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Norwich – Die inoffizielle Hauptstadt East Anglias

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Charlie at Norwich Cathedral

Norwich – Die inoffizielle Hauptstadt East Anglias

Charlies Ausflug nach Norwich

Charlie war zu Ohren gekommen, dass um den Valentinstag herum, ein Lichtfestival in Norwich stattfinden würde. Es war die perfekte Gelegenheit für einen Wochenendausflug. Norwich hatte Charlie noch nicht besichtigt und das Love Light Festivalklang nach einer spannenden Sache.

Das Festival war für den 13. bis 15. Februar, von Donnerstag bis Samstag, angesetzt und das bedeutete für Charlie ein verlängertes Wochenende. Die Zugfahrt nach Norwich aber gestaltete sich etwas komplizierter als ursprünglich angenommen. Der Grund waren ein paar herunterhängende Kabel. Anstelle der Direktverbindung zwischen Liverpool Street in London und Norwich musste Charlie in Colchester aussteigen, den Schienenersatzverkehr nehmen und in Ipswich wieder in den Zug steigen. Das machte aus den 2 Stunden Fahrzeit 3 Stunden. Das ging ja schon mal gut los.?

Charlie hatte ein AirBnB gebucht, weil sie auf diese Weise nah am Stadtzentrum war und es trotzdem nicht zu teuer wurde. Die Gastgeber Eva und Valdis waren sehr nett und Charlie kann die Unterkunft sehr empfehlen.

Sehenswürdigkeiten in Norwich

Für gewöhnlich beginnen Charlies Städtereisen immer mit einem Stadtrundgang, aber für Norwich konnte Charlie keinen finden und ging von daher selbst auf Entdeckungstour. Wie sich herausstellte, waren die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nicht schwer zu finden: Burg, Kathedrale und Markt.

Die Burg in Norwich

Als Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert ist die Burg in Norwich die Hauptattraktion. Man kann sie auch gar nicht übersehen, denn dieser gewaltige Klotz thront auf einem Hügel über der Stadt. Der Bau begann kurze Zeit nachdem die Normannen nach der Schlacht von Hastings im Jahr 1066 England erobert hatten.

Norwich Castle from the outside

Zu jener Zeit gab es in Norwich 98 Häuser und 2 Kirchen. Das sollte sich bald darauf ändern. Die Normannen erbauten die Burg als königliche Residenz und die Kathedrale. Die Burg wurde 1121 vollendet, die Kathedrale 1145. Im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde Norwich größer und größer und erlangte eine Bedeutung, die der Londons gleichzusetzen war. Mit der Industriellen Revolution änderte sich dies jedoch. Im Jahr 1345 wurde die Burg von einer königlichen Residenz zum Gefängnis und blieb in dieser Funktion bis ins viktorianische Zeitalter erhalten. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde die historische Festung zum Museum und ist es noch heute.

In die Wände eingravierte Graffiti hinterließen Spuren derer, die die Burg im Laufe der Jahrhunderte bewohnten. Das Gebäude wurde 900 Jahre lang ununterbrochen genutzt, aber nicht sehr gut erhalten, vor allem in den Jahren, in denen es als Gefängnis diente.

Dies soll sich nun bald ändern, denn in den kommenden Jahren werden 13.5 Millionen Pfund investiert, um die Burg wieder so aussehen zu lassen, wie ursprünglich. Besucher bekommen dann einen besseren Eindruck davon, wie das Innere der Burg im Mittelalter aussah. Momentan ist dafür einiges an Fantasie nötig, denn die Burg ist von innen wie ein Hohlkörper. Das macht es momentan zum perfekten Spielplatz, denn Kinder können umherrennen und eine Geräuschkulisse erschaffen, während die Eltern versuchen, der geführten Tour zu lauschen.

Der Keller, wo man die alten Gefängniszellen bestaunen kann ist zur Zeit für archäologische Ausgrabungen geschlossen. Im Februar 2020 ist die Burg aus diesen Gründen nicht unbedingt einen Besuch wert, aber Charlie freut sich schon darauf, das Ergebnis zu sehen, wenn die Arbeiten vorüber sind.

Außer dem Bergfried, findet man in den angrenzenden Räumen verschiedene Museen und Kunstgalerien. Aus diesem Grund spricht man auch nicht nur von Burg, sondern vom Burgmuseum und Kunstgalerie (Norwich Castle Museum & Art Gallery). Im Laufe der Zeit kam des Öfteren die Frage auf, ob es eher als Burg oder als Museum zu betrachten ist. Charlie stimmt für Museum.

Die Burg ist von montags bis samstags von 10 bis 16.30 Uhr geöffnet, sonntags von 13 bis 16.30 Uhr. Die Eintrittspreise sind für die gesamte Anlage, d.h. Bergfried und alle Museen:

  • Erwachsene: 9.90 £
  • Ermäßigt: 9.40 £
  • Kinder (4-18 Jahre): 8.50 £
  • Familienticket mit 1 Erwachsenen: 26.10 £
  • Familienticket mit 2 Erwachsenen: 34.85 £
  • Dämmerungs-Ticket (1 Stunde vor Schließung): 2 £

Der Markt in Norwich

Wenn man von der Burg aus den Hügel hinunterläuft, erreicht man den Marktplatz von Norwich. Ursprünglich befand sich der Markt dort, wo heute die Kathedrale steht, wurde aber unter den Normannen verlegt. Der heutige Markt existiert seit 1076, was ihn zu einem der ältesten in Europa macht.

Charlie war fasziniert von dem reichen Angebot and Essen, Handwerkskunst und Kleidung. Es erinnerte sie ein bisschen an den Markt in Camden.

Die Kathedrale von Norwich

Obwohl es in Norwich unzählige Kirchen gibt, kann man auch die Kathedrale nicht übersehen. Sie liegt nicht direkt an der Straße, aber der Turm ist von Weitem sichtbar. Obwohl sie zur gleichen Zeit erbaut wurde wie die Burg, ist die Architektur nicht vergleichbar, denn sie ist sehr detailreich und prachtvoll. Die Burg hingegen wurde so erbaut, dass Feinde nicht eindringen konnten. Verzierungen an den Außenwänden hätten es sehr einfach gemacht, die Wände heraufzuklettern.

Norwich Cathedral

Die Kathedrale erreicht man durch zwei verschiedene Tore, das Erpingham Gate und das Ethelbert Gate, die sich jeweils an gegenüberliegenden Enden der Straße Tombland befinden. Die Kathedrale und der Kreuzgang können kostenlos besichtigt werden, man muss aber warten, falls gerade ein Gottesdienst abgehalten wird.

Durch die Gassen schlendern

Abgesehen von diesen Sehenswürdigkeiten findet man in Norwich viele kleine Gassen, von denen einige noch an das Mittelalter erinnern. Diejenigen unter euch, die auf einem Wochenendausflug auch gerne die Geschäfte besuchen, haben dazu in Norwich viel Gelegenheit.

Wenn man durch die Straßen schlendert, sollte man nach versteckten Ecken und Graffiti Ausschau halten. So wie Charlie, könnte man dabei ein paar Kunstwerke entdecken.

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