Salem
Ein zauberhafter Tagesausflug von Boston
Die Stadt Salem, bekannt für die Hexenverfolgung, ist relativ nah an Boston und eignet sich somit perfekt für einen gruseligen Tagesausflug, für alle, die sich gerne mit Geschichte und dem Übernatürlichen beschäftigen. Wenn man die Hauptstraße, Essex Street, entlangläuft, wird man zu Inszenierungen der Hexenprozesse, Wahrsagern, Vampir-Tänzen und Geisterbeschwörungen eingeladen. Man kann auch Spukhäuser besuchen und seinen Vorrat an Zaubertränken auffüllen.
Wenn man vom Bahnhof aus zur Essex Street läuft, sieht man die Statue der Hexe Samantha auf ihrem Besen. Es ist Samantha aus der Fernsehserie „Verliebt in eine Hexe”, die in den 60ern und 70ern lief. Es wurden nur ein paar Folgen in Salem gedreht und die Stadt widmete ihr dennoch eine Statue, was auch für etwas Unmut unter den örtlichen Anhängern der Wicca in Salem sorgte.
Aber es war nicht “ Verliebt in eine Hexe”, das den Hexenkult in Salem auslöste. Es war ein wesentlich dunklerer Abschnitt der Geschichte.
Die Hexenprozesse von Salem
Im Sommer 1692 begann in Salem eine Hysterie über Hexen. 19 Menschen wurden der Hexerei beschuldigt und verloren in Salem ihr Leben. Alles begann mit einer medizinischen Fehldiagnose von Dr. William Griggs, die besagte, dass jemand vom Teufel besessen war und dies Hexerei zuschrieb. (Moderne Theorien gehen davon aus, dass es eine Pilzinfektion war, die im 17. Jahrhundert unbekannt war.)
Eine der ersten, die der Hexerei beschuldigt wurde und die Besessenheit ausgelöst haben soll, war Tituba, eine Sklavin aus Barbados, die dafür bekannt war, in langen Winternächten Geschichten zu erzählen. Diese Erzählungen stammten wahrscheinlich aus der Voodoo-Kultur und sorgten somit dafür, dass die Leute im Dorf sie für eine Hexe hielten. Tituba wurde eingesperrt und ihr Fall 1693 fallen gelassen. Was danach mit ihr geschah, ist nicht bekannt. Sie gehörte nicht zu den Hexen, die in Salem erhängt wurden.
Allerdings beschuldigte Tituba andere Frauen im Ort der Hexerei, die daraufhin ein dunkles Schicksal ereilte. Am Ende des Sommers 1692 waren 19 Frauen und Männer erhängt worden, einer war unter einem Holzbrett zerquetscht worden.
Erst 1992 wurde neben dem Friedhof Charter Street Cemetery eine Gedenkstätte eingerichtet.
Die Hysterie in Salem fand ein Ende, als die Kinder im Ort die Frau des Gouverneurs der Hexerei beschuldigten.

Orte der Hexerei in Salem
Heutzutage gibt es nur noch ein Haus in Salem, das einen direkten Bezug zu den Hexenprozessen hat. Der Name ist ganz einfach Salem Witch House, das Hexenhaus von Salem. In diesem Haus lebte Jonathan Corwin, einer der Richter der Prozesse in Salem. Darin befindet sich jetzt ein Museum. Tickets sollte man im Voraus online kaufen.
Es gibt noch ein weiteres Museum, das Salem Witch Museum, am anderen Ende der Innenstadt direkt neben dem Park Salem Common. Es ist kein gewöhnliches Museum, in dem man durch eine Ausstellung läuft. Es ist eher eine Aufführung, die die Geschichte der Hexenprozesse von Salem erzählt. Es war Teil der geführten Tour, die Charlie gebucht hatte. Die Informationen im Museum waren gut, aber es fühlte sich dennoch nach einer Touristenfalle an. Der Raum war überfüllt und man hatte kaum Zeit, die Informationen an der Wand zu lesen, da die nächste Gruppe bereits auf den Einlass wartete.
Andere sehenswerte Orte in Salem
Ein weiteres beliebtes Ausflugsziel in Salem ist die Ropes Mansion, weil dies einer der Drehorte für den Film Hocus Pocus war. Historisch ist es bedeutsam, weil dort ein Anhänger der britischen Krone verstarb, gerade als die Befürworter der Unabhängigkeit das Haus stürmen wollten. In dem Gebäude spukt es angeblich. Hinter dem Haus ist ein hübscher Garten, der öffentlich zugänglich ist und kostenfrei besucht werden kann. Es lohnt sich!
Ein weiterer Ort, an dem es angeblich spukt, ist das Restaurant Rockafellas gegenüber der Statue von Samantha in der Essex Street. Die Dame in Blau taucht hin und wieder im Spiegel auf und das Restaurant benannte sogar einen Cocktail nach ihr. Man muss nur genug davon trinken, um die Dame zu sehen. Das Restaurant ist zudem einer der wenigen Zugänge zu den Tunneln unter der Stadt, die Schmuggler nutzten, um ungesehen zum Hafen zu gelangen.
Heute trägt er den Namen “Salem Maritime National Historic Site”. In vergangener Zeit war es einer der wichtigsten Häfen in Neuengland.
Weiter entlang der Essex Street ist das alte Rathaus, Old Salem Town Hall. Es ist ein hübsches Gebäude, das heute vielen Arten der Kunst dient.
Wenn euch die Drehorte von Hocus Pocus interessieren, dann solltet ihr auch zur Phillips School neben dem Salem Common gehen, die auch im Film die Schule darstellte.

Ein Besuch in Salem
Salem ist nah genug an Boston, um es an einem Tag zu besuchen. Ein Zugticket für hin und zurück kostet 16 Dollar. Mit dem Zug sind es ungefähr 30 Minuten vom Nordbahnhof in Boston. Mit der Fähre sind es 50 Minuten bis Salem und das günstigste Ticket kostet 29 Dollar. Im Oktober ist in Salem besonders viel los wegen der sogenannten „haunted happenings“. Über den ganzen Monat verteilt erwartet man in der Stadt eine Million Besucher und wenn man in Salem übernachten möchte, sollte man mindestens ein Jahr im Voraus buchen.
Charlie besuchte Salem Ende September. Die Blätter hatten schon die Farben gewechselt und die gesamte Stadt war bereits für Halloween dekoriert. Auf diese Weise hat man etwas von den Spukveranstaltungen und vermeidet zugleich die Hauptreisezeit im Oktober.