La Gomera
Ein Traum für Wanderer auf den Kanarischen Inseln
La Gomera ist eine der kleineren und jüngeren Inseln der Kanaren. Es waren drei Vulkanausbrüche, die vor 12 Millionen Jahren die Insel hervorbrachten. Im Laufe der Zeit formten Wind und Wasser La Gomera und die Insel sieht heute aus wie eine Zitronenpresse. Die höchste Erhebung ist in der Mitte, von wo aus sich unzählige Täler und Schluchten erstrecken. Es ist ein Traum für Wanderer. Es gibt ein gutes Netzwerk an Wanderwegen, die überall auf der Insel auch gut ausgeschildert sind. Einige der Routen sind aber sehr anspruchsvoll. Man sollte bei der Planung die eigene Erfahrung und die körperliche Fitness bedenken.
Leider kann man auf La Gomera nicht surfen. Die Wellen brechen entweder zu nah an der Küste oder brechen dort, wo das Meer nicht zugänglich ist.
San Sebastián de la Gomera
San Sebastián ist die Hauptstadt von La Gomera und das erste, was man sieht, wenn man von der Fähre kommt, ist die Plaza de las Americas mit einer Kolumbus-Statue. In der Hand hält er einen Globus, auf dem La Gomera größer ist als Teneriffa. Es steht für die Bedeutung, die La Gomera zur Zeit der Entdeckung Amerikas hatte. Kolumbus hielt auf mehreren seiner Atlantiküberquerungen auf La Gomera. Die Insel ist stolz auf diesen Teil der Geschichte.
Stadtrundgang in San Sebastián de la Gomera
Charlie nahm in San Sebastián an einer Free Walking Tour teil, um mehr über die Stadt und die gesamte Insel zu erfahren. Sie buchte auf GuruWalk und die Tour wurde von Rebeca durchgeführt, die sich auch um das Wohl der Gemeinschaft im Cactus Coliving in La Gomera kümmert. Charlie war beeindruckt davon, wie gut Rebeca sich auskannte und wie unterhaltsam sie die gesamte Führung gestaltete.
Der Rundgang begann im Park am Turm Torre del Conde, dem ersten Gebäude der Stadt. Im Gegensatz zu anderen Orten rund um die Welt, war das erste Gebäude keine Kirche. Das heißt allerdings nicht, dass es dort keine Kirchen gäbe.
Die Iglesia de Nuestra Señora de la Asunción ist eine kleine Kirche mit sehr vielen Kunstwerken. Man sieht Wandgemälde und Statuen, eine davon ist sogar aus Terrakotta. Von außen erinnert die Kirche an die in Teror in Gran Canaria. Im Innenraum sieht man Elemente des manoelinischen Stils, den Charlie auch in der Kirche in Funchal auf Madeira sah, sowie auch in Portugal, zum Beispiel in Belem.
Die Küste rund um San Sebastián de la Gomera
Den Strand von San Sebastián sieht man gut von der Fähre aus. Direkt an diesem Sandstrand entlang führt auch eine hübsche Promenade.
Wenn man von der Fähre aus gen Osten läuft, kommt man an einen weiteren Strand, Playa de la Cueva. Es ist ein Steinstrand und wesentlich ruhiger als der größere Strand. Die Promenade hier mündet in einen Platz und es gibt auch mehrere Aussichtspunkte, die man über Stufen erreicht.
Es gibt noch etwas an der Küste, dass man von der Fähre von Teneriffa sieht: ein Leuchtturm. Von der Kirche in San Sebastián läuft man ungefähr 30 Minuten. Zuerst geht es ein paar Stufen hoch und dann an der Straße entlang bis zum Leuchtturm und Aussichtspunkt. Von dort aus sieht man das Meer und die Insel Teneriffa. Es ist eine gute Stelle, um den Sonnenaufgang zu sehen.
Silbo Gomero: Kommunikation durch Pfeifen
Neben der Rolle, die die Insel zu den Zeiten von Kolumbus spielte, sind die Gomeros auf eine weitere Sache stolz, ihr Kommunikationssystem des Pfeifens, das silbo gomero. Es geht auf die Berber zurück, die vor den Spaniern auf der Insel waren, und das Geräusch reicht über bis zu 7 Kilometer Entfernung. Es war eine Art der Kommunikation, um wichtige Informationen durch die Täler in andere Gegenden der Insel zu überbringen.
Seit 2009 gehört es zum Weltkulturerbe der UNESCO. Um die Tradition zu bewahren, lernen die Kinder die Sprache in der Schule und es werden kostenlose Kurse für Erwachsene angeboten. Einige Bewohner von La Gomera nehmen sogar an Wettbewerben teil.
Charlie sah eine Demonstration des Silbo im Cactus Coliving. Es war beeindruckend, wie der Lehrer mittels Pfeifen beschrieb, wo ein Gegenstand versteckt wurde und Rebeca, die Community Managerin, hörte zu und fand den Gegenstand.
Valle Gran Rey
Das Wort “valle” auf Spanisch bedeutet “Tal” und genau darum handelt es sich bei diesem Ort. Es ist das tiefste Tal der Insel und Charlie würde auch sagen, dass es das grünste ist. Valle Gran Rey ist auch der Name der Stadt am Ende des Tals direkt am Meer. Es ist die Touristenhochburg auf La Gomera und vor allem im Winter sind dort sehr viele deutsche Urlauber. Es gibt sogar eine deutsche Bäckerei. Es ist eine hübsche Kleinstadt mit dem Meer auf einer Seite und den Bergen auf der anderen.
Es gibt zwei Transportmittel nach Valle Gran Rey: Bus und Fähre. Letztere fährt zweimal täglich von San Sebastián und hält auch in Playa Santiago. Die Fahrt bis Valle Gran Rey dauert ungefähr 70 Minuten. Vom Hafen aus läuft man 15 Minuten bis ins Zentrum, wo alle Bars und Restaurants sind. Man läuft die ganze Zeit am Strand entlang. Man muss sich nur entscheiden, wo man schwimmen gehen oder es sich in der Sonne gemütlich machen möchte. Vom Zentrum aus braucht man weitere 10 Minuten bis zum Playa del Ingles. Es ist ein FKK-Strand und die Wellen brechen nah am Ufer. Es ist ein hübscher kleiner Strand und es ist den Umweg wert. Bei klarer Sicht kann man die Insel La Palma am Horizont sehen.
Charlie kam mit der Fähre und fuhr mit dem Bus wieder zurück. Ein Ticket für die Fähre kostet 18€, ein Busticket 5€. Mit dem Bus waren es zwei Stunden bis nach San Sebastián und man hatte tolle Ausblicke während der Fahrt. Man sieht das gesamte Tal und kommt auch durch die Dörfer Igualero und Chipude, sowie den Garajonay Nationalpark. Abgesehen von geführten Touren oder mit einem Mietwagen, ist das die beste Art, den Großteil der Insel zu sehen.
Garajonay Nationalpark
Die Insel La Gomera bietet noch etwas, worauf man stolz sein kann: den größten Laurisilva, den antiken Lorbeerwald, von dem Charlie schon einen kleinen Eindruck auf Gran Canaria gewinnen konnte. Seit 1981 ist das Gebiet im Zentrum der Insel offiziell ein Nationalpark, der Garajonay. Seit 1986 gehört er zum UNESCO Weltkulturerbe.
Dieser Nationalpark beherbergt nicht nur den größten Laurisilva, sondern auch die umfangreichste endemische Biodiversität in Europa. Vom höchsten Punkt aus, El Alto de Garajonay, hat man einen herrlichen Ausblick über die gesamte Insel und bei klarer Sicht sieht man sogar die Nachbarinseln. Dafür muss man aber Glück haben, denn im Garajonay gibt es durchschnittlich 300 Regentage im Jahr und es ist oft bewölkt. Ihr solltet auch eine warme Jacke mitbringen.
Die Tour, die Charlie mitmachte, beinhaltete auch einen Halt im Informationszentrum Juego de Bolas, wo man viel über die Kanaren, deren Entstehungsgeschichte und Vegetation, lernen kann. Dort wurde der Garajonay mit dem Monteverde in Costa Rica verglichen. Die Vegetation erinnerte Charlie tatsächlich daran. (Allerdings gibt es auf La Gomera keine Affen!)
Ein Besuch im Garajonay Nationalpark
Wenn ihr euch den Nationalpark in La Gomera ansehen wollt, mietet ihr euch am besten ein Auto, fahrt hoch in die Berge und wandert dann in den Garajonay hinein. Es gibt auch geführte Wanderungen von Valle Gran Rey aus.
Man kann das auch mit dem Bus machen. Es gibt Bushaltestellen an der Straße in der Nähe des Eingangs zum Nationalpark. Die Buslinie 1, die Charlie von Valle Gran Rey nach San Sebastián nahm, fährt daran vorbei. Ihr solltet aber eure Route und die Zeiten genau planen, da der Bus nur ein paar Mal am Tag fährt.
Charlie machte eine geführte Tour über die Insel, die auch eine Fahrt durch den Nationalpark und einen Halt an einem der Restaurants im Garajonay, Laguna Grande, beinhaltete.
Hermigua
Charlie machte genau eine Wanderung während ihres Aufenthalts auf der Insel und die führte sie nach Hermigua. Die Gruppe nahm zuerst den Bus zum Startpunkt der Wanderung ungefähr 10 Minuten außerhalb von San Sebastián. Das ersparte ihnen einen steilen Aufstieg zu Beginn. Das heißt nicht, dass die Wanderung nicht trotzdem noch steil war und zudem lang, insgesamt 22 Kilometer.
In Hermigua wurden sie mit einer Abkühlung in den natürlichen Pools belohnt. Außerdem waren die Ausblicke einfach umwerfend. Auf dem Weg zum Bus für den Rückweg gönnten sie sich noch ein kühles Getränk in einem der kleinen Restaurants in der Nähe des Strandes.

Anreise nach La Gomera und über die Insel
Es gibt zwei Möglichkeiten, nach La Gomera zu kommen: mit dem Flugzeug oder der Fähre. Flüge findet man von den anderen Inseln der Kanaren, keine internationalen Reiseziele, und es ist ein kleiner Flughafen, den man von San Sebastián aus mit dem Bus erreicht. Für Charlie war die Fähre eine bessere Option, denn die ist nur 15 Gehminuten von dem Coliving entfernt, in dem sie unterkam. Vom Coliving in Teneriffa zum Hafen in Los Cristianos war es auch nur eine kurze Fahrt. Es gibt zwei Fähren, Armas und Fred Olsen. Beide fahren mehrmals täglich und man kann Tickets online oder am Hafen kaufen. Als Tourist zahlt man ungefähr 45€ pro Strecke. Für Bewohner der Kanaren ist es günstiger.
Auf La Gomera gibt es auch ein gutes Busnetzwerk, was allerdings nicht mit Google Maps verbunden ist. Information zu Strecken und Fahrtzeiten findet man auf guaguagomera.com. Dort findet man aber nur die Zeiten, wenn der Bus losfährt, nicht für bestimmte Haltestellen an der Strecke. Durch die kurvigen Straßen in den Bergen kann man nicht genau voraussagen, wie lange es dauert. Charlie würde aber sagen, dass die Busse auf La Gomera zuverlässig sind. Sie fahren nur ein paar Mal pro Tag und man sollte gut planen.
Wenn ihr die Linie 1 von San Sebastián nach Valle Gran Rey nehmen wollt, solltet ihr frühzeitig zum Busbahnhof gehen, da es für diesen Bus oft eine lange Schlange gibt. Wenn ihr am Ende dieser Schlange seid, kann es passieren, dass ihr nicht mehr mitdürft.