besuchte Charlie auch Redondo, aber nicht die Strände von Long Beach und Huntington. Sie hat noch ein Stück Küste zu entdecken!
Gut unterwegs in Los Angeles
Am besten kommt man in L.A. mit dem Auto voran. Die gesamte Infrastruktur ist auf Autos ausgelegt und mit den öffentlichen Verkehrsmitteln muss man sehr viel Zeit einplanen. Wo auch immer Charlie in Los Angeles hin wollte, mit den öffentlichen brauchte sie immer mindestens zwei Stunden. Das liegt vor allem am hohen Verkehrsaufkommen, sowie mehreren Umstiegen und Wartezeiten. Wenn ihr eure Route plant, solltet ihr euch immer die aussuchen, bei der die Busse häufiger kommen. Es gibt Buslinien, die nur einmal stündlich fahren und wenn man da den Anschluss verpasst, wartet man eine Weile.
Für die Bezahlung in den öffentlichen Verkehrsmitteln braucht man entweder den genauen Betrag in Kleingeld oder man nutzt TAP, was es als Karte oder als App gibt. Mit TAP gibt es auch einen Höchstbetrag pro Tag, sodass man nie mehr bezahlt als nötig und man muss sich dann auch keine Gedanken über Kleingeld machen.
Uber und Lyft gibt es auch, was aber ganz schön teuer werden kann, da die Entfernungen in L.A. mitunter sehr lang sind. Wenn ihr euch ein Auto ausleiht, dann solltet ihr Fahrgemeinschaften mit anderen Reisenden machen, da die Schnellspur auf der Autobahn nur für Autos mit mehr als einem Insassen ist. Wenn ihr allein im Auto seid, müsst ihr auf der langsamen Spur bleiben.
Streetart in L.A.
Los Angeles hat wahrscheinlich die lebendigste Streetart-Szene in den USA, allerdings gibt es keinen zentralen Ort, sondern es verteilt sich über die ganze Stadt. Es gibt verschiedene Streetart-Touren und auch die sind alle an verschiedenen Orten. Charlie hatte nur Zeit für eine der Touren. Sie führte sie zur Pacific Avenue, einer eher industriellen Gegend östlich der Innenstadt von L.A. Die gesamte Straße ist voller Fabrikgebäude, die eine perfekte Leinwand für Graffiti und Murals bilden. Leider hatte der Tourguide kaum Informationen dazu.
Charlie sah auch in Santa Monica, Venice und an der Melrose Avenue einige Murals und auch am Hermosa Beach findet man einige Glanzstücke der Streetart.