Heimreise
Urlaubsflieger
Ursprünglich wollte Charlie ja nur ein verlängertes Wochenende in Fuerteventura verbringen und am Montagabend schon wieder nach London zurückkehren. Doch wie es im Leben manchmal so kommt, kommt es manchmal eben anders und so hatte es sich ergeben, dass sie bis Mittwoch bleiben konnte. Überraschenderweise war es günstiger mit TUI zu fliegen (mit mehr als nur Handgepäck), als mit einer der sogenannten Billig-Airlines. (Die hätte im Übrigen für die Umbuchung mehr Gebühren verlangt, als der Flug ursprünglich kostete).
Eine völlig neue Flug-Erfahrung
So fand sich Charlie also am Mittwoch gegen Mittag in einer Traube britischer Touristen am Check-In-Schalter, am Ende einer Schlange, die bis zur Tür reichte. Seit dem letzten Urlaub mit ihren Eltern (vor ungefähr 15 Jahren) hatte Charlie das nicht mehr erlebt, aber sie war ja auch lange nicht mit einem typischen „Urlaubsflieger“ heimgekehrt. (Den Altersdurchschnitt im Flieger hat sie mit ihren 30 Jahren im Übrigen auch deutlich gesenkt.)
Sie hatte schon fast vergessen, wie freundlich Stewardessen und Sitznachbarn sein konnten, wenn man nicht mit Ryanair fliegt. Von der Beinfreiheit mal ganz zu schweigen… auch am Flughafen lief alles entspannt ab. Bis auf die Tatsache, dass Charlie mal wieder an der Sicherheitskontrolle herausgepickt wurde, und sich einem separaten Drogentest unterziehen musste. Das klingt jetzt aufregender als es eigentlich ist. Es wird dabei lediglich ein Stück Papier über Hände und Sachen gewischt und in eine Maschine gesteckt. Das schwierigste daran war, die Frage zu beantworten, welche Sprache Charlie spräche: Do you speak English? ¿Hablas español? Deutsch? Da war sie wieder, die sprachliche Sprachlosigkeit…es endete wie gewohnt in einer Mischung aus allen drei Sprachen.
Was für Charlie auch eine völlig neue Erfahrung war, war die Abflugzeit mitten am Tag. Sie musste dieses Mal nicht um 2 Uhr nachts aufstehen, um um 6 Uhr morgens abzuheben. Ein weiterer Vorteil des typischen „Urlaubsfliegers“.
Abschied wird nie einfacher
Dadurch hatte sie am Morgen genügend Zeit, sich in einem netten Café um die Ecke ein ausgiebiges Frühstück zu gönnen, alles einzupacken und noch ein paar Fotos zu machen. Giulio hatte an diesem Morgen seine Hunde Tupac und Skiffy (jegliche Vorschläge zur Schreibweise sind hier willkommen) mit im Camp, was vor allem bei den Mädels für Beschäftigung sorgte.
Gegen 10 schnappte Charlie dann ihre Sachen und begleitete die anderen noch zum Van – eine gute Gelegenheit ein paar Schnappschüsse beim Beladen und Sichern der Surfboards zu machen, bevor es an der Zeit war, Abschied zu nehmen. Man würde ja denken, dass es mit der Zeit leichter würde und es ist auch überraschend, wie sehr einem Leute ans Herz wachsen können, die man gerade einmal fünf Tage kennt, aber es ist so. Als sie Leanne und Grace ein letztes Mal in den Arm nahm, kullerten doch ein paar Tränchen. Insgeheim aber, hofft Charlie, dass es auch immer so sein wird, denn es ist ein Zeichen dafür, dass man eine tolle Zeit hatte. Wie heißt es so schön? „Weine nicht, weil es vorbei ist, lächle, weil es so schön war!“
Charlie war sicher, dass sie ins Billabong Surfcamp zurückkehren würde. Schließlich war es für sie das beste Surfcamp in Fuerteventura. Sie setzte dies bei einem Wochenendausflug im September in die Tat um. Falls ihr an Wochenend-Trips nicht interessiert seid, könnt ihr diese Serie noch einmal von vorn lesen.