Stand-Up Paddeln in London
Charlie wird zum Gutsy Girl
Als Charlie in Malta lebte gehörten Stand-Up Paddeln (SUP) und SUP-Yoga zu den üblichen Freizeitaktivitäten. Das ist auf einer Insel im Mittelmeer nichts Ungewöhnliches. Aber hättet ihr gedacht, dass man das in London auch machen kann?
Zu ihrer Überraschung fand Charlie schnell heraus, dass man auch in London Stand-Up-Paddeln kann. Über die Facebook-Gruppe der Londoner Surfer hörte sie von einer Gruppe namens Gutsy Girls, die regelmäßig Outdoor-Aktivitäten organisiert.

Was ist Gutsy Girls?
Gutsy Girls ist eine Gruppe von Frauen, die vor allem eines gemeinsam haben: Sie lieben Outdoor-Aktivitäten. Das beinhaltet nicht nur Stand-Up-Paddeln, sondern auch surfen, wandern, klettern, skaten und vieles mehr. Gutsy Girls wurde 2017 von Nat mit dem Ziel, gleichgesinnte Frauen zusammenzubringen, gegründet. Ihr war aufgefallen, dass es nicht so einfach war, in einer großen Stadt wie London Leute kennen zu lernen, die gemeinsame Interessen hatten. Nat organisierte anfangs eine SUP-Tour und Skateboarding-session pro Monat. Die Gruppe wurde im Laufe der Zeit größer und es finden mittlerweile mehrere Touren pro Wochenende statt und verschiedene Trips ins Ausland, z.B. surfen in Portugal, paddeln in Kroatien oder wandern in Norwegen. Charlie hat vor ein paar Monaten mit Gutsy Girls einen Wochenendausflug nach Cornwall gemacht und es sehr genossen. Sie hofft, bald die Möglichkeit zu haben, an einem weiteren Ausflug teilnehmen zu können.
Was Charlie schnell bewusst wurde, ist, dass die Idee, die hinter Gutsy Girls steckt, funktioniert. Sie hat im Laufe der vergangenen 1,5 Jahre an unzähligen Touren teilgenommen und wurde selbst zur Gruppenleiterin. Jedes einzelne Mal war speziell und sie hat immer nette Mädels getroffen. Nach der Tour ging es zum Essen oder auf ein Bier in den nächsten Pub und sie haben sich immer gut unterhalten. So fühlt es sich an, wenn man mit Gleichgesinnten zusammenkommt. Charlie ist mit einigen der Mädels in Verbindung geblieben und sie organisieren von Zeit zu Zeit eigene Ausflüge.

Paddle Boarding in London
Die SUP-Touren, die Gutsy Girls in London anbietet, werden von active360durchgeführt. Sie stellen die Ausrüstung zur Verfügung und die Tourguides.
Die meisten Touren starten am Paddington Basin. Von dort aus gibt es zwei verschiedene Routen: die eine führt durch Little Venice, die andere durch den Zoo nach Camden. Zwei weitere Treffpunkte sind an der Kew Brücke und in Richmond.
Wenn man eine Tour mit Gutsy Girls bucht, dann kostet die erste £49 (anstelle des Normalpreises von £59). Die Folgetouren kosten £26 für 2 Stunden oder £28 für 3-stündige Ausflüge.
Stand-Up-Paddeln in Little Venice
Diese Tour beginnt am Paddington Basin, am Merchant Square um genau zu sein. Dieser Ort ist ein bisschen versteckt zwischen ein paar Hochhäusern, ist aber sehr einfach vom Bahnhof Paddington oder von Edgware Road zu erreichen. Der Platz ist perfekt, wenn man ein nettes Café oder einen Ort zum Mittagessen sucht. Davon gibt es dort einige und es fühlt sich an, wie ein Ausflug aus der Stadt heraus.
Die Route führt am Bahnhof Paddington vorbei, durch die Kanäle bis zu einem Kreisverkehr auf dem Wasser. Wenn man dort nach links abbiegt, kommt man direkt nach Little Venice, wo man wunderschöne Hausboote jeglicher Form und Größe betrachten kann. Man sieht die Inhaber auf dem Dach ihres Kahns in der Sonne liegen, Restaurants am Flussufer, ruhige Grünflächen und Entenfamilien.
Als Charlie diese Tour zum ersten Mal gemacht hat, war sie sehr überrascht, in London eine solch schöne Ecke zu finden. Leider ist es nicht gerade ein geheimer Ort und es kann vor allem in den Sommermonaten sehr eng werden auf dem Wasser durch die Vielzahl der Boote.

Die Tour endet, wo sie begann, am Paddington Basin. Mit den andern Gutsy Girls geht es meistens auf ein Bier oder Mittagessen zu Kupp, einem schwedischen Restaurant am Merchant Square. (Ganz nebenbei ist Kupp auch ein guter Ort, um von dort aus zu arbeiten).
Stand-Up-Paddeln durch den Zoo nach Camden
Diese Tour beginnt ebenfalls am Paddington Basin und es geht zunächst auch in Richtung Little Venice. Am Wasser-Kreisverkehr aber geht es von hier aus nach rechts über den Regent’s Kanal durch den Maida Hill Tunnel. Dieser ist 249m lang und die Gruppe wird zuvor mit Taschenlampen ausgestattet, die an der Schwimmweste angebracht werden. Ein wichtiger Tipp: nehmt die Sonnenbrille ab, bevor es in den Tunnel geht. Charlie hat sie einmal vergessen und es wurde sehr dunkel.
Nach dem Tunnel kommt ein ruhigeres Stück, wo man weitere Hausboote bewundern kann. Am Ufer sieht man eine kleine, versteckte Bar, die sehr gemütlich aussieht, scheinbar aber nur für private Veranstaltungen genutzt wird.
Die Tour führt dann durch den Regent‘s Park und den Zoo, wo man vom Wasser aus die Hyänen sehen kann. Manchmal kommt man sich dort allerdings selbst wie ein Tier im Zoo vor, da sich die Leute auf der Promenade so verhalten, als hätten sie noch nie zuvor SUP gesehen. Sie machen sogar Bilder von den Paddlern. Die Route ist sehr grün und ruhig, sodass man fast vergisst, dass man sich in einer geschäftigen Metropole befindet.
Die Tour führt an einem chinesischen Restaurant, das im Wasser zu treiben scheint, und an Privathäusern mit traumhaften Gärten vorbei und endet schließlich in Camden. Die Gutsy Girls legen dort für gewöhnlich eine Pause ein. Wenn nicht zu viel los ist, kann man ans Ufer gehen und sich einen Kaffee holen, meistens aber bleiben die Mädels auf dem Wasser und ruhen sich aus. Es gibt nichts Entspannenderes als auf einem SUP-Brett zu liegen und sich im Wasser treiben zu lassen.
Der Rückweg ist die gleiche Route. Könnt ihr die riesige Deko-Kuh in einem der Gärten entdecken?
Stand-Up-Paddeln an der Kew Brücke
Eine weitere SUP-Tour beginnt an einem völlig anderen Ort in London, an der Kew Brücke. An Stelle der Kanäle, paddelt man hier auf der Themse. Das bedeutet, dass es mehr Platz gibt, aber auch mehr Wasserbewegung. Manchmal wird eine SUP-Tour dadurch tatsächlich zum Sport.
An der Kew Brücke geht es ins Wasser. Der Standort ist nur eine Minute vom Bahnhof entfernt. Man kommt auch gut mit dem Bus dorthin.
Der erste Teil führt an ein paar Privathäusern und größeren Booten vorbei, bevor man die breitere Stelle des Flusses erreicht. Zu beiden Seiten ist es sehr grün und man kann in der Ferne Spaziergänger und das Syon Haus sehen.
Es sind auch andere Boote dort unterwegs, aber es gibt ausreichend Platz auf dem Fluss. Aufpassen muss man allerdings, wenn eines der größeren Boote Wellen schlägt. Das ist der Augenblick, an dem man schnell ungewollt schwimmen geht. Wenn man es rechtzeitig bemerkt, kann man aber immer auch auf die Knie gehen für mehr Stabilität.
Die Tour führt zu einem Pub am Flussufer, wo die Gruppe die Bretter aus dem Wasser zieht und an einem der Picknick-Tische auf der Wiese ein kühles Getränk genießt. Man kann nah am Wasser sitzen und Enten beobachten.
Nach der Rückkehr zur Kew Brücke kehren die Gutsy Girls für gewöhnlich in einen Pub nebenan ein. Charlies Opa sagte immer, dass eine Wanderung nur ein umständlicher Weg ins Wirtshaus sei. Das gleiche trifft scheinbar auch auf Paddel-Touren in London zu.
Stand-Up-Paddeln in Richmond
Diese ist Charlie’s Lieblingstour und wurde erst vor Kurzem von active360 und Gutsy Girls ins Repertoire aufgenommen. Richmond ist auch so einen Besuch wert und zählt zu den schönsten Ecken in London. Vom Wasser aus wird das nur noch besser.

Die Tour beginnt bei den Bootshäusern neben der Richmond-Brücke, was ungefähr 10 Minuten vom Bahnhof entfernt ist. Nebenan ist ein nettes kleines Café mit vielen Sitzgelegenheiten im Freien, wo Charlie vor der Tour einen Kaffee genießt. Man kann von dort aus die Boote auf dem Fluss beobachten.
Zuerst geht es nach rechts den Fluss entlang, sodass sich alle mit dem Gefühl eines Paddelboards vertraut machen können. Sobald die Gruppe das Wehr auf dieser Seite erreicht, kehren sie um und es geht in die andere Richtung weiter. In der Mitte des Flusses ist eine kleine Insel, an der man nun von der anderen Seite vorbeikommt. Auch hier gibt es wieder wunderschöne Privathäuser zu betrachten.
Sie kommen wieder an den Bootshäusern vorbei und paddeln in diese Richtung weiter. Auch hier wird der Fluss von Häusern und Promenaden gesäumt, was man aber durch die Breite des Flusses kaum bemerkt. Man teilt sich das Wasser hier auch mit anderen Booten verschiedener Größen, Kanus und Ruderern. An sonnigen Tagen ist dort ganz schön was los, da man auch kleine Boote ausleihen kann, aber es gibt ausreichend Platz für alle.
Die Landschaft dort unten erinnert Charlie ein bisschen an die Sümpfe in der Nähe von New Orleans, wo sie auf einer ihrer Reisen einen Bootsausflug gemacht hat. Natürlich gibt es in der Themse keine Alligatoren, aber es ist genauso hübsch und grün.
Auf dem Rückweg kann man hübsche Architektur und Parks bestaunen. Eines der Gebäude erinnert Charlie immer an Bilder aus ihrem Englischbuch aus der Schule, wo es um Internate in abgelegenen Gegenden ging. Hier ist man allerdings nicht abgelegen. Richmond kann mit der U-Bahn erreicht werden.
Nach der Tour kehren die Gutsy Girls für gewöhnlich in eines der umliegenden Cafés ein. Sie entscheiden meist spontan, wohin es geht, da es in dieser Gegend sehr geschäftig werden kann und man sehen muss, wo man Platz findet. Der schönste Ort aber ist das Hollyhock Café, welches ein bisschen versteckt zwischen den Bäumen liegt. Man kann von dort aus über einen kleinen Park auf die Themse blicken.
Und wenn ich ins Wasser falle?
Nun ja, wenn man ins Wasser fällt, dann fällt man eben ins Wasser. Das ist alles. Man kriecht aufs Board zurück und paddelt weiter. Die Gewässer in London laden nicht unbedingt zum schwimmen ein, aber würdet ihr wirklich den ganzen Spaß verpassen wollen, nur weil ihr nass werden könntet? Bei all den Touren, die Charlie begleitet hat, haben die Mädels, die reingefallen sind, hinterher immer darüber gelacht. Bei einem kühlen Getränk in einem Pub lachen die Gutsy Girls dann gemeinsam darüber.
Lasst Charlie doch wissen, wenn ihr euch einer der Touren anschließt. Vielleicht ist sie auch da. Wenn ihr schon paddeln wart, teilt doch eure Bilder auf Facebook oder Instagram mit Charlie!