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Samba, surfen, Portugiesisch lernen

Eigentlich wollte Charlie schon im Jahr 2020 nach Brasilien reisen, um den Surfwettbewerb der Championship Tour in Saquarema zu sehen. Da kam ihr allerdings die Pandemie in die Quere. Im Jahr 2025 schaffte Charlie es endlich nach Brasilien, nicht für den Surfwettbewerb, sondern für den Karneval in Rio.

  • Sprache: Portugiesisch
  • Währung: Brasilianischer Real
  • Zeitzone: verschiedene Zeitzonen von GMT-2 bis GMT-5
  • Elektrische Spannung: 127V oder 220V
  • Steckdosen: Typ C & Typ N
  • Gesundheitsversorgung: Kostenlos
  • Notfall-Rufnummern: 190 (Polizei), 192 (Krankenwagen), 193 (Feuerwehr)

Sicher in Brasilien unterwegs

Der Grund, warum Charlie die Reise nicht früher nachgeholt hat, waren Bedenken zum Thema Sicherheit. Im Laufe der Jahre hatte sie auf ihren Reisen einige Brasilianer kennengelernt und sie wurde mehr als einmal gewarnt, wie gefährlich das Land sei. Hand aufs Herz: Es ist nicht gefährlicher als andere Großstädte rund um die Welt. Eine andere Deutsche, die Charlie in Brasilien kennengelernt hatte, sagte sogar, dass Rio wahrscheinlich sicherer als Frankfurt sei, da man sich dort immerhin ein Uber nachts nach Hause leisten konnte.

Man sollte Brasilien nicht so schnell als Reiseziel abschreiben und man muss auch keine Angst haben. Wie überall jedoch, sollte man umsichtig sein und ein bisschen nachdenken, bevor man sich auf Erkundungstour begibt.

Es kommt häufig vor, dass Handys gestohlen werden und die Diebe wenden Tricks an, die man nicht erwartet. Einige Vorkehrungen kann man treffen:

  • Tragt euer Handy in einer geschlossenen Tasche und nah am Körper
  • Wenn ihr auf dem Handy etwas nachschauen müsst, geht in ein Geschäft und wedelt nicht mit dem Gerät auf der Straße herum
  • Sichert euer Handy mit einer Kette am Körper
  • Lasst euer Handy nicht unbeaufsichtigt herumliegen. Sogar die Einheimischen bitten am Strand andere Leute, ihre Sachen zu beobachten, wenn sie schwimmen gehen.

Charlie besorgte sich zudem ein Zweit-Handy, das sie immer bei sich hatte. Das Handy, das mit Bank- und E-Mail-Konten verbunden ist, blieb sicher in ihrer Unterkunft.

Man muss sich noch anderen Risiken in Brasilien bewusst sein, aber Handy-Diebstähle kommen am häufigsten vor. Wenn ihr euch eine Favela ansehen wollt, dann sollte das nicht irgendeine sein. In einigen davon ist Tourismus üblich und es ist sicher. Natürlich solltet ihr keine versteckten Kameras tragen oder Fotos von illegalen Aktivitäten, die sich dort abspielen könnten, machen.  Damit bringt man sich nur selbst in Gefahr. Am besten macht man eine geführte Tour. Wenn man nachts unterwegs ist, dann geht man besser in der Gruppe nach Hause und nimmt ein Uber, nicht die öffentlichen Verkehrsmittel.

In Rio ist die Metro das sicherste Verkehrsmittel und es gibt sogar Waggons, die zur Rushhour nur für Frauen sind.

Wertgegenstände in Brasilien

Es sollte eigentlich schon klar sein, dass man Wertgegenstände in der Unterkunft lassen sollte. Tragt nur das mit euch herum, was ihr wirklich braucht. Man sollte auch keinen auffälligen Schmuck tragen, da das auch ungewollte Aufmerksamkeit erregt.

Man wird in Brasilien auch oft nach dem Ausweis gefragt, wenn man bestimmte Gebäude betreten möchte, z.B. Coworking-Spaces und Arztpraxen. Eine Kopie des Reisepasses wird oft akzeptiert. Charlie hatte immer ihren Personalausweis dabei. Der originale Reisepass sollte sicher in der Unterkunft verstaut bleiben. Den zu verlieren, wäre fatal!

Karneval in Brasilien

Der Karneval wird in allen Städten überall in Brasilien gefeiert und die gesamte Stadt wird zum Festivalgelände. Die sogenannten blocos finden zu jeder Tages- und Nachtzeit statt. Wenn möglich, sollte man in einer Gruppe hingehen. Das macht sowieso mehr Spaß. Wenn ihr um die Mittagszeit zu einem bloco geht, dann trinkt auf jeden Fall viel Wasser, tragt einen Hut und vergesst die Sonnencreme nicht. Die Sonne ist bei diesen Veranstaltungen der größte Risikofaktor. Wertgegenstände solltet ihr nah am Körper und am besten unter der Kleidung tragen.

Informationen zu allen blocos findet man auf: blocosderua.com

Wenn ihr den offiziellen Umzug im Sambodrom sehen wollt, braucht ihr dafür ein Ticket. Kauft das am besten so früh wie möglich, da die Tickets schnell ausverkauft sind.

Zahlungsmittel in Brasilien

Die Währung in Brasilien ist der brasilianische Real und ihr solltet vor eurer Ankunft Bargeld besorgen. Charlie tauschte am Flughafen in Rio kurz nach ihrer Ankunft Dollar in Reais um. Vor allem in den Städten in Brasilien werden Kartenzahlungen bevorzugt, weil es schneller geht und man kein Wechselgeld abzählen muss. Nur in der Region Nordeste (Natal und Pipa) wurde lieber Bargeld genommen. Dort wurden bei Kartenzahlungen 5% Gebühren zur Rechnung hinzugefügt.

Wenn ihr mit Karte zahlt, werdet ihr gefragt, ob es Kredit- oder Debitkarte ist. Wenn die Karte nicht von einer brasilianischen Bank ausgestellt wurde, solltet ihr „Kreditkarte“ sagen, auch, wenn es eine Debitkarte ist. Das Kartenlesegerät funktioniert sonst nicht.

Wenn ihr in Brasilien Geld abheben wollt, berechnet die Bank eine Gebühr. Charlie hörte von anderen Reisenden, dass die Santander Bank wohl die niedrigsten Gebühren hat und auch am zuverlässigsten funktioniert. Wenn ihr Geld wechseln wollt, dann am besten in einer offiziellen Wechselstube in einem Einkaufszentrum. Macht das nicht auf der Straße. Das könnte auch für Aufmerksamkeit sorgen.

Zudem gibt es oft die Möglichkeit, mit Pix zu bezahlen. Das ist ein Online-Zahlsystem, bei dem man nur den Namen und die Handynummer des Empfängers braucht, um Geld zu senden. Allerdings ist das für Touristen nicht verfügbar. Um ein Pix-Konto anzulegen, braucht man eine CPF und eine brasilianische Handynummer.

Brasilianische CPF

Die CPF ist das brasilianische Äquivalent der Sozialversicherungsnummer. Man braucht sie in Brasilien für fast alle Zahlungen, vor allem, wenn man etwas online kauft. In Rio bekommt man im Supermarkt Rabatte, wenn man seine CPF angibt. Auch Ausländer können eine CPF bekommen, was ein paar Wochen dauert.

Dafür muss man dieses Formular der Receita Federal ausfüllen und dann einen Termin machen, bei dem man seinen Reisepass vorlegen muss.

Wenn ihr vorhabt, länger in Brasilien zu bleiben, lohnt sich eine CPF.

Telefonieren und Datenverbindung in Brasilien

Man könnte denken, dass man einfach in Brasilien eine SIM-Karte kaufen kann und somit auch eine Datenverbindung hat. Allerdings braucht man eine CPF, um die SIM-Karte zu aktivieren! Die einfachere Alternative ist eine eSim. Charlie nutzte während ihres gesamten Aufenthaltes Ubigi und das hat gut funktioniert. Damit kann man allerdings nicht telefonieren. Eine eSim ist nur für den Internetzugang, man bekommt keine Telefonnummer. Bevor ihr eine eSim kauft, solltet ihr überprüfen, ob euer Handy eSim-fähig ist. Ältere Modelle sind das oft nicht.

Wenn ihr euch für eine eSim entscheidet, solltet ihr das Datenpaket schon vor der Abreise nach Brasilien kaufen (wenn ihr noch eine stabile Internetverbindung habt) und dann sollte es sich auch automatisch verbinden, wenn ihr ankommt. Wenn ihr das Datenpaket nicht vorher kauft, könnte es sein, dass ihr warten müsst, bis ihr in Brasilien W-Lan habt. Um ein Uber zu nehmen oder auf Google Maps etwas nachzuschauen, braucht ihr die Internetverbindung schon bei Ankunft.

Die brasilianische Küche

Ihr möchtet in Brasilien bestimmt auch die kulinarische Seite des Landes kennenlernen. Ganz oben auf der Liste sollte da ein Churrasco stehen, ein ordentliches Steak. Ein sehr traditionelles Gericht ist die Feijoada, ein Bohneneintopf mit Schweinefleisch. Es gibt auch kleinere Snacks, die man überall an der Straße bekommt, zum Beispiel Coxinha (eine riesige Krokette mit Hühnchen, die aussieht wie eine Hähnchenkeule) und Pastel (eine frittierte Teigtasche mit Käsefüllung). Dazu gibt es oft Zucker-Rohr-Saft.

Wenn ihr in Brasilien Pizza esst, dann gibt es die oft mit einem gefüllten Rand. Die Füllung aber ist anders, als man sie aus Europa kennt. Es ist Catupiry, ein brasilianischer Frischkäse. Auch der hat einen ganz eigenen Geschmack.

Die traditionellsten Gerichte in Brasilien sind mit Reis und Bohnen und dazu gibt es oft Hühnerbrust.

Etwas, was man in Brasilien überall als Snack bekommt, ist Açaí. Das sind Beeren aus dem Amazonasgebiet, die zerkleinert und tiefgefroren werden. Açaí soll ein Energielieferant sein. Wenn es reiner Açaí ist, muss man sich auch um die Kalorien keine Gedanken machen. Allerdings gibt es ein großes Aber! Es wird oft mit Granola oder gezuckerter Kondensmilch serviert und das hat einen erheblichen Einfluss auf die Kalorien. Charlie hat sich in Brasilien immer gerne nach dem Surfen ein Açaí gegönnt.

Getränke in Brasilien? Muss man die Frage überhaupt stellen? Darauf kann es so oder so nur eine Antwort geben: Caipirinha. Charlie machte aber eine interessante Beobachtung. Wie es scheint, sind die Brasilianer beim Cachaça geteilter Meinung. Einige lieben ihn so sehr, dass sie ihn sogar pur trinken, andere trinken ihren Caipirinha lieber mit Wodka. Man muss sich auch nicht strickt an Caipi mit Limetten halten. Man bekommt Caipirinha (oder Caipifruta) mit allem, was an Früchten verfügbar ist. Maracuja solltet ihr probieren!

Trinkgeld in Brasilien

Wenn man in Brasilien in einem Restaurant isst, kommen für gewöhnlich 10-13 % Bedienungszuschlag zur Rechnung hinzu. Es wird nicht erwartet, zusätzlich Trinkgeld zu geben. Auch Tourguides und Taxifahrer erwarten in Brasilien kein Trinkgeld, wenn man im Voraus für einen Ausflug bezahlt hat. (Bei Free Tours ist das natürlich anders.)

In Restaurants mit Live-Musik wird für gewöhnlich ein Zuschlag für die Unterhaltung berechnet. Wenn ihr unsicher seid, solltet ihr fragen, bevor ihr euch setzt. Wann immer Charlie das bezahlt hat, waren es ungefähr 3 Dollar umgerechnet, pro Person.

Sprache in Brasilien

Die Amtssprache in Brasilien ist Portugiesisch. Es unterscheidet sich aber stark vom europäischen Portugiesisch. In den Städten kommt man auch mit Englisch zurecht, aber Charlie war mehrmals froh darüber, ein bisschen Portugiesisch zu sprechen. Man sollte nicht erwarten, dass die Brasilianer Englisch sprechen oder verstehen.

Charlie machte zu Beginn ihrer Reise einen Sprachkurs in Rio und das war die beste Entscheidung überhaupt. Sie lernte nicht nur die Grundlagen der Sprache, sondern bekam auch gute Einblicke in die Kultur und ein paar nützliche Tipps für ihren Aufenthalt. Die Sprachschule organisierte zudem Aktivitäten, bei denen Sprachschüler und Einheimische zusammenkamen. Außerdem ist die Sprachschule auch Anlaufstelle, wenn man in Brasilien Hilfe braucht.

Ein herzliches Willkommen

Wenn man Portugiesisch spricht, hat man in Brasilien noch einen weiteren Vorteil: Man wird noch viel herzlicher aufgenommen als sowieso schon und die Einheimischen werden sofort zu Freunden. Die Brasilianer sind sehr herzlich und einladend. Es gehört zur Kultur, dass mehr gekocht wird, als benötigt, für den Fall, dass kurzfristig Gäste hinzukommen. Zudem bekommt man auch in Kunstgalerien oder Surfschulen einen Kaffee angeboten, ohne danach fragen zu müssen. Wenn man die Sprache spricht, bekommt man von all dem sogar noch mehr.

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