Clovelly
Eines der außergewöhnlichsten Dörfer der Welt
Man geht davon aus, dass dieses Dorf um die 2500 Jahre alt ist. Niemand aber weiß es genau. Es gibt Hinweise darauf, dass die Römer und die Kelten die Bucht als Hafen nutzten. Eine keltische Grabstätte in der Nähe spricht für einige der Theorien. Bis zum 19. Jahrhundert wusste kaum jemand in der Gegend, dass dieses kleine Fischerdorf existierte.
Heute ist Clovelly als eines der außergewöhnlichsten Dörfer der Welt ein Reiseziel für Touristen, an dem Geschichte und Tradition groß geschrieben werden. Es scheint, als wäre die Zeit stehengeblieben.
Esel, Schlitten und Kopfsteinpflaster
Der Hafen und viele der Cottages in Clovelly stammen aus dem 14. Jahrhundert und wurden Anfang des 20. Jahrhundert restauriert. Die Initialen „CH“ (für Christine Hamlyn) sieht man an vielen der weißen Cottages, die sich an einem steilen, schmalen Weg aus Kopfsteinpflaster bis zum Hafen hinunter aneinanderreihen.
Der Weg ist zu steil für Fahrzeuge und im Laufe der Jahrhunderte wurden Esel und Schlitten zu den meistgenutzten Fortbewegungs- und Transportmitteln. Die Esel dienen nicht länger dem Warentransport, sondern bieten Kindern, die Clovelly besuchen, ein Abenteuer.
Die Schlitten sind weiterhin in Clovelly in Gebrauch und man sieht vor jedem Haus mindestens einen. Wenn ihr am Ende eures Besuchs nicht den steilen Weg hochlaufen wollt, warten am Hafen Jeeps, die Besucher zum Parkplatz vor den Toren Clovelly’s zurückbringen.
Auf dem Weg hinunter zum Hafen kommt man an einem Inn und Tea Rooms vorbei. Direkt am Wasser gibt es auch einen Pub. Man hat somit viel Auswahl für eine Kaffeepause oder zum Mittagessen. Charlie gönnte sich einen Kaffee im Cottage Tea Rooms und sie setzte sich im sogenannten geheimen Garten, dem Secret Garden. Es ist gewiss ein inspirierendes Plätzchen mit einem Ausblick aufs Meer, der die Kreativität anregt.
Tiefer in Clovelly’s Geschichte eintauchen
Ein Schriftsteller war auf jeden Fall von Clovelly inspiriert: Charles Kingsley. Er lebte als Kind in dem Dorf und kehrte als Erwachsener zurück. Er schrieb „Westward Ho!“ in Clovelly. Heute findet man im Dorf ein Museum, das Kingsley gewidmet ist.
Direkt neben dem Kingsley-Museum ist das Fisherman’s Cottage, wo man sehen kann, wie Fischer in vergangener Zeit lebten.
Am oberen Ende und ganz bewusst außerhalb des Dorfes ist das Besucherzentrum. Dort kann man eine Doku über Clovelly sehen und Souvenirs kaufen. Das Besucherzentrum ist auch der offizielle Eingang nach Clovelly und man zahlt dort eine Eintrittsgebühr. Das klingt ungewöhnlich, aber das Gelände, auf dem Clovelly liegt, ist in Privatbesitz und das Dorf hätte die Jahrhunderte nicht überdauert, wenn nicht durch die Einnahmen aus dem Tourismus. Die Eintrittsgelder tragen zum Erhalt des Dorfes bei. Es sind 9,50 £ für Erwachsene und 5,50 £ für Kinder (Stand: Januar 2025.)
Küstenwanderung in der Nähe von Clovelly
Charlie wollte sich Clovelly ansehen, denn sie hatte auf der Karte einen Wasserfall entdeckt, zu dem sie wollte. Um dort hinzukommen, läuft man zum Hafen von Clovelly hinunter und ein Stück weiter in Richtung Norden am Strand entlang. Im Besucherzentrum bekam Charlie eine Karte, die den Weg zeigte. Dort bekam Charlie auch eine andere Karte, die Küstenwanderwege von Clovelly aus zeigte: den Hobby Drive Walk und Mouthmill Cove Walk.
Hobby Drive Walk
Dieser Weg führt von Clovelly aus weiter nach Norden und beginnt an einer Wegkreuzung zwischen dem Besucherzentrum, dem Dorf und den Eselställen. Man sieht dort ein Tor, das eindeutig auf den Hobby Drive hinweist.
Der Hobby Drive ist so breit wie eine Straße und lässt sich leicht laufen, da er flach ist. Man läuft durch den Wald ein Stück weiter im Landesinneren. Zwischen den Bäumen kann man das Meer sehen. Nach ungefähr 25 Minuten kommt man an einen Aussichtspunkt, von wo aus man den Hafen von Clovelly gut sehen kann. Man kann es gar nicht verpassen, da dort ein paar Bänke stehen, die nur darauf warten, dass man sich setzt und den Ausblick genießt.
Von dort aus führt der Hobby Drive weiter nach Norden und man erreicht den South West Coastpath, der zum Peppercombe Beach und nach Westward Ho führt.
Mouthmill Cove Walk
Dieser Wanderweg gehört zum South West Coastpath, der Clovelly mit Hartland verbindet. Er beginnt hinter den Eselställen. Man läuft in entgegengesetzter Richtung zum Hobby Drive ein Stück die Straße entlang, kommt an einem Parkplatz vorbei und sieht dann auf der linken Seite ein Tor. Ein Zeichen dort weist auf den Weg zu den Clovelly Court Gardens hin. Wenn ihr nicht zu diesen Gärten wollt, dann haltet ihr euch rechts und lauft in Richtung der Küste. Schon seid ihr auf dem Küstenpfad. Man läuft weiterhin hauptsächlich durch den Wald und sieht und hört das Meer auf der rechten Seite. Hin und wieder hat man einen herrlichen Ausblick. Ihr solltet mal ein Päuschen machen und den Ausblick genießen.
Zwischendurch hat man auf der linken Seite auch einen Ausblick auf Clovelly Court und die Landschaft, vor allem auf Gallantry Bower. Diese antike Grabstätte ist durch ein Zeichen am Zaun deutlich markiert. Bis hierher ist der Weg hauptsächlich flach mit einigen kleineren Anhöhen. Von nun an aber geht es steil bergab und man sollte darauf achten, wo man hintritt.
Am unteren Ende des Weges liegt Mouthmill Cove. Von diesem Strand aus hat man den perfekten Blick auf den Black Church Rock. Bevor ihr zum Strand hinuntergeht, könnt ihr auf der rechten Seite einen kleinen Umweg zu einem Aussichtspunkt machen. Von dort aus sieht man den riesigen Felsen von oben.
Anreise nach Clovelly
Am einfachsten ist die Anreise nach Clovelly mit dem Auto. Direkt vor dem Besucherzentrum ist ein großer Parkplatz. Zwischen Bideford und Hartland verkehr auch ein Bus, der am Besucherzentrum hält. Allerdings fährt er nur wenige Male am Tag und man sollte die Route im Voraus gut planen. Charlie kam mit dem Bus von Bude, stieg in Hartland um und stieg am Besucherzentrum aus. Zwischen der Schließzeit des Besucherzentrums und dem Bus für den Rückweg musste sie allerdings eine Weile warten. In Hartland warten die Busse jeweils aufeinander. Es ist unwahrscheinlich, dass man die Anbindung verpasst.
Zudem kann man auch in Clovelly übernachten, wenn man das möchte.