Segeln Tag 4: Von Serifos nach Kythnos
Setzt die Segel zu einer der ältesten der griechischen Inseln: Kythnos
Am Vorabend, als sie den Bus nach The Chora nahmen, hatte Charlie Graffiti an einer Wand entdeckt, die nicht zu weit weg vom Strand war. An diesem Morgen stand sie etwas früher auf, um ein paar schöne Bilder von der Straßenkunst zu machen. Sie hatte nicht genau darauf geachtet, wo der Bus abgebogen war, aber es war nicht schwer zu finden.
Es war ein harmonischer Morgen: Die Sonne würde jeden Moment über der Bucht aufgehen, die Cafés und Restaurants am Strand bereiteten sich vor, Gäste zu empfangen und alles war so still. Es gab nur einen Ort, der bereits lebendig war. Es war die Bäckerei, die Vangelis fürs Frühstück empfohlen hatte. Sie würde vor allen anderen öffnen. Als Charlie sich näherte, saß er bereits dort und schwatzte mit den Leuten aus dem Ort.
Tschüß, Dimitris
Charlie betrat die Bäckerei und wünschte sich erneut, sie würde Griechisch sprechen, denn die Verkäuferin versuchte, ihr etwas zu sagen, was sie nicht verstand. Dann wurde Charlie klar, dass sie ihre Maske aufsetzen musste (zur Erinnerung: Es war Charlie’s erste Reise nach dem Lockdown und Coronavirus war noch immer im Umlauf). Auch beim Bestellen des Cafés lief nicht alles reibungslos, denn es gab zwei Verkaufsbereiche und Charlie wusste nicht, wo sie hinmusste. Sie bekam am Ende, was sie wollte, und gesellte sich zu Vangelis an einem der Tische im Außenbereich.
Sie fühlte sich völlig fehl am Platz, denn sie war erneut die einzige Touristin und war umgeben von älteren Herren, die ihren morgendlichen Kaffee genossen. Es ist schön, noch wirklich authentische Orte in der Welt zu finden, die nicht für Touristen aufbereitet worden, aber es war trotzdem ein merkwürdiges Gefühl.
Auf nach Kythnos
Sie verließen den Hafen von Serifos an diesem Morgen um 8.30 Uhr, um nach Kythnos zu segeln. Vangelis versorgte sie wieder mit Informationen zur Insel, die die älteste bewohnte Insel der Kykladen ist. Die Minen sind nicht mehr in Betrieb, dafür aber die Thermalquellen. Touristen können das warme Wasser genießen.
Sie kamen im Ort Loutra an der Ostküste von Kythnos an und Charlie und Daria gingen zuerst schwimmen. Es war bereits Mittagszeit, aber sie hatten ein großes Frühstück gehabt und Charlie hatte noch gar keinen Hunger. Nach dem Schwimmen liefen sie am Strand entlang, vorbei an ein paar Geschäften und Restaurants. Dieser Ort schien etwas touristischer zu sein als die anderen Inseln zuvor, aber es war noch immer authentisch und nicht zu überlaufen. Sie schlenderten durch die Geschäfte bevor sie sich zu Vangelis, Pablo und Julio in einem der Restaurants am Strand gesellten. Sie hatten ein großes Mittagessen, aber Charlie war noch immer nicht nach Essen. Sie wollte lieber ein Eis.
Theoriestunde
Dieser Segeltrip war nicht als Erholungsurlaub gedacht, Charlie hatte sich einem richtigen RYA Day-Skipper-Kurs mit 7SeasSailing angeschlossen. Jetzt war es an der Zeit für ein wenig Theorie. Nach dem Mittag trafen sie sich wieder auf dem Boot und lernten etwas über Bojen und deren Bedeutung, wie man eine Karte liest und über die Navigation auf See. Es klingt komplizierter als es ist, man muss sich nur wieder daran erinnern, was man im Geographieunterricht einst in der Schule gelernt hatte.
Nach der Theoriestunde kühlte sich Charlie noch einmal kurz im Wasser ab und schlief dann an Deck. Das hatte sie schon den ganzen Tag vorgehabt. Die Zeitumstellung zwischen Griechenland und England machte ihr zu schaffen. Um 6 Uhr früh aufzustehen war eigentlich 4 Uhr morgens. Sie brauchte Schlaf und welcher Ort war besser für ein Mittagsschläfchen geeignet als das Deck eines Segelbootes in einem Hafen vor einer schönen griechischen Insel?
Auf Erkundungstour in der Bucht
Sie alle wollten sich um 9 Uhr im Restaurant “Sofrano” wieder treffen. Es war Vangelis‘ Lieblingsrestaurant in Loutra und sie würden dort frischen Fisch bekommen. Nach den Souvlaki und dem Fleisch in der griechischen Taverne die vorherigen Abende wollte Charlie gern Fisch essen. Ihr Wunsch wurde erfüllt.
Vor dem Abendessen wollte sie noch etwas mehr von der Bucht sehen, die Thermalquellen finden, und sehen, was es sonst noch so gäbe. Als sie mit Daria am Nachmittag schwimmen war, hatte sie schon einen Teil der Bucht gesehen, jetzt wollte sie die gegenüberliegende Seite erkunden. Pablo schloss sich ihr an. Die Thermalquellen waren leicht zu finden, da sie direkt am Strand lagen. Obwohl nicht allzu viele Touristen dort waren, waren die Quellen doch recht voll. Sie machten nur ein Bild und schlenderten weiter. Ein Stück weiter, außerhalb der Bucht, entdeckten sie einen Strand, den man nur über einen steinigen, fast unsichtbaren, Pfad erreichen konnte. Wenn ihr jemals einen ruhigen, abgelegenen Strand sucht, wisst ihr jetzt, wo ihr hinmüsst.