Uvita erleben
Wasserfälle, Strände, Badestellen
Charlie verbrachte insgesamt drei Wochen in Uvita und die meiste Zeit davon verbrachte sie bei der Yoga-Lehrer-Ausbildung. Sie hatte aber auch etwas Zeit, um die Gegend zu erkunden.
Nationalpark Marino Ballena
Am Anreisetag traf Charlie eine der anderen Yogis, Shelley, und sie beschlossen, gemeinsam zum Strand zu fahren. Shelley hatte die Nummer eines Taxifahrers und schrieb ihm per WhatsApp, damit er sie zum Strand fahren würde. Die Fahrt kostete 6 Dollar und sie wurden an den Toren zu einem Nationalpark abgesetzt. Zunächst waren sie etwas verwirrt, bis ihnen klar wurde, dass das der Strand von Uvita war. Sie mussten 7 Dollar (8000 Colones) an Eintritt bezahlen, was etwas überraschend kam, sie taten es aber. Die anderen Strände wären zu weit entfernt gewesen. Die Ausgabe war auf jeden Fall nicht umsonst.
Sie liefen an einer Flussmündung entlang eines Weges, der von Palmen gesäumt war, bis sie einen weitläufigen Strand erreichten. Es hatte etwas ganz Besonderes an sich und erinnerte an Bilder der Strände in Südostasien. Sie liefen am Strand entlang in die Richtung, wo die Sonne eine Stunde später untergehen würde. Immer mehr Wolken bildeten sich am Himmel, aber sie hatten noch Hoffnung für den Sonnenuntergang.
Aus der Ferne sahen sie Leute, die scheinbar auf Felsen mitten im Meer zuliefen. Es sah aus, als wäre dort eine Brücke oder ein Steg. Als sie näher herankamen, sahen sie, dass es sich um eine Sandbank handelte, die nur bei Ebbe sichtbar wird. Shelley fragte sich, ob das wohl die berühmte Walflosse war, nach der viele Orte in Uvita benannt sind. Ein Blick auf die Karte zeigte, dass sie damit Recht haben könnte. Bei Ebbe zieht sich auf beiden Seiten das Wasser zurück und hinterlässt eine Sandbank, die von oben wie eine Walflosse aussieht. Charlie war sehr froh, dass dieser Spontanausflug genau zum richtigen Zeitpunkt stattfand. Zu einer anderen Tageszeit hätten sie dort nicht entlanggehen können.
Es waren bereits einige Leute dort, die sogar Stühle dabeihatten, um vom Ende der Walflosse den Sonnenuntergang zu sehen.
Charlie und Shelley liefen ein Stück, beobachteten winzig kleine Krabben im Sand und sahen, wie sich immer mehr Wolken am Himmel ansammelten. Die Chancen, den Sonnenuntergang zu sehen, wurden mit jeder Minute geringer. Dafür sahen sie aber einen herrlichen Wolkenfall und einige sehr dunkle Wolken, die sich näherten. Sie schafften es gerade rechtzeitig vom Ende der Walflosse zu den Bäumen hinterm Strand, wo sie sich im starken Regen an jenem Nachmittag im Gebüsch verschanzten. Sie wurden trotzdem etwas nass, aber wenigstens waren sie nicht komplett getränkt.
Kurz bevor der Regen sie ereilte, sah man im Sand genau, bis wohin das Wasser bei Flut reichte. Der Sand war noch nass und leider hatte das Wasser auch menschliche Spuren hinterlassen. Eine Menge Plastikmüll hatte sich angesammelt. Die Flut hatte es angeschwemmt. Es berührte Charlie, das an einem so schönen Ort zu sehen.
Strände rund um Uvita: Playa Hermosa und Playa Ventanas
Abgesehen vom Nationalpark gibt es in der Nähe von Uvita noch andere Strände, wo man keinen Eintritt bezahlen muss. Man braucht allerdings ein Auto oder sollte sich ein Taxi nehmen. Der nächstgelegene Strand von Uvita aus ist Playa Hermosa. Es ist zudem der Surfstrand im Ort und ein zuverlässiger Beachbreak. Es gibt ein paar Stände, wo man Souvenirs und Strandsachen kaufen kann, sowie auch Surfboardverleihs.
Etwas weiter südlich von Uvita sind die Strände Playa Arco und Playa Ventanas. Der letztere ist mit dem Auto 15 Minuten vom Ort entfernt und das letzte Stück Straße ist sehr uneben. Man fährt sogar durch einen Fluss. Der Strand heißt Playa Ventanas, Fenster-Strand, denn dort sind ein paar Tunnel, die wie Fenster zum Meer aussehen. Man kann es nur bei Ebbe richtig sehen, dass es sich um Tunnel handelt, nicht um Höhlen. Man darf nicht hineinschwimmen, weil das durch die Bewegungen des Wassers zu gefährlich ist. Es sieht trotzdem schön aus und man kann ein Stück hineinlaufen. Wenn ihr euch das ansehen und nicht den ganzen Tag bleiben wollt, solltet ihr vorher schauen, zu welcher Uhrzeit die Ebbe ist.
Es gibt ein paar Essens- und Souvenirstände an diesem Strand. Die Einheimischen sammeln sich an den Wochenenden mit Zelten, Kühlboxen voller Essen und Tischen am Strand, um dort ein Wohnzimmer einzurichten. Man hört überall Musik.
Wasserfälle und Flüsse rund um Uvita
Rund um den Ort Uvita gibt es noch mehr fließendes Wasser, was nicht das Meer ist. In der Nähe von Charlies Unterkunft, Hospedaje El Bosquecito, gibt es mehrere Flüsse und Ströme. Einige davon fließen direkt über das Gelände der Pension. Charlie hörte das Wasser von ihrem Zimmer aus und sie konnte auch alle möglichen Tiere beobachten, von Vögeln und Eidechsen zu Eichhörnchen in verschiedenen Braun- und Grautönen bis hin zu Schmetterlingen, von denen einige so groß sind wie die Hand eines Erwachsenen.
Wenn man für ungefähr 15 Minuten in Richtung der Berge läuft, kommt man an einen bekannten Wasserfall. Der Weg dorthin ist deutlich beschildert. Man muss 2000 Colones (ungefähr 4€) Eintritt bezahlen. Man kann unterhalb des Wasserfalls schwimmen und es gibt auch eine Leiter, an der man hinaufklettern und dann entweder springen oder rutschen kann.
Wenn man auf halber Strecke in Richtung Wasserfall nach rechts abbiegt, kommt man zu einem wunderschönen Bambuswald. Es ist mit Sicherheit der höchstgewachsene Bambus, den Charlie je gesehen hat. Man kann gar nicht beschreiben, wie schön es ist, durch diese Bambus-Allee zu laufen.

Auf der rechten Seite ist ein kleiner Pfad, über den man direkt zu einer Badestelle am Fluss kommt, die auch bei Einheimischen beliebt ist.
Wenn man anstelle des kleinen Pfads weiter für ungefähr 25 Minuten die Straße entlangläuft, kommt man an einen Ort, der auf Google Maps als „Wasserfall und versteckte natürliche Pools“ markiert ist. Es ist nicht sehr versteckt, aber einen Besuch wert. Diese Stelle lädt ebenfalls zum Schwimmen ein und hier sind für gewöhnlich weniger Leute als an der anderen Badestelle.
Bauernmarkt in Uvita: Mercado de Bahia Ballena
Die Exkursionen bei der Yoga-Lehrer-Ausbildung beinhalteten auch einen Besuch einer Farm, um über Permakulturen und das Leben im Einklang mit der Natur zu lernen. Der Besitzer der Farm, Miguel, führte die Gruppe über die Farm und zeigte ihnen verschiedene Arten an Palmen, Bananen und Platanen, servierte frisch geerntetes Palmenherz und Kokoswasser und lud sie zum Lunch im Haus ein. Auf dem Weg über die Farm sahen sie sogar ein Krokodil und einen Tukan. Leider war Charlies Kamera kaputt und sie konnte es nicht in Bildern festhalten.
Gegenüber der Farm ist jeden Mittwoch und Samstag von 8 Uhr bis 13 Uhr ein Markt. Man bekommt dort Obst und Gemüse, frische Empanadas und verschiedene handwerkliche Produkte, von Vanille bis hin zu Seife und Holzarbeiten, Schmuck und Kunst. Charlie kaufte Obst, ein großes Glas Ziegenmilch-Joghurt und zwei Flaschen Kombucha.