Surfen in Florianópolis
Eine Woche in Barra da Lagoa
Wenn Charlie behaupten würde, dass sie in Florianópolis (kurz: Floripa) war, wäre das nicht ganz zutreffend. Sie landete auf dem Flughafen von Floripa, nahm ein Uber zum Hostel und besuchte 4 der 42 Strände der Insel. Direkt im Hostel war auch ein Coworking-Space und zum Surfspot musste man nur die Straße überqueren. Charlie hatte kein Bedürfnis, irgendwo anders hinzufahren und nach ihren Aufenthalten in São Paulo und Rio de Janeiro war ihr auch nicht nach Stadt zumute.
Barra da Lagoa
Barra ist ein Dorf auf der Insel von Floripa mit einer langen Küste hin zum Atlantik. Es ist klein und hat trotzdem alles, was man braucht von Lebensmittelgeschäften bis hin zu Bars, Cafés und Restaurants. Es ist von Bergen und Stränden umgeben und der Kanal, der den See mit dem Meer verbindet, lädt zum Spaziergang ein, sowie auch zum Stand-Up-Paddeln oder zu einem Bootsausflug. Die beliebteste Tour ist von Barra zur Insel Ilha Campeche.
Unterkunft in Barra da Lagoa
In Barra de Lagoa sind viele Hostels und Gästehäuser und man ist nie weit vom Strand entfernt. Charlie war im Sea Wolf Surf Hostel und hatte ein eigenes Zimmer mit Balkon und Meerblick. Im Hostel ist auch ein Coworking-Space und man kann Surfboards ausleihen oder Stunden nehmen. Das alles zusammen machte es für Charlie zur ersten Wahl.
Zudem gehört das Sea Wolf Surf Hostel Einheimischen und auch die Angestellten und Helfer sind Brasilianer. Das bedeutet Caipirinha-Happy-Hour, Samba- und Funk-Tanzstunden und Tipps zur Umgebung. In der zugehörigen Surfschule werden dreimal täglich Surfstunden angeboten und das gesamte Hostel bringt Surfvibes. Wenn nicht gerade Filmnacht ist, dann läuft auf dem Fernseher im Gemeinschaftsraum Surfen und fast alle im Hostel sind Surfer (oder angehende Surfer). Die Unterhaltungen zum Frühstück drehen sich somit um den besten Surfspot für den Tag und wie man am besten dorthin käme.
In Floripa unterwegs
Am einfachsten kommt man in Florianópolis mit Uber von A nach B, was auch relativ günstig ist. Die ganze Woche über hatte Charlie keine Probleme, ein Uber zu bekommen und meistens war auch eins in 1 bis 2 Minuten da. Gegen 17 Uhr und an den Wochenenden war die Wartezeit etwas länger.
Zudem gibt es in Floripa ein gutes Netzwerk an öffentlichen Bussen und die Haltestelle war auch direkt vorm Hostel in Barra da Lagoa. Für den Bus braucht man Bargeld. Es sind 7 BRL, ungefähr 1,50 Dollar. (Wann immer Charlie ein Uber nahm, waren es zwischen 14 und 22 BRL, je nach Entfernung.)
Auch vom und zum Flughafen kann man ein Uber nehmen. Charlie zahlte dafür 55 BRL (ungefähr 12 Dollar).
Surf-Strände rund um Barra da Lagoa
Barra da Lagoa ist ein Beach-Break und bot die ganze Woche über kleine Longboarding-Wellen. Der Stand liegt etwas geschützter und die Wellen sind dort immer etwas kleiner als an den umliegenden Stränden. Somit ist der Spot perfekt für Anfänger oder diejenigen, die etwas Bestimmtes verbessern wollen. Man kann zu jedem Punkt der Gezeiten dort surfen. Bei Ebbe brechen die Wellen aber in sehr flachem Wasser.
Es gibt zahlreiche Surfschulen oder Verleihstellen. Charlie ging früh morgens surfen, bevor der Wind zunahm und bevor es am Strand zu geschäftig wurde. Im Wasser verteilten sich alle Surfer immer gut, sodass es trotz mehrerer Surfstunden zur gleichen Zeit nie überfüllt war.
Es wird überall an der Küste der Insel, auf der Florianópolis liegt, windig. Aus diesem Grund ist Surfen am frühen Morgen besser. Das Wasser ist kalt und man sollte einen Neoprenanzug tragen. Charlie fühlte sich in einem 3,2-Anzug am wohlsten. Andere Surfer trugen kurze Neoprenanzüge oder sogar nur Badehosen. Wenn ihr schnell friert, dann zieht besser einen Neoprenanzug an.
Praia do Moçambique
Ungefähr 8 Kilometer nördlich von Barra da Lagoa ist ein Strand, dem der Titel World Surfing Reserve verliehen wurde. Praia do Moçambique ist unter Einheimischen beliebt und nur für erfahrene Surfer. Es gibt dort keine Surfschulen oder Verleih. Dort sind lediglich ein Parkplatz und ein Imbissstand. Charlie beobachtete die Surfer im Wasser und ihr gefiel, was sie sah.
Man muss wissen, dass man an diesem Strand keine Datenverbindung hat. Für den Rückweg nach Barra da Lagoa nahm Charlie den Bus, denn sie konnte kein Uber bestellen. Eine Bushaltestelle ist an der Hauptstraße, ungefähr 15 Minuten zu Fuß vom Strand entfernt.
Praia Mole
Ein Stück weiter südlich von Barra da Lagoa ist Praia Mole. Der Strand ist weniger geschützt und die Wellen sind für gewöhnlich größer als in Barra da Lagoa. Obwohl es an diesem Tag sehr windig war, sah Charlie ein paar Surfer im Wasser am südlichen Ende der Bucht. Sie alle schienen sehr erfahren zu sein und einige übten sogar Aerials.
Charlie sah an diesem Spot keine Surfschulen oder Verleihstellen, nur ein Restaurant und ein paar kleine Bars.
Joaquina
Noch ein Stück weiter südlich vom Praia Mole ist Joaquina. An diesem Strand sind Hotels und mehrere Restaurants. An den Wochenenden ist dort sehr viel los. Dort gibt es Surfschulen und die Stunden finden meistens im Weißwasser statt. Etwas weiter draußen werden die Wellen recht groß.
Am nördlichen Ende des Strandes sind ein paar Felsen, auf die man klettern kann. Man kann von dort aus ein schönes Foto von der Bucht machen. Man kommt von dort auch in die Dünen, wo man Sandboarding machen kann.
Sandboarding in Floripa
Auf dem Weg zum Joaquina-Strand sieht man das Schild am Fuß der Düne. Charlie hatte den Eindruck, dass dies der beliebteste Ort für Sandboarding und Sand-Schlitten-Fahren ist. Die Ausrüstung bekommt man direkt vor Ort.
Es gibt noch einen Spot, der aber etwas kleiner ist und weniger besucht wird. Er ist am Ufer des Sees zwischen Barra da Lagoa und Lagoa.
Charlie hatte Sandboarding mit einem Lehrer an einem ruhigeren Spot in der Nähe des Praia Moçambique gebucht. Der Anbieter war Adrenailha und der Treffpunkt war in deren Büro mit Kletterwand in Rio Vermelho. Sie fuhren 15 Minuten, liefen durch ein Stück Wald und kamen zu einer Düne. Dort waren sie die einzigen Sandboarder.
Der Lehrer, Fernando, erklärte und zeigte Charlie, wie das funktionierte. Dann war sie an der Reihe. Bei den ersten Versuchen fiel sie auf die Nase. Dann hatte sie den Dreh heraus und startete sogar von etwas weiter oben auf der Düne. Das schwierigste war, dass man die Düne wieder hochlaufen musste. Der Sand war sehr weich und man sank mit den Füßen ein. Sie versuchte, wieder in die Fußstapfen ihres vorherigen Aufstiegs zu treten und schuf auf diese Weise nach und nach eine Treppe im Sand. Somit wurde der Aufstieg mit der Zeit leichter. Es hat großen Spaß gemacht und Charlie würde es auch wieder mitmachen.
Projeto Tamar
In Barra da Lagoa befindet sich auch eine Station des Projeto Tamar, das es an verschiedenen Orten in Brasilien gibt. Es ist ein Informationszentrum und Schildkröten-Rettungs-Zentrum. Man kann dort verschiedene Schildkröten-Arten sehen und viel über sie lernen. Es gibt auch Aktivitäten für Kinder. Die Informationen sind nur auf Portugiesisch geschrieben. Es ist trotzdem ein gutes Projekt, das man unterstützen sollte.
Streetart in Florianópolis
Während der Fahrt vom Flughafen in Florianópolis nach Barra da Lagoa viel Charlie sofort auf, dass dort sehr viel Streetart war. Es sind nicht nur Murals, sondern auch Baumstümpfe und Bänke am Seeufer entlang und sogar der Radweg ist mit Kunstwerken geschmückt. Das sollte man sich anschauen.