Der Morgen danach: Abschieds-Nacht in Corralejo
Mancher Morgen ist schwer
Nur 4 Stunden Schlaf und eine unzählbare Menge an Bier, Wein und Ron Miel, machten diesen zu einem schwierigen Morgen. Aber es war Charlies letzter Urlaubstag und um 10 ging es ein letztes Mal in diesem Urlaub in die Wellen. An jedem anderen Tag hätte es Charlie und Grace wahrscheinlich gestört, dass sie nicht gleich den richtigen Surfspot fanden und eine Weile durch die Gegend fuhren, aber an diesem Tag, kam es doch sehr gelegen.
Auf Umwegen zum perfekten Surfspot
Zuerst fuhr Giulio in Richtung Flag Beach, wo die Bedingungen super waren, was aber alle anderen Surfschulen auch wussten. Da war an diesem Morgen einfach zu viel Getümmel. Also ging es weiter entlang der Ostküste in südlicher Richtung. Aus dem Van auszusteigen, um durch die Dünen bis ans Wasser zu laufen, um dann festzustellen, dass die Wellen nicht geeignet waren, hielten Charlie und Grace auch für keine gute Idee. Es war doch gerade so gemütlich und es war, wie gesagt, kein leichter Morgen.
Am Ende fuhren sie wieder nach Corralejo zurück und gen Norden nach La Caleta. Hier waren die Bedingungen super, auch wenn es viel Paddeln bedeutete. Nicht, dass sie das in der Vergangenheit nicht schon einmal getestet hätten, war es doch eine freudige Überraschung, dass in dem Moment, als sie im Wasser waren, die Auswirkungen der vergangenen Nacht wie weggespült waren.
Für Charlie stellte sich dieser letzte Surftag sogar als der beste heraus: Zum ersten Mal gelang es ihr die Welle bis zum Ende zu surfen und erst bei dem Versuch, sich wieder aufs Surfbrett zu legen, ins Wasser zu fallen. Vielleicht sollte sie jetzt immer mit einem Kater surfen?
Noch mehr Karaoke
Nach dem Surfen nahm die Gruppe an diesem Tag einen kleinen Umweg: Zur Bäckerei in Lajares. Charlie hatte sich schon gefragt, wenn sie dort mal anhalten würden. Die letzten Male, als Charlie in dem für sie besten Surfcamp in Fuerteventura war, war diese Bäckerei nach jeder Surfstunde das Ziel.
Charlie und Grace saßen hinten im Van und von dieser Position konnte sie niemand davon abhalten, noch ein weiteres Lied zum Erinnerungsalbum hinzuzufügen: Es lief Pretty Woman und die beiden nahmen die Gelegenheit beim Schopf, ihre Rockstar-Phantasien noch einmal auszuleben.
Endlich mal Zeit für die Schönheit
Wenn schon der Schönheitsschlaf ein bisschen zu kurz gekommen war, wollte Charlie zumindest ihren Friseurtermin am Nachmittag nicht verpassen. Manch einer denkt jetzt vielleicht, dass das ganz schön riskant ist, einem Friseur zu vertrauen, den man überhaupt nicht kennt, aber für Charlie hatte sich das schon in der Vergangenheit als gute Idee erwiesen. Mal abgesehen davon, dass eine Kopfmassage unter warmem Wasser an diesem Tag sehr gelegen kam, machte es auch insgesamt Sinn: Es war wesentlich günstiger als jeglicher Friseur, den man in London finden würde und Charlie musste sich keine Gedanken darüber machen, wie ein Friseurtermin in ihren Zeitplan passen würde.
Zurück im Camp hatte es sich Grace auf einem der großen Sitzsäcke gemütlich gemacht und noch etwas Schlaf nachgeholt. Leanne verkündigte fröhlich, dass sie sich jetzt entschieden habe, am Donnerstag eine Entscheidung zu treffen, wo der nächste Flug hingehen würde. Mal schauen, ob ihr das dann am Donnerstag wirklich gelingen würde. Charlie kennt das ja selbst nur zu gut…
Jugendlicher Leichtsinn
An diesem Nachmittag wurden die drei – Charlie, Grace and Leanne, zudem auch noch Zeugen jugendlichen Leichtsinns wobei sie vom Camp aus die beste Sicht auf die Geschehnisse hatten: Ein Junge von ungefähr 12/13 Jahren musste seine Angelkünste auf die Probe stellen und welch bessere Gelegenheit könnte sich da bieten, als die Baby-Haie, die seit 3 Tagen in der Bucht zu Besuch waren. Mit der Angel sah er etwas professioneller aus als der kleine Junge, der zwei Tage zuvor versucht hatte, einen der Haie mit den Händen zu packen, jedoch ist der große Ruhm ausgeblieben. Simone – ihr erinnert euch an den verrückten Italiener? – war direkt zur Stelle, um Bilder von dem geangelten Hai zu machen. Dabei war er allerdings nur einer von vielen.

Für die meisten Strandbesucher war es wohl das Highlight des Tages. Leanne allerdings war außer sich. Wieso sagt denn hier keiner was? Merken die denn nicht, dass das nicht ok ist, einen wilden Hai einfach zu angeln? Schlussendlich war es einer der Kellner aus dem Chupitos nebenan, der sich in die Menge drängelte und den Jungen zwang, den Hai wieder freizulassen. Es dauerte auch nicht lange, bis die Polizei zur Stelle war und dem kleinen Angler Bewusst wurde, dass es wohl nicht so heldenhaft war, wie er sich das vorgestellt hatte. Er ist aber mit einem blauen Auge davongekommen, jedoch hat er seine Angel nicht wiederbekommen. Etwas bedröppelt verließ er den Strand.
Musik, die Spuren hinterlässt
Die Stimmung an diesem Nachmittag im Camp war etwas merkwürdig, so wie das immer ist, wenn Leute abreisen – wie in diesem Fall die drei Österreicher. Gemeinsam gingen die drei Mädels die vorherige Nacht noch einmal durch wobei ein paar ABBA-Songs nicht fehlen durften. Kennt ihr das, wenn Lieder, die ihr schon immer kanntet, plötzlich eine völlig neue Bedeutung bekommen, weil sie nun mit einer Erinnerung verbunden sind? Charlie jedenfalls wird „Hero“ von Enrique Iglesias, „Last Christmas“ von Wham, „Knowing me, knowing you“ von ABBA und „Infinity“ nie wieder hören können, ohne sich dabei an eine der besten (und längsten) Billabong-Nächte zu erinnern..

Obwohl es keiner der drei so richtig danach war, auszugehen, war es doch Charlies letzter Abend und sie wollte gern noch einmal Tapas essen. Das Pincha Cabra war immer noch geschlossen?, wie Charlie vor ein paar Tagen bereits festgestellt hatte, also entschlossen sie sich, noch einmal ins Tapas Oscar zu gehen. Dieses Mal wurde Ihnen auch tatsächlich der Hauswein serviert.
Wenn ihr wissen möchtet, wie der Abschied und die Heimreise verliefen, lest den letzten Artikel über die Fuerteventura-Reise im Februar 2019 oder geht direkt zur nächsten Reise nach Corralejo über.
PS: Leanne traf tatsächlich ein paar Tage später eine Entscheidung und sie entschied sich, noch nicht nach Hause zu fliegen. Gran Canaria war der nächste Stopp.