Portland
Ein Besuch in der Stadt der Rosen
Überall sind Rosen, kein Scherz. Scheinbar sind Rosen ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor in Portland, sogar so wichtig, dass die Rose zum Symbol der Stadt Portland (kurz PDX) wurde. Überall in der Stadt sieht man das Symbol der Rose.
Viel Geschichte in einem kurzen Zeitraum
Die erste Tour, die Charlie gleich am Abend ihrer Ankunft in Portland machte, war eine Geister-Tour. Das ist immer eine unterhaltsame Weise, um etwas über die Geschichte eines Ortes zu lernen. In diesem Fall, in einer Stadt, die noch keine 200 Jahre alt ist, ging es bei allen Geistern fast ausschließlich um die dunkle Vergangenheit der Stadt, die Menschenhandel im Untergrund, in den sogenannten Shanghai-Tunneln, beinhaltet. Warum Shanghai? Es war das Reiseziel vieler Schiffe, auf die die entführten Männer gebracht wurden, um zu arbeiten.
Während der Tour ging es auch um die vielen heimgesuchten Parkplätze in Portland. Dort sind übernatürliche Aktivitäten, da es Friedhöfe der Ureinwohner waren; ein weiterer dunkler Aspekt der Geschichte der Stadt.
Lewis und Clark in einem Wandgemälde
Am darauffolgenden Tag machte Charlie noch eine weitere Tour mit, um etwas mehr über die Stadt zu erfahren. Woran sie sich am meisten erinnert, ist das Wandgemälde neben dem Gebäude der Historic Society in Portland. Die Stadt ist in mancher Hinsicht mit Seattle vergleichbar und das Bild machte Charlie das bewusst. Zum Beispiel wird Kunst gefördert und für jedes Bauprojekt fließt ein Teil des Budgets in diesen Topf. Bei dem besagten Gemälde jedoch geht es weniger um Kunst als um die Botschaft, die es vermittelt in Bezug zur Geschichte der Stadt. Das war Charlie im Jahr zuvor in Seattle aufgefallen, wo man immer mehr über die dunkle Seite der „Entdeckung“ des Nordwestens und den Umgang mit den Ureinwohnern lernt.

Das Wandgemälde greift dieses Thema auf interessante Weise auf. Auf den ersten Blick ist es nur ein Bild, dass die Entdecker Lewis und Clark zeigt. Auf den zweiten Blick fragt man sich, wer die beiden anderen Leute im Bild sind. Für Charlie war es umso überraschender, dass der andere Teilnehmer der Tour, ein US-Amerikaner, der die US-Geschichte in der Schule gelernt hatte, auch nichts über die indigene Frau Sacagawea und den afrikanischen Sklaven York wusste. Das bestätigte Charlies Eindruck, dass die Westküste in der Aufarbeitung der Geschichte schon ein paar Schritte weiter ist als der Rest der USA.
Es gibt auch einen Wanderweg, der nach Lewis und Clark benannt ist und in Seaside, wo Charlie als nächstes hinreiste, endet. Ganz gleich, ob sich der Name des Wanderwegs jemals ändert oder nicht, die Landschaften dort sind einen Ausflug wert.
Weitere interessante Fakten über Portland
Von dem Wandbild aus sind es nur ein paar Schritte bis in den Theater-Bezirk in Portland. Es ist wie eine kleinere Version des Broadways mit vielen Lichtern und großen Leuchtreklamen. Wenn ihr etwas länger in Portland seid, solltet ihr euch eine Vorstellung ansehen.
Von dort aus ist es auch nicht weit ins Herz der Stadt, Pioneer Square, oder wie die Einheimischen sagen: „Portland’s Wohnzimmer“. Die Backsteine, aus denen der Platz gebaut wurde, zeigen die Namen derer, die sich an den Baukosten mit Spenden beteiligt haben. Im Sommer sind dort auch Liegestühle, auf denen man sich sonnen kann. Zudem finden auf diesem Platz regelmäßig Veranstaltungen statt.

Noch etwas ist in Portland auffällig: Die große Anzahl an Imbisswagen. Es war für Charlie noch nie einfacher, Street Food zu finden. Diese Imbisswagen sind fester Bestandteil der Stadt und sind oft in Gruppen zu finden, die einen gesamten Street-Food-Markt formen. Der beliebteste ist der Midtown Beer Garden, der auch nicht weit vom Pioneer Square entfernt ist. Charlie versucht eigentlich immer, Street Food zu vermeiden, wegen der Hygiene-Risiken. Einer der Tourguides aber versicherte sie, dass das in Portland kein Problem sei. Charlie genoss Hawaiianische Spezialitäten vom Markt.
Portland ist noch aus einem weiteren Grund einzigartig in den USA: Man zahlt den Preis, der auf dem Schild steht. Es gibt keine Umsatzsteuer. Shoppingtrip gefällig?
Eine letzte Besonderheit über Portland muss Charlie noch erwähnen, die Benson Bubblers. Das sind Brunnen, die man überall in der Stadt sieht. Sie haben vier Stellen, an denen dauerhaft Wasser kommt. Wenn man davon trinken will, drückt man mit einem Finger auf eine der Öffnungen, wodurch sich an den anderen der Wasserdruck erhöht. Auf diese Weise kann man auch an heißen Sommertagen Geschwistern Streiche spielen.
Die Brunnen sind aus Kupfer, was antibakteriell ist. Das Wasser kann man getrost trinken. Es kommt aus einem Reservoir am Mount Hood, dem Stolz von Portland.

Ausblick auf den Mount Hood
Bei gutem Wetter kann man diesen Berg von Portland und der Umgebung aus gut sehen. An ihrem ersten Tag in Portland konnte Charlie ihn hinter den Wolken leider nicht sehen. Am zweiten Tag hatte sie bessere Chancen. Charlie hatte einen der Tourguides gefragt, von wo aus man den besten Blick auf den Mount Hood hatte, und hörte auf diese Weise vom Washington Park und dem Rosengarten. Vom Pioneer Square aus läuft man bis dorthin ungefähr 30 Minuten. Charlie nahm den Bus und lief dann zurück, das war etwas schneller. Sie spazierte durch den wunderschönen Rosengarten, der Anfang Oktober noch in voller Blütenpracht erstrahlte. Sie fand auch die Stelle, von der aus man einen herrlichen Ausblick über die Stadt und den Mount Hood im Hintergrund hatte.

Mit dem Wasserfall-Shuttle unterwegs
Bei der Recherche für ihren Aufenthalt sah Charlie auch eine Street-Art-Tour für Portland, aber da war noch ein anderer Ausflug, der beliebter zu sein schien: Eine Tour zu den Wasserfällen rund um die Columbia River Gorge. Street Art musste bis zu Charlies nächstem Besuch in Portland warten.
Die Tour im sogenannten Wasserfall-Shuttle begann in Portland und Charlie wurde am Hotel abgeholt. Es waren 45 Minuten Fahrt bis zum ersten Wasserfall, dem Horsetail Fall. Der Name kommt von der Form des Wasserfalls, der wie ein Pferdeschwanz aussieht.
Nach einer kurzen Fahrt ein Stück weiter die historische Route 30 hinunter kam schon der zweite und größte Wasserfall an diesem Tag: Multnomah Falls. Es ist ein Wasserfall über mehrere Stufen. Das Wasser fließt in ein Becken und formt dann einen zweiten Wasserfall. Von unten aus sowie auch von der Brücke in der Mitte kann man alle Abschnitte des Wasserfalls sehen. An den Multnomah Falls sind auch ein Café, ein Souvenir-Geschäft und Toiletten.

Der dritte Halt mit dem Wasserfall-Shuttle war an den Wahkeena Falls. In der Sprache der Ureinwohner bedeutet das “der schönste”. Vom Parkplatz aus war es ein kurzer Spaziergang zum Wasserfall und Charlie konnte direkt davorstehen. Es ist eine andere Art Wasserfall, ein Sturz-Wasserfall, bei dem das Wasser über eine Klippe hinabfällt. Am unteren Ende teilen sich die Wahkeena Falls in mehrere Ströme.

Der Shuttle hielt noch an zwei weiteren Wasserfällen: Shepperd’s Dell und Latourelle. Das letzte Ziel war an einem Ort namens Vista House, von wo aus Charlie ein Bild von der gesamten Umgebung um die Columbia River Gorge machen konnte.
