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Auf Erkundungstour in Málaga

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Tiefer eintauchen in die Kultur Andalusiens

Wenn ihr Charlie nach ihrer Lieblingsregion in Spanien fragt oder, wo man die schönsten Sonnenuntergänge sieht, ist Andalusien die Antwort. Sie war bereits in Cádiz, Sevilla und Granada und hatte ein paar Wochen in El Palmar und Conil de la Frontera zum Surfen verbracht. Jetzt war es an der Zeit, Málaga zu erkunden.

Wenn man an Málaga denkt, dann oft an ein Resort am Strand. Wenn es um islamische Spuren in der Architektur geht, dann denkt man zuallererst an Granada mit der Alhambra. Málaga stellte sich als Mischung aus beidem heraus. Es gibt einen großen Strand, La Malagueta, und einen Palast und eine Festung der Mauren, die Burg Gibralfaro und die Alcazaba. Es ist der perfekte Ort, um die verschiedenen Abschnitte der spanischen Geschichte zu entdecken, die die moderne Kultur Andalusiens ausmachen.

Málaga im Wandel der Zeiten

Málaga ist nach Cadiz die zweitälteste Stadt in Spanien und wurde um 770 v. Chr. von den Phöniziern gegründet. In der Gegend gab es viele Salzvorkommen, was dazu führte, dass ein Hafen erbaut wurde. Der Ort wurde „Milk“ genannt, das Wort für Salz.

Als nächstes setzten die Karthager ihren Fuß in die Stadt, es folgten die Römer und für eine kurze Zeit die Westgoten. Die Kultur, die die meisten Spuren hinterließ, waren die Mauren, die Spanien für einige Jahrhunderte bis zur Reconquista 1492 in der Hand hatten. Der Name der Region, Andalusien, geht auf die Mauren zurück: Al-Andaluz. Die Kultur und Architektur in diesem Teil Spaniens sind dadurch anders als im Rest Spaniens und einzigartig. Der Einfluss reichte die gesamte südliche Küste entlang und ist auch an der Algarve in Portugal sichtbar, zum Beispiel in Faro.

Mudeja: die Bauweise in Málaga

Es gab zwei Einflüsse und zeitliche Abschnitte, die die heutige Architektur in Málaga prägten. An erster Stelle stehen die arabischen Elemente, die der 800-jährigen maurischen Herrschaft auf der Halbinsel geschuldet sind, und die Larius-Familie im 19. Jahrhundert. Sie wollten, dass alle Gebäude im gleichen Stil gebaut werden. Aus diesem Grund sieht man im Stadtzentrum Balkone im französischen Stil und die meisten Häuser haben abgerundete Ecken.

Während man durch die Stadt läuft, sieht man die arabischen Einflüsse in den Fassaden und einige Gebäude weisen Elemente beider Religionen, die in der Stadt vorherrschten, auf: Islam und Christentum. Im Spanischen beschreibt das Wort “mudeja” diese Mischung religiöser Architektur. Das beste Beispiel dafür ist die Kathedrale in Málaga.

Die Kathedrale in Málaga

Die Kathedrale, Catedral de la Encarnación, in Málaga wurde ab 1528 an der gleichen Stelle erbaut, wo zuvor die Moschee der Mauren stand. Am Haupteingang sieht man eine wunderschön verzierte Fassade, die zum Plaza del Obispo hinzeigt. Dieser Eingang wird nur zu besonderen Anlässen genutzt. Der Besuchereingang zur Kathedrale ist an der linken Seite des Gebäudes. Zwischen dem Haupteingang und dem Eingang, der hauptsächlich genutzt wird, ist eine Wand der ursprünglichen Moschee. Man erkennt es sehr gut, wenn man davor steht. In dieser Wand ist eine Tür, die bewusst mit gotischen Elementen geschmückt wurde und eine Vielzahl kleiner Statuen zeigt. Es sieht aus, als wäre sie fehl am Platze, sie wurde aber bewusst so erbaut, um das Ende der Islamischen Religion und die Wende zum Christentum zu symbolisieren.

Gebäude nach muslimischer Architektur haben für gewöhnlich große Außenanlagen und Gärten. Das gilt auch für die Moschee in Málaga. Der Garten wurde erhalten, als der Umbau zur Kathedrale erfolgte, da er auch für den Garten Eden stehen kann. Vom Garten aus gibt es einen Eingang zur Treppe, die durch den Turm aufs Dach führt. Genau dieses Dach macht diese Kathedrale einzigartig.

Der Bau der Kathedrale begann 1528 und es wurde eine Menge Zeit und Geld für die Innenausstattung aufgewendet. 1588 wurde sie für die Öffentlichkeit eröffnet, obwohl sie nicht ganz fertig war. Die Stadt brauchte Geld für den Bau von Straßen und dem Hafen. Da die Kathedrale im Inneren fertig war, konnte sie genutzt werden. Der zweite Turm und das Dach sollten später fertiggestellt werden, was bis heute nicht passiert ist. Anders als die Sagrada Familia in Barcelona, eine weitere unvollendete Kirche, hörte man in Málaga mit dem Bau der Kathedrale vor mehr als 200 Jahren auf.

Das Dach ist für Besucher zugänglich und man kann einen rundum guten Ausblick über die Stadt genießen. Wenn man das Ticket für die Kathedrale kauft, kann man den Zugang zum Dach dazubuchen. Im Inneren sieht man unzählige Details, viele Mosaik-Fenster und riesige Wandgemälde. Dies sind die Eintrittspreise (Stand: Januar 2023):

Ticket Kathedrale und Museum Dach Kathedrale, Museum und Dach
Standard 8 € 8 € 12 €
Gruppen (mehr als 15 Personen) 6 € 6 € 9 €
Studenten (18-25 Jahre) 6 € 6 € 9 €
Jugendliche (13-17 Jahre) 5 € 5 € 8 €
Kinder (unter 12) 3 € 3 € 5 €
Senioren 7.50 € 7.50 € 11 €

Alcazaba

Wenn ihr bei eurem Besuch in Málaga nur eine Sehenswürdigkeit besichtigt, dann sollte das die Alcazaba sein. Man sieht diese maurische Festung auf einer Erhebung vom Stadtzentrum aus und der Eingang ist leicht zu finden. Nachdem die Araber die Halbinsel verlassen hatten, wurde sie für verschiedene Zwecke genutzt und schließlich in ihrem ursprünglichen Zustand als Palast und Festung der Mauren wieder restauriert. Sie ist kleiner als die Alhambra in Granada und es gibt viele Ähnlichkeiten. In der Alcazaba sieht man auf beeindruckende Weise, warum es für die Christen so schwer war, das Land zurückzuerobern. Die Bauweise dieser Festung machte es unmöglich einzudringen.

Die uneinnehmbare Festung

Schon die erste Tür ist in einem doppelten Bogen eingebaut und das Holz wurde von Eisen ummantelt, um Angriffe durch brennende Pfeile, die die Christen nutzten, abzuwehren. Hinter dieser Tür ist ein kurviger Weg zum Palast hinauf, der auf beiden Seiten von Mauern umgeben ist. Es fühlt sich wie ein enges Labyrinth an, das den Berg hinaufführt. Soldaten, die in die Alcazaba eindrangen, hatten wenig Platz sich zu bewegen und konnten zu jedem Zeitpunkt gesehen und von oben angegriffen werden. Die muslimischen Soldaten in der Alcazaba warfen brennende Kohlen und heißen Zucker hinab, um Angreifer abzuwehren. Sie kannten zudem die Kampftechnik der Christen. Sie durften das Schwert nur in der rechten Hand halten. An der ersten Ecke würden sie ihren rechten Arm zum Angriff heben, wobei sie dann in die rechte Achsel geschossen werden konnten. Dadurch wurden sie verletzbar und es war sehr unwahrscheinlich, dass sie es nach der ersten Tür weiter in die Alcazaba schafften. Es gab nur einen Weg, die Stadt zu erobern: Besetzung. König Ferdinand brauchte im Jahr 1487 drei Monate und es war ein wichtiger Meilenstein in der Reconquista.

Im Inneren einer maurischen Festung

Zum Glück können Besucher heute in die Alcazaba, ohne dafür kämpfen zu müssen. Man muss nur ein Ticket kaufen und durch das Labyrinth hinaufgehen. In einem Teil finden noch Ausgrabungen statt und er ist nicht begehbar. Die Teile, die man besichtigen kann, machen die Mühe des Aufstiegs wert. Es gibt zahlreiche Außenanlagen mit schönen Gärten, Brunnen und fließendem Wasser und man sieht verschiedene Rundbögen aus verschiedenen Zeiten und Herrschern. Es gibt keine Küchen oder Schlafzimmer, nur riesige Hallen mit wunderschöner, arabischer Architektur. Die Muslime, die ursprünglich in Spanien landeten waren Nomaden und hatten keine Küchen und schliefen in Zelten. Die Bauweise der Alcazaba ist ein Zeichen dieser Lebensweise. Am Eingang zu jedem Raum ist eine Art kleiner Schrank, wo Kerzen und Räucherstäbchen standen. Jedes Zimmer hatte einen bestimmten Geruch. So konnte man nachvollziehen, wer den Raum betreten hatte. Auf diese Weise wusste man sofort, wenn ein Mann, der das nicht durfte, im Harem war. Dieser Herr war dann in großen Schwierigkeiten.

Von der Alcazaba aus hat man einen herrlichen Ausblick über die Stadt. Auf der einen Seite sieht man auch die Berge, auf der anderen das Meer. Man sieht auch die Dachterrasse des Hauses von Antonio Banderas, der in Málaga wohnt.

Die Burg Gibralfaro

Neben der Alcazaba ist ein weiterer Hügel, der noch höher ist, und um die Stadt noch besser zu bewachen, bauten die Mauren dort eine zweite Festung: die Burg Gibralfaro. Beide waren durch die Coracha verbunden. Heutzutage sind es zwei separate Eingänge und der Weg hoch zur Burg ist wesentlich anstrengender als der zur Alcazaba. Es ist ein langer Weg mit recht steilen Abschnitten. Zu Fuß braucht man ungefähr 25 Minuten. Es gibt viele Möglichkeiten für Pausen, die man sowieso macht, um die Ausblicke zu genießen. Man kann auch hochfahren oder den Bus nehmen.

In der Burg Gibralfaro kann man die gesamte äußere Wand entlang laufen, um eine Vorstellung der Größe zu bekommen und den besten Ausblick über die Stadt und die Umgebung zu haben. In der Mitte gibt es eine Bar und ein kleines Museum, das die Geschichte des Ortes nach der Reconquista zeigt.

Man braucht ein Ticket, um die Alcazaba und die Burg Gibralfaro zu besichtigen. Es gibt Einzel- und Kombitickets. Wenn ihr eine geführte Tour durch die Alcazaba macht, könnte der Eintrittspreis bereits beinhaltet sein. Dies sind die Preise (Stand: Januar 2023):

Ticket Eine Sehenswürdigkeit Alcazaba + Gibralfaro Burg
Standard 3.50 € 5.50 €
Ermäßigt 1.50 € 2.50 €
Gruppen 2.50 € 4.00 €

Das Römische Theater

Vor den Arabern herrschten die Römer lange Zeit über die iberische Halbinsel. Wie so oft in der Geschichte, werden die Spuren einer Kultur ausgelöscht, wenn eine neue sich niederlässt. Die Mauren bildeten da keine Ausnahme. Sie bauten die Alcazaba auf einem römischen Theater und verwendeten einige der Materialien. Aus diesem Grund sieht man römische Säulen in der Alcazaba.

Für lange Zeit gab es in Málaga keine römischen Ausgrabungsstätten, bis das Theater 1951 entdeckt wurde. Heutzutage sieht man es in der Altstadt, man kann hineingehen und Platz nehmen, als ob man auf die Gladiatoren warten würde, die gleich die Arena betreten.

Museen

In Málaga gibt es einige Museen. In Málaga gibt es einige Museen. Eines davon sollte man der To-do-Liste hinzufügen: das Picasso-Museum. Der berühmte spanische Maler stammte aus Málaga und begann seine künstlerischen Arbeiten in jungen Jahren in der Werkstatt seines Vaters.

Charlie machte in Málaga einen kostenlosen Stadtrundgang und Javi, der Guide, zeigte ein Bild Picassos, dass er mit 15 Jahren gemalt hatte. Es sah wie eine Fotografie aus und hatte nichts von dem Stil, für den Picasso später berühmt wurde. In Paris, im Montmartre, entwickelte er seinen eigenen Stil und widmete sich dem Kubismus. Von da an ging es nicht mehr darum, die Realität wie auf einem Foto darzustellen, sondern es ging um Kunst. Charlie war nicht im Picasso-Museum, aber es wurde ihr wärmstens empfohlen. Den Stadtrundgang solltet ihr in Málaga aber unbedingt machen, denn es war sehr informativ und Javi erzählte die Geschichte der Stadt und der Menschen auf unterhaltsame Weise.

Am Fuße der Alcazaba sind drei Gebäude, die von den Einwohnern als ABC-Gebäude bezeichnet werden. A steht für Ayuntamiento (das Rathaus), B für Banco (die Bank) und C für Correos (die Post). Letztere ist heute die Universität von Málaga. In einem der Gebäude ist heute das Museum von Málaga, ein Archäologisches Museum mit Kunstausstellung. Für Europäer ist der Eintritt kostenlos, für Nicht-Europäer kostet es 1,50€.

Gegenüber ist ein hübscher Park, der wie ein botanischer Garten aussieht. Man hört die Vögel zwitschern. Man kommt durch diesen Park auf dem Weg zum Hafen und zum Strand.

Strände in Málaga

Was wäre ein Besuch an der Costa del Sol ohne einen Ausflug zum Strand? Der nächste Strand vom Stadtzentrum aus und der berühmteste ist La Malagueta. Er ist von Bars und Restaurants umgeben und an sonnigen Tagen ist dort ganz schön viel los. Der Sand ist fein, hat aber nicht die übliche Farbe von Sand. Er sieht eher grau aus. Das liegt daran, dass es sich um einen künstlich angelegten Strand handelt. Er ist trotzdem hübsch und die Promenade lädt zum Spaziergang und zum Sonnen ein.

Wenn ihr einen ruhigeren Strand mit weniger touristischer Atmosphäre bevorzugt, dann könnt ihr zu Playas del Palo und Pedregalejo. Das wurde Charlie beim Stadtrundgang empfohlen und es klang wesentlich verlockender als der Hauptstrand der Boquerones, dem spanischen Wort für Sardinen und der Spitzname der Bewohner Malagas.

Charlie nahm in der Nähe des Parks einen Bus. Es waren ungefähr 30 Minuten bis Playas del Palo. Dieser Teil der Stadt ist eindeutig weniger touristisch und man sieht farbenfrohe Häuser. Charlie war am Abend, kurz vor Sonnenuntergang da, und beobachtete, wie die Einheimischen vor ihren Häusern saßen und schwatzten. Auch dieser Strand ist künstlich angelegt, aber in kleinen Buchten, was eine intimere Atmosphäre schafft. Man sieht auch viele Fischerboote, die zum Aussehen eines kleinen Fischereihafens beitragen. Wenn man die breite Promenade entlang von Playas del Palo in Richtung Pedregalejo läuft, bemerkt man, wie es nach und nach immer mehr Bars und Restaurants werden. Als Charlie dort war, fühlte es sich nicht sehr touristisch an und die Flammen der Grills in Fischerbooten faszinierten sie.

Sie ging zu Fuß zurück ins Zentrum von Málaga, um den Sonnenuntergang zu sehen. Sie brauchte etwas mehr als eine Stunde. Man kann natürlich auch mit dem Bus zurückfahren. Selbst fahren ist nicht empfehlenswert, da es sehr viel Verkehr und wenig Parkplätze gibt.

Restaurants in Málaga

Die Bars und Restaurants am Strand Pedregalejo sahen sehr einladend aus und Charlie könnte sich da bei ihrem Spaziergang eine Tapas-Pause gegönnt haben. Man hat auf jeden Fall einen guten Ausblick aufs Meer und die Berge von Gibraltar.

Wenn ihr im Zentrum von Málaga essen wollt, findet ihr in den engen Gassen der Altstadt und um den Plaza de la Merced zahlreiche Möglichkeiten. Der berühmteste Ort in der Stadt ist die Weinbar El Pimpi. Man sollte den regionalen süßen Wein, den Moscatello, probieren.

Auch am Hafen gibt es zahlreiche Restaurants und die Atmosphäre lädt zu jeder Tageszeit zu einem Spaziergang ein.

Auf Shoppingtour in Málaga

Am Hafen findet ihr auch ein paar Geschäfte und einen kleinen Markt, der bis spät in die Nacht offen ist. Das gesamte Stadtzentrum und die Altstadt sind voll von Restaurants und Geschäften. Es sind die gleichen Marken, die man überall in Europa findet. Wenn ihr etwas kleinere, authentischere Geschäfte wollt, dann versucht es am besten in der Calle Nueva und der Calle San Juan. Wenn ihr auf großer Shoppingtour seid, dann findet ihr in der Nähe des Bahnhofs auch ein großes Einkaufszentrum. Für Charlie ist das eigentlich nichts, was sie auf Reisen machen muss, aber Málaga machte den Eindruck, dass es ein Paradies sei für diejenigen, die auch das letzte frei Plätzchen im Koffer noch füllen möchten.

Destinations in Andalucía

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