Burlington
Vermont im Herbst erleben
Oftmals ist der Weg viel bedeutsamer als das Ziel. Für Charlies Ausflug nach Vermont war das auf jeden Fall zutreffend. Sie nahm den Greyhound-Bus von Boston nach Burlington. Der Sitzplatz wurde zugeschrieben und sie hatte keine Entscheidungsgewalt. Sie würde normalerweise nicht in der ersten Reihe sitzen. Es stellte sich aber als Segen heraus. Als der Bus durch New Hampshire fuhr, war Charlie beim Anblick der Bäume in allen Tönen von Gelb, Orange und Rot einfach nur sprachlos. Das war der Grund, warum sie im Herbst nach Vermont wollte. Jetzt musste sie ja gar nicht mehr nach Burlington, oder? Sie fuhr natürlich trotzdem hin und es wurde nur noch besser.
Ankunft in Burlington
Als Charlie die Reise plante, entschied sie nach Verfügbarkeit von Unterkünften und Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. Sie hatte sich nicht weiter über Burlington informiert und auch nicht bemerkt, dass es direkt am Lake Champlain lag. Das war die nächste Überraschung als der Bus in den Ort hineinfuhr. Es war kurz nach 18 Uhr und die Sonne stand bereits recht niedrig. Alles erschien golden. Nach der 5-stündigen Fahrt war die Windschutzscheibe des Busses allerdings recht beschmutzt und Fotos waren nicht möglich. Charlie stieg am Busbahnhof in der Innenstadt aus, schnappte sich ihr Gepäck und lief schnurstracks zum Ufer des Sees. Das Timing war perfekt für Fotos vom Sonnenuntergang. Charlie war sehr froh über all die Dinge, die sie schon bei der Anreise nach Vermont gesehen hatte.
Die Stadt Burlington
Burlington war wesentlich größer als Charlie erwartet hatte. Es gibt eine Universität und man spürt, dass man in einer Studentenstadt ist. In Cafés sieht man nicht nur Laptops, sondern auch Bücher. Der Bus wird auch mal zum Klassenzimmer, wo Studenten die Vorlesung nacharbeiten. Und in dem Geschäft, in dem Charlie Postkarten kaufte, konnte man auch alle möglichen Dinge mit dem Logo der Universität von Vermont kaufen.
Die Ecken von Burlington, die ihr euch auf jeden Fall ansehen solltet, sind der Church Street Marketplace mit seinen farbenfrohen Dekorationen und vielen Geschäften und Restaurants, das Ufer und Lake Champlain.
Man sieht in Burlington auch viel Streetart. Charlie konnte nichts weiter darüber ausfindig machen, aber es war nicht schwierig, hübsche Murals zu finden. Man muss nicht einmal danach Ausschau halten.
Als Besucher in Burlington
Charlie kam in einem AirBnB in der Südstadt von Burlington unter, in der Nähe des Flughafens und es gab eine direkte Busanbindung in die Innenstadt. Es dauerte ungefähr eine halbe Stunde und kostete 2 Dollar pro Strecke. Die öffentlichen Verkehrsmittel funktionieren in Burlington sehr gut, bestimmt wegen all der Studenten. Es gibt auch ein gutes Netzwerk an Radwegen.
Burlington eignet sich das ganze Jahr über als Reiseziel. Im Sommer sind es der Champlain-See und Segelabenteuer, die Touristen anziehen; im Herbst sind es die Farben der Bäume und in der kalten Jahreszeit sind es Wintersportarten. In der Nähe von Stowe ungefähr 30 Minuten von Burlington gibt es Ski-Lifte und bereits im Oktober sah Charlie Werbetafeln für das Schärfen von Schlittschuh-Kufen und dem Tausch von Snowboard-Ausrüstung. Scheinbar kann man im Winter auf dem Lake Champlain Schlittschuh laufen. Natürlich laden auch die Berge ganzjährig zum Wandern ein.
Geführte Touren in und um Burlington
Wenn ihr in Burlington nach einer geführten Tour sucht, wird euch schnell auffallen, dass es nicht viel Angebot gibt. Man findet in erster Linie Audio-Guides, die man herunterladen kann. Es gibt aber auch eine Trolley-Tour, mit der man Burlington entdecken kann. Charlie machte nicht die Stadtrundfahrt, sondern nahm den Burlington Trolley für eine Herbst-Tour ins Umland. Schließlich war sie aus genau diesem Grund in Vermont. Leider hatten die Bäume Anfang Oktober noch nicht die Farben gewechselt und alles war noch immer vorrangig grün. Charlie genoss die Tour trotzdem, um etwas mehr von der Umgebung zu sehen, darunter auch der höchste Aktenschrank der Welt. Ja, die Stadt hält einen Guinness-Weltrekord.

Die Herbst-Tour führte nach Shelburne südlich von Burlington. Das soll der beste Ort sein, um die Herbstfarben zu sehen, wenn sie erst einmal da sind. Charlie erkannte, warum das so ist: Shelburne liegt etwas höher als die Landschaft, die es umgibt, und bietet gute Ausblicke auf die Wälder. Es gibt zudem das Shelburne Museum, einen weitläufigen Park mit verschiedenen Häusern, in denen sich Ausstellungen befinden. Charlie spazierte durch den Park. Ihr war nicht nach einem Museumsbesuch. Sie wollte einfach die Natur genießen!
Der Trolley fuhr dann durch Charlotte und Hinesburg und hielt an einer Brauerei mit Pizzeria. Rund um Burlington wird viel Bier gebraut und Brauerei-Touren sind die Ausflüge, die man am leichtesten findet. Für Charlie war die Bierverkostung ein kleines Extra. Hauptaugenmerk der Tour waren die Ausblicke über die Landschaft mit den Bergen im Hintergrund zu beiden Seiten.
Neben Brauerei-Touren kann man in der Gegend auch Weinberge sehen und es gibt auch ein Teddybär-Museum. Wenn ihr in Vermont seid, solltet ihr auch eines der vielen Produkte aus Ahorn probieren.
Radtour in Burlington
Ein Besuch in Stowe war leider mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht möglich. Sie hätte gerne mit dem Skilift die Herbstfarben von oben gesehen. Dafür bräuchte man aber ein Auto. Was möglich war, war eine Radtour am Lake Champlain entlang. Das Wetter war an den Tagen, als Charlie in Burlington war, herrlich und das musste sie nutzen. Direkt am Ufer gibt es einen Fahrradverleih, Local Motion, und man sollte vorher online reservieren. Charlie lieh sich für den Tag ein E-Bike aus.
Der Verleih ist direkt an einem der beliebtesten Radwege, der Island Route, die Burlington mit den Inseln im See verbindet. Es ist gut erkennbar und gut ausgeschildert. Die Route führt am See entlang mit herrlichen Ausblicken und Zugang zu ein paar Stränden. Charlie radelte weiter nach Norden, um zu den Inseln zu kommen. Sie kam am sogenannten Airport Park an einem Fußballfeld vorbei, von wo aus der Radweg durch einen Wald führte, bevor er sich wieder zum See öffnete. Man hatte nun das Wasser an beiden Seiten. Das war der schönste Radweg, den Charlie je zuvor gesehen hatte! Sie war hin und weg.
Leider konnte sie nicht bis zu den Inseln, da der Radweg an einer Stelle unterbrochen ist, um Segelboote passieren zu lassen. In dem Sommermonaten gibt es eine Fahrrad-Fähre. Im Herbst aber fährt diese nur an Wochenenden und Charlie war an einem Dienstag dort. Sie radelte nach Burlington zurück und weiter gen Süden bis zum Red Rock Park. Dort fand sie eine weitere hübsche Stelle am See und es war wesentlich ruhiger als die Route nach Norden.
Wenn ihr in Burlington seid, solltet ihr auf jeden Fall am See entlang radeln. Je nachdem, wie weit ihr wollt (und ob ihr mit der Fähre auf die Inseln übersetzen wollt), sind drei Stunden für den Fahrradverleih ausreichend. Für Charlies Tour wäre es das gewesen.
Vermont von oben
Charlie konnte leider nicht zum Skilift in Stowe; dafür fand sie etwas viel Besseres, um die Herbstfarben von oben zu sehen: Eine Ballon-Fahrt. Der Anbieter war Balloon Vermont und man muss im Voraus online reservieren. Ihr solltet das für die ersten Tage in Vermont einplanen, da es passieren kann, dass es wetterbedingt verschoben werden muss. Der Pilot hatte eine Route ausgewählt, von der aus man bereits schöne Herbstfarben sehen konnte. Charlie konnte somit den Herbst in ganzer Pracht aus der Vogelperspektive genießen!