Drift Away: Surf und Yoga Retreat in Portugal
Surfen und Yoga in Ericeira
Alles begann mit dem Surffilm Undercurrents, den Charlie ein paar Jahre zuvor gesehen und darüber geschrieben hatte. Die Aufnahmen für den Film waren von der Insel Jersey und zeigten unter anderem die Retreat-Organisatoren von Drift. Seitdem wollte Charlie ein Drift-Retreat auf Jersey mitmachen. Leider passten die Daten für die Retreats auf Jersey nicht in Charlies Kalender. Becs, die hinter Drift steckt, bot Charlie ein alternatives Datum für Drift Away im Oktober in Portugal an. Charlie kannte Portugal schon, war aber noch nicht in Ericeira gewesen. Es war die perfekte Gelegenheit, auch dieses Surf-Reiseziel auf ihrer Liste abzuhaken.
Die Unterkunft: Casa Paço D’Ilhas
Drift Away in Portugal 2023 fand in einem wunderschönen Retreat-Gebäude auf einem Hügel nahe Ericeira statt: Casa Paço D’Ilhas. Es geht auf die Römer und Mauren zurück und wurde im 16. Jahrhundert die Urlaubsresidenz der portugiesischen Königsfamilie. 2015 kauften es zwei Brüder aus Belgien und machten daraus eine Retreat-Anlage mit einem großen Garten, zwei Pools und einem Yoga-Shala.
Die Anlage besteht aus mehreren Gebäuden, die an Landhäuser mit künstlerischem Touch erinnern. Im Hauptgebäude sind eine Bar und ein Gemeinschaftsraum und in den kleineren Gebäuden sind weitere Schlafzimmer. Charlie hatte sich die „Cabana“ ausgesucht, eine kleine Hütte, die sie eigentlich mit jemand anderem hätte teilen sollen, am Ende aber für sich allein hatte.
Neben Paço D’Ilhas ist ein weiteres Gebäude namens Alma do Paço. Es ist die Ruine eines maurischen Palasts und wird für besondere Veranstaltungen genutzt.
Ericeira entdecken
Einen Nachmittag während des Retreats mit Drift nahm die Gruppe ein Taxi in die Altstadt von Ericeira. Es war einst ein Kleines Fischerdorf, bevor es zu einem der beliebtesten Surfspots in Europa wurde. Der Ort hat noch seinen ursprünglichen dörflichen Charme mit den traditionellen portugiesischen Straßen und Fliesen sowie einige Surfshops, Boutiquen und Restaurants. Direkt am Ort sind ein paar Strände. Entlang der Küste führt ein Weg bis Ribeira D’Ilhas. Man kommt am Boardriders-Shop mit dem beliebten Skatepark vorbei sowie am Postkarten-Motiv Strand Praia do Matadouro.
Im ersten Stock der Touristinformation in der Ortsmitte ist eine Ausstellung über Ericeira als eine der 12 World Surfing Reserves. In der Nähe von Ericeira sind 7 Strände, die dazugehören: São Lourenço im Norden, Coxos, Crazy Left, Cave, Ribeira D’Ilhas, Reef und Pedra Branca. In der Ausstellung erfährt man mehr über jeden dieser Strände.
Surf-Retreat
Bei Retreats mit Drift geht es ums Surfen und dieses Retreat in Ericeira war in der Hinsicht nicht anders. Am ersten Tag hatte die Gruppe eine organisierte Surfstunde mit Progress Surf School. Sie wurden mit dem Van abgeholt und fuhren 5 Minuten die Straße hinunter bis Ribeira D’Ilhas. Dann wurde die Gruppe in Anfänger und Fortgeschrittene geteilt, bevor es ins Wasser ging. Die Wellen waren an diesem Tag groß und die Strömung stark. Es war schwer, überhaupt hinauszupaddeln.
Am zweiten Tag hatten die Anfänger eine weitere Stunde und wurde wieder von der Surfschule abgeholt. Charlie und die anderen fortgeschrittenen Surfer fuhren gemeinsam mit Natalie, einer der Retreat-Organisatoren, in Richtung Lissabon, um eine Longboard-Welle zu finden. Sie landeten in Estoril in Cascais und hatten eine ruhige Longboard-Session und die Möglichkeit, ihre Cross-Steps zu üben.
Für die weiteren Retreat-Tage war Surfen optional. Einige nahmen weitere Stunden, anderen lagen lieber am Strand in der Sonne oder gingen allein surfen. Charlie ging ein weiteres Mal am Ribeira D’Ilhas surfen. Die Strömung war etwas ruhiger als die Tage zuvor, aber die Wellen waren immer noch groß.
Am nächsten Tagen machten die Fortgeschrittenen einen weiteren Ausflug mit Natalie, dieses Mal gen Norden. Sie landeten in Baleal in der Nähe von Peniche, wo sie perfekte Longboard-Wellen fanden. Es war die beste Session der Woche.
Yoga-Retreat
Bei Retreats mit Drift geht es auch um Yoga. Jeder Tag im Casa Paço D’Ilhas begann mit Meditation mit Becs bevor es zum Frühstück ging. Am Nachmittag oder frühen Abend gab Natalie Yoga-Kurse im Shala. Wenn die Sonne schien, waren sie auf dem Dach das Yoga-Shala. An einigen Abenden gab es auch Yoga Nidra bevor alle schlafen gingen.
Es war ein gut durchdachtes Yoga-Angebot, bei dem es um Entspannung und Post-Surf-Erholung ging. Natalie fragte vor jeder Stunde, ob sie sich auf etwas Bestimmtes konzentrieren sollte und gestaltete die Stunde dementsprechend. Einige waren etwas energischer, andere eher der Entspannung gewidmet und alle Kurse waren für jedes Niveau zugänglich. Sowohl Anfänger als auch eingeschweißte Yogis konnten davon profitieren.
Mahlzeiten
Bei Retreats mit Drift geht es auch um Essen. An einem Ort wie Casa Paço D’Ilhas war das nicht schwer. Das gesamte Team bereitete köstliche Gerichte zu, die indisch angehaucht waren. Es war vorrangig vegetarisch mit Fisch.
Zum Frühstück gab es eine Auswahl an Müsli, Joghurt und frischem Brot, sowie Saft und Obst. An manchen Tagen gab es auch Bananenbrot.
Zum Mittag gab es eine leichte Mahlzeit und, wenn die Gruppe unterwegs war, gab es ein Lunch-Paket. Zum Abendessen gab es immer drei Gänge mit Vorspeise, Hauptgericht (oft auch mehr als eine Portion) und etwas Süßes.
Zum Frühstück waren Getränke inbegriffen, ansonsten schrieb jeder auf, woran er sich bediente. Am Ende des Aufenthaltes bezahlte man dann alles zusammen. Die Bar war mit allem ausgestattet, was man sich vorstellen kann.
Abendgestaltung beim Surf-Retreat in Ericeira
Am ersten Abend ging es um Entspannung und Erholung von den Strapazen der Anreise nach Ericeira, die für einige der Gäste sehr aufregend gewesen war. Yoga Nidra kam für alle an diesem Abend sehr gelegen.
Am zweiten Abend hätten sie zur Party im Boardriders in Ericeira gehen können, sie machten sich aber lieber noch einen weiteren ruhigen Abend.
Am Samstag fuhren sie am Nachmittag zum Strand Ribeira D’Ilhas. Einige in der Gruppe gingen surfen, andere ruhten sich am Strand aus. Charlie machte mit ihrer Kamera einen Spaziergang an der Küste entlang, um die Gegend und die Surfer festzuhalten. Sie blieben bis zum Abend am Strand und aßen im Restaurant am Ribeira D’Ilhas.
Für den Sonntag gab es eine kleine Überraschung: An dem Veranstaltungsort nebenan fand ein Konzert statt. Es war einfach toll, in den Ruinen eines Palastes eine Band zu sehen; von der Bar in der Kapelle mal ganz zu schweigen.
Am letzten Abend des Retreats trafen sie Joana Andrade, die Big Wave Surferin, nachdem sie die Doku über ihre Geschichte gesehen hatten: Big vs. Small. Charlie hörte Joana aufmerksam zu, wie sie beschrieb, wie sie zur Big Wave Surferin in Nazaré wurde. Eines Tages wird sie es hoffentlich selbst sehen können.
Weitere Aktivitäten mit Drift-Retreats
Während des Retreats waren alle Aktivitäten optional und so auch die Gestaltung der Nachmittage. Man konnte auch eine Massage buchen, wenn man das wollte.
Natalie bot verschiedene Workshops an, zum Beispiel konnten Surf-Anfänger etwas über Surfetikette lernen und wie man eine Vorhersage interpretierte. Sie stellte auch Umweltprogramme vor, an denen sie beteiligt war, zum Beispiel mit ECOP.
So hörte die Gruppe auch von The Ocean Decade, einem Projekt der UN zum Schutz der Ozeane. Sie hatten auch ein Gespräch mit Belinda Baggs in Australien, die über ihre Initiative, Surfers for Climate, sprach.