Napa und Sonoma
Ein Ausflug in die Weinberge von San Francisco aus
Es ist eine der bekanntesten Weingegenden der Welt und nur 1,5 Stunden von San Francisco entfernt: Napa Valley. Charlie besuchte diesen Teil Kaliforniens im Rahmen eines geführten Tagesausflugs. Los ging es am Fisherman’s Wharf und nach einem kurzen Halt in Sausalito ging es in Richtung Napa Valley.


Madonna Estate
Das erste Ziel war ein Weingut namens Madonna Estate. Es war erst 10 Uhr morgens, aber es war schon Zeit für ein Gläschen, als der Guide Jim die Gruppe mit einem Chardonnay in der Hand begrüßte. Er erzählte nicht nur die Geschichte der Kellerei über vier Generationen, sondern sprach auch detailliert über die Prozesse in der Weinherstellung und die verschiedenen Sorten, bevor er das nächste Glas einschenkte.
Bei Madonna Estate werden alle Trauben ökologisch angebaut und es gibt kein Bewässerungssystem. Die Trauben werden nur durch Regen bewässert oder durch die Luftfeuchtigkeit im nebligen Tal.
Ende September war der perfekte Zeitpunkt für einen Besuch in Napa, denn die Trauben sind genau dann reif. Bei Madonna Estate durfte die Gruppe sogar frische Trauben kosten. Charlie fand sie sehr süß und die Schale war recht hart. Es war auf jeden Fall etwas anderes als die Trauben aus dem Supermarkt.

Sonoma
Nach dieser ersten Weinverkostung fuhr die Gruppe nach Sonoma zum Mittagessen im Zentrum. Charlie gönnte sich ein Sandwich in einer Käserei und spazierte dann durch den Ort. Die Gebäude der ehemaligen spanischen Mission stehen noch und man kann sie sich ansehen. Charlies Mission aber war es, eine Postkarte für ihre Sammlung zu finden.
Sie lief weiter durchs Zentrum und in ein paar kleine Gassen. Dort waren hauptsächlich Restaurants und Cafés, Kunstgalerien und kleine Boutiquen. Die Suche nach einer Postkarte gestaltete sich schwierig. Charlie fand ein Souvenirgeschäft, aber die Postkartenhalter waren wie leergefegt. In einem Geschäft für Haushaltswaren war genau eine Postkarte zwischen Glückwunschkarten versteckt. Auswahl wird sowieso überschätzt.

Sutter Homes und Napa Cellars
Die beiden letzten Ziele waren die Weinkellereien Sutter Homes und Napa Cellars. Beide sind Familienunternehmen, aber wesentlich größer und kommerzieller als Madonna Estate. Charlie genoss die Weinverkostung und nahm im Rosengarten Platz, als der Napa Wine Train vorbeifuhr.
Auffällig war, dass die Familien, auf die die Weintradition in allen drei Kellereien zurückgeht, ursprünglich aus Italien stammten. Ein weiteres Weingut auf der anderen Straßenseite war mit Statuen, Brunnen und Töpfereikunst geschmückt, wie man sie sonst nur in Italien sieht. Der Lavendel könnte den Besucher nach Südfrankreich transportieren. Die Weinbranche in den USA ist allerdings weniger gesetzlich geregelt als in Frankreich.

Im Vergleich zu Weinverkostungen in Europa ist Charlie noch ein Unterschied aufgefallen: Wein ist scheinbar nicht dem Genuss gewidmet. Eine Weinverkostung, die Charlie ein paar Monate zuvor auf Teneriffa erlebt hatte, war viel detaillierter und es ging darum, den Wein zu riechen und zu schmecken. In Napa existierten die verschiedenen geschmacklichen Einflüsse nur auf dem Papier und der Wein floss zügig den Rachen hinunter.

Inmitten der Weinberge
Charlie genoss die Fahrt entlang und durch die Weinberge. Wo auch immer sie an diesem Tag war, sie war immer davon umgeben. Charlie hätte gerne auch Zeit gehabt, durch die Weinberge zu schlendern.
Den Besuch auf dem ersten Weingut, Madonna Estate, genoss sie am meisten, denn sie konnte spüren, dass es ein Familienunternehmen ist, das von den Leuten, deren Fotos im Verkostungsraum an der Wand hingen, getragen wird. Auch die Guides dort erschufen eine familiäre Atmosphäre und nahmen sich Zeit, detaillierter über die Weine zu sprechen als auf den anderen Weingütern, wo die Guides einfach nur Angestellte waren, die Informationen weitergaben.