São Paulo in drei Tagen
Wie man die Stadt São Paulo in allen Facetten erlebt
Als Charlie nach Sehenswürdigkeiten und geführten Touren für São Paulo suchte, war sie überrascht. Das Angebot war nicht besonders groß und die meisten Touren waren nur für Gruppen oder für Alleinreisende sehr teuer. Erst als sie nach Free Walking Tours suchte, fand sie etwas, das erschwinglich war.

Die Innenstadt von São Paulo
Sofort fiel ihr auf, dass es in São Paulo nicht nur eine, sondern drei der kostenlosen Touren gab. Die offensichtlichste Wahl war die Tour in der Innenstadt. Sie begann an der Praça República und endete am Konvent São Bento. Sie kamen an stadtbekannten Gebäuden wie dem Edifício Itália und dem Coban (einem Gebäude mit eigener Postleitzahl) vorbei, an Kathedralen und Kirchen mit historischem Aussehen und probierten lokale Köstlichkeiten in einer Bäckerei. Die Tour endete in der Nähe des ehemaligen Finanzviertels. Während der 3,5-stündigen Tour lernten alle Teilnehmer viel über die Geschichte und Architektur der Stadt. Wenn ihr nur Zeit für eine Tour in São Paulo habt, dann sollte es die sein! Ihr bekommt auch viele Tipps für Restaurants und Dachterrassen, um die Stadt von oben zu sehen, sowie eine Karte mit weiteren Empfehlungen und Rabatt-Angeboten.
Avenida Paulista
Es ist das kulturelle Herz São Paulos und ein lebendiges Viertel. Die Tour begann an einem Ende der Avenida Paulista, an der Kreuzung mit der Rua Augusta, und endete am anderen Ende an einem hübschen Rosengarten. Man sieht die noch verbliebenen Villen der Kaffee-Barone des 19. Jahrhunderts und schöne Stadtparks. Ihr solltet auch mitschreiben, denn die Liste an Museen und Ausstellungen, die empfohlen werden, ist lang. Es gilt aus gutem Grund als das kulturelle Herzstück der Stadt.
Diese Tour beginnt am Nachmittag und endet kurz vor Sonnenuntergang. Direkt neben dem Endpunkt ist das Zentrum Sesc, wo man kostenlos auf die Dachterrasse kann. Man muss nur über deren App eine Reservierung für einen bestimmten Zeitpunkt machen. Charlie konnte das vor Ort erledigen. So sah sie die Avenida Paulista mit ihren vielen Hochhäusern und Antennen im Abendrot von oben aus.
Pinheiros und Vila Madalena
Nach dieser Tour stellte sich nur eine Frage: Warum heißt sie nicht “Streetart-Tour?” Denn genau das ist es vorrangig. Sie beginnt in Pinheiros, führt durch Vila Madalena und endet an der berühmten Beco do Batman.
Die Gegend war ursprünglich ein Dorf, das Händler auf ihrem Weg entlang der Goldroute durchquerten, bis es später in die Stadt São Paulo eingegliedert wurde. Während der Diktatur wurden die Studentenunterkünfte aufgelöst, um Aufstände zu verhindern und die meisten Studierenden zogen nach Vila Madalena. In Kombination mit politischem Idealismus führte dies zu einer lebhaften Streetart-Szene, die noch heute erblüht, obwohl die Gegend mittlerweile von den oberen Schichten bewohnt wird.
Auch bei dieser kostenlosen Führung gibt es eine Karte mit zusätzlichen Tipps für die Gegend und Rabatt-Angebote.
Mit dem Fahrrad durch die Stadt
Als Charlie ihre Touren für São Paulo plante, fand sie kaum Streetart-Touren für Alleinreisende. Ihr war auch nicht bewusst, dass die Tour in Vila Madalena eigentlich eine Streetart-Tour war. Sie fand eine Fahrradtour zum Ibirapuera Park, bei der es auch um Streetart ging. Das klang gut!
Der Treffpunkt war ein Café in Vila Mariana namens Pontinha 183, wo es auch Steckdosen und W-Lan gab. Charlie traf dort den Guide Pedro und stellte fest, dass sie an diesem Tag die einzige Teilnehmerin der Tour war. Was für ein Luxus! Dadurch gab es auch ein bisschen Spielraum, was die Route anging, da Charlie bei der Free Walking Tour bereits einiges an Streetart in São Paulo gesehen hatte.

Zuerst radelten sie zum Ibirapuera Park und an ein paar verlassenen Gebäuden vorbei, an denen Streetart zu sehen war. Sie hielten am Museum für Zeitgenössische Kunst, um von der Dachterrasse aus, den Ausblick zu genießen.
Dann radelten sie weiter durch den Park, kamen an Museen und Kulturzentren im Park vorbei und zu einem Teil mit Gewächshäusern.
Von dort aus ging es weiter zum Finanzviertel rund um die Straße Faria Lima mit vielen modernen Gebäuden. In der Mitte der Straße war ein guter Radweg, der von verschiedenen Bäumen umgeben war. Es war eine hübsche Strecke und vor allem ging es bergab.
Am Ende radelten sie durch Pinheiros und Vila Madalena, um in der Batman-Gasse einen Caipirinha zu genießen. Da Charlie diesen Teil der Stadt bereits kannte, waren sie nur kurz dort und widmeten sich eher dem kulturellen Aspekt hinter dem Getränk mit Cachaça. Für den Rückweg nach Vila Mariana nahmen sie die U-Bahn, denn Charlie wollte nicht wieder bergauf radeln. Für sie war es auch eine gute Möglichkeit, die U-Bahn von São Paulo mit einem Einheimischen zu sehen.

Charlie hat diese Tour sehr gut gefallen und sie hat einen guten Eindruck von der Stadt bekommen. Wenn ihr Fahrradfahren könnt, solltet ihr diese Tour mitmachen!