CDMX entdecken
Mexiko-Stadt ist wahrscheinlich der beste Ort in Lateinamerika, um etwas über die Geschichte dieser Ecke der Welt zu lernen. Spuren indigener Kulturen vermischen sich mit modernen Strukturen, antike Tempel sind in unmittelbarer Nähe zu gemütlichen Cafés in Innenhöfen im Kolonialstil, und moderne Architektur und Nahverkehrsnetzwerke sorgen für europäisches Flair. Für Charlie war es der Ort, an dem scheinbar alles zusammenkommt.
Die Altstadt von Mexiko
Der historische Kern von Mexiko-Stadt ist ein Ort zum Shoppen und, um die Vielfalt der mexikanischen Geschichte zu verstehen. Neben der Kathedrale und dem großen Platz, dem Zocalo, sind die Ruinen des Haupttempels aus prähispanischer Zeit. In der Kathedrale sieht man, wie sich der Boden, auf dem sie steht, auf Gebäude auswirkt. Die Stadt wurde auf Moorland gebaut und der Fußboden der Kathedrale ist gewölbt.
Wenn man durch die Altstadt von CDMX läuft, fällt auf, dass es ursprünglich als koloniale Stadt auf dem Reißbrett entworfen wurde und hauptsächlich aus Klöstern bestand. Die meisten der historischen Gebäude weisen die für Klöster typische Architektur auf und sind heute Museen. Man könnte mehrere Wochen in der Stadt verbringen und hätte immer noch ein Museum zu entdecken.
Der Rundgang durch die Altstadt von Mexiko-Stadt endetet in der Nähe des Palacio de Bellas Artes (auch ein beeindruckendes Gebäude) und Charlie nutzte die Gelegenheit, auf den Torre Latino zu gehen und von dort aus den Blick über die gesamte Stadt und die umliegenden Berge zu genießen. Der Eintritt kostete 220 MXN (ungefähr 11 Euro).
Chapultepec und die Museen
Der Chapultepec ist der Central Park von Mexiko-Stadt, nur etwas natürlicher belassen als der in New York. Einige Teile sind eher wie ein Park, in anderen fühlt man sich, als würde man durch einen Wald spazieren. Es ist ein beliebter Austragungsort für Kulturveranstaltungen und es gibt auch ein paar Museen im Park. Die bekanntesten sind das Schloss Chapultepec und das Museum für Anthropologie. Im Rahmen ihres Spanischkurses in Mexiko war Charlie auch im Kulturkomplex Los Pinos und den dortigen Museen Casa Cardenas und Casa Miguel Aleman. Sie hatte nur Zeit für einen weiteren Museumsbesuch im Chapultepec und die Wahl fiel auf das Museo Nacional de Antropologia. Sie hatte gehört, dass es riesig ist und dort viele verschiedene antike Kulturen repräsentiert sind und buchte eine Führung. Zusammen mit dem Guide entdeckte sie die ältesten Kulturen, älter als Teotihuacan, bevor sie einen Zeitsprung machten zu den Azteken und zur spanischen Eroberung des heutigen Mexikos. Zum Schluss besuchten sie noch den Raum zur Kultur der Olmeken und der Maya. Das war nur gut die Hälfte des Museums, aber es war mehr als genug für einen Tag. Charlie war danach perfekt vorbereitet für den Ausflug nach Tlatelolco und Teotihuacan.
Roma und Condesa
Bei einem morgendlichen Spaziergang durch die Straßen von La Roma sah Charlie die für Lateinamerika typischen Szenen: die Einheimischen an ihren selbstgebauten Kaffeeständen am Straßenrand. Breite, geschäftige Straßen erinnern an die Boulevards in Paris, aber es gibt auch ruhige Gassen, wo die neogotische Architektur sich im Sonnenlicht in den Fassaden moderner Wolkenkratzer spiegelt, die an London erinnern.
In diesem Stadtteil sind die meisten Touristen untergebracht, da es eine sichere Gegend ist und viele Unterkünfte zur Verfügung stehen. Dort gibt es auch viele Restaurants und Cafés. Die gesamte Gegend hat ein europäisches Flair, was kein Zufall ist. Einer der Präsidenten Mexikos, Porfirio Diaz, wollte eine Stadt erschaffen, die sich an Europa orientierte. Viele Straßennamen in Roma und Condesa sind nach europäischen Städten benannt. Und es gibt noch ein überraschendes Detail: Wenn man die Amsterdam Avenue vom Anfang bis zum Ende läuft, landet man wieder genau am gleichen Punkt. Es ist eine Ringstraße um die ehemalige Pferderennbahn.
In diesem Teil von Mexiko-Stadt gibt es zwei Parks, die einen Abstecher wert sind: Der Parque Rio de Janeiro hat eine Statue, die in der Vergangenheit für Skandale sorgte. Der Parque México ist ein beliebter Treffpunkt für verschiedene sportliche Aktivitäten. Charlie beobachtete Skateboarding und Rollschuh-Laufen, Hula-Hoop-Kurse und alle möglichen Tanzstile. Sie selbst nahm an ein paar Salsa-Stunden in dem wunderschönen Ambiente der Torbögen rund um den Platz teil. Wenn ihr an diesen Aktivitäten kein Interesse habt, könnt ihr auch einfach durch den Park spazieren.
Coyoacan
Kurz nachdem die Spanier in der Gegend landeten, beschlossen sie, ihre Siedlung etwas außerhalb der Azteken-Stadt zu erbauen. Coyoacan wurde ausgewählt. Für damalige Verhältnisse war es weit entfernt von Tenochtitlán; heutzutage ist es mit der Metro gut angebunden und fester Bestandteil der Stadt.
Als erste Siedlung der Kolonie wurde Coyoacan als Ort von Größe gebaut und folgt dem Beispiel andalusischer Architektur. Bis heute sind die Grundstücke dort ausgedehnt, farbenfroh und haben schöne, große Gärten, Balkone, Innenhöfe und Brunnen, die den arabischen Einfluss widerspiegeln, der in die Neue Welt importiert wurde. Wenn ihr die Alhambra oder andere Orte in Andalusien bereits kennt, werdet ihr die Verbindung in Coyoacan bemerken.
Relativ viele der Gebäude wurde zu Museen, Cafés oder Restaurants umfunktioniert, sodass man die Architektur von allen Seiten betrachten kann.
Rund um den Park im Zentrum von Coyoacan gibt es mehrere Restaurants für verschiedene Budgets. Von dort aus ist es nicht weit zum authentischsten, lokalen Ort, dem Markt. Von außen sieht es aus, als wäre es nur eine Reihe an Souvenirgeschäften. Im Inneren aber hat man Schwierigkeiten, sich zu entscheiden, wo man Mittag essen soll.
Nur einen Häuserblock vom Markt entfernt ist die beliebteste Sehenswürdigkeit von Coyoacan: das Frida-Kahlo-Museum. Die bekannte Malerin wurde in diesem Haus geboren und im Museum bekommt man Einblicke in ihr Leben. Wenn man sich für ihre Kunstwerke interessiert, dann ist dieses Museum nicht der richtige Ort. Da es sehr beliebt ist, sollte man das Ticket im Voraus online kaufen.
Xochimilco
Dieser Stadtteil liegt etwas weiter vom Zentrum entfernt, gehört aber noch zur Stadt und ist ebenfalls ein beliebtes Ausflugsziel: Xochimilco. Man könnte sagen, dass die Zeit in diesem Stadtteil stehen geblieben ist, denn es ist der einzige Ort, wo die Kanäle, die Chinampas, und die traditionellen Boote noch existieren. In der Altstadt erzählt jeder Tourguide, dass die Stadt auf Wasser gebaut wurde. In Xochimilco sieht man noch, wie das damals wohl ausgesehen haben muss.
Die beliebteste Aktivität in Xochimilco ist eine Fahrt durch die Kanäle auf einem Partyboot. Charlie wollte aber eine andere Art Ausflug und fand einen, der auf die lokale Kultur und antike Traditionen aufbaut. Die Tour begann in der Nähe des Marktplatzes in Xochimilco und einem kleinen Café mit Kunst-Markt. Nach einer kurzen Einführung ging die Gruppe zu den Markthallen, um die Zutaten fürs Mittagessen zu kaufen. Zwischen Tortillas, Käse und verschiedenen Gemüsesorten lernten sie auch, wie die Einheimischen verhandeln.
Als sie alle Zutaten für die traditionellen Tamales hatten, fuhren sie mit einem Fahrrad-Taxi zur Bootsanlegestelle. Die Führerin, Miroslava, hatte eine Stelle ausgewählt, die nicht zu touristisch ist und wo man die Nicht-Party-Boote findet. Sie stiegen in das Boot „Fernanda“, wo bereits ein langer Tisch gedeckt war. Charlie entdeckte auch einen Grill. Sie setzten sich und bereiteten ihr Mittagessen zu. Sie schnitten Gemüse und Käse und vermischten alles in einer Tasche aus Maisblättern. Dann wickelten sie es wie einen Burrito in Aluminiumfolie und legten es auf den Grill. Jetzt war es Zeit, sich zurückzulehnen und die schöne Umgebung zu genießen.
Während das Essen kochte, erklärte Miroslava, wie die Chinampas, die künstlichen Inseln, erschaffen wurden. Sie gab auch Einblicke in die mexikanische Kultur und führte traditionelle Kleidung vor. Kurz bevor das Mittagessen fertig war, hielt das Boot an einer der Chinampas und alle stiegen aus. Sie waren an einer Axolotl-Farm. Es war die perfekte Gelegenheit, auch etwas über diese Tiere zu lernen und die Bemühungen zur Erhaltung der Art.
Alle unterhielten sich später auf dem Boot und genossen die Tamales und die frischen Tortillas auf dem Weg zurück zur Anlegestelle.
Anreise nach Xochimilco
Die meisten Touristen nehmen ein Uber nach Xochimilco, da es mit öffentlichen Verkehrsmitteln etwas kompliziert ist. Es ist etwas weiter vom Zentrum von Mexiko-Stadt entfernt und somit ist die Fahrt etwas teurer. Wenn man es wie die Einheimischen machen will, und etwas Geld sparen möchte, kann man auch die Metro und den Bus nehmen. Man nimmt die Metro bis zur letzten Haltestelle der blauen Linie, Tasqueña, und von dort aus den Bus. Je nachdem, zu welcher Tageszeit man da ist, sollte man sich auf viel Verkehr und Stau einstellen. Die gesamte Route ist in Google Maps verfügbar, sodass man sich nicht verlaufen kann. Man muss nur ausreichend Zeit einplanen. Charlie empfiehlt zwei Stunden.
Streetart in CDMX und Seilbahn-Fahrten
Streetart, Graffiti und Murals sind ein fester Bestandteil der mexikanischen Kultur und die Hauptstadt ist keine Ausnahme. Man muss aber wissen, dass das Wort „Mural“ in Mexiko eine andere Bedeutung hat als in anderen Teilen der Spanisch-sprachigen Welt. Der beste Ort, um den mexikanischen “Muralismo” zu verstehen, ist das Museo Vivo del Muralismo in der Altstadt von Mexiko-Stadt. Die Wände dieses Museum sind riesige Gemälde von Diego Rivera und anderen Künstlern. Sie erzählen die Geschichte des Landes und zeigen einen anderen Stil im Vergleich zu dem, was in der Streetart als „Mural“ bezeichnet wird. Nach der Mexikanischen Revolution konnte die Mehrheit der Bevölkerung weder lesen noch schreiben. Um mit der Bevölkerung zu kommunizieren, waren Bilder von großer Bedeutung. So entstand die Mural-Tradition in Mexiko. Das heißt nicht, dass Streetart nicht eine ähnliche Mission erfüllt, sie ist aber nicht institutionalisiert und der Stil unterscheidet sich stark.
Ein weiterer Aspekt des mexikanischen Muralismo sind die Murals, die in der archäologischen Stätte Teotihuacan entdeckt wurden. Auch die unterscheiden sich von moderner Streetart.
Ein Stadtteil ist besonders attraktiv, wenn man sich für Streetart interessiert: Iztapalapa. Wenn man von der Haltestelle Constitución 1917 die längste Seilbahn der Welt bis Santa Marta nimmt, sieht man Kunstwerke, die in der Straße nicht zu sehen sind. Sie wurden auf Dachterrassen gemalt und sind nur aus der Höhe sichtbar. Fast am Ende der Fahrt sieht man auch farbenfrohe Fassaden, die den Hügel schmücken. Es ist eine schöne Aussicht, auch, wenn man sich nicht für Streetart interessiert.








