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Tagesausflug nach Brüssel

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Mont des Arts in Brussels

Tagesausflug nach Brüssel

Charlie in der Hauptstadt Europas

Nach einem Wochenende mit alten Freunden in Ostende und Brügge wurde Charlie am Sonntagabend von ihren Freunden in Brüssel abgesetzt. Sie würde noch einen Tag in der belgischen Hauptstadt verbringen, bevor sie am Montagabend den Eurostar zurück nach London nehmen würde.

Sie war Freitagnacht sehr spät in Ostende angekommen und war am Samstagabend nach dem Volleyballturnier mit ihren Freunden ausgegangen. Jetzt war sie bereit für eine Nacht mit viel Schlaf, aber wie so häufig, ging dieser Plan nicht auf. Aber sie hatte einen weiteren schönen Abend.

Noch mehr spaßige Hostelnächte

Vor dem Schlafen gehen musste Charlie noch etwas essen und sie gönnte sich ein Bier und eine Pizza im Hostel. Für diesen Abend war eine Comedyshow angesetzt und warum sollte sie sich nicht ein bisschen unterhalten lassen, während sie aß? Kurz bevor die Show losging, setzten sich Sarah und Brian mit zu Charlie an den Tisch, da es sonst nirgendwo in der Bar Platz gab. Charlie hatte noch viel Platz am Tisch und sie stellten sich einander vor.
Sarah war aus Belgien und hatte nur den Tag in Brüssel verbracht. Sie musste am nächsten Morgen wieder zur Arbeit. Brian war aus New York und war nur auf der Durchreise in Brüssel. Er würde am nächsten Morgen nach Aruba fliegen. Die beiden hatten sich kennengelernt als Sarah in New York lebte und ergriffen die Chance, sich wieder zu sehen, solange Brian in Europa war.
Charlie verstand sich mit beiden sehr gut. Sie unterhielten sich sogar so gut, dass der erste Komiker sie ausrufen und um Ruhe bitten musste, als die Show begann.

Es blieb nicht bei einem Bier

Während der Pause setzten sie ihre Unterhaltung über ihre Reisen und das Leben in verschiedenen Ländern fort. Brian holte eine weitere Runde Bier und Tequila. In dem Moment wurde Charlie klar, dass ihr Plan, zeitig ins Bett zu gehen, wohl nicht aufgehen würde.

Ein paar Runden später kam Brian nicht von der Bar wieder. Als Sarah nachsah, wo er blieb, stellte sie fest, dass er tief in einer Unterhaltung mit Fabiano steckte. Er war aus Brasilien und gesellte sich mit an den Tisch. Das bedeutete nur noch mehr Bier und Tequila…um 2 Uhr morgens fiel Charlie ins Bett. Sie war müde und leicht betrunken, aber froh über die Erinnerungen, die sie gerade geschaffen hatte. Es war eine weitere lustige Nacht in einem Hostel und erinnerte sie an ihren Aufenthalt in Oxford einige Monate zuvor.

Brüssel heute und früher

Wenn Charlie neue Städte erkundet, nimmt sie immer an einem kostenlosen Stadtrundgang teil. Diese sind nicht völlig kostenlos. Anstelle eines Tickets, dass man im Voraus zu einem bestimmten Preis kauft, gibt man dem Guide am Ende Trinkgeld. Der Stadtrundgang in Brüssel sollte am Montagmorgen um 10 Uhr am Grand Place/Grote Markt losgehen. Hierin versteckt sich bereits der erste Fakt über Belgien und Brüssel insbesondere: Alle Straßennamen und Orte haben zwei Bezeichnungen – auf Französisch und Flämisch, denn beide sind Amtssprachen in diesem Land.

Die Tour wurde an diesem Tag von Anna geleitet und sie begann mit einem Überblick über die Geschichte. Welch besseren Ort könnte es dafür geben als vor dem Rathaus, das von beeindruckender Architektur umgeben ist, sowie von Gebäuden, die alle eine Geschichte erzählen? Die Gruppe stand direkt vor dem Rathaus und man bemerkt dort, dass mit dem Gebäude etwas nicht stimmte: Es ist asymmetrisch, da es von zwei verschiedenen Architekten erbaut wurde. Hoch oben thront die Statue des Erzengels Michael, dem Schutzpatron von Brüssel. Man trifft ihn mehrere Male während des Rundgangs.

Historische Gebäude völlig neu errichtet

In der Geschichte war Belgien immer ein strategisch wichtiger Punkt in Europa und wechselte mehrere Male die Hand. Die Franzosen waren nicht immer wohlgesinnte Nachbarn und bombardierten Brüssel im Jahr 1695. Das zerstörte die Häuser um den Grote Markt. Da dies die Häuser der Gilde waren, mussten sie prunkvoll wiederaufgebaut werden. Bis heute zeigen diese Gebäude im Barock-Stil mit ihren prunkvollen Dekorationen die Elemente der Gilde. Das ist noch nicht alles. Wenn man genau hinsieht, erkennt man weitere Verzierungen, die symbolisch für die belgische Geschichte stehen. Man erkennt zum Beispiel einen Löwen, der das Wappen der spanischen Krone trägt und an die Zeiten erinnert, zu denen Belgien zu Spanien gehörte. Ebenso sieht man einen Phönix, um daran zu erinnern, wie Brüssel nach der französischen Bombardierung 1695 aus der Asche wiederauferstand.

Komikfiguren und Statuen

Wenn die Frage aufkommt, wofür Belgien berühmt ist, denken wir für gewöhnlich an zwei Dinge: Schokolade und Waffeln. Vielleicht sogar an Pommes. Eines aber wird dabei oft vergessen. Einige der bekanntesten Komikfiguren wurden in Belgien erfunden. Die Schlümpfe sowie Tim und Struppi sind Belgier. Graffiti an Hauswänden in Brüssel zeigen den Stolz auf diese Helden der Kindheit.

Die Schlümpfe allein sind noch nicht genug. Es gibt noch einen kleinen Kerl, der die Stadt zu dem macht, was sie ist: der Manneken Pis. Während des Stadtrundgangs kamen sie genau zur richtigen Zeit, um der Einkleidungszeremonie beizuwohnen. Ja, ihr habt richtig verstanden. Es gibt eine offizielle Zeremonie, während derer die kleine Statue umgezogen wird. Eine Gruppe Freiwilliger hält Reden und singt, Schulklassen kommen und die Kinder versuchen dabei etwas vom Manneken Pis abzubekommen. Die Statue pinkelt wirklich, manchmal sogar Bier oder Wein. Es gibt außerdem einen offiziellen Ankleider, der die Statue in eines der mehr als 1000 Outfits steckt, die man im Museum „GardeRobe Manneken Pis“ in Brüssel sehen kann.

Der Stadtrundgang wird fortgesetzt

Nach der kleinen Vorführung setzte die Gruppe den Stadtrundgang durch Brüssel fort. Der nächste Halt war vor der ehemaligen Börse. Das Gebäude war zu diesem Zeitpunkt für Bauarbeiten geschlossen, da ein Freizeitzentrum daraus werden soll. Direkt gegenüber befindet sich Fritland. Laut Anna bekommt man dort die besten Pommes der Stadt. Bei dieser Gelegenheit erklärte sie ein paar generelle Regeln zum Genuss belgischer Pommes:

  1. Man bestellt niemals „French Fries“, denn die Pommes sind belgisch!
  2. Als Vegetarier sollte man belgische Pommes vermeiden, denn die werden zwei Mal in tierischem Fett frittiert.
  3. Wenn man gefragt wird, welche Sauce es sein soll, wählt man eine Sauce!

Ganz gleich jedoch, wie viele Pommes man in Brüssel verspeist, ein anderer Geruch kann einem gar nicht entgehen: Waffeln. Ihr seid vielleicht etwas enttäuscht, wenn Ihr hört, dass die meisten Waffeln eine Touristenfalle sind: Sie sehen schön aus mit viel Schlagsahne, Schokolade und Früchten, die originalen Waffeln aber, isst man ganz ohne Belag. Es gibt zwei Arten belgischer Waffeln: Liège Waffeln und Brüssel Waffeln. Die ersteren sind rund, letztere für gewöhnlich rechteckig und dicker. Beide allerdings machen dick!

Die Gruppe lief anschließend durch die Galeries Royales Saint-Hubert, wo sich die berühmte Konfiserie Neuhaus befindet. Hier wurde die belgische Praline erfunden. Ursprünglich handelte es sich um eine Apotheke bis zu dem Tag, als man die bitterschmeckenden Pillen mit Schokolade überzog. Die Praline war geboren. Zum Glück befüllt man sie heutzutage eher mit Milch und Nüssen.

Der Brüsseler Stadtrundgang führte dann an der Kathedrale St. Michael vorbei, die der Notre Dame in Paris sehr ähnlichsieht. Weiter ging es zum Warandepark und dem Königspalast. Sie hörten von den verschiedenen Museen, die man in Brüssel besichtigen kann, und beendeten den Rundgang am Mont des Arts.

Das Herz Europas

An diesem letzten Haltepunkt gabt Anna Einblicke in die jüngere Geschichte und erklärte, warum Brüssel zur Hauptstadt Europas gewählt wurde: Das Land war immer neutral und hatte nie einen Krieg begonnen, es war sowieso zu klein, um eine Bedrohung darstellen zu können und es liegt geographisch in der Mitte.

Charlie blieb nur genau ein Ziel übrig, was sie am Nachmittag aufsuchen würde: Das Europaparlament. Um mehr über die Geschichte zu lernen – Charlie hat sich immer für Geschichte interessiert – war das Parlamentarium die beste Anlaufstelle. Der Eintritt ist frei, aber es gibt Sicherheitskontrollen wie am Flughafen. Es ist montags von 13 bis 18 Uhr geöffnet, dienstags bis freitags von 9 bis 18 Uhr und an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr.

Geschichtsstunde: Europäische Union

Im Parlamentarium erfährt man mehr über die drei verschiedenen Orte des Parlaments: Straßburg, Luxemburg und Brüssel. Die Geschichte der Europäischen Union wird bildlich dargestellt mit Fotos und Meilensteinen des 20. Jahrhunderts. Es beginnt mit Suppenküchen nach dem ersten Weltkrieg, zeigt die Ausbreitung des Faschismus, die Weltwirtschaftskrise, Nazi-Deutschland und den Spanischen Bürgerkrieg. Nach dem zweiten Weltkrieg geht es weiter mit der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und der UdSSR. Man lernt, wann welcher Mitgliedsstaat beitrat, man sieht lachende Gesichter auf Bildern, die den Mauerfall zeigen sowie bei der Eröffnung des Eurotunnels 1994, der es Charlie heute ermöglichte, mit dem Zug von London nach Brüssel zu reisen.

Ein Europa

Der letzte Teil der Ausstellung behandelt das heutige Parlament und der Besucher kann selbst Platz nehmen und an wichtigen Entscheidungen teilhaben. Es gibt ein virtuelles Spiel, bei dem man über derzeit im Parlament behandelte Themen abstimmt. Am Ende kann man sehen, wie die Mehrzahl der Besucher abgestimmt hat und wie die tatsächliche Entscheidung des Parlaments ausgefallen war. Charlie war überrascht, wie sehr die Ergebnisse sich voneinander unterschieden – bei fast allen Themen außer einem: Die Besucher des Parlamentariums und die Mitglieder des Europaparlaments scheinen sich in einer Sache einig zu sein und das war das Verbot von Einwegplastik. Charlie gefällt diese Entscheidung – alles, was mit dem Schutz der Meere zu tun hat. Es gibt sowieso bessere Alternativen als Einwegflaschen, Wasserflaschen mit Filter zum Beispiel!

Information sign about Brexit inside the Parlamentarium in Brussels

Im allerletzten Raum wird der Besucher dazu eingeladen, auf einem Sofa oder Sessel Platz zu nehmen und sich anzuhören, was verschiedene Menschen überall in Europa zu berichten haben. Man ist von traumhaften Landschaftsbildern umgeben. Innerhalb weniger Minuten kann man so vom äußersten Norden Europas in tiefstem Schnee an sonnige Strände im Süden reisen. Es wird gezeigt, wie viel natürliche Schönheit dieser Kontinent zu bieten hat.

Charlie nahm am Abend den Eurostar zurück nach London.

Häufig gestellte Fragen

Wie kommt man am besten nach Brüssel?

Brüssel ist innerhalb Europas sehr gut angebunden: Man kommt sehr einfach mit dem Zug hin (Bahnhof Brüssel-Süd für internationale Ankünfte), oder auch mit dem Auto, Bus oder Flugzeug.

Wo kann man in Brüssel übernachten?

So wie jede größere Stadt gibt es in Brüssel zahlreiche Hotels, Hostels und AirBnBs. Es gibt für jede Vorliebe und jeden Geldbeutel die passende Unterkunft. Sogar bei kleinerem Budget kann man eine Unterkunft nahe dem Zentrum finden.

Was kann man in Brüssel machen?

Ein kostenloser Stadtrundgang ist zu Beginn zu empfehlen, um sich erst einmal einen Überblick zu verschaffen. Anschließend kann man auch an einer der Spezialtouren teilnehmen und zum Beispiel eine Bierverkostung machen oder Schokolade probieren. Es gibt außerdem zahlreiche Museen und man kann sich das Europaparlament anschauen. All dies befindet sich in fußläufiger Entfernung zum Grote Markt und dem Mont des Arts. Das Atomium befindet sich etwas außerhalb der Stadt und kann mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht werden.

Wie kommt man in Brüssel am besten von A nach B?

Wenn man eine Unterkunft in Zentrumsnähe hat, kommt man fast überall gut zu Fuß hin. Brüssel hat außerdem sehr gute öffentliche Verkehrsmittel. Man kann die U-Bahn, Straßenbahn oder den Bus nehmen. Ein Einzelticket kostet 2,10€, ein Tagesticket 7,50€.

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