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Reisen und Surfen – eine Leidenschaft, die vereint

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Sunset at Faro Trafalgar in Spain

Reisen und Surfen – eine Leidenschaft, die vereint

Charlies zweite Woche in Conil de La Frontera

Charlie war bereits eine ganze Woche in Conil und es war eine ruhige Woche. Sie war surfen, skaten, arbeitete vom Surfhostel in Conil de la Frontera und genoss die Sonne und den Strand in Conil und El Palmar. Wie es sich für einen digitalen Nomaden gehörte! Es waren ein paar andere Gäste im Hostel, aber nicht sehr viele. Durch Coronavirus war das gesamte Jahr über Nebensaison. Das sollte sich bald ändern.

In Charlies zweiter Woche kamen ein paar weitere Alleinreisende an. Sie hatte Tamara und Oriol bereits ein paar Tage zuvor im Surfvan nach El Palmar kennengelernt; nun waren noch zwei weitere Reisende, Edu und Alberto, angekommen. Sie allen waren allein unterwegs und wie so oft in Surfhostels, stimmte die Chemie. Sie alle teilten die Leidenschaft für Backpacking und waren Weltenbummler. Man könnte fast behaupten, dass sie die gleiche Sprache sprachen!

¿Hablas español?

Nun ja, in Charlies Fall war das nicht ganz richtig, denn ihr Spanisch war im Laufe der Jahre etwas eingerostet. Sie fand sich plötzlich an einem Mittwochabend in einer spanischsprachigen Gruppe in einer Bar im Zentrum von Conil wieder. Sie verstand alles, aber konnte selbst nicht sprechen. Es war ein schöner Abend und sie hatten viel zu Lachen. Charlie verstand sogar die Witze, aber ohne sich selbst in die Unterhaltung einbringen zu können, fühlte sie sich eher wie ein Beobachter. Es war an der Zeit, ihr Spanisch auf Vordermann zu bringen!

Am nächsten Morgen – Charlie saß bereits im Gemeinschaftsraum im Hostel und war am Arbeiten – gingen Alberto und Tamara zum Strand für Sonnenaufgangs-Yoga. Charlie musste noch etwas fertig machen und würde sich dann anschließen. Sie hatte am Ende nur 20 Minuten, bis zum ersten Online-Meeting, aber sie genoss es in vollen Zügen!

Das ist leider auch ein Teil des Lebens als digitaler Nomade: Manchmal muss man arbeiten und an manchen Tagen auch etwas mehr. Charlie war enttäuscht, dass sie auch am Abend nicht mitkonnte, aber eine Deadline ist nun Mal eine Deadline und sie schickte alles rechtzeitig vor Mitternacht ab. Liebend gerne wäre sie mit der Surffamilie in dieser Nacht ausgegangen und scheinbar hatten die anderen viel Spaß.

Am Freitag hatte Charlie, was Arbeit angeht, etwas weniger zu tun, aber sie konnte trotzdem nicht mit den anderen zum Surfen nach El Palmar fahren. Sie hörte, dass Edu, Oriol und Alberto übers Wochenende aus dem Hostel ausziehen würden, denn es war ausgebucht. Sie war sich allerdings nicht sicher, wie lange sie noch in Conil sein würden. Sie hatte noch immer mit ihrem Spanisch zu kämpfen.

Freitagnacht wollte Charlie endlich ausgehen, nachdem sie die vorherige Nacht gearbeitet hatte, aber sie wusste nicht, was die anderen geplant hatten. Sie sah nur, wie Tamara am frühen Abend aus dem Hostel eilte, um die Jungs in einem anderen Hostel zu treffen. Später am Abend lernte Charlie zwei Mädels im Hostel kennen, die am gleichen Tag angekommen waren und übers Wochenende bleiben würden. Der Montag war ein Feiertag in Spanien und es waren viele spanische Gäste angereist, die das spezielle Surfcamp-Angebot von Take Hostel nutzten.

Alessandra war Italienerin und hatte gerade ihr Erasmus-Semester an der Universität in Granada begonnen. Alicia war aus Extremadura fürs Wochenende angereist und war Grundschullehrerin. Charlie viel es viel leichter, in dieser Nacht Spanisch zu sprechen, da Alessandra auch keine Muttersprachlerin war und Alicia gab Charlie die Zeit, die sie brauchte, um sich die Sätze im Kopf zurechtzulegen. Sie hatte außerdem in Australien gelebt und sprach sehr gut Englisch. Es gab also zur Not auch eine sprachliche Alternative für Charlie, falls ihr auf Spanisch die Worte fehlten.

Entspannte Samstage

Wie immer war Charlie als erste wach an diesem Samstagmorgen und sie war überrascht, wie ruhig es war. Das Hostel war an diesem Wochenende ausgebucht und sie hatte sich auf Chaos im Gemeinschaftsraum eingestellt. Scheinbar schliefen die meisten Gäste aus oder hatten Frühstück auswärts. Charlie hatte es so abgesprochen, dass sie mit den Gästen vom Surfcamp im Van zum Strand fahren würde. Sie wollte einen ruhigen Tag in El Palmar verbringen. Sie wollte mit dem Surfskate herumfahren und in einem der Beanbags etwas Schlaf aufholen.

Bevor sie sich alle nach El Palmar aufmachten, tauchten Alberto und Oriol im Hostel auf und gesellten sich auf einen Kaffee zu Charlie. Es war plötzlich viel einfacher für sie, Spanisch zu sprechen und sie unterhielten sich ein wenig. Auf einmal war das kein Problem mehr. Die Jungs würden mit Tamara im Auto zum Strand fahren und gingen offenbar davon aus, dass Charlie mit ihnen kommen würde anstelle vom Surfvan. Charlie verstand nicht, wie es auf einmal dazu kam, aber sie nahm die Einladung an. Irgendwie war sie Teil der Gruppe geworden. Das wurde vor allem offensichtlich, denn keiner von ihnen trug mehr die Maske, wenn sie im gleichen Raum waren. (Immerhin ging ja noch immer ein Virus um die Welt.)

Sie fuhren nach El Palmar und hörten spanische Musik – Charlie kannte sogar einige der Bachata-Lieder! Tamara und Oriol hatten eine Surfstunde, obwohl die Wellen an diesem Tag recht klein waren. Charlie sah keinen Sinn darin, sich in einen Neoprenanzug zu zwängen. Borga, ein Bekannter des Inhabers der Bar Canibal Royal direkt neben der Surfschule stimmte Charlie zu. Gute Entscheidung! Sie setzte ihren Plan in die Tat um, mit dem Surfskate durch den Ort zu skaten. Dieses Mal wusste sie, wo sie lang wollte. Sie erinnerte sich an die Straße, die sie am Wochenende zuvor entdeckt hatte und wusste nun auch, welchen Radweg Dom, ein Freund von Frankie, gemeint hatte. Es war eine schöne Tour mit dem Surfskate und Charlie war bereit, sich in die Sonne zu legen.

Alle waren für ihre Surfstunde im Wasser. Frankie, Irene und Santi, die in der Surfschule arbeiten, waren noch fleißig dabei, sich auf den Rest des Tages vorzubereiten. Alberto war vor der Surfschule und trainierte sein Gleichgewicht auf einem der Balanceboards. Er überzeugte Charlie, es auch zu probieren. Sie ließ sich dazu verleiten und machte sich nicht einmal völlig zum Idioten…bis sie hinfiel. Es war an der Zeit, ihren Platz im Beanbag einzunehmen und zu chillen. Sie unterhielt sich weiter mit Alberto im Laufe der nächsten Stunde und sie war erneut überrascht, wie leicht es ihr plötzlich fiel, Spanisch zu sprechen.

Caños de Meca

Als Tamara und Oriol aus dem Wasser kamen, luden sie Charlie ein, mit ihnen zum Mittagessen nach Caños de Meca zu kommen. Sie wollten auch den Strand dort sehen. Das ließ Charlie sich nicht zweimal sagen. Natürlich würde sie mitkommen! Es war schade, dass sie die Kamera an diesem Tag nicht mitgenommen hatte, denn sie hatte ja gar nicht vorgehabt, einen neuen Ort zu erkunden. Kurz darauf stellte sie fest, dass Oriol gar nicht mitkommen würde, da er noch am gleichen Nachmittag nach Sevilla zurück musste, um am nächsten Morgen wieder zurück nach Andorra zu fliegen. Sie brachten ihn nach Conil zurück, bevor Tamara, Alberto und Charlie nach Caños de Meca fuhren.

Caños ist ein weiterer Ort am Meer nur wenige Kilometer östlich von El Palmar. Sie parkten das Auto am Ortseingang und liefen weiter die Straße entlang bis sie eine Bar namens „La Lonja“ erreichten. Charlie hatte die meisten Gerichte auf der Karte schon einmal probiert, aber sie hatte nie zuvor von „Salmorejo“ gehört. Alberto erklärte ihr, was es ist: Ähnlich wie Gazpacho ist es eine dickflüssige, kalte Tomatensuppe, die traditionell aus Córdoba ist. Serviert wird sie mit Stücken von Ei und Schinken oben drauf. Das wollte Charlie probieren. Das und eine Tortilla. Lecker!

Nach dem Mittagessen ging es zum Strand in Caños de Meca. Es war ein wunderschöner Strand, der durch die Klippen und Pinienbäume recht geschützt ist.

Tamara kannte eine Stelle in den Felsen, wo die Leute in der Vergangenheit Schlange standen, um die natürlichen Gesichtsmasken aus Ton auszuprobieren. An diesem Tag stand niemand Schlange und Alberto, Tamara und Charlie würden schon bald ihre Gesichter in grüner Paste bedeckt haben. Es musste nur ein wenig trocknen und sie konnten es im Meer abwaschen. Das Wasser war im Oktober recht kühl, aber lud noch immer dazu ein, ein Stück herauszuschwimmen.

Sie verbrachten den Rest des Nachmittags am Strand und hörten spanische Musik. Alberto liebte Flamenco und Charlie genoss es an diesem Nachmittag, Musik zu hören, die sie sonst nicht hörte. Ihr Favorit war die Version von Hotel California der Gipsy Kings. (An die Titel oder Namen der Sänger der anderen Lieder könnte sie sich eh nicht erinnern…)

Sonnenuntergang am Leuchtturm

Sie verließen den Strand gegen 19 Uhr und lagen sehr gut in der Zeit, um am Faro Trafalgar, einem Leuchtturm, der an die Schlacht von Trafalgar erinnert, den Sonnenuntergang zu bestaunen. Sie parkten neben einem Restaurant und einem kleinen Markt direkt am Strand. Der Weg führte durch die Dünen zum Leuchtturm. Dort waren bereits einige Leute, die auch auf den Sonnenuntergang warteten, aber sie fanden noch ein ruhiges Plätzchen, von wo aus sie das Ende eines großartigen Tages beobachten konnten.

View towards the Faro Trafalgar

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