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Cape Cod

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Beach in Cape Cod

Cape Cod

Wo Geschichte und Umweltschutz aufeinandertreffen

Es war auf einem Flug nach Costa Rica ein paar Monate zuvor als Charlie eine Doku über einen Ort sah, von dem sie zuvor nicht in Bezug auf Surfen gehört hatte: Cape Cod. Überraschenderweise ging es um Hai-Angriffe, was den Ort nur noch interessanter machte. In der Doku waren wunderschöne Landschaften und eine lebendige Surfkultur zu sehen.

Charlie wusste zu dem Zeitpunkt bereits, dass sie ein paar Monate später an der Ostküste der USA sein würde. Warum also nicht auch eine paar Tage in Cape Cod einplanen?

Anreise nach Cape Cod

Wie so oft in den USA, kommt man am besten mit dem Auto hin. Aber es ist auch kein Ding der Unmöglichkeit, nach Cape Cod zu kommen, wenn man nicht fährt. Am einfachsten ist die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Boston aus. Es gibt zwei Optionen: Bus und Fähre. Charlie hat beide ausprobiert. Sie reiste mit dem Bus nach Cape Cod und mit der Fähre wieder ab. Auf diese Weise hat sie das Kap einmal umrundet.

Es gibt zwei Busgesellschaften von Boston nach Cape Cod: Peter Pan Bus Lines und Plymouth & Brockton Bus. Charlie reiste mit Peter Pan und buchte ihr Ticket vorher online. Am Busbahnhof Boston South gibt es auch einen Ticketschalter. Es dauerte ungefähr zwei Stunden zum Transportzentrum in Hyannis am südlichen Ende des Kaps. Dort war genügend Zeit, um auf die Toilette zu gehen, bevor es mit einem weiteren Bus in Richtung Provincetown weiterging. Charlie stieg in Wellfleet aus, ungefähr in der Mitte der Halbinsel.

Die Route auf Google Maps zeigt an, dass der Reisebus in den Ort Wellfleet hineinfahren würde, von wo aus sie 10 Minuten später einen weiteren Regionalbus nehmen könnte. Allerdings war diese Information veraltet. Der Reisebus fährt nicht länger durch Wellfleet, sondern hält entlang der Schnellstraße Route 6. Charlie war überrascht, aber sie würde sich wie immer etwas einfallen lassen. Ihr Hotel war zu weit weg, um mit dem ganzen Gepäck zu laufen. Uber schien verfügbar zu sein. Es war auch fast Mittagszeit und sie sah ein Restaurant auf der gegenüberliegenden Straßenseite, Moby Dick’s. Die Schnellstraße zu überqueren war überraschend einfach und sie setzte sich an einen der Tische im Freien und genoss einen Fischburger. Anschließend bestellte sie ein Uber, worauf sie 20 Minuten warten musste. Die Einheimischen erklärten ihr später, dass das für diese Region eine kurze Wartezeit war. Charlie kam sicher an ihrer Unterkunft, einem Hotel namens Endless Coast an.

Übernachtung in Cape Cod

In Cape Cod gibt es Hotels, Hostels, Campingplätze und sogar Resorts. Wo man am besten unterkommt richtet sich danach, was man unternehmen möchte und ob man mit dem Auto kommt oder nicht. Die meisten Hotels sind in Provincetown an der nördlichen Spitze des Kaps. Campingplätze und Hotels findet man auch entlang der Route 6. Wenn ihr den südlichen Teil besuchen, oder nach Nantucket oder Martha’s Vineyard wollt, dann übernachtet ihr besser in Orleans oder noch weiter südlich.

Charlie wollte gerne surfen gehen und entschied sich somit für die Mitte der Halbinsel in der Nähe von Wellfleet. Sie dachte, das das nah genug am Strand wäre. Es war eine gute Location, weil man von dort aus die Halbinsel in beide Richtungen gut erkunden kann.

Surfen in Cape Cod

Es ist unter Surfern eher weniger bekannt, aber man findet entlang der Halbinsel gute Wellen und Kilometerlange weiße Sandstrände. Nauset Beach war Charlie als einer der Hauptsurfspots ins Auge gefallen. Als sie dort war, war es aber sehr windig und nicht zum Surfen geeignet. Am nächsten Tag sah sie sich ein paar andere Strände an. Das Wetter war besser und sie sah zwei Surfer am Coast Guard Beach, zwei weitere am Cahoon Hollow Beach und ungefähr sechs Surfer am Lecount Hollow Beach. Es war definitiv nicht überfüllt und die Wellen formten kleine Barrels. Charlie machte ein paar Bilder.

Sie selbst konnte nicht surfen gehen, weil es an den Stränden in Cape Cod keinen Surfverleih gibt. Man müsste sich in Orleans oder Wellfleet die Ausrüstung ausleihen und dann zum Strand fahren. Einige Verleihs liefern auch zum Hotel, aber man muss trotzdem noch selbst zum Strand fahren. Entlang des Ocean View Drive entdeckte Charlie ein paar Ferienhäuser, von wo aus man zum Strand laufen könnte.

Haie sah Charlie nicht, aber jede Menge Seelöwen zwischen den Surfern.

Haie in Cape Cod

Die Seelöwen sind es, die Haie nach Cape Cod locken. In der Vergangenheit wurden Seelöwen und Robben gejagt und man konnte damit viel Geld verdienen. In den 70ern wurden sie unter Naturschutz gestellt. Seitdem ist die Population sehr angewachsen, sodass man sie heute beim Sonnenbaden an den Stränden von Cape Cod sehen kann. Das macht diese Gewässer auch für Weiße Haie interessant, die man vorrangig im Oktober sehen kann, wenn die Robben scheinbar besonders schmackhaft sind.

Es gab vor nicht allzu langer Zeit Hai-Angriffe und es gibt nun Warnsysteme. Sobald ein Hai gesichtet wird, wird der Strand geschlossen und die Rettungsschwimmer haben eine spezielle Ausbildung zur Ersthilfe bei großen, blutigen Wunden. An den Stränden sieht man auch sofort die besonderen Erste-Hilfe-Stationen.

Cape Cod ist dadurch auch für die Hai-Forschung und deren Schutz bedeutsam geworden. Wenn ihr mehr über Weiße Haie lernen wollt, solltet ihr das Shark Centre in Provincetown Shark Centre in Provincetown besuchen.

Shark Centre in Provincetown

Verstärktes Umweltbewusstsein

Außer Haien gibt es in Cape Cod noch etwas, dass auf Umweltprobleme und globale Erwärmung hindeutet. Der steigende Meeresspiegel verändert die Landschaft, die hauptsächlich aus Stränden, Dünen und Moorland besteht. Dadurch wird Cape Cod zu einem der Orte, an dem man über den Zeitraum einen Menschenlebens die Auswirkungen des Klimawandels sehen kann.

Ein Besuch in Wellfleet

Wellfleet war ursprünglich ein kleines Fischerdorf. Die Fischer hatten so viel Arbeit, dass im frühen 20. Jahrhundert Fischer von den Azoren übersiedelt wurden. Das wiederum führte zu Überfischung und die gesamte Branche ebbte ab. Heutzutage ist Tourismus die Haupteinnahmequelle in Wellfleet und es ist ein Ort, an dem man sich zur Ruhe setzt. Es ist auch unter Künstlern und Schriftstellern beliebt.

Charlie machte einen Stadtrundgang und eine Geister-Tour mit der Wellfleet Historic Society und ihr fiel sofort auf, dass alle Teilnehmer entweder da waren, um Bekannte oder Verwandte zu besuchen, oder ein Stammgast im Ort war, der jährlich wiederkehrte, bis er sich dort ein Haus leisten könnte. Charlie war die einzige internationale Touristin, die einfach nur den Ort sehen wollte.

Charlie war Ende September dort und die hohe Luftfeuchtigkeit und die leichte Brise sorgten für die perfekt Stimmung für eine Geistertour. Die Straßen in Wellfleet sind am Abend sehr ruhig. Die Gebäude im Stil des Second Empire sowie auch die nicht weit entfernten Moore und die Küste voller Schiffwracks und Piratengeschichten sorgten für zusätzliches Ambiente.

Charlie fiel sofort auf, dass die Einwohner von Wellfleet sehr stolz auf ihr Dorf und dessen Geschichte sind. Sie öffnen bereitwillig die Türen, um bestimmte bauliche Merkmale der Häuser zu zeigen. Die Geschichten, die sie erzählen und die bestimmten Orten ihren Namen verliehen, sind noch keine 150 Jahre alt. Als jemand, der in Europa aufgewachsen ist, hat das Wort „historisch“ für Charlie eine andere Bedeutung als für die Leute in den USA. Eines wurde ihr aber bewusst: Es ist eine gute Gelegenheit, Geschichte zu bewahren. Momentan ist die zweite Generation derer, die Wellfleet zu dem machten, war es heute ist, noch anwesend und bereit ihre Erinnerungen zu teilen. Im Laufe der Zeit wird es bedeutsamer, die Geschichten und Erlebnisse zu überliefern. Als die Geschichtsschreibung in Europa begann, gab es wesentlich weniger Möglichkeiten, etwas an die nächste Generation weiterzugeben, als das heute der Fall ist. Bevor man also das Verständnis von Geschichte in der Neuen Welt beschmunzelt, sollte man sich bewusst machen, wie das alles in 500 Jahren wahrgenommen werden wird.

Cape Cod Rail Trail: Mit dem Fahrrad unterwegs

Charlies Hotel war an der Route 6 südlich von Wellfleet. Bis in den Ort waren es 10 Minuten mit dem Fahrrad und das Hotel stellte Gästen Fahrräder ohne Aufpreis zu Verfügung. Das war perfekt, um zum Supermarkt zu kommen. Charlie lieh sich dann auch bei Idle Times ein E-Bike aus, was für sie sogar zum Hotel geliefert wurde. Nur fünf Minuten weiter südlich erreichte sie so den Startpunkt des Cape Cod Rail Trail, eines 40 Kilometer langen Radweges. Er ist durchgehend flach und auch breit genug, damit sich Radfahrer in beiden Richtungen nicht in die Quere kommen. Er ist auch gut ausgeschildert und man kann gar nicht verpassen, wo man in einen bestimmten Ort oder zu einem bestimmten Strand abbiegen muss.

Charlie radelte bis Orleans und von dort aus zum Nauset Beach. Sie fuhr dann wieder ein Stück zurück und zum Coast Guard Beach. Nach einem kurzen Stück an der Straße entlang kam sie zu einem anderen Radweg, der bis zum Strand führte.

Cape Cod Rail Trail

Von dort aus radelte sie am Ocean View Drive entlang bis zum Nauset Leuchtturm. Zu dieser Jahreszeit war dort nicht viel los und man konnte gut an der Straße entlang radeln. Am meisten genoss Charlie den Abschnitt des Ocean View Drive zwischen Cahoon Hollow Beach und Lecount Hollow Beach, weil man dort das Meer am besten sehen konnte.

Ein Besuch in Provincetown

Um wieder nach Boston zurückzukommen wählte Charlie die andere Route, die Fähre. Sie fuhr in Provincetown ab, an der Spitze des Kaps. Das war die perfekte Gelegenheit, auch diesen Ort zu sehen. Charlie fuhr etwas früher am Morgen mit dem Bus hin, brachte ihr Gepäck in ein Geschäft, das diesen Service anbot und spazierte am Hafen entlang.

Provincetown ist etwas größer als Wellfleet und entlang der Hauptstraße sind viele Geschäfte und Restaurants, und vor allem, Touristen. Man findet zudem viele Kunstgalerien und hübsche Gemälde auf der Rückseite der kleinen Geschäfte entlang der Marina am MacMillan Pier. Sie entstanden im Zuge einer Veranstaltung der Provincetown Public Art Foundation.

Die Geschichte von Provincetown ähnelt der von Wellfleet in der Hinsicht, dass es im 19. Jahrhundert einer der größten Häfen für Wal-Fischerei im Land war. Helfende Hände kamen von den Kapverden und den Azoren, weitere Siedler aus Portugal. In Provincetown gibt es noch heute eine portugiesische Bäckerei nicht weit vom Hafen entfernt und jährlich findet ein Portugiesisches Festival statt, um dieses Kulturerbe zu würdigen.

Provincetown

Charlie machte eine Tour mit dem sogenannten Mayflower Trolley. Es ging entlang Commercial Street, durch den ältesten Teil der Stadt, in den Nordteil und in Richtung der Salzwiesen. Bei Ebbe kann man dort über die Steine bis zu einem Leuchtturm laufen. Die Tour ging dann weiter in den Park Cape Cod National Seashore , wo man auch gut Radtouren machen kann. Es gibt ein Besucherzentrum mit einer Aussichtsplattform, von wo aus man einen herrliche Ausblick über die Küste zu beiden Seiten hat. In der Ferne sieht man bei gutem Wetter das Festland und Boston.

Woher kommt der Name “Mayflower Trolley“? Provincetown ist der Ort, an dem die Mayflower 1620 zuerst landete. Nach ein paar Wochen aber, beschlossen sie, weiter Richtung Inland zu segeln, da die Beschaffenheit des Bodens und der Mangel an Süßwasser das Leben am Kap erschwerten. Sie ließen sich dann in Plymouth nieder.

In Provincetown ist ein gut sichtbares Mahnmal, das die Pilgerer, die auf der Mayflower kamen, würdigt, das Pilgrim Monument. Es ist ein 76 Meter hoher Turm, den man von überall in Provincetown sehen kann. Von oben hat man auch einen perfekten Ausblick auf die Stadt und die Umgebung. In der Bradford Street gibt es einen Aufzug, rechts neben dem Rathaus. Damit kommt man zum Fuße des Turms. Von dort an muss man Treppen steigen, 116 Stufen insgesamt. Es klingt schlimmer als es ist und Charlie war in ein paar Minuten oben. In der Eintrittsgebühr von 20 Dollar ist auch der Eintritt zum Museum nebenan inbegriffen.

Pilgrims Monument

Charlie nahm um 15 Uhr die Fähre nach Boston. Die Überfahrt dauerte 90 Minuten und führte an ein paar Leuchttürmen und kleineren Inseln vorbei. An diesem herrlichen, sonnigen Tag konnte man die Skyline von Boston gut sehen. Charlie übernachtete eine weitere Nacht in Boston und sie nahm vom Hafen ein Uber zu ihrer Unterkunft.  Wenn ihr zum Flughafen in Boston müsst, könnt ihr direkt vom Hafen ein Wassertaxi nehmen und müsst gar nicht wirklich an Land gehen.

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