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Sunset in the mountains of Madeira

La Antigua Guatemala

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Santa Catalina Arch in Antigua

La Antigua Guatemala

Ein Ausflug ins Guatemala der Kolonialzeit

Es wird volkstümlich “Antigua” genannt, allerdings ist der vollständige Name dieser Stadt im Kolonialstil „La Antigua Guatemala“, übersetzt „Das Alte Guatemala“. Es war einst die Hauptstadt des Landes, das wir heute als Guatemala kennen. Mehrere Erdbeben vertrieben die Bevölkerung. Guatemala-Stadt wurde die neue Hauptstadt.

Kleine Stadt mit großer Geschichte

Antigua wurde im Jahr 1543 unter dem Namen Santiago de los Caballeros gegründet und wurde die Hauptstadt des Königreichs Guatemala, das sich über die heutigen Länder Guatemala, Belize, Honduras, Nicaragua und Costa Rica ausdehnte. Vorher war die Gegend unter dem Namen Panchoy-Tal bekannt und wurde von den Maya bewohnt. Diese waren auch am Bau von Antigua beteiligt und so schlichen sich gewisse Elemente religiösen Synkretismus ein, z.B. die Darstellungen von Maiskolben an der Fassade der Merced-Kirche. Ironischerweise erscheinen dort auch Formen, die als christliches Kreuz verstanden werden könnten, die in Wirklichkeit aber für die vier Arten an Mais, die die Maya anbauten, stehen.

Mehrere Erdbeben zerstörten die Stadt im 18. Jahrhundert und vertrieben die Bevölkerung. Dreißig Jahre später, um das Jahr 1800, wurde sie wieder aufgebaut und erneut bevölkert. Sie erhielt den Namen “La Antigua Guatemala”. Der Name Santiago galt nicht länger, aber der Schutzheilige Jakob ist noch immer das Symbol der Stadt. Wenn ihr in Antigua hinaufschaut, seht ihr Abbildungen von ihm im Stadtwappen auf den Ziegeln, die die Unterseite von Vordächern schmücken.

Als einstige Hauptstadt und Sitz verschiedener religiöser Orden hatte Antigua zu einem bestimmten Zeitpunkt mehr als 40 Kirchen. Von den meisten davon sind heute nur noch Ruinen übrig. Die koloniale Architektur ist geblieben und seit 1979 gehört Antigua zum UNESCO Weltkulturerbe.

 

Von Vulkanen umgeben

Das Panchoy-Tal, in dem Antigua erbaut wurde, ist von drei Vulkanen umgeben, die in der Kosmovision der Maya bedeutsam waren: Der Vulkan Fuego war der Eingang zur Unterwelt. Die Vulkane Acatenango und Agua standen für die beiden Götter, die den Eingang zur Unterwelt bewachten. Die modernen Namen der Vulkane gehen auf historische Ereignisse zurück: „Agua“ bedeutet auf Spanisch „Wasser“. Starker Regen und eine darauffolgende Schlammlawine hatten ein Dorf in der Nähe des Vulkans zerstört und die Menschen sprachen daraufhin von einem Vulkan, der Wasser speite. Daher kommt der Name. „Acatenango“ stammt aus dem Nahuatl, der Sprache der Azteken, mit denen die Spanier eine Allianz hatten. „Acatl“ bedeutet „Schilf” und “tenango” bedeutet “Hügel” oder “Ort”. Der Vulkan war somit der „Schilfhügel”. Es fällt auf, dass viele Ortsbezeichnungen in Guatemala auf „tenango“ enden.

Antigua für digitale Nomaden

Antigua ist ein beliebtes Reiseziel und hat sich auch zum Hotspot für digitale Nomaden entwickelt. Die Anzahl an Wäschereien und laptop-freundlichen Cafés in Antigua sind ein deutliches Zeichen dafür.

Charlie verbrachte dort drei Wochen im Rahmen einer Gruppenreise für digitale Nomaden mit Noma Collective. Jeder Reiseteilnehmer hatte eine kleine Wohnung in einem wunderschönen Gebäude im Kolonialstil mit Dachterrasse, Torbögen und einem Innenhof. Jede Wohnung war mit einem Schreibtisch mit ergonomischem Stuhl ausgestattet und hatte einen eigenen W-Lan-Zugang, sodass man dort perfekt arbeiten konnte.

Auch im Supermarkt bekommt man Öl, Essig und Gewürze in kleinen Mengen. Es war perfekt für einen kurzen Aufenthalt von vier Wochen. Allerdings ist ein Monat nicht ausreichend, wenn man jedes Café und Restaurant in der Stadt ausprobieren möchte. Cafés sind zudem der Ort, an dem digitale Nomaden aufeinandertreffen und man macht schnell neue Bekanntschaften.

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Architektur im Kolonialstil als Zeuge der Zeit

Abgesehen von den Ruinen der ehemaligen Klöster ist Antigua eine farbenfrohe Stadt, in der die Fassaden im Kontrast zu den dunklen Kopfsteinpflastern der Straßen stehen. Die meisten Gebäude im Stadtkern sind entweder Restaurants, Cafés, Hotels oder Geschäfte. Die meisten Bars und Cafés haben herrliche Dachterrassen, die man von der Straße aus gar nicht sehen kann. Da Antigua die Hauptstadt Guatemalas war, wurden die meisten Häuser ursprünglich für die politische und finanzielle Elite gebaut. Die Architektur zeigt den Status, den der Inhaber damals in der Gesellschaft hatte. Die meisten Gebäude haben zudem entweder Fenster an den Hauskanten oder eine andere Art Gemäuer, um es zu stärken. Dies diente zum Schutz vor Unfällen mit der Pferdekutsche. Es lohnt sich, nach diesen Besonderheiten Ausschau zu halten.

In Antigua herrschen strenge Beschränkungen des Geräuschpegels. Es ist zum Beispiel nicht erlaubt, zu hupen, da dies die historische Architektur gefährden könnte. Komisch nur, dass es an fast jedem Tag im Jahr ein religiöses Fest gibt, für das Feuerwerke veranstaltet werden. Die Geräuschbeschränkungen scheinen dafür nicht zu gelten.

Der Santa-Catalina-Bogen

Es ist das Symbol der Stadt Antigua: der Arco Santa Catalina, der gelbe Torbogen. Erbaut wurde er als Teil einer Brücke, die zwei Teile eines Klosters verband. Die Nonnen durften das Kloster nicht verlassen und die Brücke war die einzige Möglichkeit, ins andere Gebäude zu gelangen. Heutzutage ist der Bogen nur noch Dekoration, da die Gebäude zu beiden Seiten mittlerweile verschiedene Besitzer haben und nicht länger miteinander verbunden sind. Der Turm wurde erst später hinzugefügt und die Uhr weist ein ganz bestimmtes Merkmal jener Zeit auf. Schaut euch die römischen Ziffern genau an. Fällt euch etwas auf?

La Iglesia de la Merced

Nicht weit vom Torbogen entfernt ist die meistbesuchte Kirche in Antigua: La Iglesia de la Merced. Für 35 Quetzales (das sind ungefähr 5 US-Dollar) kann man hineingehen, um den hübschen Brunnen im Innenhof des ehemaligen Klosters zu sehen. Man kann über ein paar Stufen auch aufs Dach und von dort aus den Ausblick über Antigua und die umgebenden Vulkane in alle Richtungen genießen.

Parque Central

In Antigua sieht man noch weitere beeindruckende Gebäude, vor allem rund um den Parque Central. Eines davon ist die ehemalige Kathedrale, die noch immer als solche bezeichnet wird, obwohl sie gar keine Kathedrale mehr ist. Direkt daneben sind zwei Museen: das Museo Nacional de Arte de Guatemala, wo man mittels Kunst alles über die Geschichte Guatemalas lernt, und das Museo de Arte Colonial in dem Gebäude, in dem einst die erste Universität in Mittelamerika war.

Nicht weit von dort ist noch ein weiteres Museum, das Jade-Museum. Dort lernt man mehr über die Geschichte und die Bedeutung von Jade in der Kultur der Maya. Es gibt dort sogar eine Nachbildung einer typischen Grabstätte der Maya.

Im Parque Central in Antigua gibt es einen Brunnen mit ganz besonderen Eigenschaften. Das Wasser im Brunnen kommt aus weiblichen Brüsten. Charlie kam das zunächst sehr merkwürdig vor. Allerdings gibt es dafür eine Erklärung. Eine Legende spricht von vier Frauen, die ihren Babys die Nahrung verwehrten. Die Babys starben daraufhin und die Frauen wurden zum Tode verurteilt. Sie sollen unter dem Brunnen begraben liegen. Die Frauenstatuen und die Engel, die den Brunnen dekorieren, erinnern an dieses Ereignis.

Cerro de la Cruz

Antigua liegt in einem Tal und ist von Vulkanen umgeben. Von daher ist die Stadt flach. Es gibt aber eine Erhebung im Norden des Stadtzentrums, die durch ein Kreuz markiert und von weitem sichtbar ist. Zuerst dachte Charlie, dass es ein Friedhof sei, ist es aber nicht. Es ist einfach nur ein Aussichtspunkt: Cerro de la Cruz. Vom Zentrum von Antigua braucht man bis dort hoch ungefähr 30 Minuten und Google Maps ist dabei eine große Hilfe. Der Weg besteht hauptsächlich aus Stufen. Von oben hat man einen großartigen Ausblick über die Stadt mit ihren historischen Gebäuden und man sieht auch den Sonnenuntergang und den Vulkan Fuego. Der ist aktiv und man sieht nicht selten eine dunkle Rauchwolke um den Gipfel.

Hobbitenango

Nur 20 Minuten mit dem Auto von Antigua entfernt ist ein Hobbit-Dorf, das von Herr der Ringe inspiriert wurde, Hobbitenango. Auch, wenn ihr mit den Filmen nichts anfangen könnt, wird euch dieser Ort gefallen. Es ist hübsch angelegt und es gibt mehrere Aussichtspunkte, um die bergige Landschaft zu genießen.

Bis zum Parkplatz kommt man mit dem Auto (Charlie nahm von Antigua ein Uber). Dort kauft man das Ticket und nimmt dann einen Shuttle für den weiteren Aufstieg. Es ist ein Abenteuer! Im Dorf gibt es mehrere Restaurants, Souvenir-Geschäfte und natürlich viele Hobbit-Löcher. Vielleicht habt ihr sogar die Gelegenheit, euch mit Gandalf ablichten zu lassen.

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Essen gehen in Antigua

Authentische guatemaltekische Küche findet man in Antigua leicht. Es gibt viele traditionelle Restaurants. Das traditionellste, aber auch immer mehr touristische, ist wahrscheinlich Rincón Antigueño. Es ist ein sogenannter Comedor, wo man nur Mittagessen bekommt und es gibt jeden Tag ein anderes Gericht. Generell gilt für Comedores: “bueno, bonito, barato” (gut, schön, günstig). Für eine echte, nicht-touristische Erfahrung probiert ihr am besten die Comedores auf dem Markt in Antigua. Charlie wurde ebenfalls der Comedor San Felipe, zu Fuß ungefähr 25 Minuten außerhalb von Antigua, empfohlen. Sie hatte allerdings keine Zeit, hinzugehen und es selbst zu probieren.

Wenn ihr Lieber selbst kocht, dann kauft ihr am besten auf dem Markt ein. Er ist jeden Tag geöffnet, die Hauptmarkttage sind aber Samstag, Montag und Donnerstag. Auch an den anderen Wochentagen bekommt man alles, was man braucht, aber viele der Stände stehen dann leer. Es ist nicht nur eine authentische Erfahrung, sondern man unterstützt auf diese Weise auch die Einheimischen und ihre Familien.

Kochkurse in Antigua

Wenn ihr es noch etwas intensiver wollt und Gerichte wie Dobladas, Pepián und Rellenitos selbst kochen wollt, könnt ihr einen Kochkurs mit Cuscun buchen. Da werdet ihr von eurer Unterkunft abgeholt und in ein Gebäude in Jocotenango ein Stück außerhalb von Antigua gebracht. Dort sind bereits alle Zutaten für euch bereitgelegt und ihr zaubert daraus traditionelle guatemaltekische Gerichte. Nach dem Kurs dürft ihr natürlich das, was ihr zubereitet habt, selbst essen. Dann sitzt ihr auf einer Dachterrasse mit Blick auf den Vulkan. Cuscun ist in Antigua nicht der einzige Anbieter von Kochkursen, aber der einzige, den Charlie ausprobiert hat.

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In Antigua das Tanzbein schwingen

Antigua zieht viele digitale Nomaden und Sprachschüler an. Von daher gibt es im Ort auch gute Ausgehmöglichkeiten. Ein beliebter Ort ist El Barrio. Wenn ihr gern Salsa und Bachata tanzt, findet ihr an fast jeder Ecke in Antigua Kurse. Charlie nahm Stunden bei Salsa con Gloria and verbesserte sich in den drei Wochen in Antigua merklich. Am Ende war sie bereit, zum Donnerstags-Social im Las Palmas und sie fuhr sogar mit ihrer Tanzlehrerin Gloria und einigen ihrer Freunde zu einer Tanzveranstaltung außerhalb von Antigua. Wenn ihr lateinamerikanische Tänze lernen wollt, dann ist Antigua wie für euch gemacht. Es ist auch sicher, nachts allein unterwegs zu sein und die Männer sind respektvoll. In Antigua geht es wirklich nur ums Tanzen.


PS: Ist euch aufgefallen, was an der Uhr am Santa-Catalina-Bogen besonders ist? Die Vier ist anders dargestellt, als das für römische Ziffern üblich ist.

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