York
Charlie auf weihnachtlicher Entdeckungstour
Im vergangenen Jahr hatte Charlie den gesamten November und Dezember in Spanien verbracht. Dort gab es auch Weihnachtsbeleuchtung, aber es war nicht das gleiche. In diesem Jahr würde Charlie in England bleiben und jede Gelegenheit nutzen, Weihnachtsmärkte und festliche Beleuchtung zu sehen. York war schon seit einiger Zeit auf Charlies Wunschliste und es schien das perfekte Reiseziel für die Weihnachtszeit zu sein.
Unterkunft in York
Charlie würde zwei Tage in York verbringen und sie hatte ein AirBnB gebucht. Das Haus von Jelle und seinen Töchtern lag direkt an der historischen Stadtmauer unweit des Stadtkernes. Jelle hat den Status Super Host auf AirBnB und das war bei der Ankunft spürbar. Ein dicker Hefter mit vielen Infos zur Stadt lag auf dem Tisch im Zimmer. Den Weg zur Touristinfo kann man sich sparen.
Charlie hatte ein schönes Zimmer im Haus mit einem großen Doppelbett, einem Kleiderschrank, einer Kommode und einem Tisch. Es war auch alles da, um Tee und Kaffee im Zimmer zu machen und am Ende des Flures waren zwei Badezimmer. Das Haus ist warm und hübsch eingerichtet, sodass man es sich gemütlich machen kann.
Yorks Burg mit Museum (York Castle Museum)
Charlie war spät am Abend angekommen und ging direkt vom Bahnhof zur Unterkunft. Zu Fuß waren es 15 Minuten an der Stadtmauer entlang.
Ihr erstes Ziel am nächsten Morgen war das Museum in der Burg in York. Es war nur 5 Minuten entfernt. Der Clifford-Turm war wegen Restaurierungsarbeiten geschlossen, aber Charlie konnte ihn auf dem Weg zum Museum sehen.
Entgegen Charlies Erwartungen ging es im Museum kaum um die Geschichte des Ortes, sondern um die Englische Lebensweise im Laufe der Jahrhunderte. Da es Anfang Dezember war, war alles weihnachtlich geschmückt. Charlie konnte sehen, wie ein Wohnzimmer zu Weihnachten in gregorianischer und viktorianischer Zeit ausgesehen und sich bis in die moderne Zeit verändert hatte. Eine Küche aus den 1980er Jahren in einem Museum zu sehen, war etwas merkwürdig. Normalerweise sieht man in Museen Dinge aus längst vergangener Zeit, nicht aus einem Jahrzehnt, das Charlie (beinahe) selbst miterlebt hätte.
Am beeindruckendsten war die Kirkdale Street, eine Nachbildung einer Straße auf viktorianischer Zeit. Charlie fühlte sich wie auf einer Zeitreise als sie die historischen Straßen und Geschäfte entlang lief. Auch hier war alles festlich geschmückt.
Charlie machte im Café im Museum Mittagspause, bevor sie sich die andere Seite ansah. Dort ging es um den Ersten Weltkrieg und man konnte ein ehemaliges Gefängnis sehen, das in der Burg war.
Weihnachtlicher Stadtrundgang in York
Charlie erkundete Städte gern zu Fuß und es wurden für gewöhnliche verschiedene Stadtrundgänge angeboten. Das war in York nicht anders. Bei ihrer Recherche entdeckte Charlie einen Weihnachts-Stadtrundgang. Im Dezember musste man den einfach mitmachen.
Der Rundgang begann als es zu dämmern anfing um 16 Uhr vor der Kathedrale York Minster. Neben der Statue des Kaisers Konstantin waren ein Winterdorf und eine Weihnachtsbaumausstellung. Wo sonst würde man einen Weihnachtsrundgang anfangen?
Sarah, die die Tour leitete, begrüßte alle Besucher freundlich und lernte sie etwas besser kennen, bevor sie erklärte, warum sich hinter ihr die Statue eines Römischen Kaisers befand. Mittels historischer Geschichten lernten Charlie und die anderen, wie die Stadt York von den Römern gegründet wurde und warum es der perfekte Ort für einen Weihnachtsrundgang war. Das erste Weihnachtsfest überhaupt war um 400 nach Christus dort abgehalten worden.
Die Tour führte die Gruppe um den Kirchplatz, zur Assembly Hall, die Hauptstraße entlang zu The Shambles und endete unter dem Weihnachtsbaum auf dem Markt. Auf dem Weg dorthin lernte die Gruppe nicht nur einiges zur Geschichte der Stadt York, sondern auch die Ursprünge bekannter weihnachtlicher Traditionen. Wisst ihr, wie der Weihnachtsbaum nach England kam, warum Mince Pies erfunden wurden, woher der Brauch des Mistelzweiges kam, dass Rudolph als Teil einer Marketingkampagne entstanden war und wie die Wikinger und Römer um die Wintersonnenwende herum feierten? All das und mehr verrät Sarah während der Tour. Beim Spaziergang entlang der historischen Straßen von York reist man von Römischer Zeit durch das Mittelalter bis hin zur gregorianischen und viktorianischen Epoche.
Ihr kennt bestimmt die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens, aber wusstet ihr auch, dass sie eine wichtige Rolle spielte und Weihnachten wieder aufleben ließ als es um 1800 aus der Mode gekommen war? Es ist fast, als wäre es dem Buch entnommen. Die engen Gassen und vor allem The Shambles in York könnten direkt auf einer Szene im Buch stammen. Zwischen den Lichtern und den festlichen Klängen kann man sich gut vorstellen, wie Scrooge mit einem „Humbug“ auf den Lippen durch die Gassen schlendert.
In einer Stadt, die für Schokolade bekannt ist und wo die Schoko-Orange erfunden worden war, darf ein kleiner Snack nicht fehlen. Beenden könnt ihr den Rundgang so wie Charlie mit einem Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt.

York Ghost Bus
Neben Stadtrundgängen liebt Charlie auch Gespenstergeschichten und York schien die perfekte Umgebung für einen Ghost Walk zu sein. Leider gab es keine Tickets mehr, aber Charlie hatte auf dem Weg zum AirBnB am ersten Abend den Ghost Bus gesehen. In einer kalten Dezembernacht war ein Bus wohl sowieso gemütlicher als eine Tour zu Fuß. Es ging um 19 Uhr am Bahnhof los. Geleitet wurde die Tour an jenem Abend von Camilla. Sie stellte die Geister und ihre Geschichten vor, wobei sie ein paar dramatische Inszenierungen hinzufügte. Es war eine unterhaltsame und informative Tour, die nicht nur Geister beinhaltete, sondern auch Einblicke in die Geschichte der Stadt York und die Leute, die dort lebten. An einer Stelle stiegen sie aus dem Bus aus und liefen ein Stück, um näher an die kürzeste Straße in York, Whip-ma-whop-ma-gate, und The Shambles zu kommen. Camilla erzählte die Geschichten auf recht visuelle Weise. Stellt euch also auf ein paar Schreckgespenster ein. Seid vorsichtig, wenn ihr euch unten im Bus hinsetzt, denn der Bus-Geist Margaret könnte für Besessenheit sorgen.
Preise für die York Ghost Bus Tour (Stand: Dezember 2021):
- Erwachsene: 16.00 £
- Kinder (5-15 Jahre): 12.00 £
- Familie (2 Erwachsene & 2 Kinder): 47.00 £
- Studenten/Senioren/Ermäßigt 13.00 £
Tickets für die York Ghost Bus Tour bekommt ihr online.

York Minster
Einen Ort musste Charlie in York noch sehen und sie hatte es sich für den letzten Tag aufgehoben: York Minster. Charlie hatte ein Ticket für 12.30 Uhr und war ein paar Minuten früher dran. Sie ging direkt in die Kathedrale. Sie wollte sie von innen sehen, aber vor allem wollte sie auf den Turm hinauf. Auf einem Schild stand, dass die nächste Tour um 12.30 Uhr starten würde. Es war perfekt; Charlie hatte noch ein paar Minuten. Als die Tour losging, wurde Charlie aber nach ihrem Ticket gefragt. Scheinbar brauchte man für den Turm ein separates Ticket. Warum war diese Information nicht da als Charlie ihr Ticket kaufte? Die Frau, die die Karten kontrollierte, konnte keine verkaufen und erklärte Charlie, dass sie zum Eingang zurück musste und dort ein Ticket für die nächste Tour um 14 Uhr kaufen könnte. Das war zu spät für Charlie. Die Tour müsste ohne sie stattfinden. Charlie war enttäuscht. Sie lief durch die Kathedrale und ging dann Mittagessen. Es war ein hübsches religiöses Gebäude. War es 12 £ wert? Wahrscheinlich, wenn man Kathedralen liebt.
Charlie nahm den Zug etwas später am Nachmittag für ihren nächsten Halt in den Midlands: Lincoln. Sie war gespannt auf den Weihnachtsmarkt in dieser historischen Stadt.