Wo Kultur und Geschichte Mittelamerikas aufeinandertreffen
Der Name “Guatemala” wirft einige Fragen auf. Die Endung „mala“ bedeutet auf Spanisch „schlecht“. Einige andere Reisende, die Charlie kennengelernt hatten änderten den Namen einer WhatsApp-Gruppe zu „Guatebuena“, um es offensichtlich zu machen, dass sie eine gute Zeit hatten.
Tatsächlich aber hat der Name gar nichts mit Spanisch zu tun, sondern kommt aus dem Nahuatl. Um die ursprüngliche Bedeutung herrscht jedoch Uneinigkeit. Für lange Zeit wurde angenommen, dass das Wort quauhtlemallan die Bedeutung „Ort der Bäume“ hatte. Neuere Forschungen aber gehen davon aus, dass es „Krieger des Adlers“ bedeutet. Beides würde im kolonialen Kontext Sinn ergeben als etwas, das die Indigenen über die Völker weiter südlich gegenüber den spanischen Kolonisten kommunizierten.
Während ihres Aufenthalts wurde es für Charlie offensichtlich, dass die Kultur Guatemalas Elemente aus den Kulturen der Azteken und Maya sowie auch spanische Elemente der Kolonialzeit aufweist.
- Sprache: Spanisch
- Währung: Quetzal
- Zeitzone: GMT-6
- Elektrische Spannung: 120V
- Steckdosen: Wie in den USA (Stecker-Typ A & B)
- Arztbesuche: Internationale Reisekrankenversicherung nötig
- Notfallrufnummern: 110 (Polizei), 128 (Krankenwagen), 122 (Feuerwehr)
- Anreise: Flug nach Guatemala City
Symbole und Legenden Guatemalas
Ein Symbol sieht man überall in Guatemala, den Nationalvogel Quetzal. Er ist grün und hat einen langen Schwanz. Die Brust ist rot, obwohl sie ursprünglich weiß gewesen sein soll. Die Legende besagt, dass die rote Färbung vom Blut eines sterbenden Kriegers stamme.
Weitere Tiere gelten als symbolträchtig, der Jaguar und die Schlange, die ebenfalls in der Kultur der Maya Bedeutung haben. Der Jaguar steht für Kraft und Mut und ist das Symbol der Krieger und Jäger. Die Schlange steht für Fruchtbarkeit und Wiedergeburt.
Der Ceiba ist der Nationalbaum Guatemalas. Die Ursprünge liegen ebenfalls in der Kultur der Maya. Er steht für die Verbindung zwischen der Unterwelt, der Menschenwelt und des Himmels.
Auch die guatemaltekische Flagge verbirgt mehrere Bedeutungen. Der weiße Streifen steht für ein Land zwischen zwei Ozeanen, für die die blauen Streifen stehen. In der Mitte sind der Quetzal und das Datum der Unabhängigkeit Guatemalas, der 15. September 1821.
Traditionen in Guatemala
Farbenfrohe Webstoffe sind integraler Bestandteil der Kultur Guatemalas und man bemerkt schnell, dass die Kleider und Röcke nicht nur für Touristen sind. Die Einheimischen tragen Sie jederzeit. Man sieht auch kleine Figuren in traditioneller Kleidung. Das sind die sogenannten Sorgen-Püppchen. Sie sind ein Überbleibsel des Bürgerkrieges in Guatemala und sollen alle Sorgen forttragen.
Charlie machte am Lago de Atitlán einen Workshop mit, bei dem sie selbst lernte, wie die Stoffe gewebt werden und wie sie gefärbt werden.
Was Musik angeht, hört man vor allem Salsa, Bachata und Reggaeton. Allerdings ist die Marimba das traditionellste Instrument Guatemalas. Wenn ihr in Antigua seid, könnt ihr jeden Abend um 19 Uhr in der Posada Don Rodrigo Live-Musik hören.
Natürlich gibt es auch eine Menge traditioneller Gerichte. Charlie nahm an einem Kochkurs teil, wo Dobladas (eine Art Empanada), Pepián (eine Art Gulasch) und Rellenitos (ein Bananen-Klösschen mit Schokosauce) zubereitet wurden.
Auch Tortillas sind in Guatemala sehr beliebt. Am Lago de Atitlán bot die Vermieterin des AirBnB sogar einen kostenlosen Tortilla-Workshop an. Es ist gar nicht so einfach! Die Tortilla-Tradition geht sogar so weit, dass Frauen sie vor einem Fastfood-Restaurant als Beilage zum Hühnchen verkaufen. Die Kette Pollo Campero ist die Antwort Guatemalas auf die US-amerikanische Kette KFC.
Zudem fällt auf, dass Gerichte (oder andere kulturelle Elemente“= oft nicht als „guatemaltekisch“ bezeichnet werden, sondern als „chapín“. Die Bezeichnung geht auf die Kolonialzeit zurück und war die umgangssprachliche Bezeichnung für den Klang der Absatzschuhe der Spanier. Die Guatemalteken übernahmen den Begriff später als Zeichen des Stolzes.
Spuren indigenen Erbes in Guatemala
Die Kultur der Maya hat sowohl in der Architektur als auch in der Kultur Guatemalas Spuren hinterlassen. In sprachlicher Hinsicht waren es eher die Azteken aus Mexiko. Noch heute leben indigene Gemeinschaften in Guatemala. Charlie fiel dies insbesondere am Lago de Atitlán auf, wo auch die Ortsbezeichnungen dies deutlich zeigten. Auch die Einheimischen dort schienen eine andere Variante des Spanischen zu sprechen als in Antigua. Es kam ihr fast so vor, als wäre es nicht die Muttersprache, was wahrscheinlich auch so ist.
Ein beliebtes Ausflugsziel in Guatemala ist Tikal, wo man Pyramiden sehen kann. Charlie hatte allerdings nicht genügend Zeit, dorthin zu reisen.
Tag der Toten in Guatemala
Die Tradition des Dia de los Muertos kennt man vor allem aus Mexiko, aber sie existiert auch in Guatemala, dort allerdings in anderer Form. In Guatemala werden farbenfrohe Drachen in den Himmel entsandt, um mit den Verstorbenen zu kommunizieren.
Der Tod wird nicht als etwas Negatives betrachtet, sondern gefeiert. Die gesamte Familie kommt zum Tag der Toten auf dem Friedhof zusammen und hat eine schöne Zeit. Die Gräber werden mit Blumen in allen Farben geschmückt und es werden sogar Instrumente mit zum gemeinsamen Musizieren. Charlie beobachtete dies auf dem Friedhof in Sumpango.
Sie war an diesem Tag zum Drachenfest dort. Es ist das größte in Guatemala. Im Laufe des Vormittags wurden immer mehr riesige Drachen auf einem weitläufigen Platz aufgebaut. Es waren bis zu 30 Helfer nötig, um die Drachen aufzustellen. Daran wurde wahrscheinlich monatelang gearbeitet. Das Wort „riesig“ kommt nicht einmal annähernd an die tatsächliche Größe dieser Drachen heran. Tausende von Menschen versammelten sich auf dem Platz, um die Drachen fliegen zu sehen. Es gab auch Imbissstände und Charlie kaufte einem kleinen Jungen einen selbstgebastelten Drachen ab. Er hatte wahrscheinlich wochenlang nichts anderes getan, als Drachen zu basteln. Seine Großmutter half dabei, Schnüre anzubringen.
Drachenfeste finden an verschiedenen Orten statt, in Sumpango ist das größte. Ein paar Tage später wurden auch in Antigua Drachen ausgestellt.
Sicherheit in Guatemala
Generell scheint Guatemala ein sicheres Land zu sein. In Antigua konnte man beruhigt den Laptop am Tisch lassen, wenn man zur Toilette musste, und es war auch kein Problem, mit dem Handy in der Hand durch die Stadt zu schlendern. In El Paredon hatte Charlie nicht einmal einen Schlüssel für ihr Zimmer. Sie hatte auch nicht das Gefühl, dass sie einen gebraucht hätte.
In Antigua gibt es eine Menge Straßenverkäufer und das mag einem anfangs etwas unbehaglich vorkommen. Es ist aber völlig normal und sie versuchen sowohl Einheimischen als auch Touristen ihre Waren zu verkaufen. Charlie beobachtete, wie ihre Salsa-Lehrerin Obst und Blumen bei einem Händler kaufte, der eben gerade vorbeilief.
Auch in der Nacht herumzulaufen war kein Problem. Nur einmal war Charlie etwas unwohl dabei, in der Halloween-Nacht, zu der Antigua zur riesigen Party wurde. Man sah auch sehr viel Polizei überall in der Stadt. In El Paredon lief Charlie am frühen Morgen zum Schildkröten-Schlüpfen zu Driftwood. Es war noch dunkel. Streunende Hunde schliefen mitten auf der Straße und verhielten sich etwas territorial als Charlie vorbeilief.
Das einzige, was Charlie in Guatemala nicht sicher vorkam, war der Straßenverkehr. Charlie war über die Busse bereits gewarnt worden. Es sind ehemalige Schulbusse aus den USA, die in Privatbesitz sind. Aus diesem Grund werden so viele Passagiere wie möglich hineingestopft und sie werden nicht ordentlich gewartet. Es kommt oft zu Unfällen. Sogar bei privaten Transfers musste Charlie des Öfteren die Luft anhalten. Sie erlebte in Guatemala einige gefährliche Fahrmanöver und man sollte auch in Antigua zweimal schauen, bevor man eine Straße überquert.
Gut unterwegs in Guatemala
Am besten ist man in Guatemala mit Touristen-Shuttles oder geführten Touren unterwegs. Der Straßenverkehr ist in Guatemala gefährlich und von öffentlichen Bussen sollte man absehen, da diese nicht gut gewartet werden und Unfälle passieren. Shuttles kann man online buchen oder in einem der vielen Büros von Touranbietern in Antigua.
Guatemala für digitale Nomaden
Antigua ist ein Hotspot für digitale Nomaden. Dort findet man die wahrscheinlich größte Anzahl an laptop-freundlichen Cafés pro Quadratkilometer und in der Stadt wimmelt es nur so von internationalen Besuchern. Das W-Lan war überall in Antigua gut und Charlie hatte keine Probleme. In Guatemala City war das anders. Charlie war dort nur für eine Nacht im Hotel in der Nähe des Flughafens und das W-Lan war so langsam, dass man es überhaupt nicht nutzen konnte.
Surfen in Guatemala
Wenn ihr in Guatemala surfen wollt, dann solltet ihr nach El Paredón. Es ist ein Dorf an der Pazifikküste und es fahren regelmäßig Shuttles von und nach Antigua. In El Paredón treffen die traditionelle Lebensweise und eine wachsende Tourismusbranche aufeinander. Die Einheimischen leben in der gleichen Gegend, wo auch die Unterkünfte für Touristen sind, und es gibt Restaurants und Geschäfte in Privathäusern. Die Wellen sind gut und ziehen erfahrene Surfer an. Es ist aber kein einfacher Beachbreak mit starker Strömung und einer schnellen Welle.








