Wochenend-Ausflug nach Fuerteventura
Surfen, SUP und nette Leute treffen bei strahlendem Sonnenschein
Mit der Zeit und bedingt durch einige negative Erfahrungen auf der Arbeit, war Charlie mittlerweile daran gewöhnt, über ihren Geburtstag zu verreisen. Sie hatte diesen Tag in der Vergangenheit bereits einmal im besten Surfcamp in Fuerteventura verbracht und es sehr genossen. Aus diesem Grund entschied sie sich für einen kleinen Wochenend-Ausflug, um für ihren Geburtstag das geschäftige Treiben in London gegen zwei Tage Surfen einzutauschen.
Nur übers Wochenende wegfliegen

Charlie achtet sowieso immer sehr auf die Flugpreise, insbesondere wenn sie nur für ein paar Tage verreist. Aus irgendeinem Grund waren die Flugpreise nach Fuerteventura ganz schön in die Höhe gegangen in diesem Jahr. David und Ann vom Billabong Surfcamp bestätigten diesen Eindruck und hatten einen bemerkbaren Rückgang and Gästen verzeichnet. (Wirklich schade für einen so großartigen Ort!)
Schon mal von Birmingham geflogen?
Unter den zahlreichen Londoner Flughäfen konnte Charlie keinen Flug zu einem vertretbaren Preis finden, doch sie erinnerte sich, dass der Zug nach Birmingham, wo sie vor einiger Zeit einen Freund besucht hatte, auf dem Flughafen Birmingham International hielt. Das waren mit dem Zug von London Euston nur zwei Stunden (was nicht viel länger ist, als man zu gewissen Londoner Flughäfen braucht). Perfekt! Charlie fand einen Flug zu einem guten Preis, der Freitagmorgen abfliegen und am Montag zurückkehren würde. Das war genau, wonach Charlie gesucht hatte. Einen Nachteil gab es allerdings: Sie würde in der Nacht zuvor nach Birmingham fahren müssen, um den Flug um 6 Uhr morgens zu bekommen. Sie war aber bereits daran gewöhnt, auf Flughäfen zu übernachten. Dank des Restaurants Bennie & Frankies am Flughafen Birmingham, schlief Charlie sogar recht gut, denn dort gab es eine gepolsterte Bank, die noch frei war, als Charlie ankam.
Der Flug nach Fuerteventura verlief normal ohne etwas Erwähnenswertes. Allerdings lernte Charlie eine Lektion nach der Ankunft: Auch wenn man sich an einem Ort bereits gut auskennt und den Fahrplan der Busse fast auswendig kennt, sollte man sich dennoch vor Ankunft informieren, denn es könnte ein Feiertag sein. Trotz der Wartezeit auf den Bus, kam Charlie an jenem Freitag bereits um 13 Uhr im Billabong Surfcamp an und hatte ausreichend Zeit, ein paar Einkäufe zu erledigen, bevor die anderen Surfer im Camp ankamen. Charlie freute sich schon darauf, neue Bekanntschaften zu machen.
Wem sie im Camp begegnet ist
Die ersten Leute, die sie traf, als sie sich gerade ein Sandwich zubereitete, waren Olga und Lorenzo. Olga würde 6 Wochen im Camp bleiben, um die Zeit zwischen Jobs sinnvoll zu verbringen. Lorenzo war nicht zum ersten Mal im Camp und verbrachte einen Urlaub dort, um sich wieder mit anderen Surfern zu treffen, die er dort zuvor kennen gelernt hatte. Sowie Charlie auch, waren sie alle schon mehrere Male im Billabong Surfcamp gewesen. Charlie war beeindruckt, dass es tatsächlich Leute gab, die es schafften, sich dort erneut wieder zu treffen. Diejenigen, die Charlie bisher getroffen hatte, wollten sich auch wieder treffen, fanden aber einfach nie einen Zeitpunkt, der allen passte.
Lorenzo traf sich im Camp mit dem Schweizer Benji, dem Österreicher Louis und dem Schweden Simon. Sie alle waren schon mehrere Male im Camp gewesen und hatten in verschiedenen Teilen der Welt gesurft. Vor allem Benji hatte den Traum ausgelebt! Er hatte mehrere Monate in Kalifornien verbracht, um surfen zu lernen.
Charlie hatte auch ein kurzes Schwätzchen mit Sarah und Kyle. Kyle war aus Schottland, Sarah ursprünglich aus Italiener, lebte aber mit ihm zusammen in Schottland. Ihr Englisch verriet den schottischen Einschlag sofort. Gegen Abend hatte Charlie ein kleines Schläfchen in der Hängematte gemacht und es wurde ein bisschen kühl. Aus diesem Grund liebt Charlie diesen Ort so sehr! The Leute sind immer super nett und achten aufeinander, auch wenn man sich gerade erst kennengelernt hat.
Am Nachmittag lernte Charlie auch Helena und Erika kennen. Helena war aus der Schweiz und Erika aus Brasilien, lebte aber in Schweden. Charlie kannte gar nicht die ganze Geschichte, wie die beiden sich kennen gelernt hatten, war aber erneut beeindruckt, von den Dingen, die die Leute, die sie auf Reisen traf, zu erzählen hatten.
Stand-Up Paddling vor dem Camp
Olga hatte die Idee, am Nachmittag vor dem Camp zu paddeln, da das Meer an diesem Tag sehr ruhig war und geradezu dazu einlud. Charlie, Helena, Erika und Ana schlossen sich an. Ana war nur für ein paar Tage im Camp, da sie auf Gran Canaria lebte und lediglich die Surf-Kultur einer der anderen Inseln kennen lernen wollte.
Dieses Mal paddelten sie quer durch die Bucht, zum Hafen und um ein Boot herum, dass an ein Piratenschiff erinnerte. Beim letzten Mal war Charlie mit Grace und Leanne lediglich bis zum Ende der Absperrung gepaddelt, um die Bretter an Bojen zu befestigen und einfach in der Sonne auf dem Meer zu treiben. An diesem Tag legten sie ein paar Schwimmstopps ein, um sich im Wasser abzukühlen, da es ein sehr heißer Tag war. Charlie genoss es, im warmen Wasser des Atlantiks zu planschen.

Stand-Up Paddeln bei Sonnenaufgang
Olga war auch am Samstagmorgen paddeln, was Charlie sehr überraschte, da sie dachte, das ginge erst, wenn David oder Ann das Büro geöffnet hatten. Olga hatte am Vortag um den Schlüssel gebeten und sie hatten eine Ausnahme gemacht. Im Gegenzug musste sie aber am Morgen ein bisschen aushelfen. Als die anderen davon hörten, entschlossen sie am Sonntagmorgen alle zusammen heraus aufs Meer zu paddeln. Sie beobachteten den Sonnenaufgang vom Camp aus und waren im Wasser, sobald die Sonne am Himmel stand. Das Wasser war sehr ruhig und ähnelte eher einem See denn dem Meer. Es war die perfekte Gelegenheit, die Rochen im Wasser zu beobachten. (Helena schaute später nach, um welche Art genau es sich handelte, aber Charlie hat den Namen vergessen.) Sie paddelten an der Küste entlang in Richtung Rocky Point und ihnen wurde ein Blick auf die Insel geboten, den Charlie noch nie zuvor gesehen hatte. Als sie anschließend im Camp zurück waren, frühstückten sie alle gemeinsam bevor es um 10 Uhr zum Surfen ging.
Wieder auf dem Surfbrett stehen
Das letzte Mal surfen war schon ein paar Monate her und Charlie wusste nicht, an wie viel sich ihre Muskeln erinnern würden. Die Wellen an diesem Wochenende waren recht klein und alle warteten auf den nächsten hohen Seegang. Ein paar andere waren etwas enttäuscht als sie an jenem Morgen an Giulio’s Geheimspot ankamen und die Größe der Wellen sahen, aber Charlie war einfach nur glücklich wieder auf dem Brett zu stehen und sie genoss das Surfen an beiden Tagen.

An jenem Samstag waren sie in der Gruppe mit dem Surflehrer Fede, der für gewöhnlich mit etwas Theorie beginnt. Er erklärte, wie man in kleinen, schwächeren Wellen an Geschwindigkeit gewinnt. Er demonstrierte die Technik des Pumpens mit den Beinen und Charlie hatte etwas, was sie übers Wochenende üben konnte.
Sonntag hatten sie die Surfstunde mit Giulio und er gab Charlie ein paar nützliche Tipps, wie sie effizienter paddeln konnte um beim Wellen haschen mehr Geschwindigkeit zu bekommen. Charlie hatte auch zum ersten Mal die GoPro dabei und nahm sich selbst und die anderen beim Surfen auf. Als sie anschließend im Camp zurück waren, waren alle gespannt zu sehen, wie die Bilder geworden waren. Bei einem Tropical (dem Bier der Kanaren) lachten sie herzlich über so manche Pose.
Wo Surfer in Corralejo Mittag essen: La Lonja und Citrus

Am Freitag hatten sie alle ihr Mittagessen im Camp zubereitet, am Samstag ging Charlie mit Olga, Helena und Erika auswärts essen. Olga kannte ein traditionelles Restaurant am Hafen mit den Namen “La Lonja”. Das Gebäude war mit beeindruckenden Graffitis verziert, die denen in London in nichts nachstanden, und war ursprünglich als Bootsschuppen erbaut worden. Man konnte sehen, dass der Fisch, der hier auf den Tisch kam, direkt von den Booten vor Ort kam. Erika erinnerte sich an ihren Heimatort in Brasilien, wo es ein ähnliches Restaurant am Wasserufer gab. Dort musste man manchmal lange auf die Bestellung warten, da diese noch nicht vom Meer eingetroffen war. (Ein weiterer Ort für Charlie’s immer länger werdende Traumziel-Liste.)
Auch im “La Lonja” müssten die vier Mädels eine Weile warten, allerdings nicht auf ein Fischerboot, sondern darauf, dass andere Gäste fertig und ein Tisch frei wurde. Wartezeit kann ein bisschen nervig sein, wenn man Hunger hat, aber es ist immer ein gutes Zeichen, wenn ein Restaurant gut besucht ist. Charlie kann diesen Ort sehr empfehlen. Die Tapas und Paella, die sie sich teilten, waren vorzüglich und sie hatten auch einen gutaussehenden Kellner, der mit dem Flirten gut dabei war.
Alte und neue Bekanntschaften
Am zweiten Tag gesellte sich Charlie zu zwei Engländerinnen zum Mittagessen, die sie erst an diesem Tag kennen gelernt hatte: Suzanna und Michelle. Suzanna war schon viele Male zuvor im Camp gewesen und hatte dort ihren Freund kennen gelernt, mit dem sie jetzt in London zusammenlebte. Sie erinnerte sich auch an einen anderen Surflehrer, der zuvor im Camp Stunden gab, Kike, und ebenfalls an diesem Wochenende zu Besuch war. Bei ihm hatte Charlie vor einiger Zeit ihre allerersten Surfstunden und sie war erneut überrascht, dass alle Surflehrer sich an sie erinnerten. Erstaunlich, wenn man bedenkt, wie viele Leute sie mit der Zeit im Surfen unterrichten. Es ist ein schönes Gefühl, an einen Ort zurückzukehren, wo die Leute sich an einen erinnern und man mit einer Umarmung begrüßt wird.
Charlie ging mit Suzanna und Michelle zum Mittagessen zu Citrus. Es war eine kleine Bar um die Ecke, wo Charlie zuvor schon einmal Mittag essen wollte, die damals aber aus irgendeinem Grund geschlossen gewesen war. Sie erinnerte sich auch an die Leute, mit denen sie damals unterwegs war. Darunter war auch ein Italiener, der es für eine gute Idee hielt, die kurze Strecke barfuß zu laufen. Das ist nie eine gute Idee in einem warmen Land, denn der Asphalt kann erstaunlich heiß werden! Er lernte seine Lektion an jenem Tag und die Mädels trugen ihn zum Camp zurück. (Ja, ihr dürft bei der Vorstellung gerne lachen!)
Charlie hatte sofort einen Draht zu Suzanna und Michelle. Sie beide waren auch bereits viel gereist und hatten einige Jahre Tanzerfahrung. Suzanne lebte ebenfalls in London und sie machten aus, sich dort auf jeden Fall wieder zu treffen. Nach einer sehr netten Unterhaltung beim Mittagessen wusste Charlie, dass sie gerade neue Freundschaften geschlossen hatte, die sie mit nach Hause nehmen würde. Es war ähnlich mit einer ihrer engsten Freundinnen in London, Jagoda, die sie ebenfalls im Billabong Surfcamp kennen gelernt hatte.
Abendgestaltung unter Surfern
Charlie verbrachte den Rest des Nachmittags und den Abend mit Suzanna und Michelle. Sie hatten ein Cabrio gemietet und wollten nach El Cotillo, einem weiteren großartigen Surfspot an der Westküste, von wo aus man den Sonnenuntergang beobachten konnte. Suzanna hatte den Sonnenuntergang dort bereits gesehen, als sie ihren Freund auf Fuerteventura kennen lernte. Nun wollte sie das mit Charlie und Michelle teilen. Die anderen blieben an diesem Abend im Camp, da Lorenzo angeboten hatte Nudeln auf traditionelle italienische Art zu kochen. Wieder hatte Charlie ein kleines Déjà-vu als sie sich an ein paar Italiener erinnerte, die im bei einem vorherigen Aufenthalt im Camp Carbonara zubereitet hatten, dabei aber die Küche in ein Chaos gestürzt hatten.

Road-Trip bei Sonnenuntergang
Die drei Mädels machten also an diesem Abend einen kleinen Ausflug nach El Cotillo. Charlie lässt die Bilder hier für sich selbst sprechen.
Als sie nach Corralejo zurückkehrten, waren sie sehr hungrig, hatten aber die Mahlzeit, die Lorenzo im Camp zubereitet hatte, verpasst. Denen zufolge, die etwas davon hatten, war es sehr schmackhaft. Den drei Mädels stand es nach Burgern und sie gingen zu einer Bar, von der David Charlie erst an diesem Tag erzählt hatte: Single Fin. Charlie konnte kaum glauben, dass sie dort noch nie gewesen war und es war auf jeden Fall eine gute Wahl. Es ist direkt gegenüber der Karaoke Bar Flicks, wo Charlie zuvor bereits so manch eine interessante Nacht verbracht hatte.

Gut gesättigt kehrten sie dann ins Camp zurück, um mit den anderen ein Bierchen und einen Honigrum zu genießen. Zu späterer Stunde kamen auch noch Mojitos hinzu, die Simon für alle zubereitete, nachdem Lorenzo noch schnell zum Supermarkt gesprintet war, um die fehlende Zutat, Limetten, zu besorgen. Wenn ein Italiener überstürzt aus dem Camp rennt, kann das viele Gründe haben, in diesem Fall waren es die Öffnungszeiten des Supermarktes. Er hatte 4 Minuten. Die Qualität der Mojitos später sorgte für Diskussionen am Tisch, aber Charlie schmeckte der Cocktail. Simon hatte das gut gemacht!

Drei völlig verschiedene Abende mit den gleichen Leuten
Charlie hatte dieses Mal ganze drei Abende im Camp und alle drei liefen völlig unterschiedlich ab. Freitagnacht gingen sie alle zusammen zum Tapas Oscar. Tapas sind immer eine Pflicht, wenn man in Corralejo ist. Nach dem Essen ging es in die Buena Onda, DER Surfer-Bar im Ort und ebenfalls ein Muss. Die Jungs hatten in jener Nacht große Pläne, was deutlich wurde als dem Wein und Bier verschiedene Cocktails folgten. Da Charlie die Nacht zuvor auf dem Flughafen verbracht hatte, war sie leider zu müde, um es bis nach Mitternacht durchzuhalten, aber sie hörte, dass die anderen eine aufregende Nacht im Waikiki hatten und kurz vor Sonnenaufgang erst zum Camp zurückkehrten.
Die Folgen des Alkohols traten am Samstag deutlich zu Tage, sodass der nächste Abend recht gesittet ablief. Der Surflehrer Fede blieb etwas länger im Camp und erzählte von seiner Band. Sie waren dabei, ein Studioalbum aufzunehmen und er spielte ein paar Songs, die sie bereits im Kasten hatten. Charlie war sichtlich beeindruckt von den Klängen. Wenn ihr auch mal reinhören wollt, dann folgt am besten auf Instagram: @ilex_sounds.
Die Jungs hatten ihr Abendessen auswärts, aber Charlie hatte zum Mittag im „La Lonja“ zu viel gesessen (es war zudem ein spätes Mittagessen um 16 Uhr). Sie hatte lediglich ein paar Knabbereien im Camp. Dafür, dass es eine ruhige Nacht im Camp war, wurde es doch recht spät und das Tropical und der Honigrum flossen reichlich für Charlie, Benji und Simon. Eine Nacht voller Honigrum ist ein weiteres Muss, wenn man auf den Kanaren ist. Außerdem wurden in dieser Nacht ein paar weitere Songs den Surf-Memoiren hinzugefügt: Beim letzten Mal waren es Hero von Enrique Iglesias und Knowing me, knowing you von Abba, dieses Mal war es Fool’s Garden mit Lemon Tree.
Bis wir uns wieder sehen
Als sie sich alle am Montagmorgen verabschiedeten bevor Charlie ihre Rückreise antrat, waren sie sich sicher, dass sie sich im Billabong Surfcamp wieder begegnen würden. Charlie hatte neue Freundschaften geschlossen und was in Wirklichkeit nicht mehr als ein Wochenend-Ausflug war, fühlte sich wie ein kompletter Urlaub an, da in nur 2,5 Tagen so viel passiert war. Charlie hatte gar nicht erwähnt, dass es ihr Geburtstag war, dennoch war es die perfekte Geburtstagsfeier.
PS: Bei Charlie’s Rückkehr musste sie am Flughafen die übliche Passkontrolle durchlaufen und es kamen die üblichen Fragen: Leben Sie hier in England? Von wo sind Sie geflogen? Wie lange waren Sie da? Charlie antwortete: Ja. Von Fuerteventura. Nur übers Wochenende. War das für Ihren Geburtstag? Happy Birthday! Grenzkontrollen können manchmal überraschend freundlich ablaufen.