Puerto Viejo de Talamanca
An der Karibikküste in Costa Rica
Charlie hatte mehrfach gehört, dass die Karibikküste in Costa Rica sich völlig von den anderen Teiles des Landes unterscheidet. Das wollte sie sich selbst anschauen. Die größte Stadt an der Ostküste ist Limón, die beliebteste bei Touristen ist Puerto Viejo. Charlie sah sich beide an.
Zudem ist dort der Nationalpark Tortuguero. Man kann einen organisierten Ausflug von San José aus machen oder mit dem Taxiboot oder Shuttle von Limón oder Puerto Viejo selbst anreisen.
Der Ort Puerto Viejo
Puerto Viejo ist eine kleine Ortschaft, die sich an der Küste entlang ausstreckt. Am Ortseingang sieht man Fischerboote und Straßenverkäufer. Weiter in der Stadt sind mehrere Geschäfte, Restaurants und Cafés. Wo auch immer man in Puerto Viejo ist, man ist nie weit vom Strand entfernt.
Der Ort selbst ist nicht groß, zieht sich aber über mehrere Kilometer an der Küste entlang. Man findet leicht einen Fahrradverleih und die meisten Leute in Puerto Viejo sind mit dem Rad unterwegs.
Die meisten Unterkünfte im Ort sind Gästehäuser in privater Hand. Es gibt auch ein paar Hotels sowie ein Selina mit einem Coworking-Space. Charlie war in einem Gästehaus namens Casa Moabi ein Stück außerhalb der Stadt mitten im Dschungel.
Surfen in Puerto Viejo
Der beliebteste Surfspot ist Playa Cocles, wo man auch ein paar Surfshops findet und sich ein Brett ausleihen kann. Die Wellen dort sind allerdings unregelmäßig und oft steil und untersetzt. Von daher ist es eher ein Spot für erfahrenere Surfer. Für ein Surfboard zahlt man am Cocles-Strand 5 Dollar pro Stunde oder 20 Dollar für den ganzen Tag.
Einige Kilometer außerhalb der Stadt ist eine weitere Bucht, Punta Uva. Wenn die Wellen am Playa Cocles zu groß sind, findet man dort häufig eine schöne rechtsseitige Longboard-Welle. Allerdings kann man am Punta Uva kein Surfboard ausleihen, nur Kajaks. Man muss es am Cocles ausleihen und dann hinfahren. Auch die Tuktuk-Taxen in Puerto Viejo nehmen Gäste mit Surfboard mit.
Cahuita Nationalpark
Charlie hatte Glück, diese Tour mitmachen zu können und sie hätte sie auch nicht missen wollen! Ungefähr 10 Minuten nördlich von Puerto Viejo ist das Dorf Cahuita mit dem Eingang zum Cahuita Nationalpark. Diesen Ort wollte Charlie unbedingt sehen. Allerdings war es schwierig, eine der geführten Touren zu buchen, da fast alle eine Mindestanzahl von zwei Personen pro Buchung hatten, sie war allerdings nur eine Person. Nach einigem Hin und Her und dem Durchspielen verschiedener Optionen mit dem Touranbieter Puertoviejotravel.com konnte sie in letzter Minute an einer Tour teilnehmen. Ihre Buchung wurde spät am Abend vorm Ausflugstag bestätigt.
Korallenküste: Schnorcheln im Cahuita Nationalpark
Der erste Teil der Tour war ein Schnorchelausflug. Nachdem alle Teilnehmer von ihren Hotels abgeholt worden waren, ging es nach Cahuita und von dort in ein Boot zum Riff. Die Gruppe schnorchelte dort für ungefähr 45 Minuten und fuhr dann an eine andere Stelle am Riff. Dort schnorchelten sie noch einmal 30 Minuten. Charlie sah Korallen verschiedener Form und Größe, kunterbunte Fische und einen Rochen. Er war gut im Sand versteckt, aber Charlie entdeckte den langen Schwanz.
Spaziergang im Cahuita Nationalpark
Nach den zwei Schnorchelstopps setzte der Kapitän die Gruppe an dem Strand ab, wo der Wanderweg begann. Sie machten eine kleine Snackpause, beobachteten Waschbären und Affen dabei, wie sie versuchten, Ananas zu stehlen. Normalerweise halten die Tiere Abstand zu Menschen und sind eher scheu. Nicht in Cahuita!
Genau in dem Moment als das Boot anlegte, begann ein Faultier seinen Abstieg vom Baum. Das ist ein seltenes Ereignis, denn sie kommen nur ungefähr einmal pro Woche herunter und Touristen sehen nur selten den Abstieg. Charlie konnte gar nicht genug Fotos von diesem Schauspiel machen. Der Guide, Rodolfo, war sehr geduldig mit der Gruppe.
Als die Faultier-Show vorbei war machte sich die Gruppe auf den Weg. Dieser war sehr gut ausgeschildert und Rodolfo wies mehrfach auch Tiere hin und gab detaillierte Informationen zu jedem einzelnen. Sie sahen weitere Faultiere hoch oben in den Bäumen, Brüllaffen beim Mittagessen, weitere Waschbären und Affen, sowie Eidechsen jeglicher Größe und sogar Fledermäuse, die an einem Ast schliefen. Einer der Teilnehmer entdeckte auch einen Tukan in einem Baum. Es war wie Magie. Auf einmal sah Charlie all die Tiere, von denen sie im Jahr zuvor in Costa Rica keine Fotos machen konnte, weil ihre Kamera kaputt war.
Einige Abschnitte des Wanderwegs führen am Strand entlang und bieten tolle Ausblicke, wohingegen man an anderen Stellen das Gefühl hat, mitten im Dschungel zu sein. Auf dem Weg und am Strand in der Nähe des Ausgangs waren andere Leute, aber es fühlte sich insgesamt nicht überlaufen an.
An bestimmten Stellen merkt man, dass dieser Teil Costa Ricas vor langer Zeit besiedelt wurde. Zum Beispiel sieht man die Überreste eines alten Hafens, eines Brunnens und auch Rohre, mit denen Öl abgebaut wurde. All das stammt aus der Zeit bevor es ein Nationalpark wurde. Derartige Aktivitäten wurden abgebrochen und große Teile des Parks stehen heute unter Schutz und sind nicht für die Öffentlichkeit zugänglich.
Ein Besuch im Cahuita Nationalpark
Das Dorf Cahuita kann man mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen. Man kann auch mit puertoviejotravel.com einen Shuttle buchen. Allerdings gibt es dafür eine Mindestanzahl an Gästen. Wenn ihr ein Auto mietet, kommt ihr auch ganz einfach zu beiden Eingängen zum Nationalpark, am Playa Blanca oder in Puerto Vargas. Am Eingang Playa Blanca wird man um eine Spende gebeten, am Eingang Puerto Vargas zahlt man 5,65 Dollar Eintritt. Der Park ist täglich von 8 Uhr bis 16 Uhr geöffnet, allerdings muss man um 14 Uhr den Wanderweg verlassen.
Zudem sollte man wissen, dass Schnorcheln nur mit einem offiziellen Guide erlaubt ist.
Jaguar Rescue Centre
Auf halbem Weg zwischen Puerto Viejo und Manzanillo befindet sich das Jaguar Rescue Centre, eine Wildlife Station zur Rettung und Auswilderung von Tieren aus diesem Teil Costa Ricas. Die Tiere dort waren entweder verletzt, misshandelt oder wurden konfisziert. Die Angestellten und freiwilligen Helfer bereiten sie darauf vor, wieder in die freie Wildbahn gebracht zu werden.
Neben der Tierpflege klärt das Zentrum auch die örtliche Bevölkerung über die Tierwelt auf und arbeitet mit den Elektrizitätswerken zusammen, um Transformatoren und Stromleitungen besser zu isolieren.
Im Jaguar Rescue Centre werden öffentliche Touren in verschiedenen Sprachen angeboten. Tickets dafür bekommt man online für 25 Dollar (16 Dollar für Kinder). Dieser Erlös sowie Spenden sind die Haupteinnahmequellen des Jaguar Rescue Centres.
Charlie lernte während der Tour viel und einige der Geschichten waren sehr beeindruckend. Neben Autounfällen und Stromschlägen wurden vor allem zwei Gründe genannt, aus denen Tiere im Zentrum waren: Leben in Gefangenschaft und Schwarzhandel. Die meisten der Tiere, die misshandelt worden waren, werden nie wieder in freier Natur leben können. Sie müssen auf der Station bleiben. Paco, ein 30-jähriger Affe, saß zusammengekauert in einer Ecke. Der Guide, Andrei, erklärte, dass das die normale Haltung diese älteren Affen ist, der in einem kleinen Käfig in Gefangenschaft lebte. Sana und Nerea, zwei weitere Affen leisten ihm Gesellschaft. Nerea war eine Touristenattraktion für Fotos. Das ist heutzutage in Costa Rica verboten. Während des Rundgangs wurden alle Teilnehmer mehrfach darauf hingewiesen, keine Fotos von Tieren mit Menschen zu machen.
Einige andere Tiere im Zentrum können aufgrund von Krankheiten nicht mehr in die Natur zurückkehren. Zwei Faultiere, Mufasa und Tarango, haben eine Krankheit, durch die sie nicht wachsen. Einer der beiden sah wie ein Baby-Faultier aus, war aber schon 4 Jahre alt. Dem Ozelot Diabolino geht es körperlich gut, aber er ist Überträger einer Katzen-Krankheit, die sich leicht ausbreiten könnte, wenn er in die Natur freigesetzt werden würde.
Ara Manzanillo
In der Nähe der Ortschaft Manzanillo ist eine Rettungsstation für Bechsteinaras, die grünen Papageien, die an der Karibikküste von Costa Rica natürlich vorkommen, allerdings vom Aussterben bedroht sind. Die Rettungsstation wurde erschaffen, um die Art zu erhalten. Es wird täglich um 15 Uhr eine Tour angeboten, die man vorher online buchen muss. Der Preis beträgt 20 Dollar. Der Eingang zur Station liegt etwas abseits der Straße, allerdings muss man über einen Kilometer einen steilen Berg hinauf zum Aussichtspunkt, wo die Tour anfängt.
Die Guides teilen viel Wissen und beantworten alle Fragen. Dann hat man die Gelegenheit vom höchsten Punkt aus den Ausblick und den Tanz der Papageien in den Lüften zu genießen.
Indigene Kultur
Unweit von Puerto Viejo und der Küste ist ein indigenes Reservat, das bis nach Panama reicht. Diese Gegend der Bribri kann man bei einer offiziellen Tour besichtigen. Teil dieser Tour ist auch ein Schokoladen-Workshop sowie der Besuch eines Wasserfalls.