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Lissabon – Aus Asche wieder auferstanden

Auf ihrem Weg von der Algarve zum Surfwettbewerb in Peniche hatte Charlie einen Zwischenstopp in Lissabon. Sie hatte einen Tag, um die Stadt zu erkunden, und buchte eine Free Walking Tour. Das war für gewöhnlich die beste Art, eine Stadt schnell kennenzulernen.

Treffpunkt war am Platz Praça Luís de Camões in der Altstadt von Lissabon. Charlie hatte von ihrer Unterkunft einen Bus in die Stadt genommen und machte am Flussufer noch eine Kaffeepause, bevor es zum Rundgang ging. Schon der Weg zum Camoes-Platz zeigte, wofür Lissabon bekannt ist: steile Hänge und Kabelbahnen. In diesem Teil der Stadt war beides reichlich vorhanden.

Ponte 25 de Abril in Lisbon

Der Stadtrundgang wurde an diesem Tag von Rita geleitet. Sie war ursprünglich aus Lissabon und hatte die Welt bereist, bevor sie sich entschied, Touristen durch ihre Heimatstadt zu führen.

Zeitreise in Lissabon

Rita führte Charlie und die anderen Tour-Gäste durch 3000 Jahre Geschichte, die bis zu den Phöniziern zurückreichte, die die Stadt als Handelspunkt gegründet hatten. Weiter ging es mit den Kelten, Römern, Westgoten und den Mauren bis hin zu dem Punkt, als im 13. Jahrhundert die heutigen Grenzen Portugals befestigt wurden.

Rita sprach außerdem über einige wichtige Persönlichkeiten, die die Kultur in Portugal und einen bestimmten Teil der Welt beeinflussten: Vasco da Gama, Luís de Camões, ein Autor aus dem 16. Jahrhundert, und der moderne Schriftsteller Fernando Pessoa.

Der Stadt ein neues Gesicht geben

Ein historisches Ereignis bestimmte den Rundgang, wie auch das Gesicht der Stadt Lissabon: ein Erdbeben im Jahr 1755. Während der Stadtrundgänge in Huelva und Faro war es bereits erwähnt worden, aber keiner der Tourguides gab so detaillierte Informationen darüber wie Rita in Lissabon an diesem Tag. Das ist keine Überraschung, denn diese Naturkatastrophe veränderte die Stadt. Sie war komplett zerstört und musste von Grund auf wieder aufgebaut werden. Lissabon wurde als erste Erdbeben-sichere Stadt der Welt wieder erbaut. Die Holzstruktur, die von nun an die Gebäude schützte, kann in einem der Geschäfte auf der Hauptstraße betrachtet werden. Rita wies während des Rundgangs daraufhin.

Nur ein Stadtteil war beim Erdbeben verschont geblieben: Alfama. Dieser Teil ist auch einen Besuch wert, denn man sieht die ursprüngliche Architektur und die Zeit scheint an diesem Ort stillzustehen.

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Stadt auf sieben Hügeln

Wenn man durch Lissabon läuft, bemerkt man viele steile Hügel, Treppen und Aufzüge. Der berühmteste ist der Santa Justa Aufzug, der außerdem einen schönen Ausblick über die Stadt, den Fluss und die Burg bietet. Diese Burg sieht mittelalterlich aus, stammt aber aus den 1940ern Jahren und ist kein Original.

Rita wies daraufhin, dass die Aussichtsplattform vor dem Aufzug vor der Pandemie einer der geschäftigsten Orte war. Hier waren immer viele Touristen. Als Charlie zu Besuch war, war es relativ ruhig. Sie genoss diese positive Folge der Reisebeschränkungen.

Portugal im 20. Jahrhundert

Ein Teil der portugiesischen Geschichte war Rita besonders wichtig: die Salazar-Diktatur, die 1974 in der Nelkenrevolution endete. Sie gab Einblicke in das Leben ihrer Eltern unter der Diktatur und berichtete von den Ereignissen, die zur Revolution führten. Als sie auf dem Praça do Comercio standen, konnte man deutlich sehen, dass sie Erfahrung als Schauspielerin hatte.

Religiöse Spuren in Lissabon

Zwei weitere Teile der Geschichte sollten nicht vergessen werden: Religiöse Verfolgung und die Spanische Inquisition. Vor der Sao Domingo Kirche berichtete Rita von einem Massaker an Juden im Jahr 1506 und den politischen Ereignissen, die zu diesem Ereignis führten. Diese Kirche ist auch einen Besuch wert, denn sie wurde im Laufe der Zeit kaum verändert. Man sieht, dass das Dach und die Decke erneuert wurden, aber die Säulen an den Seiten der Kirche sind noch die originalen. Es ist beeindruckend zu sehen, wie eine Kirche aussehen würde, wenn sie nicht restauriert wurde.

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Pastel de Nata

Ein Geheimnis musste noch gelüftet werden: Wo kommt der traditionelle Pastel de Nata her? Man findet diese kleinen Pudding-Küchlein überall in Portugal und Charlie wollte mehr darüber erfahren.

Das Original, und Rita zufolge der beste Pastel de Nata, stammt aus Belem. Auch dies ist wieder auf religiöse Ursprünge zurückzuführen. Die Orden waren 1834 abgeschafft worden und die Mönche waren auf einmal arbeitslos. Kombiniert man diese Situation mit einer nahegelegenen Zuckerfabrik, bekommt man einen Pastel de Nata.

Der beste Ausblick über Lissabon

Es war nur ein Tag in Lissabon und Charlie hatte ziemlich viel von der Stadt gesehen und gehört. Es gab aber noch einen Ort auf der To-Do-Liste: Die Christus-Statue auf der anderen Seite des Flusses, die die berühmte Brücke, Ponte 15 de Abril, und die gesamte Stadt überblickte. Direkt nach dem Stadtrundgang lief Charlie zum Fluss hinab und zum Fährterminal. Dort fuhren regelmäßig Fähren zur anderen Seite. Sie verbinden die beiden Teile der Stadt. Das Fährterminal erinnert an einen geschäftigen Bahnhof. Es war deutlich ausgeschrieben, wo welche Fähre abfuhr, und die Ticket-Gates sind denen der U-Bahn in London sehr ähnlich. Die Überfahrt dauerte nur 10 Minuten und Charlie machte sich direkt vom Hafen auf zur Christus-Statue. Leider ist die Aussichtsplattform nur bis 18 Uhr geöffnet und schon ab 17.30 Uhr durfte man nicht mehr hinauf. Es war 17.35 Uhr als Charlie ankam. Sie musste am Fuß der Statue bleiben, von wo aus der Ausblick aber auch herrlich war!

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