Surfcamp auf den Azoren
Salt Lips Surfcamp São Miguel
Wenn ihr gern surft und die Insel São Miguel auf den Azoren besuchen wollt, dann solltet ihr zwei Dinge wissen: Die Surf-Bedingungen sind super und man braucht ein Auto, um zum Strand zu kommen. Charlie fand eine gute Lösung für das Auto-Problem: ein Surfcamp, wo man zum Strand gefahren wird und sogar die Ausrüstung gestellt bekommt. Bei ihrer Suche fand sie drei Surfcamps auf der Insel und sie entschied sich für Salt Lips.
Wo das Salt Lips Surfcamp liegt
Salt Lips befindet sich in der Nähe des Ortes São Roque im Süden der Insel São Miguel und ungefähr 15 Minuten von Ponta Delgada entfernt. Das Surfcamp bietet einen Abholservice vom Flughafen an. Man kann auch den Bus nehmen, muss dann aber 20 Minuten einen steilen Berg hinauf laufen.
Der nächstgelegene Surfspot ist Praia das Milicias in São Roque. Um dort hinzukommen, muss man den gleichen 20-minütigen Fußweg nehmen. Zum Surfen wird man aber täglich zum Strand gefahren.
Surfstunden auf den Azoren mit Salt Lips
Salt Lips bietet täglich eine Surfstunde an. Die Uhrzeit richtet sich immer nach der Zeit, zu der Ebbe ist. Die Ausrüstung wird zur Verfügung gestellt und alle Gäste fahren gemeinsam zum Strand. In den meisten Fällen ist das Santa Barbara und manchmal auch Monte Verde. Beide Strände befinden sich in der Nähe der Stadt Ribeira Grande.
Es ist ein Surflehrer für 8 Schüler vor Ort, die tatsächliche Anzahl aber kann variieren, je nachdem, wie viel Erfahrung die Gäste bereits im Surfen haben. Charlie war am ersten Tag etwas enttäuscht, da jeder automatisch als Anfänger eingestuft wurde. Das tatsächliche Niveau wurde nicht getestet und die Gruppen nicht geteilt. Jeder bekam ein Anfänger-Brett und surfte Weißwasser. Die darauffolgenden Tage durfte Charlie zum Line-Up hinauspaddeln, da die Surflehrer bemerkt hatten, dass sie dafür schon bereit war. Leider hat sich ihr Surfen in der Woche aber nicht verbessert.
Touren in São Miguel mit Salt Lips
Die Surfstunden nehmen nur den halben Tag ein und für die restliche Zeit organisiert das Camp Ausflüge, an den Gäste teilnehmen können. Ganz gleich, welches Paket man gebucht hat, eine Tour ist immer inbegriffen. Für jeden zusätzlichen Ausflug zahlt man 35€. Charlie hatte Furnas, Sete Cidades und die Teeplantage bereits gesehen, weshalb sie diese Ausflüge nicht mitmachte. Sie schloss sich aber der Tour zu den Wasserfällen Salto do Cabrito und Cascata do Limbo in der Nähe von Porto Formoso an, sowie auch einem Schnorchelausflug zu einem Strand an der Südküste von São Miguel.
Die Ausflüge waren gut organisiert und Claudia teilte viele Informationen über die Orte, die sie besuchten.
Sie half Gästen auch dabei andere Ausflüge wie Whale Watching oder Canyoning zu buchen.
Yoga und Skateboarden im Salt Lips Surfcamp auf den Azoren
Was das Surfcamp von Salt Lips für Charlie interessant machte, war die Skate-Ramp hinter dem Haus. Sie liebt Surfskateen und für die Gäste war ein brandneues Surfskate da.
Einige der anderen Gäste waren eher am Streetskaten interessiert und wurden damit leider enttäuscht, da diese Skateboards in keinem guten Zustand waren. Ein Teil der Rampe war auch beschädigt, was scheinbar schon im Jahr zuvor der Fall war. (Eine der Gäste erinnerte sich von ihrem vorherigen Aufenthalt daran.) Im Laufe der Woche wurde die Rampe eher als Sitzgelegenheit im Zusammenhang mit Bier und Musik genutzt.
In jedem Paket mit Salt Lips ist auch eine Yoga-Stunde inbegriffen und pro Woche werden für gewöhnlich drei Stunden angeboten. Jede zusätzliche Stunde kostet 15€. Auf Grund von Missverständnissen bei der Planung wurde in der Woche, in der Charlie da war, nur eine Stunde angeboten. Die Yoga-Stunden finden auf einer Plattform aus Holz direkt am Pool statt. Am frühen Morgen sieht man von dort aus auch den Sonnenaufgang. Charlie hätte es schön gefunden, wenn die Yoga-Lehrerin auch so viel Ausdruckskraft wie die aufgehende Sonne und weniger vom schlafenden Mond gehabt hätte.
Die Sequenz der Yoga-Stunde war gut, allerdings wurden die Posen nicht richtig angeleitet und keine Variationen angeboten.
Die Zimmer bei Salt Lips
Salt Lips Surfcamp auf den Azoren bietet verschiedene Arten der Unterkunft: Mehrbettzimmer, Zimmer für Dreier-Gruppen und Doppelzimmer. Charlie hatte ursprünglich ein Doppelzimmer gebucht. Durch einen Fehler im Buchungssystem aber musste das geändert werden und sie teilte sich am Ende ein Zimmer mit zwei anderen Alleinreisenden.
Jedes Zimmer hat ein eigenes Bad und sie werden jeden zweiten Tag gereinigt. Einige Zimmer haben einen Balkon oder eine Terrasse und wurden mit viel Stauraum angelegt.
Die Preise für eine Surfwoche unterscheiden sich je nach Zimmergröße und jedes Paket beinhaltet für gewöhnlich eine Surfstunde pro Tag, einen Ausflug, eine Yoga-Stunde und Frühstück.
Verpflegung im Salt Lips Surfcamp auf den Azoren
Wenn die Helfer im Camp motiviert sind, dann ist das Frühstück ausreichlich und es gibt jeden Tag ein anderes Gericht sowie Brot, Müsli, Saft, Tee und Kaffee.
Mittagessen wird vom Camp nicht angeboten und jeder bereitet für gewöhnlich sein eigenes Essen zu. Allerdings ist die Nutzung der Küche eingeschränkt und Gäste sollten nicht kochen. Man kann sich ein Sandwich machen und es gibt auch einen Kühlschrank, den die Gäste nutzen können. Lebensmittel, die nicht gekühlt werden müssen, bewahrt man am besten im Zimmer auf. Der nächstgelegene Supermarkt ist zu Fuß 30 Minuten vom Camp entfernt und man kann die Fahrer auf dem Rückweg vom Surfen fragen, ob sie am Supermarkt anhalten können. Am besten bespricht man das auch mit den anderen Gästen und kauft gleich für ein paar Tage ein, da zwischen Surfen und Ausflug oft wenig Zeit ist und die Fahrer nicht immer zu einem Supermarkt-Umweg bereit sind.
Abendessen bei Salt Lips
Für 20€ pro Tag bekommt man im Camp auch Abendessen. Das Menü wird im Laufe des Tages in einer WhatsApp-Gruppe geschickt und jeder kann antworten, ob er am Essen teilnimmt oder nicht. Es war immer ein Drei-Gänge-Menü und köstlich. Während des Essens sind auch Wein und Bier inbegriffen. Ansonsten ist der Getränke-Kühlschrank mit einer Liste versehen, auf der man einträgt, was man hatte. Am Ende der Woche wird dann abgerechnet.
An zwei Abenden in der Woche wird auswärts gegessen, zur Pizza-Nacht und zum Grillabend. Für die Pizza-Nacht werden die Gäste nach Ponta Delgada zur Pizzeria Nonna gefahren. Gegrillt wird an einem der typischen Grillplätze im Westen von São Miguel, von wo aus man auch den Sonnenuntergang sehen kann.
Das Kleingedruckte
Das Surfhaus ist in gutem Zustand und hübsch eingerichtet, allerdings hatte Charlie den Eindruck, dass die Gäste in diesem Surfcamp nicht die oberste Priorität sind. Im Laufe der ganzen Woche kam es ihr so vor, als sei der Spaß für die freiwilligen Helfer wichtiger als alles andere. Der Leiter des Camps ist nur am An- und Abreisetag vor Ort, ansonsten wird alles von Helfern erledigt. Das führt zu Problemen beim Frühstück und zu Missverständnissen über Uhrzeiten. Einige der Gäste waren für zwei Wochen da und Charlie hörte, dass in der Woche zuvor alles besser gelaufen sei. Ihre eigene Erfahrung aber war eher enttäuschend.

















