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Monterey und Big Sur

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Lone Cypress at the 17-mile-drive in Monterey

Monterey und Big Sur

Kalifornien auf einer Postkarte

Wer kennt sie nicht, die Postkarten-Motive des berühmten Highway 1, der Bixby-Brücke und Big Sur? Es ist einer der beliebtesten Roadtrips weltweit und für viele ein Traumreiseziel. Wenn ihr allerdings so wie Charlie nicht Auto fahrt, könnte es kompliziert werden.

Charlie verbrachte eine paar Tage im Ort Monterey nördlich von Big Sur und versuchte von dort aus eine Ausflugsmöglichkeit zu finden.

Anreise nach Monterey

Charlie nahm von San Francisco aus den Amtrak, was insgesamt Wartezeit ungefähr 5 Stunden dauerte. In San Francisco selbst gibt es keinen Bahnhof und es ging zunächst mit dem Bus über die Bay Bridge nach Emeryville. Dort hatte Charlie eine Stunde Aufenthalt, bevor es in den Zug nach Salinas ging. Von dort aus ging es wieder in den Bus bis Monterey. Das alles ging mit nur einem Ticket und war von Amtrak organisiert. Der Transfer von Salinas war ein Kleinbus mit ganz persönlichem Service. Der Fahrer setzte Charlie direkt vor ihrer Unterkunft ab. Das hatte sie nicht erwartet. (Für die Rückfahrt aber musste sie zum Transit Center in Monterey laufen.)

 

Die Stadt Monterey

Monterey liegt auf einer Halbinsel mit Blick auf den Pazifik und die Bucht von Monterey, die auch ein guter Ort zum Whale Watching ist. Im Stadtzentrum ist der Baustil sehr mexikanisch beeinflusst, wohingegen man in anderen Teilen der Stadt auch viktorianische Häuser sieht. Die fielen Charlie vor allem entlang der Lighthouse Avenue auf. Die Häuser dort hätten direkt aus einem englischen Dorf sein können.

Die Orte, an denen man vorrangig Touristen sieht, sind Fisherman’s Wharf und Cannery Row. Beide sind durch einen Fuß- und Radweg an der Küste entlang miteinander verbunden und man findet dort auch zahlreiche Geschäfte und Restaurants. Am Fisherman‘s Wharf ist auch der Treffpunkt für die Whale-Watching-Touren. Wie auch schon in San Diego und San Francisco konnte man vom Hafen und Pier aus auch Seelöwen sehen. Wahrscheinlich hört man sie schon lange bevor man sie sehen kann.

Der 17-Mile-Drive

Abgesehen von Whale Watching gibt es in Monterey noch etwas, was man als Tourist machen sollte: Eine Fahrt am 17-Mile-Drive. Der Name geht auf die Zeit zurück, als dort Pferdekutschen unterwegs waren. Die Strecke war damals genau 17 Meilen lang. Heute ist es eine Straße, die vor allem an die verschiedenen Golfplätze heranführt. Man hat dort auch tolle Ausblicke über die Küste und kann in die Berge in der Nähe von Monterey fahren.

Charlie lieh sich ein e-Bike bei Adventures by the Sea in der Nähe des Fisherman’s Wharf und begann den Ausflug von dort. Sie fuhr den Küstenpfad entlang bis Cannery Row und Pacific Grove, an einem Leuchtturm vorbei und um die Spitze der Halbinsel zum Asilomar-Strand. Dort sah sie auch ein paar Surfer im Wasser.

Von dort aus war es nicht mehr weit zum Eingang vom 17-Mile-Drive. Mit dem Auto muss man eine Eintrittsgebühr bezahlen, mit dem Fahrrad kann man einfach hineinfahren. Die gesamte Route ist gut ausgeschildert und man findet den Weg problemlos. Charlie hielt am Spanish Bay, wo sie wieder Surfer sah, und fuhr dann an verschiedenen Aussichtspunkten entlang. Dort hatte sie erneut Gelegenheit, Seelöwen zu beobachten. Bis zum sogenannten Seal Point gab es auch einen Radweg an der Straße entlang. Von dort aus führte der offizielle Radweg von der Küste weg. Charlie wollte aber das letzte Stück Küste mit den Sehenswürdigkeiten Lone Cypress and Ghost Trees sehen. Sie radelte weiter bis zum Pebble Beach. Dort ist ein beliebter Golfplatz und es gibt auch ein Besucherzentrum. Es war die einzige Stelle am 17-Mile-Drive, wo Charlie öffentliche Toiletten sah.

Das war ungefähr auf der Hälfte der Strecke und von dort aus wurde es interessanter, da hier mehr Verkehr war und es auch bergauf ging. An einem Punkt musste Charlie Fragen, wo es für sie weiterging, damit sie nicht mit dem Rad auf der Autobahn in Richtung Carmel landete.

Von dort aus ging es steil bergauf und Charlie war froh darüber, dass sie ein motorisiertes Rad hatte. Als sie fast am Anfangspunkt zurück war, sah sie auch ein Reh am Wegrand. Sie hielt noch einmal am Spanish Bay, wo nun einige Maler ihre Staffeleien aufgebaut hatten und die Landschaft auf der Leinwand einfingen.

Es war nun an der Zeit, zurückzukehren und das Rad zurückzubringen. Es war bereits nach 16 Uhr und es war nicht mehr lang bis zum Sonnenuntergang an diesem Tag im Dezember. Ihr war jetzt auch kalt. Ein Paar Handschuhe wären gut gewesen.

Bixby Bridge und Point Sur

Wie war das denn jetzt mit Big Sur? Es ist kein Geheimnis, dass Kalifornien das Fußgänger-unfreundlichste Reiseziel ist, an dem Charlie je war. Der einzige Weg zum Big Sur war mit dem Auto. Es gibt keine geführten Touren. Die einzige Möglichkeit, die Charlie finden konnte, war, einen privaten Fahrer zu engagieren. Das hätte für den Tag 600 Dollar gekostet!

Wie sehr wollte sie Big Sur sehen? Nicht so sehr, dass es diesen Preis wert war!

Aber sie hatte noch eine Idee…

Auf dem Weg zu Mavericks in der Woche zuvor hatte sie einen Flughafen gesehen und ein paar Segelflieger rund um die Bucht. Vielleicht gab es das in Monterey auch.

 

Eine kurze Online-Recherche führte Charlie zur Flugschule Aero Dynamic Aviation in Monterey. Dort wurden Pilotenausbildungen angeboten und so wie auch die Flugschule in Newquay wurden auch hier Touren angeboten. Was sollte das kosten? 200 Dollar. Das war nicht billig, aber immerhin erschwingbarer. (Ein Mietwagen hätte wahrscheinlich das gleiche gekostet.)

Charlie hatte die Idee erst eine Woche bevor sie nach Monterey fuhr und sie würde auch nur zwei Tage dort verbringen. Würde sie Glück haben und einen Spot buchen können?

Sie hatte Glück! Es gab genau einen freien Spot am Donnerstagmorgen und den buchte sie. Am Tag selbst brauchte sie noch einmal Glück, was das Wetter anging. Das klappte auch!

Der Pilot, Bert, fragte sie, wie lange im Voraus sie das gebucht hatte und war überrascht als sie sagte, dass es nur eine Woche zuvor gewesen sei. Manchmal muss man einfach etwas Glück haben.

Sie flogen an der Küste entlang, wo Charlie am Tag zuvor entlang geradelt war, am Point Lobos vorbei, wo Brad Pitt ein Haus hat, und bis zur Bixby-Brücke und Point Sur. Auf dem Rückweg flogen sie über das Grundstück von Clint Eastwood und drehten eine Runde über die Bucht von Monterey, um nach Walen Ausschau zu halten. Sie sahen aber keine.

Da das auch zugleich als Flugstunde galt, landete und startete Charlie das Flugzeug zweimal auf dem Rückflug und bekam auch ein Piloten-Logbuch. War das vielleicht ein neues Projekt für sie?

Weiterreise von Monterey nach Los Angeles

Das letzte Ziel auf Charlies Reise durch Kalifornien war Los Angeles. Sie nahm wieder den Amtrak-Bus bis Salinas, von wo aus es 9 Stunden mit dem Zug waren. Es war die beste Zugreise ihres Lebens. Kurz nach San Luis de Obispo hatte sie kein Netz mehr. Dafür aber hatte sie den besten Ausblick über die Küste. Zu genau der Zeit als der Zug an den Stränden Kaliforniens vorbeifuhr, ging auch die Sonne über dem Pazifik unter. Charlie ergatterte einen Sitzplatz im Aussichts-Waggon, holte sich einen Kaffee und genoss das schönste, was die Natur zu bieten hatte.

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