Pipa
Surfparadies in Brasilien aus der Sicht eines digitalen Nomaden
Pipa ist so klein, dass nicht einmal Brasilianer aus anderen Teilen des Landes davon gehört haben. Jedes Mal, wenn Charlie erzählte, dass sie als nächstes nach Pipa reisen würde, betrachtete sie fragende Gesichter. Wenn Sie Natal erwähnte, wussten die Leute, wohin sie auf dem Weg war.
Man könnte also meinen, dass Pipa ein Geheimtipp sei, und das ist es auch in gewisser Hinsicht. Wenn man erst einmal dort ist, merkt man allerdings, dass es nicht so geheim ist. Tourismus scheint der wirtschaftliche Antrieb in Pipa zu sein und man findet überall in der Stadt Unterkünfte für Touristen. Die meisten Hotels und Pensionen schienen aber leer zu sein als Charlie im April dort war. Die Strände waren hingegen gut besucht. In den Restaurants konnte man ohne Probleme einen Tisch bekommen, aber es wirkte nicht wie ein Geheimtipp.
Pipa für digitale Nomaden
Charlie wurde durch einige der Gruppen für digitale Nomaden, in denen sie Mitglied ist, auf Pipa aufmerksam. Dort fanden mehrere der sogenannten Pop-Up-Villages statt. Als sie dann auch noch hörte, dass es dort gute Surfspots gäbe, war die Entscheidung getroffen.
Da es vor allem Pop-Up-Villages waren, gibt es in Pipa keine permanente Gemeinschaft an digitalen Nomaden, oder zumindest keine, die Charlie gefunden hätte. Ihre Gastgeberin im AirBnB war aber überrascht, dass sie nicht für ein paar Monate da sein würde. Das scheint dort üblich zu sein.
Charlie hatte keine Schwierigkeiten, eine vernünftige Internetverbindung und laptop-freundliche Cafés und Restaurants in Pipa zu finden. Im Zentrum gibt es auch einen Elektronikladen, wo man das Nötigste bekommt. Zudem gibt es einige kleine Wäschereien und Waschsalons im Ort.
Die meisten sozialen Interaktionen fand Charlie in der Surfschule am Strand. Dort lernte sie andere Reisende kennen, die für Surfstunden oder Açaí da waren. Da Charlie ziemlich viel Zeit dort verbrachte (zur Surfschule gehört auch eine Bibliothek und das Internet ist gut), freundete sie sich auch mit den Einheimischen an, die dort arbeiteten und wurde zu Grillabenden und Lagerfeuern eingeladen. Dazu muss man allerdings wissen, dass das nur möglich war, weil sie bereits ausreichend Portugiesisch sprach.
Surfen in Pipa
Charlie surfte vor allem am Praia do Amor, dem beliebtesten Surfspot in Pipa. Sie nahm ein paar Surfstunden mit Barreling Surfschool, um den Spot kennenzulernen, und lieh sich dann weiterhin ein Surfboard dort aus. Die Surfstunden waren sehr gut und Charlie sah viele angehende Surfer, die sich schnell verbesserten. Dort sind auch Trainingsgeräte am Strand – ein richtiges Outdoor-Fitnessstudio – zum Kräfte aufbauen und verbessern des Gleichgewichts. Man kann dort auch verschiedene Surfboards ausleihen, von Änfänger-freundlichen Foamies bis hin zu Profi-Boards. Direkt an der Surfschule sind auch eine Açaí-Bar und ein Bücherregal, die dazu einladen, nach dem Surfen noch etwas zu verweilen und in ein Buch einzutauchen (die gibt es dort in verschiedenen Sprachen).
Praia do Amor
Praia do Amor ist ein Beach-Break und kein einfacher Surfspot. Wellen findet man links- und rechtsseitig. Bei Ebbe bilden sich die Wellen steil auf und brechen ruckartig. Deshalb surfte Charlie lieber bei Flut. Man kann dort zu jeder Zeit surfen und die Wellen brechen nah am Ufer. Charlie hätte dort für ihre Surffotos nicht das große Objektiv gebraucht.
In der Mitte des Strandes waren die Wellen am schwierigsten zu bekommen. Dort waren zudem die erfahrenen Surfer. Charlie surfte direkt vor der Surfschule, wo die Wellen an ein paar Felsen brechen und von daher besser vorhersehbar sind. Die Strömung zieht stark nach Norden und wenn man nicht aufpasst, ist man schnell in der Mitte des Strandes.
Alle Strände in Pipa sind am Fuße der Klippen und man muss wissen, wie man dorthin gelangt. Am Praia do Amor is am nördlichen Ende eine Treppe. Wenn man auf Google Maps dem Zeichen „Placa do Amor“ folgt, findet man sie. In der Mitte des Strandes ist noch eine Treppe, die vor allem für Gäste des Hotel da Pipa gedacht ist, und auch am südlichen Ende, in der Nähe der Klippe Chapadão, ist eine, die man über die Tapiocaria do Amo erreicht.
Praia Central
Im Zentrum von Pipa sieht man ohne Probleme den Praia do Centro und findet auch den Weg dorthin. Man kann dort auch surfen und sogar den Sonnenuntergang sehen. Am Strand entlang sind mehrere Bars und Restaurants, die bis in die Nacht geöffnet sind. Die Bars und Restaurants am Praia do Amor sind kleine Hütten, die bei Sonnenuntergang schließen (oder wenn die Flut zu nah herankommt). Bei Ebbe kann man vom Praia do Amor zum Praia Central laufen. Man muss eventuell über ein paar Felsen klettern. Es ist einfacher, die Treppe hinauf in die Stadt zu nehmen und dann auf der anderen Seite wieder hinabzulaufen.
Praia do Madeiro
Zwischen Pipa und der Stadt Tibau do Sul ist noch ein weiterer beliebter Strand zum Surfen, sowie auch zum Essen, Trinken und Partys bei Tageslicht. Dort sind wesentlich mehr Leute als am Praia do Amor und man hört laute Musik von den Bars.
Praia do Madeiro bietet die perfekte rechtsseitige Longboarding-Welle an einem Pointbreak. Es ist eine recht lange Welle, die nach einer Menge Spaß aussieht und am besten bei mittlerem Wasserstand in Richtung Ebbe funktioniert. Auch in der Mitte ist ein Beachbreak mit Wellen zu beiden Seiten. Man kann direkt am Madeiro-Strand ein Surfboard ausleihen und am oberen Ende der Treppe, die den Strand mit der Straße verbindet, kann man ein Taxi nehmen. Wenn man mit dem eigenen Auto kommt, kann man dort auch parken.
Santuario Ecologico
Ein Stück außerhalb von Pipa auf dem Weg zum Madeiro-Strand ist das Santuario Ecológico, ein Naturschutzgebiet mit Wegen, die zum Spaziergang einladen und die besten Ausblicke über mehrere der Strände rund um Pipa bieten. Am besten fährt man mit dem Taxi dorthin. Es gibt auch einen Parkplatz, aber, wenn man selbst fährt, muss man auch wieder zurück zum Auto laufen. Wenn man ein Taxi nimmt, kann man auf der einen Seite durch den Haupteingang ins Santuario Ecologico und auf der anderen Seite am Madeiro-Strand wieder heraus.
Es gibt verschiedene Wege durch das Gebiet und man bekommt am Eingang eine Karte. Es sind einfache Routen und man braucht keine Wanderschuhe. Charlie lief alle Wege ab und brauchte, inklusive ein paar Foto-Stopps, etwas weniger als zwei Stunden. Der Eintritt beträgt 20 BRL.
Entlang der Wege sind mehrere Aussichtspunkte, von wo aus man die Strände von den Klippen aus sehen kann. Man kann nur am Ende der Route zum Strand hinab. Man kommt am Madeiro-Strand heraus.
Es gibt dort auch ein Labyrinth für Kinder und eine Ausstellung zu Meeresschildkröten. Am Ende der Route, wo man auch zum Madeiro-Strand kommt, sind auch Picknick-Tische.
Jeep-Tour von Pipa aus
Was Touren und Tagesausflüge angeht, findet man in Pipa Bootsausflüge, Buggy- und Quad-Touren sowie auch Jeep-Safaris. Charlie entschied sich für letztere und hat die Entscheidung nicht bereut. Es ist die beste Art, die Umgebung von Pipa zu sehen.
Zuerst ging es zum Chapadão, der Klippe am südlichen Ende des Praia do Amor. Von dort aus fuhren sie weiter an den Stränden entlang, die zum Schutz der Meeresschildkröten nicht zugänglich sind. Es ging in Richtung Sibaúma.
Dort sind weitere Strände und bei Ebbe entstehen natürliche Pools, mit einer seltenen Art von Wasserfall, der durch die Wellen, die über die Felsen schießen, entsteht. Bei Flut kann man von einem Aussichtspunkt die Meeresschildkröten beobachten. (Wenn man in Pipa surfen war, hat man sie wahrscheinlich schon gesehen.)
Nach einem Badestopp in Sibaúma ging es weiter über unebene Straßen nach Barra da Cunhaú. Bei Flut hätten sie von dort mit einem Boot zum Restinga-Strand übergesetzt. Da gerade Ebbe war, fuhren die Boote nicht. Sie verbrachten dafür später am Tag etwas mehr Zeit am Madeiro-Strand.
Die Mittagspause war auf einer Pferde-Ranch namens Camarão da Fazenda, wo man reiten, Kajak fahren und Volleyball spielen kann. Charlie genoss ihr Mittagessen und machte es sich dann in einer der Hängematten gemütlich.
Am Ende des Tages und nach einem Aufenthalt am Madeiro-Strand, hatten alle in der Gruppe die Gelegenheit, an der Düne von Cacimbinhas Sandboarding auszuprobieren. Charlie hatte das bereits in Florianopolis probiert und war nicht besonders darauf aus, durch den Sand zu rollen. Wenn ihr das noch nie probiert habt, ist es eine tolle Gelegenheit, es mal auszuprobieren. Es war im Preis für die Tour inbegriffen.
Der Ausflug endete mit einem herrlichen Sonnenuntergang über der Lagoa Guaraíras in der Nähe von Tibau do Sul. Dann wurden alle zu ihren Unterkünften in Pipa zurückgebracht.
Anreise nach Pipa
Pipa befindet sich ungefähr 1,5 Stunden südlich von Natal. Am besten fliegt man nach Natal und organisiert einen Transfer von dort. Der Preis beträgt umgerechnet ungefähr 50 Dollar. Charlie buchte den Transfer über passeiosempipa und die Kommunikation lief ganz einfach über WhatsApp ab.
Es gibt auch einen öffentlichen Bus vom Zentrum von Natal nach Pipa. Charlie hat diesen Bus einmal genommen, als sie wegen eines Problems mit ihrem Laptop nach Natal musste. Man kann diesen Bus entweder vom Busbahnhof in Natal nehmen oder von der Haltestelle an einem großen Carrefour. Für Charlie war letztere die bessere Option, da sie bereits in der Nähe war. Vom Flughafen in Natal bekommt man ohne Probleme ein Uber in die Stadt. Der Bus von Natal nach Pipa kostet 27 BRL pro Strecke und man kann nur in bar bezahlen. Man bezahlt entweder bei dem Ticketverkäufer an der Haltestelle oder bei dem im Bus, aber nicht beim Fahrer. Die Fahrt dauert etwas länger als zwei Stunden.

In Pipa ist fast alles fußläufig erreichbar. Die Straßen sind aber steil und uneben. Man kann auch einen Roller oder ein Auto mieten, um die Gegend zu erkunden. Uber ist in Pipa so gut wie nicht vorhanden. Man findet aber viele Taxen in der Stadt. Auf der Website ist auch eine WhatsApp-Nummer, über die man unkompliziert ein Taxi bestellen kann.
Unterkunft in Pipa
Pipa ist recht touristisch und es ist nicht schwer, eine Unterkunft zu finden, von AirBnBs (auch für Langzeitaufenthalte), über günstige Pensionen bis hin zu luxuriösen Resorts. Charlie hatte ursprünglich drei Wochen geplant und die Pousada Morada dos Ventos gewählt, da in diesem Hotel zuvor ein Digital Nomad Village war und die Zimmer eine Küche und einen Schreibtisch hatten. Das schien sehr gut für eine digitale Nomadin und war auch verhältnismäßig günstig. Als Charlie ihren Aufenthalt dann verlängerte, buchte sie ein AirBnB, das sie auch leicht fand. Es war günstiger und kurzfristig verfügbar. Charlie war von Ende März bis spät in den April in Pipa. Zu dieser Zeit schienen viele Unterkünfte leer zu stehen.
Abendessen, Partys und Nachtleben in Pipa
Das Zentrum rund um die Praça do Pescador erwacht abends zum Leben. In den Straßen sind auf einmal Cocktailbars, die vorher nicht da waren, und man findet viele Bars und Restaurants. Die Auswahl ist fast zu groß. Man könnte zudem meinen, dass die Straßen abends zur Fußgängerzone werden, weil da sehr viele Leute sind. Das ist aber nicht der Fall. Es kommt trotzdem hin und wieder ein Auto. Also aufpassen!
Viele der Restaurants sind in Ladenpassagen verborgen und wenn man das nicht weiß, findet man sie nicht so leicht. Schon die Passagen allein sind einen Besuch wert, denn sie sind wunderschön künstlerisch gestaltet. Man findet viele italienische Restaurants und Burger sowie auch Steakhouses und Sushi-Restaurants. Wenn man etwas Traditionelles, Brasilianisches sucht, muss man sich etwas mehr anstrengen.
Jeden Freitagabend findet am Praça do Pescador auch die sogenannte „eco-feira“ statt. Man findet dort hausgemachte und umweltfreundliche Produkte. Charlie kaufte eine Flasche Kombucha und eine natürliche Gesichtscreme.
Ein Stück weiter an der Hauptstraße entlang kommt man zu einem kleinen Markt, dem Künstlermarkt, der jeden Abend ab 17 Uhr stattfindet.
Auf der anderen Seite (näher am Supermarkt Atacarejo) sind zwei Bars, die später am Abend zu Clubs werden: Taipa und Arandi. Es ist jeden Abend eine andere Musikrichtung von Reggae zu Forro, Funk, Salsa und Bachata. Am besten folgt man beiden auf Instagram, um herauszufinden, was auf dem Programm steht.
Wenn ihr am Abend lieber Surfvibes wollt, dann ist Layback die richtige Adresse. Die Skatebowl wird abends gerne von Surfskatern genutzt. Man bekommt dort auch Essen und Getränke und oft ist auch ein DJ da oder es wird Live-Musik gespielt.

Wenn ihr elektronische Musik mögt, dann solltet ihr euch die Pipa Boat Party nicht entgehen lassen. Sie findet an den Wochenenden nachmittags in Tibau do Sul statt. Manchmal gibt es auch Sonderveranstaltungen mit anderen Musikrichtungen. Folgt ihnen einfach auf Instagram und schaut dort, was gerade geplant ist. Für ein Ticket muss man sie per WhatsApp kontaktieren.