Tortuguero Nationalpark
Tropischer Regenwald von Wasser umgeben
Costa Rica hat unzählige Nationalparks. Einige davon sind leicht zugänglich, andere nicht. Die meisten Touristen besuchen Manuel Antonio und genau darin liegt das Problem: Alle sind dort. Charlie wurde davon abgeraten. Es gibt zwei Nationalparks, die gerade touristisch genug sind, um einfach hinzukommen, aber nicht so touristisch, dass sie an Authentizität oder Charme verlieren würden: Corcovado an der Pazifikküste und Tortuguero an der Karibikküste.
Anreise zum Tortuguero Nationalpark
Am einfachsten ist die Anreise nach Tortuguero mittels eines organisierten Ausflugs von San José. Da ist für alles gesorgt. Man findet auch mehrtägige Touren von verschiedenen Orten in Costa Rica. Das wäre für Charlie zu einfach gewesen. Wenn es eine andere Möglichkeit gibt, macht sie keine Pauschalreisen.
Nach ein paar Tagen in Puerto Viejo reiste Charlie in die Stadt Limón und hoffte, von dort aus nach Tortuguero zu kommen. Das war allerdings komplizierter als erwartet, weil man einfach keine Infos dazu findet. Sie sprach mit einer Einheimischen und sie empfahl Charlie nach Moín zu fahren und von dort aus ein Boot nach Tortuguero zu nehmen. Sie fand auf verschiedenen Webseiten die Informationen, dass man ein Ticket im Voraus kaufen sollte und sie fand sogar eine, auf der man das auch machen konnte, Pavona Jungle Expeditions. (Dieser Anbieter macht auch Touren von der anderen Seite, Pavona, nach Tortuguero.) Sie zahlte 39 Dollar pro Strecke.
Später fand Charlie heraus, dass auch die Unterkunft in Tortuguero Transfermöglichkeiten anbietet. Man wird direkt kontaktiert.
Das Boot von Moín war für 10 Uhr geplant und Charlie würde um 13 Uhr in Tortuguero ankommen. Mit dem Taxi von ihrem AirBnB in Limón waren es nur 10 Minuten und es kostete 5000 Colones (ungefähr 10 Dollar). Das Boot war etwas verspätet und um 10.45 Uhr ging es endlich los. Sie war um 14 Uhr in Tortuguero.
Ein Bootsausflug durch den Dschungel
Schon die Anreise nach Tortuguero ist ein Abenteuer. Sobald der Hafen außer Sicht ist, ist man mitten in der Natur und sollte nach Tieren Ausschau halten. Das Boot fährt relativ schnell, was das Fotografieren schwierig macht. Sobald der Fahrer Affen oder Faultiere in den Bäumen entdeckt, hält er aber auch an und dreht das Boot, sodass alle Passagiere Bilder machen können.
Entlang des Kanals sind einige kleine Siedlungen, aber man ist fast nur von Natur umgeben. Empfang auf dem Handy solltet ihr nicht erwarten.
Das Boot, mit dem Charlie kam, war recht schmal und legte sich richtig in die Kurven. Der Fahrer hat vor Fahrtbeginn auf die Gewichtsverteilung geachtet, sodass es nicht umfallen kann. Es fühlt sich aber mitunter abenteuerlich an.
Am nächsten Morgen musste Charlie schon um 7 Uhr mit dem Boot zurück. Dieses Mal war es 100% pünktlich. Eines der Cafés am Hafen war bereits geöffnet und es gab Kaffee und Gebäck. Falls euer Hotel so früh kein Frühstück serviert, müsst ihr nicht hungrig aufs Boot.
Alternative Anreisemöglichkeiten nach Tortuguero
Die einfachste und stressfreiste Art der Anreise nach Tortuguero ist eine geführte Tour von San José oder Puerto Viejo. Charlie nahm ein Taxi von Limón nach Moín und von dort aus ein Boot. Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, nach Tortuguero zu kommen:
- Bucht eure Unterkunft und ihr werdet kontaktiert mit einem Angebot an Transfers.
- Fahrt mit Auto oder Bus nach La Pavona und von dort aus ein Boot: Das ist am besten, wenn man von San José oder La Fortuna kommt. Es ist eine kürzere Bootsfahrt als von Moín und auch günstiger.
- Fahrt mit Auto oder Bus nach Caño Blanco (Parismina) und von dort aus ein Boot: Das wird am häufigsten von den Hotels und Shuttleservices gemacht.
- Flug mit Sansa nach Tortuguero und von dort eine kurze Bootsfahrt.
Charlie fiel auf, dass keines der Boote voll besetzt war. Wahrscheinlich hätte man auch kurz vor Abfahrt am Hafen ein Ticket kaufen können. Man kann Gepäck mit an Bord nehmen und es gibt keine Beschränkungen. Das Boot, mit dem Charlie kam, transportierte sogar eine Klimaanlage für eines der Restaurants. Ihr solltet allerdings alles wasserfest verpacken, da es während der Reise stark regnen kann.
Der Ort Tortuguero
Als Charlie ankam, war sie überrascht, in Tortuguero ein richtiges Dorf zu sehen. Auf der Karte sah es aus, als wären dort nur ein paar Pensionen. Bei Ankunft sah sie mehr als sie erwartet hatte. Es gibt mehrere Restaurants und Cafés direkt am Wasser in Richtung der Kanäle und auch Häuser, die zum Teil Unterkünfte für Touristen sind, aber hauptsächlich Wohnhäuser der Einheimischen. Charlie hörte, dass es einer der seltenen Orte ist, wo die Einheimischen am gleichen Ort leben wie die Touristen. Charlie beobachtete ein paar Kinder, die vor dem Haus Fußball spielten und ein Gruppe Frauen, die vor einem Geschäft schwatzten. Man sah auch Polizei in den Gassen. Am anderen Ende der Wohngegend ist der Strand.
Charlie aß in einem Restaurant am Hafen namens Tree Coffee House zu Abend. Von dort aus hatte man einen tollen Ausblick über die Kanäle und den Sonnenuntergang.
Unterkunft in Tortuguero
Charlie war erst relativ spät aufgefallen, dass die Anreise nach Tortuguero zu lang war, um es an einem Tag hin und zurück zu schaffen. Sie musste mindestens eine Übernachtung einplanen. Sie buchte nur zwei Tage zuvor und es waren noch viele Zimmer verfügbar, von kostengünstigen Hostels bis zu Hotels. Man findet aber keine großen Resorts. Alle Unterkünfte sind zu Fuß vom Hafen erreichbar. Wenn man die Unterkunft gebucht hat, wird man sehr wahrscheinlich mit einem Angebot an Shuttle-Transfers und Ausflügen in Tortuguero kontaktiert.
Ein Besuch in Tortuguero
Wenn man im Hafen von Tortuguero ankommt, sieht man ein Angebot an Ausflügen und Aktivitäten. Die beliebteste Tour (und etwas, das man nicht so leicht anderswo machen kann) ist eine Kanu- oder Bootstour in den Nationalpark. Es gibt auch geführte Wanderungen, Schildkrötenbeobachtung und Nachtwanderungen. Charlie hatte eine Kanutour mit Don Chico Tours gebucht und das war scheinbar auch die beste Möglichkeit, um ein paar Tiere zu sehen, denn das Kanu ist leiser und kleiner als die Motorboote. Damit kommt man auch in die engen Kanäle. Der Guide, Ruben, wies Charlie immer daraufhin, wenn er ein Tier entdeckte. Charlie sah Affen, Papageien, einen Kaiman, verschiedene Vögel und sogar die Rückenfinne eines Delfins. Sie wurde auch darauf aufmerksam gemacht, dass man nachts manchmal Jaguare im Dorf sieht. Angeblich sind die aber nicht gefährlich.
Zeitplan für Tortuguero
Man braucht einen halben Tag für die Anreise und auch für die Rückreise. Man sollte mindestens eine Nacht bleiben. Um das Meiste herauszuholen, sind zwei oder drei Nächte zu empfehlen. So hat man genug Zeit für einen Bootsausflug und eine Wanderung in den Nationalpark sowie auch eine Abendaktivität, zum Beispiel eine Nachtwanderung oder Schildkrötenbeobachtung. Man kann auch einen Angelausflug buchen oder ein Kajak ausleihen.
Häufig gestellte Fragen zum Tortuguero Nationalpark
Lohnt sich ein Ausflug nach Tortuguero?
Auf jeden Fall! Der Nationalpark ist gut zu erreichen und trotzdem authentisch und nicht zu touristisch. Die Preise für Transfer und Unterkunft sind bezahlbar und man sieht viel von Costa Ricas Tier- und Pflanzenwelt.
Wie kommt man nach Tortuguero?
Wenn ihr nicht mit einem organisierten Ausflug kommt, dann könnt ihr mit dem Auto oder dem Bus nach La Pavona oder Moín fahren und von dort aus ein Boot nehmen. Von San José kann man auch nach Tortuguero fliegen. Wenn ihr zuerst die Unterkunft bucht, bekommt ihr auch Angebote.
Was kann man in Tortuguero machen?
Man kann geführte Kanu- oder Bootsausflüge in den Nationalpark machen, wandern oder Schildkröten beobachten. Es geht vor allem darum, die Natur zu genießen und Tiere zu entdecken.
Kann man in Tortuguero übernachten?
Es gibt ein Dorf mit Unterkünften für Touristen von günstigen Hostels bis zu Hotels und Gästehäusern, sowie auch Restaurants und Cafés.
Wie lang sollte man in Tortuguero bleiben?
Man sollte mindestens eine Nacht bleiben, besser aber zwei oder drei.


