Entlang der Algarve: Von Faro nach Sagres
Ein kurzer Aufenthalt in Lagos
Nach zwei Tagen in Faro ging es für Charlie am Samstag mit Zug und Bus nach Sagres weiter. Der Zug nach Lagos fuhr um 12.25 Uhr in Faro ab. Sie hatte in Lagos einen Aufenthalt von 5 Stunden bevor am Abend der Bus nach Sagres fuhr.
Im Wax Hostel musste sie bis 11 Uhr auschecken und um 11.30 Uhr fuhr von dort aus ein Bus zum Bahnhof. Nina, die andere Alleinreisende, die Charlie im Hostel kennengelernt hatte, überzeugte sie, dem Bus noch eine Chance zu geben, nachdem er am Tag zuvor einfach nicht gekommen war.
Sie hatten am Morgen noch etwas Zeit und Charlie wollte sich den Surfwettbewerb ansehen, der an diesem Wochenende direkt vor der Tür stattfand. Ein Surf-Papa war mit seinem Sohn im Hostel, weil der Junge an dem Wettbewerb teilnahm. Sie lebten in Portugal, waren aber ursprünglich aus Südafrika. Der Junge nahm an regionalen Wettbewerben teil, der Papa war der Trainer des Surfclubs.
Nina kannte ein schönes Plätzchen hinter der Kaffee-Bar am Strand, wo sie sitzen konnten. Eine kleine Leiter führte über die Mauer hinter der Bar zum Strand. Dort konnten sie auf der Mauer sitzen, sich anlehnen und hatten den perfekten Ausblick auf die Surfer. Die Wellen waren an diesem Tag recht klein, aber ausreichend, um zu surfen. Charlie hielt das Ganze in Bildern fest.
Nina würde auch nach Lagos weiterreisen und hatte sich den gleichen Zug wie Charlie ausgesucht. Es gab nicht so viele Zugverbindungen, also war es auch kein ganz großer Zufall, dass sie den gleichen Zug nahmen. Sie nahmen um 11.30 Uhr den Bus von Praia de Faro und waren um 12 am Bahnhof. Die Bahnhöfe entlang der Algarve sind sehr klein und erscheinen fast, als wären sie aus einer anderen Zeit. Man findet noch immer Fahrpläne in Papierform und man muss schon etwas suchen, um die richtige Verbindung zu finden.
Zugfahrt nach Lagos
Auf der Fahrt fuhren sie durch Orangenhaine, sahen Landschaften, die in roter Erde und roten Felsen bedeckt waren, und erst nach dem Halt in Portimão tauchte das Meer wieder auf der linken Seite auf. Um 14 Uhr kamen sie in Lagos an. Der Bahnhof ist ein Stückchen außerhalb der Stadt und sie liefen an der Marina entlang über eine Brücke in Richtung Innenstadt. Dort sah Charlie auch den Busbahnhof, von wo aus am Abend ihr Bus nach Sagres abfahren würde. Sie wollte ihr Gepäck in der Nähe lagern und hatte auf Google Maps einen Ort gefunden. Leider war an diesem Tag geschlossen. Charlie hätte ihr Gepäck zu Nina’s Unterkunft bringen können, wollte es aber lieber nicht zu weit vom Busbahnhof einlagern. Sie sahen ein ziemlich luxuriöses Hotel und fragten dort einfach nach. Die Rezeptionistin im Lagos Avenida Hotel war sehr freundlich und half Charlie. Normalerweise ist Gepäckeinlagerung nicht erlaubt, aber sie machte eine Ausnahme. Charlie musste nicht einmal etwas bezahlen.
Spaziergang durch Lagos
Der nächste Halt war die Pension, wo Nina ein Zimmer gebucht hatte. Auch sie wollte ihr Gepäck abstellen. Es war mitten im Zentrum von Lagos in der Nähe von Bars und Restaurants. Charlie hatte Hunger, denn sie hatte noch kein Mittag gegessen. Zugleich aber wollten Charlie und Nina auch den Strand sehen. Vielleicht würden sie ja am Strand ein Restaurant finden? Sie liefen noch ein Stück weiter.
Zum Strand war es nicht weit und es war eine schöne Überraschung als sie ein Loch in den Felsen entdeckten, das zu einem weiteren Strand führte und dann noch einem weiteren. Obwohl die Strände direkt an der Stadt sind, fühlt es sich an, als sei man weit davon entfernt, denn die Klippen bildeten eine gute Abgrenzung. Sie wollten gerade umkehren als sie durch eine weitere Höhle liefen und am anderen Ende einen Strand entdecken, von wo aus eine Treppe wieder zur Stadt führte. Am oberen Ende war ein Aussichtspunkt mit einem Restaurant. Das kam sehr gut gelegen und war der perfekte Ort für eine kleines Mittag und ein Bierchen.
Nach der Stärkung liefen sie noch weiter aufwärts und kamen von oben her wieder ins Stadtzentrum. Auf einmal schien viel mehr los zu sein. Die Mittagspause war wohl vorbei und die Leute kamen aus ihren Häusern. Charlie hielt an einem kleinen Geschäft, um für die Rezeptionistin, die ihr erlaubt hatte, ihr Gepäck abzustellen, eine Tafel Schokolade als Dankeschön zu kaufen. Dann war es für Charlie an der Zeit, zum Busbahnhof zurückzukehren, um den Bus nach Sagres zu nehmen. Sie holte ihr Gepäck ab, verabschiedete sich von Nina und fuhr zu ihrem nächsten Stopp weiter.